berührten, das Wort galt: „da ift nichts mehr zu holen!" dann war's das Heft Clichy. Zu ■ftrufen war in der ganzen Umgegend, da noch kein Geschäft wieder eingerichtet war, auch nicht das Geringste; nur einige Eier waren mit großer Mühe aufzutreiben und diese nebst Erbswurstsuppe bildeten in den vier Tagen, die wir bis zum 17. März hier verbringen mußtm, unsere einzige Nahrung. Schlimmer als das Quartier in Clichy haben wir wohl kaum zwei oder drei Quartiere in Frankreich gefunden; die übrigen Truppen der Division waren, wie verlautete, in bessere Quartiere gekommen, doch mögen die des 94. Regimentes, welches die Forts Romainville, Noisy le See und Rosny besetzen mußte (die Forts der Westseite waren schon wieder den Franzosen eingeräumt worden), wohl von sehr zweifelhafter Güte gewesen sein.
17. März. Heute Morgen kam der sebr willkommene Befehl zum Ausmarsch aus dem jämmerlichen Clichy. Wir marschirten über Gagny nach Neulich s. Marne, in der Nähe des Forts Nogent gelegen, wo wir Quartiere bezogen, die, wenn sie auch sehr Vieles zu wünschen übrig ließen, doch immerhin bester waren als die heute in Clichy verlassenen; gab es doch in denselben wieder einmal ein ordentliches Esten und ordentliches Lager.
18. März. Morgens und nachmittags wurde jedesmal zwei Srnnden lang exercirt.
19. März. Sonntag. Ich benutzte heute Morgen die freie Zeit, um einige Correspondenzschulden abzntragen, und nahm nachmittags Theil an einem Spaziergang auf Fort Nogent, von wo aus wir eine herrliche Aussicht aus Paris hatten.^
. (Fortsetzung folgt.)
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r, LS8 . Marburg, Sonntag, 4. November 1877.
xii. «Mrgaig.
GklheM jfitmig
Wellungen
(L noch fortwähren
fortwährend entgegengenommen.
Die Exped. d. Oberh. Zeitung.
für die Monate
bee und Deeeurbee wer-
besetzt werden sollte, räumen. Es wurde jedoch für heute nichts aus diesem Ausmarsche, der erst am folgenden Tage
12. März, morgens 6 Uhr, effectuirt wurde. Wir rückten von Versailles aus nach St. Cloud und dann der Seine entlang bis Courbevoie, eine der Pariser Vorstädte an der Gürtelbahn und, so viel ich weiß, ein beliebter Sonntags-Ausüugsort der Pariser. In Courbevoie bezogen wir in einer Caseme Alarmquartiere und stellten gegen Paris hin Feldwachen aus. Unsere Compagnie stand an der nach Mont St. Valerien führenden Straße.
13. März. Auch heute herrschte noch recht schönes Wetter; der Frühling zeigte sich immer mehr und mehr in seiner siegenden Macht. Wir marschirten um V«7 Uhr aus Courbevoie aus, gingen an der Nordwestseite von Paris her bis zu der Stadt St. Denis, passirten diese, sowie das Schlachtfeld, auf welchem im November v. I. das Gardecorps so heldenmüthig gekämpft, und gelangten, nachdem bei Fort Aubervillers eine längere Rast gemacht war, nach dem vollständig demolirten Orte Clichy sous bois. Clichy ist ein ziemlich kleines Dorf und war daher unmöglich geeignet in seinen höchst wahrscheinlich durch die Herren Franzosen selbst, mit etwaiger Beihülse unserer sächsischen Kampfgenossen, welche hier gelegen, vollständig verwüsteten Häusern, zwei Bataillonen Infanterie genügend Raum zu gewähren. Doch mußte sich Unterkommen gesucht und geschafft «erben, so gut es nur einigermaßen anging.
Das Officiercorps lag in einer schloßartigen Villa, die wohl Räumlichkeitm genug hatte; alle diese Räume aber waren nicht wenig „moderirt andemolirt" und stark ver- unr einigt.
Zum Lager diente den Meisten von uns nichts anderes, als Laub und modriges, unreines Stroh; noch trauriger aber als mit dem Lager sah eö mit unserer Nahrung aus; wenn je von einem „Hefte", das wir dvrher und nachher
leisten fönten Die F stung Kars ist von den Rusten eng eingeschlossen, und die Uebergabe derselben dürfte kau» lange ans sich warten lasten; eS sollen bereits türkische P irla- mentäre zu diesem Zveck im russischen Lager eingetrcff n fein. Die kleine Bergveste Bajaztd ist von den Rusten wieder besetzt wotb*n. — Auf dem bulgarischen Kriegsschauplatz? haben die Rusten auf ihrem linken Flügel am Lom starke Stellungen eingenommen, um einem Angriff Suleiman Pascha'» zu begegnen ober selbst zum Angriff über zu gehen. Vorläufig haben nur kl iiere Gefechte stattgefunden, bei deren einem auch ein N ff- des russischen Kaisers, Prinz Sergei von Leuchtenberg, durch eine Kugel in die Stirn getöbtet würbe. Heftigere Zusammenstöße werden j'doch wohl nicht lange auSbleibcu kö wen, besonders wenn es sich bestätigt, daß der russische General Zimmermann, besten Korps wesentliche Verstärkungen erhalten hat, von b't Do» brubscha ans heranzieht, um die türkische Armee im Rücken anzugreifen. — Auch b‘e Lage vor Pttwna hat eine den russischen Waffen weit günstigere Gestalt gewonnen, indem eS gelungen tft, die bi-her noch aufrecht erhaltene Verbindung Osman Pascha'S mit dem süslich bei Sofi i stehenden Chefket Pascha gänzlich abzuschneiden. Am 24. Oktober erfocht der russische General Ginko einen glänz nden Steg durch Erstürmung der türkischen Post tonen zwischen Gorni Dubniak und Telisch ans der Straße von Plewna nach Sofia. Nach einem verzweifelten zehnstündigen Kampfe wurden die Türken geworfen; Achwet H fzi Palcha, der Kommandirende, sowie der Ches fern» Stabes, eine große Anzahl türkischer O fixiere, gegen 3000 Soldatei und ein ganzes K rvallerie- Regiment wurden gelingen genommen, ca 4 Geschütze, viele Gewehre und eine große Menge von Munition st len in ussisle Hände. Am 28 Ok ober haben die Rusten sodann Telisch selber genommen und abermals einen Pascha, mehrere Offiziere, 11 Compagnien gefangen und drei G schütze erobert. Die Einschließung Plewna's darf jetzt wohl als eine vollstä dize bezeichnet werden, und Osman Pascha wird möglicherweise sehr bald durch Mangel an Lebensm'tteln genörhigt sein, sich den Belagerern zu ergeb.» ober verzweifelte Versuche zum Durchbruch zu wachen.
holten Lerathungen im Ely's-, noch endlich durch den Ausfall der Stichwahlen am 28. October wirklich geändert; nur das Häuflein Orleanisten führt seit einigen Tagen eine merkwürdige Sprache: eS warnt entschieden vor Staatß- streichSgelüsten und persönlicher Politik, empfiehlt den wirklich ehrlichen Versuch mit der Rep iblik und sucht seine GestnnungSverwandten im Senat, die „Constitutionellen", von einer neuen Zustimmung zur Auflösung der Deputirten- kammer abzurathen, Ein Anflösungoversuch ist kein Ding der Unmöglichkeit, wenigstens erklären die GewistenSräthe deS Marschalls, Union, UniverS, u. s. w., täglich, eS sei bester, mit Würde und unb fl cter Ehre zu stürzen, als sich vor dem Radikalismus zu beugen. „Radikalismus* ist aber alles, waS nicht auf ben SyllabuS schwört. Der Marschall hat feierlich betheuert, er denke nicht daran, eine Entscheidung zu treffen, bevor der Senat feste Stellung in dem Streit genommen habe. Die Vermittler rechnen noch immer auf ein VerfühnungSeabinet Audiff et Patqu'er, aber der Senats-Präsident, der Paris rasch wieder verlasten, nachdem er wiederholt ins Ely!« berufen worden, zeigt bis jetzt wenig Neigung, den heikel« Versuch zu wagen, und er dürfte auch kaum die 'geeigneten Genost n dazu finden, zumal wenn es sich bestätigt, daß Mac Mahon nur ein gemischtes Cadtnet zugestehen würde, das aus gleichen Theilen von der Linken und Rechten bestehen sollte, da die konservative Mehrheit Im Senat die republikanische in der Deputirtenkummer aufwiege.
Der Sieg der Spanier auf Cuba ist ein nicht unbedeutender gewesen, und eS fallen noch täglich einige 6er» prengte Schauren den Regierungstruppen in die Hände. Der alte Feldmarschall Espartero »st lebensgefährlich erkrankt.
Das innere politische Leb-n in England ruht fast völlig; Die beiden sich gegenüb rst.henden Parteien beschäftigen sich vorzugsweise mit der Aufstellung ein» Programms für die , ädste P '.rlamentSsesfion. Alle Gerüchte über einen ernsten Verwi l'ungSversuch Lord Derty's in dem or'entalischen Kriege haben, so hartnäckig sie auch immer abber austauchten, sich bis j tzt noch als unbegründet erwiesen. An Stelle Buchanan'» ist Sir Henry Elliot für den Botschafter posten tn Wien berufen.
Aus dem Kriegsschauplätze haben sich die Ver- dältniste in jüngster Zett für die Rusten immer günstiger gestaltet. Der vorwöchentilch gemdb te große Sieg in Kleinasien hat die türk'sche Armee zum vollständigen Rückzug auf Er» zerum zu gezwungen; Ismail Pascha hat nach eiligem Rück zuze von seinem vorgeschobenen und jetzt sehr gefährdeten Posten auf russischem Gebiete, feine Truppen mit betten Mukdtar Pascha's vereinigt, so baß dieser wieder über 40 bis 50,000 Mann ver'ügt; trotzdem wird er ben unauSgesitz' nachrückenden Rusten svwerlid ausreichenden Widerstand
LAgesbericht.
A Am 12. dieses Monats tritt im Kaiserlichen Gcsund- hrttsamte eine Commission von Fachgelehrten zusammen, ■ deren Au-qabe es sein wird, ein Normalstatut für die
Einrichtung und Arbeitsweise lokaler Untersuchungsstationen für hysietnische Zvcck zu unteiwerfen and zur fakultativen ! Annahme überall da zu empfehlen, wo die Einrichtung solcher Anstalten beabsichtigt wird. Diese Commission be- ' steht, a tß r den Mitgliedern deS G-sandheitSamteS, au8
Aor fießen Achyre«.
,e»nch eines DreinndachtzigerS aus Sem deutsch - fran- z-stfchen Kriege 1870/71.
(Fortsetzung.)
5. März. Sonntag. Ich mußte heute die Wache in r Rue de Plessy beziehen. Heute sowohl, als an ben den folgenben Tagen, ben 6. unb 7. März, ereignete sich ittnc nichts besonders Bemerkenswerthes.
8. März. Heute Morgen um 9 Uhr reiste Seine djchät der Kaiser von Versailles ab, um sich nach Dsntsch- W zurück zu begeben. Das Hauptquartier wurde heute ch Ferneres, dem prächtigen Rothschild'schen Schlosse, ver- |L Auf dem Wege dorthin — in Versailles selbst drängten s saft sämmtliche Mannschaften der Division rechts und U von den Straßen, durch welche der greife Monarch d Sieger fuhr, nm ihm ihren Abschiedsgruß zuzurufen besichtigte er sächsische, würtembergische und bayrische teppen und zwar auf dem Schlachtfelde von Villiers - December) und nahm barm auf 6 Tage in Ferneres Bartier. Dort traf auch S. K.- H. der Kronprinz von vens kommmb mit ihm zusammen.
9. März. Noch immer begünstigte uns das schönste ^ttugswetter, nur war es etwas kühl. Von 8 bis 12 lt wurde heute bei uns im Bataillon eyerctrt.
10. März. Ich kam heute in der Avenue St. Cloud auf »che. Ein Brief meines BrnderS, welchen ich heute empfing, ^chrichtigte mich, daß er vorerst auf die Freude unseres übersehens leider verzichten müsse, da er krank nach Renns gekommen und von dort aus nach Commercy bmgirt
11. März. We verlautete, sollten mir heute Berkes, das schon am Nachmittage von sranzösischen Truppen
PsWtsche WschkA.llederstcht
Die ersten Sitzungen beS pktußischcu Bbgeorbneten» WtS haben bereit» recht lebhafte Debatten gebralt, beten
j doch kein segensreicher s.tn wirb. Die Kluft Ü-m den Fraktionen befestigt sich immer mehr unb mehr, Mhncht bas immer unmöglicher, waS man zu erstreben Efait hat, nämlich die parlamentarische Regierung. Im Eigen haben die Debatten im HuSlanbe vielfach den gemacht, als sei die Verwaltung Preußens der Wschen oder türkischen an die Seite zu setzen. Die pro- (tarnte Gehässigkeit gegen ben Fürsten Bismarck, welche M Redner der Fortschrittspartei zur Schau trugen, wird tat 3reifet stebensä tig an ihr gerochen werten. — Ja tabey rischen Abgeordnetenkammer hat der fortschrittliche M, H rz ben Antrag eingebracht, dieselbe wolle an den ■tag die Bitte richten, bis zur nächsten Finanzperiode ■»tiiche diplomatische Stellen für die bayerische Vertre- tag außerhalb deS deutschen Reich» aufzuheben. Voraus- Müich wird sich nut eine schwache Minorität für den wag auSiprechen, obwch jederman die bayerische Diplo Pvie im AuSlanve für nutz'oS hält.
b Das Scheitern der Verhandlungen über den Handel»- Itaa; zwischen Oesterreich-Ungawn und Deutschland * den Ausgleich wieder in den Vordergrund gebtact t, die Manischen Minister AuerSpcrg, L .ster, Depretis und Mn.cky haben sich nach Pest begeben um daselbst über k schwebenden Fragen mit der ungarischen Regierung zu «hen. Rach einigen Vorbesprechungen fand am 30 ttrber unter dem Vorsitz de» Kriser» ein gemeinsamer knistert alh Statt, »der d.ffeu vollständiMErgebnitz tu 6« noch nicht» Näherc» b timt ist. Den Zolltarif luff nd, wurde vereinbart, mit Deutschland in eine Der» eblung wegen Abschluß eine» Meistbegünstigung» Der- tagte linzutreten.
Der schweizerische BundeSrath hat eine Botschaft i die nächste LunteSversammlu >g betreffend die tip vma |Mt V rtretung der Schweiz im Auslände beschlossen, die w wesentlichen die Beibehaltung der gegenwärtigen Ein sichmrgen vertreten wird.
i Die Stellung der ringenden (Bemalten in Frankreich • einander und zum Lande hat sich weder durch die Ma» WHe der Senatoren, noch durch die endlosen Drohungen M Herabs tzungen in den Blättrn, noch durch die wieder-
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b.BIatte», sowie dAnnoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a.M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermaii.e'tche Buchhandl. daselbst; Juvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.
»rfMnt täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis ftt das Quartal mit bet wöchentlichen Beilage „Mnfhrtvte« ••nnt«|«»latt" durch die ArvedMon (Äoch'sche BnchdtuSerei) bezogen t\ Wart, durch die Postämter des Deutschen Reiche» 8 Mark 5» Pi«, (exl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr ftt die gespaltene Zelle Ich Pf».
Für in bet dietbition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adressen werben HS Psi. berechnet.
^dZnnoncen.Bureauk
, D>. Dietrich & Co. in lt [,( „ad Hannover; Th.
«ich in Frankfurt a.M.;
, «ftafttin & Bögler in Stfurt a. M., Berlin iMifl, Cöln rc.; Rudolf ,jte in Berlin, Frank- " fnrt a. M. rc.