Duräführung derselben aus den vorhandenen AmtSotganen, selbst bei einer nicht unbeträchtlichen Vermehrung der Letzteren, da- erforderliche Personal zu schaffen. Deswegen dürfte hier der Ausweg in Vorschlag gebracht werden, geeignete Privatpersonen als Vertrauensmänner der einschlägigen Behörden zu bestimmten, genau p-Sctstrten Functionen beranzuziehen, bet beten Ausübung ihnen der amtliche Charckcer dem Publikum gegenüber beigelegt werden müßte. Diese Funct oväre würden indessen ihren Vertrauensposten nur als eia Ehrenamt zu verwalten haben. Nachdem auf diese Wti e einer der schwierigsten Punkte seiner Lösung entgegengeführt werden düifte, erscheint eS bei dem derzeitigen Stande der KommisstonSberaihungkn sehr wahrschein lich, daß der fragliche Gesetzentwurf dem Reichstage schon in seiner nächsten Session unterbreitet werden kann. Gewß wäre dies um so wünschenSwerther, als kaum ein Gesetz in höherem Giade dem praktischen Jatereffe entsprechen kann, wie das in Rede stehende.
^L«O<»b«rtcht.
Durch eine Allerhöchste Bestimmung vom 1. d. MtS. werben die Armee-Inspektionen folgendermaßen zusammen gesetzt: 1. Armee - Jnsp ktion auS dem IV., V. und VL Almeecorp», 2. Armee Jnspekton auS dem I., IL und IX. Armescorps. 3. Armee Inspektion auS bim VII., VIIL, X. uob XII. (königl. Sächsischen) Armeecorps, 4. Armee* Jnfp k lon auS bem III., XI. unb XIII. (königl Württ m- beiglichen) ArmeecoipZ, 5. Armee I >p ktion auS bem XIV. unb XV. Arweec pS. Der Generalinspekteur der 4 Arme Ja^p ktion wird nach Maßgabe des Bündntßvertrog S vom 23. November 1870 auch mit bet periodischen I -- spiki'uog des I. und II. königl. vahetflchea Armeerorp« beauftragt werden.
Da» «Deutsche MontaqSblatt" schreibt: „Am Sonn abend ging der verttnrr Criminakpolizei die Nachricht zu, daß ein Comp ott -gegen da» Leben des Kaiser» iw Gange sci und daß die Attentäter mit einem Zuge der nach Berlin eiurnündenden Bahnen Vormittag» eivtreffen v Leden. Die dabei gegebene Personalbeschreibung paßte denn auch genau auf einen mit der Ostbahn angekommenen jungen Mann, welcher festgenommen und dem Molken mattt überliefert wurde. Derselbe beabsichtigte in einem Hotel garni der inneren Stadt abzusteigen, um die Ankunft der anderen Cowpliceu abzuwarten. Obgleich dir Lrimi valpolizei in voller Stä'ke seit Sonnabend Mtttag auf diu Beinen ist und das betteffenbt Hotel, sowie sämmtlich, Bahnhöfe sorgfältig bewacht, ist e» bisher nicht gelungen, die anderen Theilnehmer des CowplottS abzufaogen. Der
vorigen Jahres vor unserem Durchmärsche durch die Stadt gerastet und lebhaft kam mir jene Stunde jetzt wieder ins Gedächtnis. Don dort begaben wir uns nach der wunderbar schönen Cathedrale, der nur eins fehlt: eine freiere Lage! Leider ist nämlich da» die Stadt hoch überragmde Prachtwcrk der Gothik mit seinen himmelanstrebenden Thürmen und seinem reichen Schmucke an Sculpturen auf drei weiten eng von Häusern umgeben, uno so großartig der Eindruck auch ist, den man in unmittelbarer Nähe des Domes von ihm empfängt, so zeigt doch erst der Blick, den man außerhalb der Stadt auf ben Bau wirft, das eigentlich Großartige und Ueberwältigende desselben! Das prachtvolle Portal mit seinem überaus reichen Bilderschmucke, sowie die groß- artige Dar,lellung des jüngsten Gerichtes auf der Nordseite, Sachen, auf bereit rechtes Beschauen man Tage verwenden muß, zogen zuerst unsere Blicke auf sich. Dann betraten wir das Innere. Mein Bruder hatte mich schon darauf aufmerksam gemacht, daß die innere Ausschmückung des Domes, ausgenommen den architektonischen Schmuck, nicht gerade mit dem prächttgen Aeußeren harmonire, wenigstens weit auch hinter der bescheidentften Erwartung zurückbleibe.
Indessen ziehen doch die Glasmalereien und die alten Gobelins zugleich mit den prachtbollen Säulen und Gewölben ben Blick bes Beschauers aus sich. Mit ben aus bem 15. Jahrhunbett stammenden Gobelins, auf welchen alt- und neutestamentliche Vorgänge bargestellt sind, ist bie Wanb des ganzen Schiffes auf beiben Seiten in der Höhe von etwa acht Fuß bekleidet. — Fast noch interessanter ist der Domschatz, welcher in einem anstoßenden, einer Saeristei ähnlichen Gewölbe in mehreren großen Schränken aufbewahrt und gezeigt wird. Ist auch der Werth und die Pracht der zur Schau ausgestellten Gegenstände nicht so in die Augen fallend, wie dies z. B. beim Fuldaer Domschatz der Fall ist, so birgt doch bet Reimser Domschatz autzetordent-
StavlgeiichiSialh Hollmann war Sonntag Nachmittag mit bet verantLörtlichen Vernehmung de« Jnhastirteu, eine» Polen, besten Namen vorläufig geheim bleiben muß, um in bie Untersuchung nicht hemmend einzugreifen, beschäftigt. Die Vernehmung de» Verhafteten bauert bei Schluß bet Redoctton noch fort. Die Herren Staatsanwalt teffen« botf unb Regierungrath Schmidt, Dirigent bet Crimtual- abtheilung der hiefigen Polizei, wohnten bet verantwortlichen Vernehmung bei."
Telegraphisch wirb noch gemeldet: Bet hier am Sonnabend verhaftete, unter dem Namm von LySkowSki auftretende Pole ist als ein von Westpreußen verfolgtet Urkunden-Fälschet erkannt. Derselbe hatte freiwillig da» Geständuiß abgelegt, daß er nach Berlin gekommen sei, um den Kaiser und dm Fürsten Bismarck zu ermordm. Nachdem ihm feine hieher geschickte Photographie vorgelegt war räumte er ein, der Privaisecretär Lugowskh au» einem Städtchen des Kreise» Löbau zu sein, unb erklärte, jene» Geständniß über bie beabsichtigte Ermordung de» Kaiser« und BiSmarck'» sei unwahr. (Siehe auch unten Artikel
** Berlin.)
Für die im Jntetefle de» UnivetsititS-UntettichiS au» dm Gefängnistm rc. nach den anatomischen Instituten der Universitätm stattfiadenbea LeichentrauSporte finb bisher seitens einzelner Bahn-Betwaltungen Transportetleichte- tungen in bet Weife gewährt worben, daß von bet im §34 des Betrieb»-Reglements im Jntetefle bet Eisenbahiver« waltungen vorgeschriebenen Begleitung bet Leichen Abstand genommen wurde und eine mehr oder weniger große Ermäßigung bet Transportpreise stattsand. Zur Herveisüh- tung einer Behandlung bei den unter preußischer Staatsverwaltung stehenden Eijenbahnm hat bet Herr Handelsminister nunmehr sämmtlichen Direktionen bet StaaiSbahnm und der unter Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen — letztere vorbehaltlich der Zustimmung der bezüglichen Gesellfchaftsvettretungm — ermäptigt, auf ben ihnen unterstellten Bahnstrecken für Leichentransporte bet gedachten Art TravSpottbegünstigungen in der Weife eintreten zu lassen, daß von der im § 34 deS Betrieb-reglement» vor« pefchriebenm Verwendung eines „Sarge»", sowie von der Begleitung der Leichen abgesehen, 2 al» Verpackung der Leiche eine luftdicht verschlossene, nut Zink gefütterte Kiste als gmügend erachtet wird, unb 3. bet Transport in einem besonderen Güterwagen, in welchem andere Güter nicht beigeladm werden dürsm, zu sdem Frachtsatzes von 0,20 Mark pro Wagen und Kilometer (ohne Berechnung einer ExpedittonSgebühr) stattfindet.
Don dm bei ban Häuft der Abgeordneten nmetlich
lich viel Interessantes und Werthvolles an Kirchengeräthm, Meßgewändern, Krönungsornatm — unter letzteren das purpurne, mit Perlen reich bestickte Krönungsgewand Ludwig des Heiligen — und anderen Kleinodien. Leidet ist die „heilige Ampulla", das Fläschchm mit Salböl, welches eine Taube einst vom Himmel herabgebracht haben soll und das bis 1776 bei dien Krönungen zur Salbung der Könige gebraucht worden ist, nicht mehr vorhanden; sie wurde in der erften Revolution zertrümmert unb ein ungefähr ein Zoll langer Splitter aus Krystall, der auf einer goldenen Schale aufbewahrt wird, ist das einzige Ueberbleibsel von ihr. — Unmittelbar an der Cathedrale liegt der erzbischöfliche Palast, der wenig Interessantes bietet; nur die uralte, unterirdische Kapelle, die unter einer Halle des Palastes gelegen ist, lohnt sich des Besuches und aufmerksamer Betrachtung. Sie ist in romanischem Style erbaut und wohl schon sett einem Jahrhundert außer Gebrauch gekommm, weshalb sie ziemlich verwüstet ist. Einen unheimlichen Eiw- druck machtm von dem Scheine der Kerze, welche unser Führer trug, beleuchtet zwei, aus Stein gehauene, riesige Einhornfiguren, welche in bäumender Stellung vor dem fast in Trümmern liegenden Altäre standen und aus der Dunkelhett auf uns loszuspringen schienen. Rebm dem Altäre lagen die in der Nähe auSgegrabenen Reste eines Mosaikfußbodens, von denen aber nur noch eine Fläche von kaum einem halben Meter im Quadrat bie Zeichnung erkennen ließ.
Beide, Mosaikarbeit unb Steinbilder, sind Denkmäler aus jenen Zeiten, in denen fremde Völker über diesen Theit Frankreichs herrschten. Die Reste des Mosaikfußbodens erinnern an die Römer und die Steinbilder an die Engländer, denn das Einhom ist ja bekanntlich ein Wappenthier Englands.
(Fortsetzung folgt )
Marburg, Mittwoch, 21. November 1877.
XII. )«hrgaii.
r. 272.
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roa t marschbereit bei Liry, einem kleinen Orte am Argonner- Ke, um den weitesten Marsch zu unternehmen, den wir in W st je im Feldzüge gemacht haben und der uns noch in
Schild" gewesen war. —
stuf dem Bahnhofe in ReimS erwartete mich bereits SBruber, bcr mit dem Frühzuge von Chalvns gekommm . Er bedauerte sehr, nicht früher etwas von meinem erfahren zu haben, sonst würde er ebenfalls um kurzen Urlaub, der ihm übrigens vier Wochen später rt wurde, eingekommen sein. Nachdem wir uns in prächtigen Bahnhofs-Restauration etwas gestärkt und die Absahrzeü des über Rethel nach Mezisres und gehenden Zuges vergewissert hatten, begannen wir ie Sehenswürdigkeiten von Reims anzusehen, wenn- dies auch in einiger Geschwindigkeit vor sich gehen mußte, unächst gings nach dem römischen Thore oder Triumph- nahe am Bahnhofe. Hier hatten wir im September
nimmt entgegen: dttiond.vlatte»,
“i ]e un Feldzuge gemacyl yaoen uno ocr uns nvu? m Itt Abendstunde bis in den Bereich der um Beaumont üiben Schlacht bringen sollte. Was ich damals nicht im Hermesten hälfe hoffen dürfen, lag nun erfüllt vor mir iso mancher drohenden Gefahr war ich entgangen, au« Manchem Kampfe, in welchem tausmdsach der Tod um h her seine Opfer forderte, war ich unversehrt hervorge- Igen, — und die Brust, die so oft von banger Ahnung gewesen, hob sich nun freier und fröhlicher im Hoch- le der glücklichen Heimkehr nicht bloß, sondern auch Danke gegen ben treuen, väterlichen Wächter dort oben t ten Wolken, der an so vielen heißen Schlachttagen, 1® mancher trostlosen Winternacht auch meine „Sonne
Aor Meßen Jahren.
. «buch eine» Dreiunvachtjigrr» au» le* deutsch - srun-
' »»fischen Kriege 1870/71.
iSottiteung.:
Heute vor einem Jahre gerade um priese Zeit standen
Gesetz gegen die Lebensmittelfälschuug.
Ruhdem das ReichSgesundheilSamt vom ReiL-kanzler rlnflrag zur Bearbeitung eines Gesetzentwurfes betr f tte Verhütung der LebenSmittelfSlfchungen erhalte«, t daflelbe bekanntlich seiner Zeit sowohl Behörden, wie Ä-te aufgefordert, Material für die mit der Aufgabe
Kien betraute Kommission beizubringen. Da» in Folge bm eingegangene Material ist jetzt einer Sichtung unter- □m worden und hat sich dabei ergeben, daß bie Berichte i Behörden im Großen unb Ganzen wesentlich verwenden stad, als die von Privaten herrührenden Gutachten, ie Letzteren enthalten hauptsächlich Andeutungen über vor- Bmtnbc Fälschungen, Mittheilunxen darüber, auf welche ttjt die Schwindeltudustrie die Fälschungen unerkennbar mchen sucht und welches Verfahren dagegen angewandt kann, um dennoch auf leichte Weise die Fälschungen ellm, feinet Angaben Über vocgei onmene chemische ungen n. s. w. Alles dies mag an und für sich werthvoll sein, aber es entspricht eigentlich nicht bem, die Kommission wünschte unb b-fielt sie zur Lösung -r Aasgabe bebarf. Uebrigen» werden seitens des Reich«. mpsdheitSamteS die wesentlichen bet betnffmben Mitthei kta rc. in einem besonderen Belichte zusammeugestellt I }ar Äenntn § bet mit bet w ssmschafttichen Feststellung noe^benSmiite.sLlschungen betrauten Behörden tesp.k iv.
tzpersonen, die daraus vielleicht manchen Rotzen schöpfen Ä, gebracht werden. WS dagegen bie eingegangener. Hte bet Behöben betr fit, so bringen bhfdben erstem Mchcs Material übet ue Verbreitung der Lebensrnittel |jmeitenä namentlich polizeirechtliche Aeußerungen Übei ß rvthaabene, eventuell wünschenSwcrthe OgaNlsatioa cei «gonge - UntersuchungSämtet, endlich bJtizn» Paustische . j »en übet bie vorkommeiben Bestrajuugen von zur _J Mchm Kenntniß gelangten Fälschungen. Hieraus ha
Idle Kommission bie Ueberzeugung gewonnen, baß es allen Dingm Aufgabe beS zu etlafiaben Gesetzes i muß, eine sanitStSpolizeiliche Orgaatsation zu schcffev, welcher bie vor kommenden Fälschungen in viel an» crem Maße al» bisher zur Kenntniß bet Behörden werben, so baß e» möglich wirb, auch bie bitte, Fälschet häufiger zur strafrechtlichen Verfolgung z
Wirb eine solche Organisation erreicht, so ist bie sfion bet Ansicht, baß bie vorhandenen Bestimmungen jStrafgesetzbuches durchaus genügen zur wirksamen Der
In Folge befielt hat bie Kommission sich dahin in ben Gesetzentwurf keine Bestimmungen zur Ab g be» Strafgesetzbuches aufzunehmm. Wa» abe »h erwähnte fanitätSpoiizeiliche Organisation betriff, tz cs sehr schwi r g, wenn nicht ganz unmöglich, für ou
Anzeigen nimmt entgegen: dieGprebttion d.vlatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von @. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hermau., ich« Buchhandl- ♦ daselbst; Jnvalidendanl in
Berlin; W. Thiene« in Elberfeld; C- Schlotte in
Bremen.
scheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und jdtttegen. Preis ftt raS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Zlafirirter arch die drbebition (Koch'sche
Luch drucket ei) bezogen »h Mark, durch die Postämter des Deutichen Reiches t Mark 5t Ps«. exl. Besteügebithr). - JnserttvnSgebtlhr ftr die gespaltene Zeile lt Ps«.
8it in der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adressen werden 15 Vf«, berechnet.
^dÄunoncen-Bureaur tt , Th. Dietrich & Co. in »nd Hannover; Th. Trichin Frankfurt a.M.; »senstiin L BoMer m vnriurt a- M., Berlm. , Mn rc.; Rudolf Njtz «sie in Berlin, Frank- uir furt a. M. rc.
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