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... Marburg, Freitag, 9. November 1877. .......

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crfAeixt töaliS «nfet den Wrrttagrn «ach Som- nnd Feiertage«. Preis fti das Quartal mit der wöchentlichen Vellage-»uDstet« EamttagttlUtt" dnrch bk «rvedittontst o ch'fche »chd r b ckerei) bezogen U»«t, durch die Sostiimter deS Deichen Reiche- 8 Wert 5» Piß. (eil. Bestellgebühr). - JnfertionSgebthr ftt die gespaltene Zelle 12 Pf».

ILr in der Expedition zn erthellende «uStnnst und «rmahme von «dresten werden Pf,, berechnet.

jyrtt nimmt entgegen : fattMtioit d.Blattes, .dÄnnoncen-Bureaux xh, Dietrich & Co. in y und Hannover; Th. »ich in Frankfurt a.M.; taftein & Vogler in jfurt a- M., Berlin, ai8 Cöln ic.; Rudolf K in Berlin, Frank« snrt a. M- ic.

Imtla't tlr Anzeigen nimmt entgegen: i ,,rrl- die Sppeditton d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in

Krta.M.;Jäger'sche adlung daselbst; Hermanu'kche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendaick in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; «. Schlotte in

Bremen.'-- '

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Um ein Amt.

Humoristische Novelle von A. Oskar stlau-mann. (Fortsetzung.)

Li* " für die Monate Nove«' Ity-der und Deeember wer- noch fortwährend entgegengenommen.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

4» einem längeren Artikel über den deutsch-österreichi- mr »HandelSverttag bezeichnet die Provinzial-Correspon- e* bk grundsätzlich verschiedene Richtung der beidersei- ,»Bestrebungen als die Ursache deS Scheitern« der Handlungen über den Vertrag. Deutschland habe daran w «halten, daß die im Jahr 1868 gewährten VnkehrS- ugrn nicht nur bestehen bleibm, sondern noch nt «erden sollten, namentlich für solche Gegen- , 'welche bei der deutschen Ausfuhr nach Oesterreich bedeutende Rolle spielen. Jedenfalls, so fährt die ondenz fort, wollte man deutscherseits in dem nmm e nicht schlechter gestellt sein, als nach dem Der- von 1868. In anderer Richtung bewegten sich dir chischm Vorschläge; zunächst betreffs der beabstchtigtrn sthrnng eines Appretur-Zolle« sodann hinsichtlich der den neuen bsterreichisch-ungarischrn Tarif veranlaßten g der Tarifsätze für eine Reihe deutscher Erzeug- wozu noch die beabstchtigte Erhebung der EingangS- iu Gold kam. Gleichzeitig machte Oesterreich-Ungarn stchiltch seiner Erzeugnisse Wünsche geltend, welche über S Maß der 1868 gewährten Erleichterungen hinauSgin- r. Wenn nun auch im Lause der verhaudlungm manche peruugen, wie z. B. der Appreturzvll, sall« gelaffen Ürn, in anderen Punkten eine gewiffe Annäherung statt- H, so wäre doch auf Grund der letzten, als äußerste» nch der österreichischen Zugeständnifle bezeichneten Bor- We nur ein Vertrag möglich gewesen, der den billigen Forderungen Deutschlands nicht genügt und seinen In« Dm weniger entsprochen hätte, als der Vertrag von «8. Dazu die Hand zu bieten, konnte sich die Regie- W de» Kaiser», so sehr ste das Scheitern der Verhand- Den mit dem befreundeten Nachbarlandr bedauert, nicht

Achlleßen.

< Die Verhaudlungm zwifchen Preußen und den bmach- deutschen Staaten wegen Vereinbarung übereiostim. ' Jaber Maßregeln zum Schutze und zur Hebung der Fischerei » so weit gefördert, daß die Ausführungs-Verordnungen * Ftschereigefetz von 1874 werden erlaffen werden können. » Abschluffe der Vereinbarung mit den benachbarten en wird am 1. Decewber in Berlin eine Confermz

- Der Fremde schim fich um das was i« Lokale vorging t>r. st zu kümmern, er rauchte mit aller Krvst seine Lange stirer Cigarre und starrte mit einet Hartnäckigkeit in 1,20 b. 1 Bla«, als sehe er auf dem Boden dkffelbm die stl- d. chmtestm Gestaltm.

tob. .tzuten Abmd Herr vürgermeistn!' sagte der Kellner und verbeugte sich so tief und erfurchtSvoll, als habe _1, »«gierender Fürst das Lokal betreten, währmd der Eia- 70 d. «lüde doch nicht« al« eine kleine korpulente Person war, -b,N deren Gesicht die geistige UnbediUtenheit und Einge- 20b6*mtnbelt von sich selbst deutlich geschriebm stand.

,DaS ist unser Stadtoberhaupt/ sagte Trattaer leise Lerner,für Dich eine der Hauptpersonen, von deren 70bxvst oder Ungunst Viel für Dich abhängig ist. Be- - Winkrer Kopf, maßlo« eingebildet, mangelhaft gebildet. >0^1. Der Bürgermeister hatte fich dem Stawm'ische gmähert OMfi* an demstlbm dm Fremdm entdeckt, der ihn mit größter -^«NlLlichkett anfah, alS wären sie alte Bekannte.

d Der Bürgermeister warf einen.Blick deS Erstaunens ,7-U den Fremdling und dann einen der Entrüstung auf i'4O W) Dieser suchte sich durch ein verzweifeltes Achselzucken md.L^uldigm, dann hals er dem Stadtoberhaupte dm m WttroS ausziehen.

?>tt Bürgermeister schim noch einen Augenblick zu 10 traten, daun setzte er fich mit wüthendem G-sichte nicht -'M den Stammtisch, fondem an dm Nachbartisch.

Der Fremde aber hatte das Stadtoberhaupt sortwäh ,-Wd betrachtet, jetzt ergriff er sein Seidel, trug kS Mich 2 JC* Tisch, hinüber, an dem der Gestrenge saß und setzte &blf «ngenkt nieder. >t

Dem Abgeordnetenhause ist Seiten» deö Handelsmi­nisteriums eine Uebersicht über den Stand und Fortgang derjenigen Staats Eisenbahubautm in der Zeit vom 1. Januar bis Ende September 1877, für welche besondere Kredite bewilligt wordm sind, zugegangen.

Im Gmeral- Postamte in Berlin ist seit Montag das erste Telephon in Dienst gestellt, welches vom Zimmer de» Generalpostmeisters in der Leipzigerftraße au» eine Berbin- düng mit dem Direktor des Gmeral-Telegraphenamts in der französischen Straße herstellt. Die mündliche Verstän­digung auf der 2 Kilometer langen Drahtleitung ist voll­kommen und so dmtlich, al» ob beide Herrm fich in ein und demselben Zimmer befindm.

Im nächsten Konsistorium wird der Papst wiederum fünf oder sechs neue Kardiuäle proklamirm. So viel man hört, werden darunter der neue Patriarch von Venedig, Msgr. Agoftiui und der Erzbischof von Palermo, Msgr. Colosta, feto. Unter dm mit dem Purpur Bekleideten wird sich auch ein Franzose, jedoch nicht Msgr. Dupanloup, be­finden. ES war auch davon die Rede, die Nuntien in Wim und Paris zu Kardinileo zu erheben; es wurde indeß davon abgesehen, weil biefeiben gleichzeitig hätten abberufen werbm müssen.

Ueber die gescheiterte Combination der CabineiSbildung in Paris wird gemeldet, daß das Cabinet Pouyer Quertier em 5. Nov., Abends, vollständig zusammengesetzt war, daß aber heute Morgen Alles wieder rückgängig gemacht wurde, weil eine Anzahl Mitglieder von der Majorität de« Senat» Pouyer Quertier die Mittheilung machte, daß sein Cabinet keinesfalls auf ihre Unterstützung rechnen könne.

Ueber die Kämpfe bei Erzerum wird bis jetzt nur au- Privalquelleu berichtet; es find mglische Quellen und da ste von Nachtheilm der Türken sprechen, in diesem Falle wohl unverdächtig. Mukhtar Pascha soll nach einem Kampfe feine Stellung von Deveboyun bei Erzemm aufgegeben und fich gegen Erzingan und Trapezunt, also nach Westen und Nordwestm zurückgezogen haben. Ob Erzerum die genügende Besatzung erhalten hat und ob eS lange wider­standsfähig fein wird, wird sich bald zeigen. Durch ein Telegramm derDaily News" aus Eyra erhält man die erste Nachricht über die große Niederlage, welche Mukhtar Pascha am 15. Oktober erlitten hat. Die.Mittheilung, welche dem Berichte deS Correfpondmtm des genannten englischen Blattes hn türkischen Lager entnommen ist, be­stätigt in vollem Umfange, baß baS Heer MukhtarS in

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Der Bükgcrmeister vutzre den Frevler, bet e» wagte sich so frech an in heranzubringen, durch seine Brillen­gläser an, al» wollte er ihn durchboren, da- zog aber bei dem nicht; er nickte vielmehr dem Zümmdm sehr korbial zu fragte dann höchst gemächlich:

Sie find also der Bürgermeister von biefem Neste?" Der Gefragte starrte dm neben ihm fitzenden Fremden an, als fei er eine Erscheinung aus dem Jenseits, denn so war man noch nie mit ihm umgegangen.

Nun!" sagte der Fremde scheinbar ungeduldig,so reden Sie doch l Sind Sie der Bürgermeister ober nicht?

Herr! Ich bin ber Herr Bürgermeister" lautete die Antwort so mächtig und markig gesprochm, al- wollte er sagen: Ich bin ZeuS, der Donnerer.

DaS ist schön, daß ich Ihre Bekanntschaft mache," sagte bet gemächliche Fremde,die Bekanntschastm, die man in der Kneipe macht, da» find die besten und oft »erben Freundfchasten für das ganze Seben daraus. Ich bin ein abgesagter Feind aller Visiten und Kratzfüße, gerade und offen, das ist mein Prinzip. Sind Sie nicht auch der Ansicht, Oikel Bürgermeister?"

Wmn jetzt der Bürgermeister hätte beschreibm sollm, was in ihm vorging, er wäre dazu ganz außer Stande gewesen. War der Mensch, ber ihm mit so frecher Un­verschämtheit unb Vertraulichkeit entgegentrat, verrückt ober nicht?

Guten Abmd Herr Kämmerer!" grüßte Kellner Fritz- einen außerordentlich langen hageren Heim, der ebmso- wmig Fleisch en seinem per, als Haare auf dem Kopse halte.

Derselbe Schlag wie der Bürgermeifter, aber habet einer der nicht-würdigsten Charaktere und Jniriguantm. Man erzählt allerlei Skandalöse von ihm, soll ein sehr bedeutender

vollständiger Auflösung zutückgefioheu ist, zugleich erfährt man, daß e- um Kar» sehr bedenklich steht. DaS Tele­gramm sagt im Wesevtlichm:Am 14 Oktober entdeckten wir, daß 25 russische Bataillone unseren rechtm Flügel umgangen hetim. Sie eröffneten Nachmittags da« Feuer. Die Ruffen stürmten dm Hügel, wo Mukhtar «ar. Er schickte all sein Gepäck nach Äar». Am 15. begannen bte Russen das Feuer auf Evrarbatesi und bedien so da- Borrücken ber angreifeubm Macht. Sie nahmen Evrar- batest. Mukhtar unb fein Stab fingen den Rückzug nach Sivritepe an; 30 Bataillone unb 25 Feldgeschütze wurden so anfgegebm, »eil Evrarbatesi den einzigen Weg beherrscht, auf dem ste zurückgezogen werden konnten. Um 3 Uhr folgte eine Panik, die Truppen flohm in Unordnung vou^ ihren Verschanzungm an« Sivritepe und e» folgte eine all­gemeine Verwirrung, Jnfanlerk und Kavallerie stürzten in wilden Mengen auf Wistvkiöi Kars. (Sine Linie Infanterie mit gefälltem Bajonnet ward auf gestellt, sie zum Halten- zu bringen und hatte eine Weile Erfolg. Einige Male ward von Flüchtigen auf ste geschossen. Hufsein Bey, Be- fehlöhaber der Artillerie in KarS, hielt mir einen Revolver vor den Kopf und zwang mich zurückzugeheu. Ich ward durch die zeitige Ankunft eines Adjutantm befreit. Dk irreguläre Reiterei «ar wild vor Furcht, zog ihre Schwerter und Wunden und Tod folgten. Die Araber aus Orfa unb Aleppo liefen zuerst davon. Die Panik in Kar» war furchtbar. Die Einwohner flohm in Maffe. Die Ruffm drängten vor, um die Verbindungen mit Erzerum abzn- fchneiden. Mukhtar erreichte Kar» früh am Morgen be» 16. mit bem Reste feine» Heere«. Er zog am 17. früh ab auf Barbe« zu mit 2800 Mann. Ich hatte eine Un­terredung mit ihm. Er sagte, baß die Ruffen 12000 Mann gefangen nahmen, 25 Feldgeschütze unb viele höhere Offiziere. Sein Heer ist im Zustande äußerster Demorali­sation und De-organisatio». Die Lage von Kar» ist fast hoffnungslos. Es ist wenig Vorrath dort und 40ÜQ Kranke und Verwundete. Brennholz fehlt durchaus.

In Bulgaren ist die Situation unverändert. Im Schipkapaß haben die Türken bk bomiuirendm Höhen, von denen fie die russische Stellung in der Flanke bedrohtm, vrrlaffen. Rmf Pascha scheint seine Truppen am Ausgange be« Paffe« in stark befestigten Stellungen konzentrirt zu haben. Er hat in den letzten Tagen 4000 Mann Ver­stärkung erhalten, war aber zum Angriffe ber russischen Stel­lungen zu schwach. Die Ruffen haben fich dort in ihren Holz- und Lehmhütten häuslich eingerichtet, find mit Win­terkleidung, Proviant und Munition versehm und durch die nm hergestellte Chaussee mit Gabrowa tu grstcherter Verbindung. - K.

Suleiman konzentrirt fehle sämmtlichm Streitkräfte in

Damenfi eund fein I** rapportirte in aller Eile Trattner an Werner. ________

Der Kämmerer, der dem verzweifelnden Bürgermeister wie ein Rettungsengel erschien, sah fich erst erstaunt nach dem verlaffenm Stammtische um, sagte jedoch nicht« und machte dem Bürgermeister zum Gruße eine tkfe Verbeugung, was grade so aussah, al« ob eine lange Zaunlatte mitten entzwei gebrochen würde.

Der Bürgermeister reichte ihm bte Hand die er ehr­furchtsvoll schüttelte. F'i

Der Fremde lächelte dm Kämmerer an, als wären ste langjährige Bekannte unb reichte ihm ebmsellls die Hand, bk dieser ergriff unb schüttelte, denn da bet Fremde neben dem Stadtoberhaupte saß, hieft er ihn ebenfalls für eine zu honorirmde Persönlichkeit.

Nun Herr Kämmerer," sagte wieder ber Fremde, ^eS freut mich daß ich Ihre werthe Bekanntschaft mache, wie geht e» Ihnen?"

Ich danke Ihnen I" erwieberte der Gefragte etwa» erstaunt. -

3$t scheint eine ganz gemüthlich- Bande zu sein," fuhr der joviale Nubekarmte fortDer Onkel Bürgermeister ist ein sehr netter Mann unb wie e« scheint, Sie auch. Ra, da« frmt mich aufrichtig. Mit solchen Lmim läßt e» sich doch lebm. E« lebe die GemüthUchkett l"

Er stieß mit dem Bürgermeister unb dem Kämmer an und tränt. j \

Der Gemüthliche aber nahm sofort wieder die Rede auf.

Sehen Sie weine Herren!" sagte er, e« ist sehr gut Wenn men Menschen persönlich kennen lernt, nur so ist eS möglich zu eriahrm was an ihn« eigentlich ist. Heut bin ich noch inkognito unter Ihnen. Ich muß also ge­stehen, e« wurde gejagt, ich würde da« miserabelste PhiU- sterpack finden und von Ihn« Beidm wurde gesagt, Sie