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Marburg, Donnerstag, 8. November 1877.

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lLailck Otts« »en «ferftoaen nach Som», and Kercrl^e». Preis f»r das Quartal mit der wichemlichen BeilageSAuKr«»» b.nt* bie «rvedittou («»ch'sche jgy;

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brach bereits herein, als sich plötzlich das Thor von Ro- mainville öffnete und ein Haufen von wenigstens 500 be­waffneten Aufständischen, darunter viele schrecklich verkom­mene Gestalten, jammernSe-Krnuen und weinende Kinder, sich aus demselben hervorwälzte. Manche, namentlich unter den Frauen, sprachm deutsch und erzählten uns die schreck­lichen Vorgänge in Paris und wenn, wie einer der deutschen Officiere in einer Schildemng dieser Tage sagt, ihm eine Frau jammernd zugerufen:Retten Sie uns, denn da drinnen wüthet die Hölle!" so war der Ausdruck nicht über­trieben; es war wohl so, als ob die Höllenscharen in Paris losgelaffm seien.

Die Leute wollten sich an uns ergebm; da wir jedoch nicht ermächtigt warm, Gefangene zu machen oder anzu­nehmen, so mußten sie einstweilen währmd der Nacht unter ftrömmdem Regen unserm Truppen, die ihre Gewehre ge­loben hatten, gegenüber stehen bleiben. Es war für uns eine entsetzliche Nacht, fast so entsetzlich, wie wir sie in den vergangenen Tagen, als wir selbst in dm Kämpfen die Angegriffenen oder die Angreifenden warm, so manches Mal hattm durchmachen muffen. Unsere Mannschaften durften während der ganzen Nacht weder die Gewehre aus der Hand thun, noch das Gepäck ablegen und dazu noch der Regen und vor uns die unheimliche Menschen­menge, unter der so manche unser innigstes Mitleid erreg­ten, ohne daß wir ihnm nur im geringsten helsm konnten.

28. Mai. Heute Morgen fing der Kampf in dem vor uns liegmdm Belleville mit Tagesgrauen wieder an, alle Anzeichen deuteten jedoch daraus hin, daß dieses der letzte Tag der Anarchie und der Schreckensherrschaft der Commune, des Mordens, Plünderns und Mordbrennens sein werde und richtig! es war noch nicht sieben Uhr Morgens, als schon die rothe Communistensahne, die seither auf verschiedenen Gebäuden, von Belleville geflattert hatte,

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P® hierher unternommen.

«Leider konnten wir nicht lange zusammm sein, da so- M sein, als auch mein Dimst dies nicht erlaubte; aber f* »enigen Stunden, die uns verbliebm, haben wir auf Sorgfältigste ausgmützt.

L Der Aufstand in Paris hatte seither von Tag zu Tag pfiete Dimensionen angenommen und der Widerstand, pH die wahnsinnige Bande den eindringmden Versailler pppm entgegmsetzte, wurde immer hartnäckiger. DaS Wachen der Geschütze und das Knattem der Gewehre perte so ziemlich dm ganzm Tag, und wenn die Nacht P>ersank, bezeugten die aufsteigendm Flammensaulen, die Wuhin dm Himmel röthetm, daß kräftig mit Petroleum - Wtrbeitet wurde.

94,7H Unsere sämmtlichm, noch anwesmden Anneecorps nahmen Rex um die Ostfront von Paris her eine derartige Auf- ^Wung, daß sie jedm Augenblick bereit warm, einem

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, Kr. Nachdem jüngst durch einen Antrag deS Abg Herz luvt - Reichstags-Abgeordneter) in der bayerischen Abgeord ^7ötzvkjmmer die Frage über die Nützlich! it der diploma

Vertretungen der Eiazelstaaten wieder einmal ange« et anj eotben ist, mag es intereflant sein, zu vergleichm, i ich bet preußische Staat für den gedachten Z vkck auf- . Während z. B. Baywn in Wim, Paris, Bern, und St. Petersburg noch Geschäftsträger unterhielt, Preußen für die Besorgung speziell pieußischer Auge, ten an das deutsche Reich eine jährliche E tschädl von 90000 Mark. Außerdem werden nur an den der deutschen Einzelftaaten Gesandtschaften unter, > nämlich 8 Gesandte refp. Minister - R stoentm mit ,000 Mk. in München, je 30,000 Mk. in Karlsruhe, ..... Hamburg und Stuttgart, je 24 000 Mk in Darm und Oldenburg und 18,000 Mk. in Weima>; 1 Militär« müdjtigter in München mit 6000 Mk. Zulage; drei onssekretäre mit je 5100 M. in Dresden und Müachm, 4800 Mk. in Stuttgart; 4 Legationskanzlisten mit Mk. in Hamburg, 4,200 Mk. in München, und je Mk in Karlsruhe und Darmstadt; 1 Kanzler in urg mit 5000 Mk. Die Gesammtkvften hierfür be yn 321 600 Mk, darunter 275,400 Mk für Besaitungen

Anzeigen trimmt entgegen: dieGxpedttion b.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaui von ®. L. Daube & Co. in

Frankfurt a.M.; Jlger'sche

Buchhandlung daselbst;

Hennaua'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. ThteneS in"

Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

fonen mit ausreichenden Proviantvorräthen, besonders Rei«> - welche sich jede Abtheilung auf eigene Faust und auf dem RequisttionSwege eintreiben mußte. Besonders bemerken-« werlh sei, daß der größte Theil, bet von den Russen ge« machten Beute, englische Fabrikstempel trage,,

Neueste KriegSnachrichtm:

Konstantinopel, 5. Nov. Seit vier Tagen sind vom bulgarischen Kriegsschauplätze keine Nachrichten veröf»,. fentlicht worden, wodurch viele beunruhigende Gerüchte ich Umlauf kamen. Der Großvezier Edhem Pascha hat dem britischen Botschafter Loyard die Zusicherung gegeben, daß die wegen LondeSverrath in Phil ppepel verhafteten G.brÜder Geschff nach Konstantinopel gebracht würden.

London, 6. Nov. DerDaiy Telegraoh" meldet an- Erzernm vom 2. d.: Heute fand ein heftiger Angriff der Ruffen auf die türkischen Pvsitionm statt. DaS Ge« fecht entwickelte sich auf der ganzen Linie. Nach einem zehnstündigen Kampfe wurde da« tükische Zentrum durch­brochen und gezwungen, sich zurückzuziehtn. Mukhtar Pascha wurde letcht verwundet. ES h ißt, im Süden von Etzernrn, sechs Stunden von der Stadt, seien Kosaken er« schienen.

Wien, 6. Nov. Die .Presse" meldet aus Dflis: Sechs Bataillone Türken, welche auf der Straße von Saturn nach Erzernm am Fuße de« Daman-Dagh süd­westlich von Tortum von einer russischen Colonne ange­griffen wurden, mufften den Rückzug antreten. Sie ließen viele Waffen und Pferde zurück und verloren Gefangene. Die ruisische Colvi.ne steht in Bar, sechs Meilen nördlich von Erzernm.

Petersburg, 6. Nov. Offizielle Meldung au« Bogot vom 5. d.: Gestern beritt der Kaiser die russischen Positionen jeaseit« deS Wtdflnffe«; sein Empfang seitens der Truppm war enthusiastisch. Teleben nurbe am 31. Oktober durch den Flügeladjutantm Oberst O.loff genom­men. Dank dem von dem Major Beaten meisterhaft au«- pewähltm Angriffspunkte kostete der Sturm nur einen Schien, 4 Verwundete und 17 Contustouirte. Erstürmt wurde nur eine befestigte Reo oute; bie at beten Befesti­gungen würben von den Türken ohne Kampf verlaffm. Der gelob floh auf 600 Mana regulärer Infanterie und 150 Mann regulärer Kavallerie ftatk. Sie verloren 100 Tobte und führten ihre Verwundeten auf 100 Fuhren mtt fort.

Bukarest, 6. Nov. Suleiman concentritt feine sämmtlichm Streitkräfte in RaSgrab, in Rustschuk hat er al« Besatzung 20,000, in Osmanbazat 16,000 Manu ge# laffen. Die Gesamrntstärke in RaSgrab wird auf 85,000 Mann reguläre und 10000 Mann irreguläre Truppen

LfltalhtttrtMi für die Monate Novem« Itlltuunyni der und D-e-mder wer- noch fortwährend entgegengenommen.

(S.rtiph h OkrerK. Äeituna.

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^or sieben Aahren.

eine» Dreiundacht,t,er» au» dem deutsch - fran- n zSfifchm Kriege 1870/71.

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_ 14, Mai. Heute erplodirte in Paris eine große Kar- Vt femfabrit, wobei über 100 Menschen um's Leben ge- ;a »6 >*nen sein sollen, gezählt habe ich sie freilich nicht.

2782 16. Mai. Heute wurde ich zur Dienstleistung bei der - t Üempagnic commandirt und hatte ich das zwar längst Aussicht gestellte, nun aber plötzlich bereitete S3er= Aen, meinen Bruder wiederzusehen. Derselbe war srit- im Bereiche der 13. Infanterie-Division, die rm west- 9 Hm Frankreich lag, dienstlich beschäftigt gewesen und hatte, *" Pfingstfest und die durch dasselbe verur-

Arbeitm ihn unabkömmlich machten, die

U», nimmt entgegen: , o Srtitionb.»latte», v st- iNnnoncen-Bureaur ' Ld- Dietrich & Co. in und Hannover; Th. kll nchm Sranlsurt aM.;

-n-em & Bogt er in Jtarta. ÜJl.. Berlin 4 Cöln ic.; Rudolf ein Berlin, Frank-

Au« Paris vom 6 November wird telegraphisch gerne!« bet: Da bie Combination Pouyer-Quertler bezüglich bet Bildung eine« Geschäfts-Ministeriums gestern Abend nicht zum Ziele geführt hat, so wirb da« Cabinet vom 17. Mai wahrscheinlich vor die Kammer treten unb feine Po­litik und Verwaltung vertheibigen.

ES wurde bereit- gestern mitgetheilt, baß bie von Diti vorgerückte russische Kolonne baS Euphratthal erreicht unb bie Verbindung zwischen Bakum u.»d Erzerum unterbrochen hat. Diese Kolonne bedroht also auch bie Stellung Mukh tat Pascha« unb Ismael Pascha«, welche immer noch mit angeblich 15,000 Mann eine Meile östlich von Erzernm stehen, im Rücken. Die in bet Bereinigung zwischen Dcve, Bojun unb Haffankale begriffene russische Armee beträgt, die Kolonne von Olli, Lasarew und Tetgnkaffow einge­rechnet, nach einem von der Preffe mittgetheilten Bericht eine« tussis chen GeneralstabSoffizier« an 80000 Mann kriegsgeübter Truppen, deren Überlegenheit au Reitern u-b Artillerie bet türkischm Armee gegenüber eine ganz impo­sante sein soll. Nach demselben Quelle wäre die baldig? Kapitulation von Kar« nicht lehr wahrscheinlich; fall« bie Besatzung genügend sei, alle Befestigungen zu besitzen unb alle Geschütz-, beten Zahl an 300 betrage, zu bebienen. Biel wah-sweinllcher fet bet Fall von E-zerum, wenn nicht Verstärkungen noch rechtzeitig eimrtffen. Demselben Be­richt entnehmen wir noch folgenbe Details, welche sich auf bie früheren Operationen b ziehen: Die türkischen Ope­rationen wurden von dem englischen Attachv, General Kem- ball geleitet. Die Katastrophe am 15. Oktober am Aladscha bag wat eine Folg? bet über Gebühr ausgedehnten Stellung, der Sorglosigkeit Mukotar'S und der guten Spionirdlenste, welche seit Anfang Oktober befertirenbe Kurden der rufst schm Armee geleistet hatten. Die Schlacht am 15. Ok­tober »ar weniger ein blutiger Kampf, als eine vollständige Anftvllung vnb Umzingelung der.k.schm Stellnngm. Gmetal H-imann fei die Se le der rufstschm Operationen. Die Feldherrngabm Mukhiar'S feien fehr p.oblematlfch, doch wird fein persönlicher Muth von Allen, welche die Schlacht mltgemacht haben unb ihn mitunter in bet ersten Linie sahen, bestätigt. UnLr ben russischen Truppen habe sich bie Moskauer Grenadier-Division unb ganz besonbet« ba« Grenadier-Regimmt Eriwan ausgezeichnet. Die Ge- sawrntverluste bet GÜakn an Tobten, Verwundeten unb Gefangenen betrugen über 15,000 Mann. Sm meisten litten unter ihren Truppen schon vor bet Schlacht am Alabschabag ihre Artillerie unb Kavallerie. Den Pferben mangelte eS allenthalben in bm Positionen an Wasser unb Futter. In allen größer, n Orten, welche nach unb nach von dm Ruffen besetzt wurden, fanden sie kleinere Garni-

etroaigen Angriff oder Versuch der Communisten zum Durch­brechen kräftig Widerstand zu triften.

20. Mai. Heute wurde von uns aus Paris zum zweiten Male in Belagerungszustand versetzt; alle Ausgänge wurden versperrt, die Communication aus der Ostbahn und namentlich alle Zufuhr von Lebensmitteln verhindert.

21. Mai. Von heute an mußte die 44. Brigade Vor­posten gegen Paris hin aufstellen. Das erste Bataillon unseres Regimentes kam am 24. auf Vorposten und zwar die 3. Compagnie nach Lilas. Ich erhielt das Cvmmando über die Feldwache an der Porte Romainville, wo unsere Doppelposten kaum 400 Schritte writ von der Pariser Festungsmauer entfernt standen.

Heute und an den folgenden Tagen fandm in Paris heftige Kämpfe, namentlich bei Belleville und la Billette statt; besonders stark hatte das vom Montmartte aus heftig mit Granaten beschvffene la Billette zu leiden, in weichem infolge des Artilleriefeuers mehrere Feuersbrünste entftandm.

27. Mai. Wir rückten heute wieder bei Lilas in un­sere schon früher innegehabte Vorpoftenstellung ein. Nach­mittags um fünf Uhr wurde alles alarmirt, weil, wie es hieß, die nach unserer Stellung hingedrücktm Communisten bei uns durchbrechen wollten, und wir rückten darum bis dicht vor die Porte Romainville heran. In unserer nächsten Nähe tobte heute Nachmittag gerade m Belleville der Kampf ganz schauerlich, man sah jedoch an allem, daß für den Widerstand der Commune die letzte Stunde geschlagen hatte. Die Versailler Artillerie rückte unserem Standorte immer näher und stand schließlich kaum 2000 Schritte von uns im Feuer; da war's freilich kein Wunder, daß einzelne verirrte Kugeln in der Nähe unserer Vvrpostenketten ein­schlugen. Der Kampf galt gegen Abend namentlich dem Besitze der Buttes Chaumont, welche die Aufständischen mit ihrer Artillerie hartnäckig veriheidigten. Die Dämmerung

. Kchon jetzt, ba ber Landtag noch mindestens sechs Wochen ifelnni Beratungen vor sich hat, wird davon gefpiochen, i unmöglich sein würde, alle Arbeiten bis Ende dieses 4te« zu erledigen, so baß e» notwendig werden würde, _ gtffion erst im Januar zu schließen. Wir glauben H daß diese Boraurs tzung in Erfüllung g hm wird. w uj Wochen dürften recht wohl hinreichen, um alle Auf I« Eg jU bewältigen. Ein alter Uebdftanb war e«, daß It i Herrenhaus meist nur kur, vor Schluß der Sessio i «fet, zusammentrat, so daß manche Vorlagen, die noch im rdnetenhanse zu beraten waren, nicht mehr erledigt konnten. Wie wir hören, liegt eS in der Absicht Präsidiums, die Plenarsttzungen om 25. d. M. wieder um zu laffen; e« wird hierdurch ein glatterer Ge« gang sicherlich ermöglicht werden. Im Uebiijen ist Ings nicht zweifelhaft, daß einzelne Vorlagen, z. B. tBcgmbnung, auch in dieser Session unerledigt bleiben

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