JUarßurg, Dienstag, 13. November 1877.
96S.
■ cs
itt
stets
ift.
1871.
ltt-8'
ierg seelh erlo ielbe o al
'827
irg.
3.
>708
Ka 1877.
heil ich-j iden diel irte, nste deal iter- die Hoi-
ht«.
ctor.
„Ich finde keinen Ausweg I" jagte Elisa restgnirt.
Dr. Müller erhob sich.
„Leben Cie wohl!" jagte er, „wir werden un« wieder» sehen!"
Ehe Elisa sich dessen versah, hatte Müller das Zimmer verla sien.
nt. Po Mio
waren 4400 nach der SchiffSvermeffungSordnung vom 5 Juli 1872 bereits vermessen.
Die „Agevce HavaS" veröffentlicht eine osficielle Depesche des rumänischen Finanzministers an die rumänischen Agenten im AuSlnnde d. d. Bukarest, 10. Rov., wonach der am 1. Januar 1878 fällige Coupon der Oppenhetw'schea Anleihe bereits g sichert und überhaupt alle bis April zu leistenden auswärtigen Zahlungen bereits geleistet sind. Die rückständige Garantie für die Eisenbahnen sei regulirt. Die diesjährigen Einnahmen deckten völlig diese Garantie und würden voraussichtlich einen U berschuß von 2 bi» 3 Millionen zu Gunsten des folgenden Jahre«.Budgets ergeben. Diese R sulttte se en zum großen Theile den bewirkten Ersparniffen unr besonders der festen Absicht zu verdanken, die öffentliche Schuld nicht leiden zu le ff en. Da« Land und die Regierung hoffen, daß man solchen An- streng»ngeu Rechnung tragen werde.
Der „Pol. Correip." meldet man aus Bukarest, 6 November: Man ist hier plötzlich zur Erkenutniß gelangt. Die unlängst osficiell in ganz harmlos.r Form gebrachte Meldung aus Poroaim über eine „neue DiSlocirung der rumänischen Truppen vor Plewna" entpuppt sich heute al« die Thaisache, daß die rumänische Armee tu zahllose kleine Abheilungen zersplittert und eine jede dieser Abthetlungeo in verschiedene russische Korps eingetheilt worden ist, so daß die Individualität der rumänischen Armee al« solche heute zu bestehen aufgehört hat. Da« dritte Alinea des Artikel« 92 der rumänischen Verfassung präcisirt genau und klar die Grenzen der Gewalten der Krone. In russischen Heeresabtheilungen incorporirt, sagt man heute hier, wird die rumänische Armee von nun ab keinen Namen mehr haben und dir durch ihre blutigen Opfer erkämpften Früchte werden nicht dem Lande errungen sein. E« fanden tu den jüngsten Tagen über diesen Gegenstand in maßgebenden Kreisen sehr eingehende konfidentielle Berathungen statt, ohne daß eS jedoch, bei der unendlich delikaten Natur derselben, bisher zu irgend einem Entschlüsse gekommen wäre.
Neueste KriegSnachrichten:
Konstantinopel, 9. Nov. Ein Telegramm Mukhtar Pascha'« meldet über einen heute erfochtenen Sieg Folgende«: Die Schlacht dauerte 11 Stunden. Die Ruffen griffen in zwei Colonven die Redouten auf der Süd- und Ostseite von Erzerum an. Die im Osten angreifende Colonce wurde, nachdem sie rin Blockhaus vccuptrt Halle, mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Auch dir im Süden augreifeude Colooue ward zum Rückzug gezwungen und von Hassan Muff» Pascha aus der Straße nach Deweboyun verfolgt.
4
Daß der Herr Kimmerer ein wunderlicher Heiliger sei, haben wir schon früher erfahren. Aus der flüchtigen Bemerkung Trattnerö ging hervor, daß der Herr Kimmerer eine große Vorliebe süe das zarte Geschlecht habe. Er war Wittwer und Vater von erwachsenen Kindern, die aber simmtlich nicht mehr in seinem Hause lebten, die Töchter waren verheirathet, die Söhne draußen in der Welt in Aeutter und Stellungen.
Ein uraltes Jnveuiarium von Wirthschafterin, bk da« kanonische Alter schon vor eisgrauer Z it überschritte«, führte seine Wtrthschast. Aergernisse hatte sie genügend, wie jede Hausfrau, besonders mit den Dienstmädchen, denn selten blieb eine lingere Zeit im Dienste. Alle verlangten immer bald wieder ihre Entlastung oder gingen durch.
Anna, die neueste Küchenfee, schien aber eine wohlthuende Ausnahme von der Regel zu bilden, sie war schon seit acht Wochen in ihrem Dienste und schien durchaus nicht die Absicht zu haben, denselben zu verlassen.
Es war Sonntags und gegen 11 Uhr Bormittags. Der Herr Kämmerer war in der Kirche gewesen, wo er zur Freude und Erbauung aller guten Christen außerordentlich andächtig gewesen war, und j tzt saß et, wahrscheinlich noch betend, in seinem Zimmer, während in dem benachbarten Zimmer Anna mit dem Aufräumen beschäftigt war.
Ein Lauscher an der Thür hätte in kurz aus einander folgenden Pausen aber die Stimme Anna'« vernehmen können.
L«ge«dericht.
Z« der Sonnabends-Sitzung der Budgetkommission de« rdneteuhause» wurde zunächst die zurückgestellte For> für das pomologische Institut in Proskau bewilligt, wurden die Bauten de« Cultusmintste- um8 zur Berathung gestellt. Von der Unterrichtsver- wurde vor Beginn der Berathung in dankens t Weise eine Nachweisung ihrer Forderungen borge in welcher die Positionen aus dem Extraordlnarium der Anleihevorlage nach den prinzipiellen Besch ästen Lemmijsion zusammengestellt sind. Es wurden bewilligt: das Ministerialgebäude 400000 Mk., für Fortsetzung tomct Dombaues 150,000 Mk., für llmverstlätsbau en UnigSderg 651,000 Mk., in Berlin 2,000 000 Mk., rifSwalv 380,000 Mk , in Breslau 100,000 Mk., ^.e 735,000 Mk, in Kiel 556,000 Mk., in Bonn 1000 Mk., in Göttingen 252,000 Mk., in Marburg ,000 Mk., für da« astrophsikalische Institut 147,000 Die Bausumme für Anlegung von W gen, GaS- Wast.rleituug aus dem UniversttätSterrain in Kiel wurde 264000 Mk., aus den für 1878/79 ausreichenden von 66,000 Mk. ermäßigt, die Beschlußfassung über Forderung für ein Gäctnerhaus im botanischen Garten onn im Betrage von 60,000 Mk. behusS näherer In- on au-gesetzt. Im Uebrigen wurden sämmtliche von t»egterung für 1878/79 gestellten Forderungen im vollen e bewilligt. Nach Durchberathung der U riversttätS- wurde die Sitzung abgebrochen.
Grit dem 1. d. MtS. sind neue »u-brüche der Rmder- siunerhalb des Reichsgebiets nicht vorgekommen. — In oche vom 28. Oktober bi« 3. November 1877 find deutsche« Münzstätten geprägt worden: Goldmünzen: «honen 193,900 M., Kronen — M., halbe Kronen 510 M., Silbermünzen: 5-Markstücke — M., 2- ' ücke — M., 1-Markstücke — M., 50 Pfennigstücke 170 M., 20-Pfennigstücke — M. — Pf.; Nckl- : 10 Pfennigstücke — M., — P'., 5 Pfennigstücke — Pf.; Kupfermünzen: 2- Pfennigstücke — M. SBL Pfennigstücke — M. — Pf. Hiervon sind aus rechuuna geprägt worden! 193,900 M Demnach die GesammtauSpräguug: 1,528,920,295 Mark in ünzen; 414,708.874 M. 80 Pf. in Sttbermünzen; 60344 Mark 46 Pf. in Nickeimünzen; 9,595,930 27 Pf. in Kupfermünzen. Hiervon sind auf Privat« ng geprägt worden: 223,356,179 Mark — Am tembet 1877 betrug die Zahl der nach dem Gesetze 25 Oktober 1867 in eia Schiffsregister eingetragenen Kauffahrteischiffe 5162. Bon diesen Schiffen
„Mein Herr, das Kostbarste, das ein Weib hat, ist seine Ehre. ES ist die« ein Schatz, den e« aus da« Sorg sättigste hüten und bewahren muß, weil er nur zu leicht verloren gehen kann. Ich stehe allein in der Welt, und trotz aller Anfeindungen ist eS mir bisher, wie ich sagen darf, gelungen, meine Ehre makellos zu erhalten. Durch Ihr brutale« Eindringen bei mir haben Sie mich In eine Situation gebracht, au« der ich ohne schwere Schädigung nicht heraus kommen werde!"
Elisa hatte diese Worte mit viel Bitterkeit gesprochen. Der Fremde schien bestürzt.
„Meine Dame!" sagte er dann, „ich muß Ihren Wor ten Glauben schenken, trotzdem ich noch immer nicht ein seh«, worin mein Verbrechen liegt, und was überhaupt im Stande wäre, Ihrem Rufe einen irreparablen Schaden zu zufügen."
„Ich bin uuverheirathet 1" uuterach ihn Elisa, „ich stehe allein in der Welt, in einem Vechittniße, das die Klatschsucht und Verläumdung gewissermaßen herauSfordert. Was wird aus der Thatsache nicht für Kapital geschlagen werden, daß Sie, der Fremde, hier in meinet Wohnung übernachtet haben?"
„Verzeihen Sie, mein gnädiges Fräulein l* sagte Müller, „rS liegt mit durchaus fern, mein Vergehen, für das ich Sie inständigst um Verzeihung bitte, beschönigen zu wollen, aber ich glaube fast, Sie sind etwa« zu ängstlich und denken über ben Vorfall zu schwarz —*
„Sie kennen bk hiesigen Verhältnisse nicht! Ich versichere Sie, e« siebt keinen Ort, wo bk Klatschsucht so rasfir.irt und empörend wäre wie hin! Zch sehe nicht zu schwarz, wenn ich annehme, daß man rettung-loS mich zu verdächtigen suchen wird."
„Und Sie staden kein Mittel, uip diesem Schaden zu entgegen?"
Um ri» Amt.
Humoristische Novelle von A. OSkar KlouSmann.
(Fortsetzung.)
„Meine Dame!" sagte er tu ziemlich leichtfertigem Tone, glaube nicht die Ehre zu haben, von Ihnen gekannt
. Ich halte e« daher für meine Pflicht, mich Ihnen en: Dr. Franz Müller, Rektor in Thalheim, zur thirr um sich in hiesiger Stadt um das vocante Rektorat bewerben. Doch nun zur Sache! Ich muß Ihnen offen daß die Situation, in der ich mich Ihnen gegen befinde, mir gewissermaßen einige Verlegenheiten be= Ich kann nicht umhin, Ihnen mitzutheileu, daß ich einer Krankheit unterworfen bin, die mit dem Namen lnißschwäche noch sehr ungenügend bezeichnet ist. Mein hat die Eigenthümlichk-it, zu gewissen Zeiten die kett, Eindrücke festzuhalten, vollkommen zu verlieren diese Eigenthümlichkeit muß in letzter Zelt eiugetreten denn e« ift mir unmöglich, mich zu besinnen, wie ich gekommen bin und wo ich mich jetzt befinde. Wollen die Freundlichkeit haben, mir darüber Auskunft zu ff n?" , , _
„Die Aufklärung kann ich Ihnen mit wenigen Worten , Sie find in diese« Zimmer in vollkommen unzu- fähigem Zustande eingedrung-n und haben ohne ere- dort von diesem Sopha Besitz ergriffen. Es war au« den mannigfachsten Gründen unmöglich. Sie fort« >ffeu zu taffen, und ich wußte e« dulden, daß Sie hier achteten, und daß mk durch diese Thatsache ein Schaden efügt wird, den Sie nimmermehr wieder gut machen nl •
Ü berrascht und fragend sah Dr. Müller Elisa an. Sie 'ffand seinen Blick.
XII. Z-htMi.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlattes, sowie d.Annsncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herman»l')che Buchhandl. daselbst; Jnvalidendanl in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Die Russen ergriffen später neuerdings die Offensive, und e« gelang ihnen auch einen Augenblick, dem Vordringen der Türken Einhalt zu thun und dieselben zurückzuwerfen. Bald jedoch gewannen die letzteren wieder dir Oberhand und warfen die Ruffen schließlich auf Dewebryun zurück. Die Türk n machten 15 Gefangene und erbeuteten große Massen Waff n und Munition. — In Orkhanie sind Ver- stä kungen etngetroffen.
Konstantinopel, 9 Nov. Laut einer von der Regierung veröffentlichten Nachricht meldete Mukhtar Pascha au« Erzerum vom 9. d., die Ruffen hätten am selben Tage 4 Uhr Morgens die B.sestigungen von Azizie angegriffen. Der Kanpf habe bis 2 Uhr Nachmittags gedauert und mit der Zurückweisung der russischen Angriffs Colounen geendet, obgktch eS der einen von beiden bereits gelungen gewesen, ein Blockhaus zu besetzen. Mukhtar giebt an, daß er wieder bis Deweboyun vorgedrungen fei. Das Bombardement von Rustschuk dauert fo.t. Suleiman Pascha ist in RaSgrad eingetroffen. Russische Abtheilungev marschiren auf Silistria.
Konstantinopel, 9. Nov. Den hier vorliegenden Nachrichten zufolge waren die Armeen Mukhtar und Ismail Hakki Paschu'S nach der Niederlage von Deweboyun in großer Unordnung nach Erzerum gelangt. Das Gerücht von der angeblichen Verwundung Mukhtar Pascha'« hat sich nicht bestätigt. Die Erzerum beherrschenden Positionen sind von ben Russen besetzt. Die Einwohner fordern die Capitulatton. Der britische Militärbevollmächtigte General Semball verließ Erzerum. Die erwarteten Verstärkungen sind nicht eingetroffen. Die Verbindung zwischen Erzerum und Trapezunt ist bedeutend erschwert.
Konstantinopel, 10. Nov. Au« einem Telegramm Derwisch Pascha'S geht hervor, daß die Russen seit einigen Tagen Datum heftig angreifen.
Konstantinopel, 10 November. Suleiman tele- graphirt aus RaSgrad: Am Freitag {ar den RceognoScirnngen namentlich bei Kazeljewo, Opaca und Osmanbazar statt.
Petersburg, 10. Nov. Offizielle Meldung aus dem asiatischen Haup quartier T kma vom 8. Novbr. General Deimauu meldet folgende Details über ben Karr pf am 4. b. MtS. bei Deweboyun: Der Kampf bannte von 9Vr Uhr Morgens bis 6V2 Uhr Abend« und wurde durch die Umgehung des linken Flügel« der Türken und die Durchbrechung des CentrumS entschieden. Den Hauptamheil an dem Erfolge hatten die Regimenter Elisabethcpol, Eriwan und TfliS. Der Fcind floh nach Erzerum und Umgebung. Regen und später Schneefall verhinderten eine rasche Verfolgung. Die Russen nächtigten auf den früher vom Feinde iftne gehabten Positionen. Die Trophäen de« Tage« bestehen in 40 Geschützen. Acht Offiziere und über 300 Soldaten wurden gefangen und ung h^ure Vorräche, Patronen und
«rf4eint tiialich außer ben Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis fit das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Muftvtrtes SvuutasSölutt" durch die Expedition (K0ch'fche w Buch drucke ret) bezogen U Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 4 M«ck 5« Pf«, (exl. BestrllgÄLHr). - JnsertionSgebithr fite die gespaltene geile 1« Pf«.
Ftir in der Expedition zu ertheilende LuSiuast und Annahme von Adreffen werden «5 Pfi berechnet.
nimmt entgegen Hrpedttion d.vlattei MdLanoncen-Bureau « Lh> Dietrich & Co. i ju unb Hannover; Ti Anch in Frankfurt a.M. Mienftein & Vogler i »rffurt a. M., Berlir ^in. Cöln ic.; Rudol e'm Berlin, f
stwt a. M- k.