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Marburg, Sonntag, 11. November 1877.

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tialt» außer be» Werttagen nach Soun, anb Fei-rtageu. Preis ftr daS Quartal mit bet wöchentlichen Beilage3»*1titrtH durch «sp-dittou («och'sche

* b t«derei) beiogra 8b «art, durch bie Postümter beS Deutschen Reiche- 8 Hext 5« ff«. (eiL BefteUflebftbt). - ^»sertionSgebLhr fit bie gespaltene Seile ! Pf».

fctte in bet Expedition >" ettbeuenbe Auskunft und Annahme von Abtesien wetben HS Pf», berechnet.

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überall etvleuchtet. Am Donnerstag voriger Woche hieb an Altersschwäche der hochbetagte General-Feld

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nachzusuchen. Die österreichische Regierung unterstützt die Bemühung befreundeter Regierungen, die Sulinamünduug für die wettere KliegSdauer zu neutralistren.

Kaum j mals herrschte in Frankreich eine so groß« Unklarheit vor der Eröffnung einer Session, als vor derje- nigen, welche am Mittwoch den 7. November eröffnet wurde. Und doch hatte da» Land zu zweien Malen auf die Anfrage Mac Mahon'S mit einer Berurthetluug des 16. Mat und des Widerstände» geantwortet: in dm Ab­geordnetenwahlen und in den GeneralrathSwahlen. Im ersten Augenblicke machte das Kabinet Anstalt, sich zurück­zuziehen; Broglie suchte ton seinen Getreuen noch so viele unter Dach zu bringm, al» nur möglich war, Decaze» ließ verbreiten, er werde nicht bi» zum 7. November bleiben, Fourtou schwieg bedeutsam und mochte hoffen, ein Kabine! Pouy.r - Quertier, da» längst im Plaue war, werde ihn vollends wieder flott wachen. Pouyer Quertier, der Bo- naparlist, Schutzzöllner, Großsabrikant und Großsprecher, nahm dann Sturmanläufe, um ein Kabinet zu erobern, das die Erbschaft feines Vorgängers nicht verleugnen und doch Mit dm Kammern zu einem modus vivendi gelangen sollte. Unter dem Hohngelächter der Republikaner wurde der Versuch begonnen und mit langen G.stchtern der Kle- rikalen endlich eingestellt und nunmehr im E.y e: beschlossen, mit dem Kabinet vom 17. Mai ,in die Löwengrube zu steigen", um mit Broglie zu redm, und im Senate die Rechte um ein Vertrauensvotum zu ersuchen.

Der Führer der liberalen Partei im englischen Par­lament, Marqai» von Hartington, bereist augenblicklich Schottland, wo ihm namentlich tu den beiden Hauptstädten Glasgow und Ediuburg zahlreiche Ehrenbezeigungen za Theil geworden sind. Bei mehreren Gelegenheiten ließ er sich über die Ziele der liberalen Partei ans und verlhet- dtgte dieselbe, insbesondere der Politik der Regierung gegen­über, welche er andererseits scharf krttistrte.

Vom Kriegsschauplatz ist zu verzeichnm, daß die Ruffen auch in der ve stoffenen Woche in Europa, wie in Asten weiter sehr erhebliche Erfolge errungen haben. Die vollständige Einschließung PtewnaS ist erreicht. Nach dem siegreichen Kampf bei Gocni Djubnik und der Besetzung von Trlisch haben die Ruffen am 31. Oktober Schesket Pascha bei Radomirze von Neuem angegriffen und zu wilder Flucht grnöthigt, und in den folgenden Tagen wur­den die Türken au» ihren befestigt« Positionen bei Tetewen geworfen. Schrfket Pascha hat fich ohne wetteren Kampf auf Ockhante zurückgezogen. So ist denn OSmau Pascha in Plewna nunmehr von jeder Verbindung abgeschloffen und kann aus Zuzug von Proviant «chd Munition nicht mehr rechnen. Während sich der Ring der russischen Ein schließung immer fester zieht und die BelazerungSarbetten

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Wall Ernst v. Wrangel (geboren 1784). Die Feier der Zug bei Ueberführung der Leiche auf den Stet- 'Bahnhof, die am Montag stattfand, zeigte die auß-r- üiche »ntheilnahme wie dr» ganzen kaiserlichen Hauses aller Klassen der Bevölkerung Berlins. Zu der s;schen Abgeordnetenkammer gab am 30 Oktober der v. Könneritz eine Darlegung der emgmblicklichen a> des Staate», der statt de» vorjährigen Über­voll etwa neun Million« Mark in diesem Jahre

I Ausfall in gleicher Höhe habe, und versprach die . gste Sparsamkeit.

Die wegen de» Scheitern- de» deutsch - österreichischen hbri-vcrtrageS in den beiden Häusern in Wien und Pesth Wen Interpellationen sind von dm beiderseitigen Regie- jm beantwortet worden. AuS den Worten des Mi M Ehlumecki insbesondere geht hervor, daß die ci»- Mjche Regierung auf da» Angebot Deutschland», den schendev Vertrag auf ein Jahr zu verlängern, nicht hat wollw. Di« Religionsgesellschaft der Altkatholikm r staatlich anerkannt worden. Der n« ernannte Gesandt« Essad Bey ist in Wien angekommen, von türkischer Sette in Abrede gestellt, daß der- kN h Aufträge habe, die österreichische Friedensvermittlung

Elisa schwieg.

Wer ist denn da»?" frag Marie und wies apf den Gast

Elisa schwieg noch immer.

Na ja!" sagte Marie,einem arm« Mädel, wie ich'» bin, wirb'» verboten, da soll man kein« Liebst« hab«, Ober so"

Marie! WaS erlaubst Du Dir?" unterbrach pr Elisa im Tone höchster Entrüstung.

Ra!" erwiderte Marie da» Zimmer verlaffend,ich weinte ja nur!"

Elisa war empört. Also da» wagte ihr ihr eigene- Dienstmädchen zu sag«?

Hier muß e Rath geschafft werd«. Aber wie? Zu wecken nnd zum Fortgehm zu beweg« war der Fremde entschieden nicht, da» sah Elisa dmtlich ein. Sollte fie nach der Polizei sende» und durch dies« den bezecht« Ein­dringling sortschnfsin laffm? Da» ging nicht. Darüber entstand schon aw nächsten Tage ein Stadiklaffch, der sie für immer um ihr« guten Ruf brachte? Machte aber morgen die Geschichte von der unfreiwilligen Einquartierung mit den nichtswürdigsten Bemerkungen verseh« nicht schon die Runde durch die Stadl? Gewiß, Marie wußte darum und die brachte e» gewiß mtt allerlei Zusätzm unter hie Latte, dmn e» gibt nicht» Rachsüchtigere-, al- ein in seiner Liebe gekränkte» Weib, wie e» Marie war.

Elisa wollte Martt rus«, ihr befehlen, fie bitt«, üb« dm ganzen Vorfall zu schweigen. Sie überlegte ab«, daß sie da- ohne Demüthigung vor ihrem eigen« Dienst- mädche« nicht thum könne, p daß sie sich sogar selbst verdächtige.

Al» Elisa so Alle» «woge« ohne Hülfe zu finden, « griff sie ein solche- Gesühl der Rathlostgkett und Berzweif hing, daß sie laut ausschluchpod in einen Stuhl sank und

Um ein Amt.

Humoristische Novelle von A. O-kar «lausmann.

(Fortsetzung.)

war ein sonderbare- Geschuarch da- de» Fremd«, klang e- ude eine Sägemühle oder wie ein schnür er Rollwagm auf holprigem Pflaster, bald klang propten Hunderte von jung« Vöglein auf einmal.

einem bei tiefen Tönen ganz ängstlich zu Muthe

Aisa stand noch immer auf derselbm Stelle, fie hatte »och immer nicht mtschloflm wa» sie thun solle.

Da trat Marte mtt dem Theegeschtrr herein. So sah da- Mädchen an» und so fabelhaft unglücklich, jrllle im nächsten Augenblick ihre ganze Verwandschaft t dem Lechdragoner in Kochststcke gehackt werd«, cheinlich hatte fie von ihrem HerzmSschatz auf einig« Abschied nehm« müssen.

D«r schlasmd« Fremd« aus dem Srpha hielt in diesem lick in seinem Nasal Concert «ine Gmnalpause, die Auhe vor dem Sturme glich, denn gnade al» Marie de» Tisch trat, stieß er einen Schnarcher au-, der wie ^»AuSblafnohr ein« zwettaujendpfndekräftigen Dampf- entweichende Dampf erdröhnte.

«Tracht l" chrie Marie auf und ohne zu bedenken, daß ihr kein Stuhl stand, aus tin si« sich mit all« z fallen laff« konnte, Ueß st« fich vom Schreck tiP überwältig«, daß fi« plötzlich neben dem Tische saß mit den Bein« strampelt«.

Auf« Neu« «schreckt eilte Elisa hinzu und half tir SDtatic bei® Staffieren*

Gott!" sagte diese mtt einem tief« Seufz«, hab« ich mich «schrtzckml"

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ihr Glstcht in dm Händen barg. Es war ein sonderbare- Duett hier da» Schluchz«, dort da» Schnarch«.

Ja e- geschehen sonderbare Dinge in der Welt!

Daffelbe ob« ein ähnliche» Gefühl kann nur eine ver­dammte Seele find«, die im ewig« Höllenpfuhl fich selbst wiederfind«, da» Gefühl nämlich da» een Menschen befällt, der aus schwnem Rausche «wacht und dem die Begriffe Ort, Zeit, V«anloffung, Vergangenheit, frei« Kopf und richtige- Denken gänzlich abhandm gekommen find, dm Menschen vor tiff« Augen tausend farbige Kugeln tanzen in tiffen Schädel tausend Katzen miauen, in dessen Gehirn e- wie von tausmd Dampfhämmern tobt.

So ab« war e- tim Fremdling, der in Elisa» Zim­mer «wachte.

Wo war «? Wie war er in da» Zimmer nnd auf da- Sopha gekommen? Au» welch« Vnaulaffnug? Mit wem? Um welche Zeit? Was hatte er vorh« Me­than? Wa» hatte « in diesem Zimmer gethan? *

Vergeblich legte er sich diese Frag« vor, vergeblich dachte n, soweit die» fein wüster Kopf zuließ an die Be­antwortung derselben.

Da vor dem Sopha lag« sei« Havelock und sein Hut mal«isch hingestreckt.

Aus tim TisH brannte eine Lampe, obgleich e» Heller Tag war, vebm der Lampe leg eine angefangme Stickerei.

D« Fremde «hob sich und begann einen Recogno»' cirungsgang durch da» Gemach, dn tndeß nicht» für ihn and««» «gab, al» daß « sah, daß n sich in einem mit zierlichem Eomfort auSgestatteten Zimm« befinde.

Zrei Thür« führten au» demsetb«. Er vnsuchte Beide zu öffnen; sie war« verschloffen i

Mso gefangen!

DaS mochte ihm ayscheifWd pH« kein« «eiteren Äum«

m nimmt entgegen: EebUion b.Blatte», Mnnoncen-Bureaux ».Dietrich & Co. in i und Hannover; Th. Hin Frankfurt a.M.; Cfttin & Vogler in Et» a. Hl., Berlin, m Köln re. ; Rudolf 7 in Berlin, Frank­

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DttAe-herieHt.

Der Crimiual-Senat de» Kammergkricht» in Berlin bestätigte da- Eckmntniß erster Instanz, durch welche» Schrifsteller Rudolf M her zu neun Monaten Gesängniß verurtheilt wurde, indem « für schuldig erachtet war, durch ein« Artikel derSozialpolitischen Correspoadenz" dm Fürst« vismmck beleidigt zu hab«.

Ueb« die auch vom Reichsanzeigcr bestä igte Er­mordung de» Telegraphenbeamten Ka ser, e.ne» deutsch« Uuterthan», schreibt man der Pol. Eorresp. au» Konstan­tinopel, 31. Octob«: Diese Mordthat wird tin Tjcher- keffen zugeschrieben, da der deutsche Konsul in der begon­nenen llntersuchung dieser Angelegenheit bereit» constatirt hat, daß die Mörder sich bei Verübung ihrer That Win- chefter Gew hre bedient hab«. Ls ist die» von Bedeutung, weil die türkischen Behörden nicht übel Lust zeigten, die Mordthat tin vulgaren in die Schuhe zu schieben. Die Thaisache daß unter Letzteren kein einzige» derartige» Ge­wehr existirt, während die türkischen Irregulären vielfach mit Schußwaffen diese» Systems ausgerüstet find, rettet die Bulgaren vor einem Verdachte, von welchem sie ernst­lich bedroht «arm. D« deutsche Botschaft« Prinz Reuß dringt mit aller Energie darauf, daß die Mörvn «ui« und exemplarisch bestraft ««den; die Pforte ihrerseits be­handelt die Angelegenheit mtt großer Gleich güliigkeit, intiftl

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition b.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaur von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermaiiu'sche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in- Elberfeld; C- Schlotte.in Bremen.

kräftig vorschreiten, ist an einen erfolgreichen Durchbruch OSmau'» kaum zu denken. Eine Rettung wäre nur noch durch rasche Zusammenziehung eines bedeutenden Ersatz­heeres auf türkisch« Sette möglich; aber selbst wenn die Möglichkeit dazu vorhanden wäre, fragt e» sich, ob Osman Pascha nicht schon vorh« durch Mangel an Proviant zur Uebergabe genöihigt wird. In Kleinasien hat sich Mukhtar Pascha, welcher sich von dm rassischen Generälen Tergu- kaffow und Heimann bedrängt sah, auf die Höhen östlich von Erzerum zurückgezogen, wo bereit» ein heftiger Kampf stattgefunden hat, der entschieden zu Gunsten der Ruffen au-gefallen ist. Die Ruffen griffen am 2. November die türkischen Stellungen an, und da» Gefecht entbrannte auf der ganzen, vin Stunden langen Linie. Nach einem zehn­stündigen Kampfe wurde da» türkische Centrum durchbrochen und gezwungen, sich zurückzuziehen. Mukhtar Pascha soll leicht verwundet jein. Es ging da» Gerücht, tm Süden von Erzerum, nur 6 Meilen von d« Stadt, seien bereits Kosaken erschien«. Di« Belagerung von Kar» wird, nachdem die bereit» angeknüpften Verhandlungen »egen Uebergabe der Festung wieder abgebrochen worden, mit großem Nachdruck sortgrs.tzt.

Da- AbgeordnetmhauS de» preußisch« Landtage» steht ichfal! M in der Specialberathung de» Budgets für 1878, S»wO«hr«e srellich minder bedeutende Etat« wurden fast MM «eolo» erledigt. Gelegentlich der am vorigen Freitag unab Mmmeneu «st« Lesung de» Budget» und der An- laffei Vorlage gab der Finanzminist« eine Darlegung der meini günstigen Vermögenslage des S'aate». In den folg« « m Besprechungen innerhalb den Frarttonen und in dn lettii rnd«n verathung dn Budget Kommission, welch« die Aeii» chevorlage zur Vorberaihung zugewiesen war, ergab rab'-^tenn auch eine überwiegende Geneigtheit, die gefor- Jfaawkn Bausummen säst unverkürzt zu bewilligen, jedoch s28Adersaffuvg»grürden nicht neben dem Budget und im , sondnn nach und nach im Cxtraordinarium deS üben JohreSbudget». Nachdem die Wiener Verhand zur Erneuerung de» deutsch österreichischen Handel» vom Jahre 1868 gescheitert sind, hat Deutschland

«reich«Ungarn die Verlängerung de» alten Vr- um ein Jahr beantragt. OesterreichischnseitS ist Antrag abgelehnt worden, soll dagegen, wie eS heißt, HandelSvntrag lediglich fürgegenseitige Meistbe- g" ohne jeden VcrtragStarif vorgeschlagm werden;

Vorschlag, dessen Unannehmbarkeit für Deutschland

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