•leigen nimmt entgegen: (Expedition d.Blatte», Bi6 d.Annoncen-Bureauk Ä Th. Dietrich & Co. in ■fei und Hannover; Th. iemchin Frankfurt a.M.; elfen ftein & Vogler in Mikfurt a- M., Berlin, iiiig, Köln ic.; Rudolf >fe in Berlin. Frank- furt o. M. ic.
JtTarßurg, Donnerstag, 1. November 1877.
xii. )ahrga«g.
(Olirtl|cffifd|c jritinig.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux Yon G- L. Daube & Co- in Frankfurt a. M.; Jägerische Buchhandlung daselbst; Herman>rfche Buchhanol. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld;-C- Schlotte in Bremen.
Eine Erledigung diese» Differenzpunkte» konnte in der Session von 1876 nicht mehr erfolgen, weil weitere Der» handlangen durch den Schluß de» Landtag» abgeschnitten wurden. Bei dem Beginn der Sitzungsperiode 1877 wurde dem Herrenhause ein neuer Gesrtzentwurf vorgelegt, welcher b.stimmt war, im Anschluß an die in der Session von 1876 erzielten Resultate den in der Letzteren noch ver bliebenen Diff renipunkt zum Austrag zu bringen. In der im Herrenhause stattgrhabten zweiten Berathung wurde der G.s tze itwurf mit einem Berbesserung-antrage zu §. 10 angenommen; — die zweit« Berathung hat jedoch nicht mehr stattgesunden, und ist derselbe zur Beschlußfassung de» AbgrordNitenhause» überhaupt nicht gelangt. Da« Be dürfntß znm Erlass- dr« Gesetze- tritt indeß in immer dringenderer Weise hervor. Der in der Scsfion von 1877 unerledigt gebliebene Gesetzentwurf ist daher soeben dem Herrenhause unverändert wieder vorgelegt worben.
Au» Konstantinopel, 17. Oktober, wird und geschrieben: Der Ex Commandant der Donau-Armee, Mehewed Ali Pascha, ist am Donnerstag von Barna hier angekommm; er begab sich sofort nach Müiz-Kiosk und wurde zur Audienz beim Sultan zugelasicn. Die Unterhaltung zwischen den Beiden fand ohne Anwesenheit Dritter statt und dauerte zt m ich lange. Seit seiner Rückkehr wohnte Mehemed Ali regelmäßig den S tzungen de» Konseils bei, welche im Seratkierat abzehalten werden. Er scheint demnach nicht gerade in Ungnade g fallen zu sein, so wenig, als er über die Maßregel seiner Entsetzung Empfindlichkeit hegt, und seinem Nachfolger Suleiman Pascha die Schwere der ihm abgenommenen Verantwortlichkeit mißgönnt.
Aus den bisherigen amtlichen Telegrammen vom Kriegsschauplätze folgerte man, daß die russische Garde Telisch und Dubniak, südwestlich von Plewna, erobert habe. ES ist da» nicht richtig, nur da» verschanzte Dubniak, um welche» fir allein kämpfte, fiel am 24. d. in ihre Hände. Telisch, welche» weiter südlich liegt, ist erst am 28 in einem neuen Kampfe erobert worden. Offenbar hat die rusfische Garde unter General Gurko die Aufgabe, jetzt nach und nach die Straße nach Scphia zu säubern und die tort entlang stehenden verschanz'«, türkischen Truppen aufzuheben. Di« Rusten haben bei Telifch wieder viel Gefangene gemacht, die aber wieder frei gegeben werden sollen; verwuchlich schickt man ste nach Plewna, um dort die Anzahl der Ester in einer für Osman Pascha nicht angenehmen Weise zu vennchren. Ein Korrespondent der Rattonal-Zeitung macht von der Lage der türkischen Armee in Plewna Andeutungen, welche sehr mit denen englischer Berichterstatter contrastiren. Er schreibt: Zu mehreren Malen übnholte ich (auf dem
Auf dem schönen und großen Trocaderoplatz, von welchem aus wir eine prächtige Aussicht auf und über die Stadt hatten, wurde Halt gemacht, bis die Ouartiervertheilnng geregelt war; gegen V,3 Uhr kam dann die Hälfte der Truppen in Quartiere, während die andere Hälfte bivoua- kiren und dm Sicherheitsdimst übernehmm mußte.
Ich würde mit dm Officierm unserer Compagnie in der Rue des Pacques einquartirt und fand mein Unterkommen in dem sehr nett eingerichteten Hause eines Kaufmannes. Unsere Quartiere waren insgesammt recht gut, aber Verpflegung wurde uns in denselben nicht gewährt, vielmehr mußtm wir uns diese in den nahegelegenen Hotels und Restaurants suchen und mit schwerem Gelbe bezahlen.
transportabeler Altar, Altarbank, Stühle u. f. w aus dem seither gebrauchten Raum »ach St. Paul bringen. Bei dem Abladen der Sachen belustigte sich ein Haufe anwesender Gymnasiasten der erste« fllaffe damit, die mit Ausnahme des Crueifixes vorläufig in den Raum bei der Kirchenthüre niedergestellten Sachen, ohne sich nur im Geringsten um die anwesenden Mannschaften zu geniten--lachend zu bespeien. Ostrowsky, in Friedens
zeiten Bierbrauer in Köln, sah sich den sauberen Spaß ein oder zwei Mal an, bann aber riß ihm die Geduld, er ergriff sich dm Haupluttentäter der „Vengeurs de ravenir“ (.Rächer der Zu» tunst", wie die jungen Herre r sich zu nennen pflegten) beim Wickel und verabreichte ihm einige derartige Denkzettel hinter die Ohren, daß der Getroffene wie blind an dm Bänken umhertaumelte und laut heulte „oh! il m’ a cas»6 la flgure“! — „er hat mir daS Besicht zerschlagen' l Damit hätte es Ostrowsky nun bewenden taffen sollen, da er aber leider des Französischen nicht besonders mächtig war, argwohnte er in dem Wort „flgure“ ein Schimpfwort und mit dem Ausruf: „wart! ick werde Dir befiaüren'l keilte er den jungen Schüler der Weisheit nochmals empfindlichst durch. — Zum Lobe der Bevölkerung von Berdun darf e« nicht unerwähnt bleiben, daß, als dieser Borfall in der Stadt i etannt wurde, das Bm.hmen des jungen Herrn allgemeine Indignation erregte und die ihm verabreichten Correctionen als wohlverdient angesehen wurden
Wege von Porabim nach Sistowa) auch größere ober kleinere Gefangenentrupps, türkische Deserteure, bunt zusammen gewürfelt unb entsetzlich rebuzirt aussehend, die zur Donau eScortirt würben. Es waren nich, allein Baschi Bozuk», sondern auch vielfach Liniensoldaten aller Waffengattungen unter ihnen, die freiwillig baS ungewisse LooS btt Gefangenschaft einem ehrenvollen Aushalten unb dem Ertragen der Strapazen vorgezogen. Sie mußten viel gelitten haben, die Kleidung hing manchen in Fitzen am Leibe hinunter; die verbiflene Wuth, die Energie, die ich sonst in den Gesichtern der im Gefecht gefangenen Türken zu bemnken gewohnt war, sie fehlte und hatte hier einem Zuge gänzlicher Apathie Platz gemacht. Mir fiel unwillkürlich der Ausspruch eines russischen Soldaten rin, brr, ganz durchnäßt, neulich mir lachend sagte: „Ja, in dm Borpostm ist es jetzt recht schlimm; wir werden sehr naß, aber die Türken auch, und die vertragen die Nässe und Kälte nicht so wie wir." Der Mann hat einen sehr richtigen Ausspruch gethan, denn in den Regentagen haben sich die Desertionen bei der türkischen Besatzung von Plewna so gehäuft, daß sie die respektable Höhe von gegen 3000 Mann erreichten , die theils sogar mit Wehr und Waffen kamen. Such bei der Armee de» Großfürsten-Thronfolger meldeten sich viele Deserteure. Wie weit der nunmehrige Wettn- umschlag hierauf Einfluß gehabt hat, weiß ich nicht, jedenfalls dürften aber, wenn das auch nur annähernd so fort geht, die desfallsigen Ausgaben die letztgehabten Einnahmen Osman Pascha'» bald übersteigen und sein Budget arg in» Wankm kommen. Ebenso zweifelhaft erscheint e» auch jetzt, daß wirklich unter den vor einigen Wochen nach Plewna heran gebrachten Wagen die Hälfte mit Artillerie-Munition gefüllt gewesen ist, denn noch immer erwidern die türkischen Geschütze da» rusfische ununterbrochene Feuer sehr wenig. Die Angaben der Deserteure über diesen Punkt sollen ganz abweichend von einander lauten.
Neueste KriegSnachrichten:
Konstantinopel, 29. Okt. Derwisch Pascha meldet an» Batnm vom 26. Oktober: Die bet Batum stehenden Ruffen wurden durch vier Bataillone und mehrere Batterien verstärkt. — Mukhtar Pascha telegraphtrt am 27. Oktober au» Köprikoi: Die Ruffen haben bei dem drei Stunden von hier entfernten Azapkiot ein Lager bezogen. — Chefket Pascha berichtet au» Orkhanie vom 27. Oktober: Die Russen zündeten Gradischnitza an, wurden aber von den Türken, welche 60 Ruffen außer Gefecht setzten, zorückgewiesen. Am 26. Oktober sand aus der Straße von Orkhanie nach Plewna ein Zusammenstoß statt. Slatitza wurde von dm Ruffen besetzt.
Petersburg, 30. Okt. Amtlich wird an» Bogvt =^aB=sssrn-i ' ■"»«=«==■■•'.■■■' ----------- - . ......
Leider habe ich den Namm des Hotels, in welchem wir heute unser Diner einnahmen, vergesfm, nur das weiß ich; die Quantität und Qualität der vorgesetzten Speism entsprach durchaus nicht den Vorstellungen, welche sich die Meistm von uns von einer Pariser table d’höte gemacht hatten.
Die nun folgende Nacht verlief mhig, ohne daß irgend welche bedeutendere Ruhestörungen und Excesse seitens der den Lagerrayon der Truppen umwogmden Volksmenge vor- gekommm wären. Daß Franzosen und Französinnen, welche mit preußischm Truppen gesprochm oder ihnen Maaren zum Verkaufe angeboten hatten, von ihren edelen Com- patrioten thätlich mißhandelt »erben seien, wie verschiedenfach erzählt wurde, ja, daß Civilpersonen, welche man für verkleidete Preußen hielt, Gefahr gelaufen seien, von dem aufgeregten Volke massacrirt zu werden, habe ich zwar nicht gesehm, halte jedoch derariige Vorkommnisse durchaus nicht für unmöglich oder für eine bloße Erfindung einiger Kriegs- correspondmten.
Uebrigens war doch dem süßen Pariser Pöbel für den Fall, daß er im Hochgefühle feiner Unbesiegtheit und Civi- lisatton Aergeres als die bloße Verhöhnung unferer Truppen wagen sollte, gründlich em Steckm gesteckt! In allen Haupt- straßm, aus allen öffentlichen Plätzen der den Deutschen eingeräumten Stadttheile bivouakirten zahlreiche Truppen; in jede Straße hinein schauten drohend zwei Geschütze und die Kartätschladungen dazu hätten nöthigenfalls auch nicht wett hergeholt werden müffen, und auf sämmtlichen Forts rund um Paris her standen die Artilleristen allarm- bereit, auf den ersten Schuß wartend aus dem gährenden Babel da drunten an der Seine, wo ihre Kameraden lagerten.
2. Miir;. Heute Morgen ging ich mit mehreren Ka- meradm spazieren und besahen wir uns auf diesem Gange den von unseren Truppm besetzten Stadttheil noch einmal
Srschnat täglich axfct bex »«rftafl« naj Som» mW Feiertagen. JHi« f*r das Quartal mit bet wöchentlichen Beilage „3»e1h*rtH Gmmla,»Statt ' durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckeeei) bezogen 8H Marl, durch die Postämter des Deuttchen Reiches 8 Mark 5» Pfg. (exl. Bestellgebühr). — Jufettiousaebtthr fttr die gespalten« Leite 1» «ft. Für in der Expedition 1° erthetlend« Auskunft und Annahme von Adresse« werd« 85 Pf«, berechnet.
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Aor sieöen Jahre«, ach eine» DreiundachtzigerS au» Sem »rutsch - frau- ,-fische« Kriege 1870/71.
(Fortsetzung.
Lwgesdericht.
kcr Entwurf eine» Gesetze» 6<tr. die Befähigung für höherm Verwaltungsdienst, ist dem Abgeordnetenhause lluterm 15. Januar 1875 zur Beschlußfassung vorworden. Nachdem der Entwurf in der Plenarsitzung 23. Februar 1875 einer besondern Kommt sion zur
ilhung überwiesen worden war, hat in dieser eine rinde Erörterung. über welche schriftlicher Bericht erstattet den ist, stattgesunden, eine weite,e Berathung im Ple des Abgeordnetenhauses ist jedoch nicht erfolgt. B i Beginne der IIL Session der 12. Legislaturperiode e der bezeichnete Gesetzentwurf auf Grund der Aller en Ermächtigung vom 10. Januar 1876 von Neuem
tzenf ier
Es kostete uns alle einige Mühe, mit ernstem Gesichte dieser Bande vorAerzumarschiren, die von demselben e, der später mit den Petroleumstammen der Tuilerieen Triumphe üluminirte, dämonisiri schien, und mußten wirklich an unS halten und mit aller Energie unseren rimm beherrschen, um nicht einem besonders frech uns irlisMinsenden oder anzischenden Lasten mit der deutschen Faust _ _ dem Kolben die Visage in etwas mehr als sanfter Weise 2686 brrührxn. Daß diese Zurückhaltung, die von mir und —■1 *it ich sehen konnte, auch von unseren sämmtlichm Osfi- e.S kn unb Mannschaften trotz der kaum glaublichen Pro- !#^On beobachtet wurde, überall bei den einziehenden lJ typen gewaltet habe, dafür möchte ich doch nicht so ohne *rres Bürgschaft übernehmen, bin sogar von dem Gegen- -7S <t überzeugt und wo so etwas' Gegentheiliges vorge- 3 *wen ist, wo etwa der eine oder der andere der Ga- y mit einem derben Puff oder Stoß belehrt wurde, daß
!7 81 * Welche grenzenlose Frechheit namentlich solche französische ' ' n entwickelten, mag folgendes Beispiel zeigen: Als in Verdun dymuasialkrrche St. Paul unseren Truppen zur Garnisons- eingeräumt wurde, ließ mein Bruder durch eine Anzahl —• y^amaubiriet Mannschaften unter Anleitung des Garnison- V Sergeant OflrowSly die Kirchenutensilien: Erurifip, Leuchter,
Landtage zur versaffungSmäßige« Beschlußnahme vor- , In jedem der beiden Häuser deS Landtag» ist der- — nach vorgängiger Berathung In einer hierfür be- S gewählten Kommission — einer eingehenden Er- g unterzogen aoiben. Bet den deSfallsizen 8er- »albchtdlungen ist zwischen betten Häusern des Landtag» und 3135 Königlichen Staatsregierung Über alle wesentlichen Be «rangen deS Entwurfs ein Ei-iverstSadniß erzielt wor- i; nur bezüglich der im §. 10 enthaltentn Vorschrift , die QualtfikattoaSbedingungen, welche bet der Berufung ?? den Stellen eines Landrath», Kreis- und AmtShavpt- M und Obcramtmann» in den Hohenzollernschen Lan- i s stgehalten werden sollen, Hal eine Einigung nicht • idttgesühlt werden können. Aach diese Differenz be- ?• linkte sich, nachdem durch die Beschlüsse de» Abgeord- ,e' zi Schause» vom 28. JaNt und de» Herrenhauses vom 29 Ns >i 1876 Über den Inhalt deS Hbf. 1 des §. 10 eine
tfut ** Unverschämtheit nicht immer bloß passiver Widerstand n. ^mgesetzt würde, da wars eben ein handgreifliches hcn, daß die deutsche Langmuth und Geduld diesmal x Feuerprobe auSgesetzt war, in welcher sie nicht be- kn konnte.,*)
Wd Danktages wegen erscheint die nächste sst. Freitag Abend. ______________
IbftdhtnfWIt für die Monate SloWtm» muuuuyiu und Deeember wer- i« noch fortwährend entgegmgenommen.
Die Exped. d. Oberh. Zeitung.
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ug stattgesunden hatte, im Wesentlichen auf die von Staatsregierung bestrittene und von dem Herrenhause ate Beifügung deS in tea Berathuugen be» Abgeord- le ause» beschloffenea Zusätze» im Abs. 2 des §. 10, ihir lautet: „Alle anderweitig bestehenden B.schrälckungen t Bezug auf den Kreis der P.rsoaen, welche von einem datage für die Besetzung eine» erledigten LaadrathSamt» Vorschlag gebracht widm können, stad aufgehoben"