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IblhtllflHt für bic Monate Ravem« pCUlHiyi.ll her und Deeemder wer- noch fortwährend entgegengenommen.
Die Exped. d. Oberh. Zeitung.
•• Berlin, 5. Nov. Die erste Beroihung der Wege« Ordnung stand noch «oter dem Eindruck der Erörterungen über die VerwaitungSreforrn. Er schien, al- sollte sich eine ungünstige Haltung der Abgeordnetenhauses gegen den @e» setzeutwurf Herausstellen, namentlich wurde das Auftretm des Abgeordneten Miquel so gedeutet. Inzwischen haben sich die wirklichen Absichten mehr geklärt und befestigt, und er tritt innerhalb der Mehrheit der entschiedene Wunsch hervor, daS wichtige Gesetz womöglich zum Abschluß zu bringen. Die Absicht der Fortschrittspartei, die Berathung des Entwurfs abzulehnen, bis eine Landgemeinde-Ordnung vorgelegt lei, wird schon in der Commission voraussichtlich nicht die Mehrheit staden. — Im Staatsministerium hat heute eine Sitzung stattgefunden, in der eS sich um Bern» thung weiterer Landtags-Vorlagen gehandelt hat. — Ein hllstzeS Blatt speicht davon, daß die B-rusuug des Reichstages für den Monat Februar io Aussicht genommen sei, und daß die Vorlagen der demuächstigen RetchStagSsejflon sich auf da» Budget «ad eine Ergänzung der Justizgejetze beschränken wird. E- bedarf kaum der Erwähnung, daß beide Angaben völlig grundlos stad. — Die heutige Wiener MontagSrevue versichert, daß der deutsche Vorschlag, den Handelsvertrag von 1868 vorläufig aus ein Jahr zu verlängern, österreichischersettS abgelehnt worden |<l Dagegen behalte sich die Regierung vor, die Verhandlungen über einen neuen Vertrag auf Basis der meistbegünstigten Nation wieder aufzunehmm. Ob dieser letztere Vorschlag auf Annahme deutscherseits zu rechnen hat, muß sehr bezweifelt werden. Wenn die MontagSrevue davon spricht, die deutsche Regierung habe selbst zuerst auf dieser Basta einen Vertrag gefordert, so kann eia solcher Vorschlag nur tu de« ganz anfänglichen Stadien der Versuche zam Abschlusie eines neuen Handelsvertrages vorgekommea jein. Wenn die österreichische Regierung ihn anfaugS nicht angenommen hat, fy ist auch die deutsche Regierung in allen weiteren Berhaadlmigeu
Buchhandlung daselbst:
HermattiNche Buchhandl- ♦ daselbst; Jrwalidenbank iw
Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
(Fortsetzung.,
I Nachdem es in den letzten Tagen deö März und an» Ms April recht unfreundlich und kalt gewesen war, wurde A gegen dyr 7. April hin wieder wärmer, so daß bald ^Scheine der Frühlmgssonne überall die Bäume in ihrer mpracht dastanden.
. 9. April. Heute war der erste heilige Ostertag. Morgens M Gottesdienst statt und nachmittags saßen wir gemüth- * vor unserem Restaurant im Freien bei einem Glase ^gezeichneten, bairischen Bieres, das wir von Lagny aus Akemmen hatten. Plötzlich ertönte nicht weit von uns in
Hause ein Knall, der unmöglich durch Abfeuern einer Wnte verursacht sein konnte, uns vielmehr durch seine Heftig- an die uns wohlbekannte Detonation einer zerspringen- , J» Granate erinnerte. Wir eilten sofort in das nahe ge- j Zene Haus und fanden, daß ein Anwohner von Rosny ein Ostervergnügen daraus gemacht hatte, an einer . Ntepirten, preußischen Granate, die er in der Nähe des i.bCtt8 Rosny gefunden, herum zu hämmern, um sie zu mt- Rn und dann nebst ihren Pulverinhalt zu verkaufen. E* Granate war vor ihm gesprungen und hatte in dem >-Mmer bedeutende Beschädigungen verursacht; der Kerl * «ft war wie durch ein Wunder mit dem bloßen Schrecken j. **on gekommen. Sofort wurde unfern gleichfalls herbei- ^iltkn Soldaten befohlen^ das Haus und den Garten Wichtig nach Granaten zu untersuchen; sie sanden auch ^h einige uncrepirte, welch« sofort ins Wasser geworfen ■eben.
M Kaum waren wir wieder etwa eine halbe Stunde an
ethttt - M., Berlm, S™a Cdln ec.; Rudolf , in Berlin, Frank- fart a. M. -c.
ten nimmt entgegen: Ptdttim» d.vlatte», »yHnnoncen-Bureaux U, Dietrich & Co. in t! und Hannover; Th.
MAtrat tüall» »aber Den Wrrttääen nach Sonn- und Fet-rtagen. Preis für da» Quartal mit bet »Schentlichen Beilage „31 ««ritte» «•«■»••»»Irtt“ durch dieAspEiml«ech'fche ‘ ^^ Ba»dr?cker7i» bezogen^ »art, dvrch bk Amtet de» Deutschen Reiches 1 Mark 50 tf«. (etL Besteagedühr). JnsertionSgebübr ftr die gespaltene Lette 1» Pf«.
Für in der Expedition »n erthetteude Auskunft und Suuahme von Adrefseu werde« 15 «ft. berechnet.
" Anzeigen nimmt entgegen:
-r? die Expedition d.tButtteS, sowie d.Aunoncen-Bureauk ' von G. L. Daube & Co. in
Smgessericht.
Die MUzlikder der Kommission für Verathuuf der -iMen Unterlag« ehe» Gei.tz S zum Schutz« gegen die »Mschmtg der NahtuugS- und GerußmiltU, nie gegen die ^michritSgefährlichk Anfertigung von HauehattungS und pemeitigm GrbrauchSg genständcu std in B rlin einge- und hat bereits am Montag eine erste S'tzung im MMefnndheitSamt strttgefunden. Außer den Mitgliedern pKtttSgefundheltSamr-S gehören der Kommission an die ’«ten Doktoren Hoffmann (Berlin), Fresenius (Wiesba- $), «rapp (Braunschweig), Vwtemrapp (gtanlfutl), Zinn gfcr6»ilbe) und O ko> om erath Hausburg.
S Uefcet da« Befinden des P psteS schreibt die Londoner Hftiuijche Woche sch»ist .The Lauert": „Dr. Ceccarelli Jl stch permanent im Vatikan einquirtlrt, um in der Wp veS Ponti ex zu »eilen, dessen Zustand rin solcher I, daß hin „geheimer Chirurg" ihn dreimal und mitunter p«at deS TazeS besuchen muß. Die allgemeine Gesund- it ist j tzt so geschwächt, daß die Kraft, aufrecht in einem Kuhle zu sitz»n, nahezu versLwund'N ist. Wenn der M i- v. sich zurücklehnt, fällt sein Kö per nach rechts ser, und um dies zu vermetdeu ist der Arm des Stuhles i 20 Centtmetrr erhöht und mit einer Art von Krücke mchen worden, auf welche er feinen rechten Arm stützt, firn er feine rechte Brust zu heben v ünscht. Dr. Cerra- P erachtet da- Befinden de« Papste« aU alarmtrend, |c n ist bestrebt, die Fontanellen tn b tdrn Beinen mit Wmerer Wirkung wieder herzustellen.
Eine Berliner Depesche der „Moruing Post" meldete, jfc der srauzvsische Botschafter zu Berlin, Vicomte de Biron seine Entlastung gegeben habe. Da« „Sis.le -Mcht den Wunsch aus, laß sich diese Nachricht bestältgen Pge und b. merkt dazu: „ES wäre die« nur eine ver- « te Gcnugthuung sür das nationale Gefühl Frank ceich'S Mche« dulden muß, Frankreich gerade in Deutschland Orch den Schwiegervater eine« Renegaten französischer MÜonalitLt vertreten zu sehen, durch den Schwiegervater |ke Mannes, der in der Eigenschaft eine» UianenosfizierS M Jahre 1870/71 an dem Feldzuge gegen Frankreich LÄlfltntmmen hat." Der Telegraph hat — bie tpop Wrholknd — die RücktrtttSgerüchre demeuttrt. Jndeß
wüsten wir die Zuverlässigkeit der Dementis dahingestellt sein lasten. Auch der o fiziöse „Figaro" hat von einer bcabsihtigten Bewegung im diplomatischen Personal Kunde erhalten. Darnach würde der H rzog DecrzeS, der nunmehr bestimmt von seinem Mintsterposten zurücktreten wird, an die Stelle Goutaut-Biron'S in Berlin treten und dieser nach Wien gehen.
AuS Bukarest, 3. Nowrnber, meldet das „N. W. T.': Aus authentischer Quelle ist hier heute eine hochcharakteristische Aeußerung de« Zaren bekannt geworden. An der Tafel, zu der mehrere fremde MrlitSr - AttachvS zugezogen wurden, sagte der Zar, sich zu seinen Gästen wendend: „Meine Herren 1 Wir haben keinen aktiven BundrSzenosteu gesucht und dvch haben wir einen bekommen. Dieser ist der Winter, von dem wir ersprießliche Dienste zuversichtlich erwarte«. Der Alliitte der Türken, der Sommer, konnte solche Dienste der Pforte nicht leisten. Ich hoff-, meine Herren, daß ich mit Hülfe meines Bundesgenossen de« Krieg rasch seinem Ende zusühren werde, so daß wir Alle das nächste Frühjahr in der Heimath werden begrüßen können.
G stern wnrve gemeldet, daß die Rusten auch Dolny Dubniak besetz: haben; dieser Ort liegt ungefähr eine deutsche Melle nordöstlich von Gorny Dubniak auf der Straße Orkhanie-Plewna, mehr nach Plewna zu. DaS gestern m t gethe.lte ojficielle russische Telegramm datirt auS Mediwen; vteser Ort liegt östlich von Gorr-Y Dubniak, om Wttflufle, kaum eine Meile südlich von den äußersten türkischen Re- booten. Die anderen in demselben Telegramm genannten Ortschaften wüsten alle weiter süslich nach Orkhanie zu liegen. Der von den Rusteu besetzte Ort Tetewen lt-gt östlich von O.khanie, südwestlich von Lowatz. ES geht hieraus hervor, daß die Rusten bis dicht an den Balkan heran die Gegend von ben Türken gesäubert haben.
OSman Pascha ist jetzt in Mewna von der »ußmwelt vollständig abgrschnitteu. Die Türken aber haben den Plan, in Orchanie eine Entsatz-Armee von 80,000 Mann zusam mcnzubringrn und den UmschließungSgürtrl durchbrechen zu können. Nicht unwahrscheinlich ist eS, daß Mehemev Ali Pascha diese Armee befehligen wird; er ist vor einigen Tagen in Salonichi angekommen, von wo c«S der Weg nach Montenegro etwa- allzu weit wäre. Vielleicht hat man absichtlich ein geheimn-ßvolleS Dunkel über der zukünftigen Bestimmung deS berühmten Feldmarschalls auS- gebreitet, um nicht ahnen zu lasten, daß ihm die schwierige Aufgabe zuzefallen sei, Plewna, den bisherigen Glanzpunkt und jetzt da« am meisten vesorgniß erregende Objekt der türkischen Ausstellung, zu entsetzen. Auf dem Marsche nach Konftanttnrpel sollen sich annähernd 50000 Mann befin-
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unserem Tische versammelt und unterhielten uns noch von dem eben Erlebten, als in einer benachbarten Nebenstraße aus einem Hause eine,noch viel stärkere Detonation, als die frühere, hörbar wurde. Wir wußten sofort, daß wieoer Granaten dabei im Spiele feien, ahnten aber nicht im ge- ringftm, welch entsetzliches Unhell dieses Mal und zwar, wie gesagt, kaum eine halbe Stunde nach jener erftm, so ernsten Warnung durch diese gefährlichen Geschosse verm> sacht worden sei! Vier Franzosen hatten dieselbe Osterarbeit mit gefundenen Granaten vorgenommen, wie jener; vielleicht beeilten sie sich, in der Befürchtung, daß demnächst eine genaue Nachforschung nach solchen gefundenen Pro- jectiten "von unserer Seite auf sämmtliche Häuser von Rosny ausgedehnt werden würde, sehr mit dem Geschäfte der Entladung und so kam es denn wahrscheinlich, daß, sei es nun bei dem Hämmern oder schon bei dem Hinlegen der einen Granate, diese epplodirte und noch eine neben ihr liegende zur Explosion brachte. Als wir in dm Raum tarnen, wo das entsetzliche Unheil geschehm war, bot sich unserm Augen ein furchtbarer Anblick dar! Ein Maqn war bereits tobt, ihm war die ganze Brust auf- oder vielmehr weggerissen; der zweite war von drei Sprengstücken getroffen worden, eins in ben Leib, eins hatte ben linken Arm zerschmettert unb ein drittes ihm Augen unb Nase weggerissen (er lebte noch ungefähr eine halbe Stunbe); der dritte hatte eine schwere Wunde an der Schulter rx-
alten, an der er auch nachher gestorben sein soll, und der vierte endlich kam mit einigen leichteren Verwundungen davon. e
Keiner von uns, der dieses Entsetzliche geschaut, wird es, wie so manch anderes Furchtbare, das uns in diesem Kriege vorgekommen, so leicht wieder vergessen und die Bewohner von Rosny werden sich wohl auch noch recht lange de« erftm Ostertage« 1871 erinnern. Hat ihnen doch in
den Nachmtttagsstundm dieses Tages der Herr, der lebendige Gott, eine ernste Warnungspredigt gehalten über das von ihnm und ben meisten ihrer Landsleute so oft und so leichtsinnig übertretene Gebot: „Du sollst bm Feiertag hriligm!" -hi/ ni. T
Ich blieb in Rosny bis zum 2t. April. Währenb biefer Zeit wurde fast jeben Tag exercirt, öfters ein UebnngS- marsch gemacht und anberer Dienst geübt.
In bem vor uns liegenden Paris fing in biesen Tagen der Kampf ber Versailler Truppen gegen die Communistm an immer heftiger zu werden. Es gab Tage, an welchen von dem hefügen Äanonenbonner Thür en und Fenster m unseren Wohnungm flirrten und Stierten. — Wir gingen fast jeden Abmd auf bas Fort, von wo auS man eine gute Aussicht auf Paris hatte unb die Kämpfe, namentlich in bem südlichen unb westlichen Thril von Paris, ziemlich gut beobachten konnte. •
21. April. Heute wurde ich wieder zur ersten Compagnie zurückversetzt, die noch immer in Villmomble lag. Dort hatten sich währmd meiner Abwesenheit die Zustände auch bedeutend gebessert, fast alle Häuser waren wieder bewohnt unb darum bekam ich dem auch rin besseres Quartier, als ich es vor vier Wochm hier bezogen hatte. Ebenso waren auch die Einwohner des uns gegenüberliegenden Städtchens Reincy eifrig daran gewesen, die Spuren des Krieges in unb an ihren Häusern zu vertilgm; eS herrschte auch dort schon wieder reges ßeben, viele Geschäfte und Wirthschastm waren fiott im Gang, und den französischen Geschäftsleuten war deutsches und französisches Geld, das sie aus unserer Hand löftm, ebenso lieb, als wenn sie es aus den Händen ihrer Compatrioten, die ihnen am Ende nicht so viel zu lösen gaben, als wir, empfingen. Am Bahnhofe von Reincy herrschte insbesondere an den schönen Frühlingsabenden, deren wir uns Ende April zu erfreue«
den, di« alle für Orchanie bestimmt seien. Rach „Daily News" wären die letzten regulären Truppen, die sich bisher noch tn Konstantinopel befanden, inSgefammt 8000 Mau«, im Abmarsch begriffen. Auch soll von Widdin her eine türkische Trupp.-nmacht tu der Richtung «ach Plewna auf- gebrochen sein. ", „i{
Neueste KriegSnachrichteu: ’ ','77^
Wien, 5. No^. Die „Presse" mühet aus TtfvA: eine von Olti vorgerückte russische Colonne hat daS Euphrat Thal erreicht und die direkte Verbindung zwsschm Votum und Erzerum unterbrochen. : 000.WÜ6