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xii. Jatyiag.

Marburg, Freitag, 16. November 1877.

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GcrWschk jcitnng

nimmt entgegen: ttion d.vlatte«,

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* Die Etukomme» in Preußen.

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Er fühlte sich plötzlich in ungeheuerer Berlegeoheit und sah Statiner fragend an.

Dieser aber war durchaus nicht geneigt, den einmal er­rungenen Vorlheil so leicht au» der Hand zu geben.'

Herr StadtralhI* sagte er,Sie haben sich nunmehr von Ihrem Unrecht überzeugt! I- ersuche Sie j tzt zum allerlttzten Mal da- Lokal zu veclaffen. Ueber Ihr Se­it hmen behalte ich mir Bericht und Strafantrag bei meiner vorgesrtzten Behörde vor!'

rnge<dericht»

Die ReichSstempelßeuer-Kommisston hat da- finanzielle Ergebntß ihrer Vorschläge folgendermaßm gefchätzt: Die Steuer auf NaturalisationS Urkunden soll einbringen 230,000 M.; die Auszüge aus ben StandeSregistern sollen so be­steuert werden, daß auf einen Erlös von 50,000 M. zu rechnen ist; die Pässe und Paßkarten ergeben 90,000 M.; die Berechtigungsscheine zum einjährig-freiwilligen Dienst 300,000 M.; die Scheine über die Befreiung Militär pflichtiger 2,000,000 M.; die Schiffs Eertifikate, Muster- Rollen und BefähigungSzeugniffe für Seefchiffer 30,000 M.; die Approbationsscheine für Aerzte, Zahnärzte, Thier- irzte UN) Apotheker 24,000 M; die Erlaubnißfcheiue für Schauspiel-Unternehmer 1000 M.; die Gewerbe-Legiti­mation» karten für Handelsreisende, die Gewerbe - Legiti- mationsscheine und LegttimqtioaSscheine zum Gewerbebetrieb im Umhe,z'ehen 180,000 M.; die Eintragungen zum Schutz von Urheber»Rechten, die Eintragungen tu die Handels Register und die Eintragungen in die GenoffenschastS- Register zusammen 80,000 M.; die Eintragungen in die Musterregister 90,000 M.; die Auszüge au« ben vorge­nannten Registern 10,000 M. unb die Wechsel - Proteste 500,000 M. Den Ertrag der Stempelabgabeu von Werth- papieren, Lombard-Darlehen und Schlußnotm veranschlagt die Kommission auf rund 51/2 Millionen Mark. Die Ab­gabe von Lotterie Loosen soll 6 Millionen Mark erreichen und der Erlös aus der QuittuogSsteuer ist auf 4 bis 41/2 Millionen Mark geschätzt. Au« dem Spielkartenstempel sollen 2 Millionen Mark gewonnen werden. Hiernach würde die gejammte Einnahme aus den vorgefchlagenen Stempel-Abgaben etwa 2172 Millionen Mark betragen.

Noterm 14. Februar hat da» Abgeordnetenhaus au die Regierung die Aufforderung gerichtet, im Snschluffe au da« allgemeine UnterrichtSgefetz drm Landtage einen Gesetzen!« wurf über die Organisation deS technischen UnterrichtSweseuS nach feinen verfchiedenen Stofen Hochschulen, gewetb-

>»S L ir.

1877/78 : 60,583.

Einkommen von 20006000 Mark 1875 : 377,792, 1876: £84,248, 1877/78: *393,342.

Einkommen von 6752000 Mark 1875: 4,563,504, 1876 : 4.704,757, 1877/78 : 4,801,289.

Unter 675 Mark 1875? 3,300,000.

1876: 3,311,752, 1877/78: 3,387,328.

Man steht daraus, daß die Klagen über enorme Ver­luste an Volksvermögen und Einkommm und den immer schlimmer werbenden Nothstanb im Großen unb Ganzen nicht begründet sind. Wäre baS Gegentheil der Fall, so könnte die Einkommensteuer ganz unmöglich die obigen Re sultate ergeben. Die Statist ! der Steuern und der hier­durch ermittelten Einkommen« - Verhältnisse zeigt vielmehr eine nicht ungünstige normale wirthschaftliche Entwickelung der Gessmmtbevölkerung.

Aor sieöen Aayreu.

e» rreinndachtzigerS au« dem deutsch - sran-

Dnn Landtage ist vor einiger Zeit eine Nachweisung , die Anzahl der für da« Jahr 1877/78 zur «laffen- a und zur klasstfieirten Einkommensteuer veranlagten Ionen und den Betrag bet veranlagten Steuer vorge­geben. Diese Vorlage ist mit lebhaftem Jntereffe Ktet worben, weil au« ben Zusammenstellungen früherer to Vergleiche mit bet neuen Vorlage zu ersehen ist, «d in wie weit bie allgemeine wirthschaftliche Lage, seit Mitte 1873 obwaltet, sich in ben Steuerein- aen ziffermäßig bemerkbar gemacht habe. Leiber ist Vergleich sehr erschwert, da gerade in dem kritischen 1873 (Gesetz vom 25. Mai 73) in einer bedeutenden von Städten die Klaffensteuet, an Stelle der

Um eil Amt.

Humoristische Novelle von A. Oskar KlauSmann. . ,

(gortfefrung.)

Mit größter Ruhr erwiverte TratilWr:

Bitte, überzeugen Sie sich, daß die Thür verschloffen

l, bLfelbe wird nie geCffaet!"

Der Stadttath überzeugte sich von dem Gefchloffensein

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatte«, soroie d.Annoneen-Bureauk von ®. L. Daube & Co. in

RLhÄ (Sortierung.)

[2840=1 Jurri. Wir marschirten heute von Sinnet nach St. --iftee unb schon war, wie ich nachher vernahm, ein Th eil

H"Ä!rrcr Division in Meaux eingerückt, als eine Contreorbre pr-M in unsere frühere Stellung vor Paris zurückgehen hietz; s,2oN (j)eT£airtete unb nachher auch geschah, sollte zunächst bre kea ci» Division ben Rückmarsch nach Deutschland antreten, f 61 I dieser Befehl keine besonders große Freude m bet ,283 ' Division hervorrief, läßt sich leicht denken; eben noch _- schönstm Hoffnungen unb nun auf einmal bre Marsch- * a-w. -7 . . ... _____-.je u Utter! 9fernert

t find« tcwieder zurück vor Paris," das war bitter! Aerger- I e unb brummige Gesichter gab« heute unb an ben sol­ch, feen Tagen genug unb es war in gewissem Sinne wahr,

mreistc U ein Musketier, dessen Brief ich zufällig überflog, nach

------ Ulfe schrieb, daßsich aller eine Auftechung unb innere Tfyit, bieweil sie nicht zu Hause kämen, bemechtigt habe!" so schlimm war es freilich nicht, denn ber preußische t weiß Ordre zu parirm, aber ohne heillose Flüche die vernichtete Hoffnung ging's doch auch nicht ab. I. Juns. Heute wurde dem erhaltenen Befehle gemäß Sinnet zurückmarschirt. Dort bezogen wir Quartier traten am folgenden Tag,

_____ 4. Juni, den Marsch nach imferen kunstigen Can- MnQbtementö an. Die zweite, brüte und vierte Compagnie

81 nach Montfermeil, während die erste in dasSchau- itt 7 *1 cheft" Clichy gelegt wurde.

' "Ti 5. Juni. Der einzige Trost, ben ich Aftern und hmte fcabt, wurde mir heute auch noch durch bie Zurückver- ------tzuug zur ersten Compagnie getrübt. So mußte ich denn

abermals das entschliche Clichy, wo es jetzt noch viel schlimmer, als früher, aussah, als Cantonnement beziehen. Doch dauerte dieses Elend nicht lange, denn bereits am 6. Juni bezogen wir m Livry, einem kleinen Städtchen an der Pariser Straße, wenn auch ziemlich beschränkte Quartiere, da außer einer Batterie noch eine Compagnie Festungsartillerie unb ein Sanitäts-Detachement hier lagen, doch solche, bie, wie man zu sagen pflegt, gegen die von Clichy' Gold waren.

9. Juui. Heute wurde ich zum letzten Mal von der ersten zur zweiten Compagnie versetzt, bie heute nach le Bert galant umquartirt worren war, während die dritte Com­pagnie in Vaujonrs und die vierte in Cubron lag. Le Bert galant ist ein reizendes Oertchen, an ber Hauptstraße nach Paris unb etwa 20 Minuten von Livry gelegen, und hat mehrere recht schöne Dillas, m bereu einer ich mit Lieute­nant Hartbegen unb Vicefeldwebel Rehn zusammen wohnte. Die Ziunner waren fast alle noch ganz gut erhalten unb auch an ben nöthigsten Möbeln fehlte es nicht, wenigstens suchtm wir sie uns, so gut es anging, zusammen. Dagegen sah cs bezüglich ber Bettverhältnisse gar schlimm aus; in ben Bettstellen waren nur noch einige alte Matratzen vor­handen, beten Anblick unb Geruch uns die Lust zum Aus- mhen auf ihnen vertrieb; wir waren froh, daß wir wenigstens etwas reines Stroh auftreiben konnten unb ba von der Mairie uns Leinenzeug zu Kn Betten geliefert wurde, so konnten wir, besonders da die Nächte recht warm waren, mit unserem Nachtlager am Ende zufrieden fein. Als wir nun auch noch in einer Restauration einen guten unb nicht zu Heueren Mittagstisch erhielten, gestaltete sich unser Leben in le Bert galant ganz gemächlich. Wenn auch ber Dienst recht fleißig betrieben wurde, so blieb uns doch genügend freie Zeit zu Spaziergängen übrig, zu welchen das schöne Wetter unb die herrliche Gegend cmluben. Gleich hinter unserer Wohnung lag ein recht hübscher ©arten, aus welchem

chmest^Annonccn-Burcaur <y>, Dietrich & Eo. in i und Hannover; 3». sich in Frankfurt a.M.; niftetn & Vogler tn

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Kurt a- M., Berlin, j» Wn rc.; Rudolf 1in Berlin, Frank- sirrt a. AI- rc. ____ ___ ___

T,« . . tlali* «uta ben Werktage» nach Bonn- und Feiertagen. Preis sttr das Quartal mit ba wöchentlichen Beilage ®Me

b t u£i) büoSTS **»t, brofe bie Postämter b-S Deutschen Reiche« t Wett 5* Pf«, (exl. Bestrllgebichr). - Hfertiv^ebthr ftr bie gesäten- Säle ! PfS.

d gftt in ba Expedition zu ertheuenbe Auskunft und Annahme von Adressen werbe» 85 Pf«, berechnet.

u. Mahlsteuer getreten ist.

du der GesammibevölketUNg de« Staat« (nach ben ertoDen 25,346,277 Personen) sind 596,313 Personen Einkommensteuer, 18,324,431 Personen zur Elasten-, herangezogm, uubesteuert sind 6,425,533 Personen.

Zn dieser Beziehung ist gegen die Vorjahre eine erheb- aenbernng nicht etngetreten. Die Veranlagung zur mwenüeua war im I. 1875 30,161.825 M. im Z. so viÄ6 31054,551 M. im I. 187778 31,723,632 M. ich vo! Veranlagung zur Claffcnsteuer 1875 : 44 495,262 $h übei 1876 : 44,493.363 M. 1877/78 : 44,989,293 M.

Die Zahl ber sehr großen Einkommen (über 100,000 Mrlich ist gegen die Vorjahre zurückgegangen. Im 1874 waren 561, im 1.1875: 533 im I. 1876: im 3 1877/78 505 Personen mit einem Einkommm iseur. I über 100,000 M. eingeschStzt. Dagegen ist bie Zahl Einkommm zwischen 20,000 100,000 M. feit ftrt- erheblich gestiegen, nämlich von 7065 Im I. auf 7381 t* I. 1877/78.

Auch die übrigen Einkommen find alljährlich in ganz Sßiger Prvßrefston gesttegm, wie solgmde kleine ergiebt.

Einkommen von 6000-20,000 Mark

1875: 56.014,

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Frankfurt a. M.; Jägcr'sche Buchhandlung daselbst; Hermanwichc BuchhaM. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; S. Schlotte in Bremen.

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1 Logt* [2ö4l

liche Mittelschulen (Provinzial - Gewerbeschulen), Fachschnlm für Handwerker vorzuleger. Darauf wird nunmehr geantwortet: Da« Material zu einer planmäßigen Rege­lung de« gefammten technischen UuterrichtSwesenS ist ver­vollständigt, die Ausarbeitung eines vollständigen Reorga« nifationSplanS aber bisher noch nicht ausführbar gewefm, ba noch ungewiß, welche Gestalt das allgemeine Unterricht«» wesen durch da« zu erwartende Unterrichtsgesetz erhaltm wird.

Aus einer amtlichm rufstfchm Depesche ersehen wir, daß die Rusten in der That am 9. November bei Erzemm eine kleine Schlappe erlitten haben. ES »ar aber nur, wie aus allen Mitiheilungeu hervorgeht, ein von ihnen unter» nommener UebcrmmpclungSversuch, der mißglückte. Wmu Daily News" recht berichtet ist, bann sind sie durch ben kleinen Echce in keiner Weise gehindert worben, Erzerum zu ccrniren; ein neuer von allen Seiten zu ervffneuber An- griff wird in Aussicht gestellt. Ob eS nun Mukhtar Pascha wie ber KriegSrath will gelingen wirb, Erzerum zu räumen, erscheint fraglich. Schlimm muß eS in Erzerum jedenfalls aussehen, dmn der dortige britische Eonsul tele- graphirte um sofortige Entsmbuug Srztlichm Beistände«, «eil Taufende von Verwundeten hilflos in ben Hospitälern lagen.

Meherneb Ali hat offiziell ben Auftrag erhalten, ben Oberbefehl behufs Entsatzes von Plewna zu übemehrnm. OSrnan Pascha errichtet fortwährend neue Verfchauzuugm, was um so auffallender ist, da die Ausreißer särnrntlich die Angabe machen, daß nur noch für 6 Wochen Mund- vorrath vorhanden fei. Dergrüne Berg" im Sflben Plewna'« war vom General Stobelcff am 9. erobert worben, seitdem hab« die Türken vergeblich mehrere Vnfuche ge­macht, sich wieder in den Besitz desselben zu setzen.

Rmeste KriegSnachrichtm:

Petersburg, 14. Nov. Amtlich wirb au« Logvt, 13. Nov., berichtet: Da« Dctachemmt be« Großfür^u- ThronfolgerS hatte nur Vorpostengefechte zu bestehen. Am 11. Nov. griffen bie Türken in der Stärke von 3 Tabor« und 7 EScadron« Polornirza unb Smurkivi an, zogen sich jedoch nach einigen Kanonenschüssen zurück. Die Türken gegenüber Kalarafch stchem sich sorgfältig durch Anlegung von Befestigungen. Zn der Nacht vom 11. Nov. zum 12. Nov. haben die Rnmänm ohne Verlust die Anhöhe vor Bivoular, auch Suzurluk genannt, auf ber Linie Dolny-Petrovo! gegenüber dem Ogvnctzaberg ge­legen besetzt und errichten gegmwärttg daselbst neue Bat­terien.

Da«vüreau Hirsch" bringt folgmde Depesche:

Bukarest, 14. No». OSrnan Pascha trifft unzweifel- man in einen wunderschönen, schattigen Park gelangte, den der sogenannte Onrcq-Canal durchfloß, dessen schönes, klares Wasser sich vortrefflich zum Baden eignete und wohin ich auch mehrere Male die ganze Compagnie zu diesem Zwecke führen mußte. Samstags und Sonntags wurden in der Regel größere Ausflüge zu Fuß, zu Wagen oder per Bahn in die Umgegend gemacht und dabei besonders, die Ziele aller damaligen deutschen Sonntagsspaziergänge, die Städte Nogent und Raincy, mit Vorliebe aufgesucht, und dies um so lieber, als regelmäßig dort unsere Regiments-Musiken Sonntagnachmittags concertirten.

Es war, wie gesagt, ein ganz angenehmes Leben in dem Cantvnnemmt von le Bert galant, in welchem wir bis zum 13. Juli, also länger als vier Wochen, blieben.

(Fortsetzung folgt )