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Marburg, Dienstag, 30. October 1877.
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NR rigen nimmt entgegen: geb toebttion b.Slotte», rme ed.Annoncen-Bureaux e XJ. Dietrich & Co. in el und Hannover; Th.
sch fmftein & Vogler in 3ten ntfurt a. M., Berlin, E Köln 20.; Rudolf e in Berlin, Frank»
'tlfl furt o. M- 20.
(Olirrlieffifdir Intmig.
Anzeigen nimmt entgegen: bte®rpebttion b.Blattes, sowie dAnnonoen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermanä'fche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.
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Der deutsch-österreichische Handelsvertrag.
Die österreichischen Schutzzöllner haben ihr Ziel erreicht: Verhandlungen wegen etneS HandelSvertragkS zwischen chland unv Oesterreich sind als hoffnungslos abge- wordea. ES stnd nicht, wie vielfach v.rmu'het wurde,
ere Monarchie und Deutschland, die in politischer Hinaus einander angewiesen find, fich in den wiithschast- Fragen auf deu Srancpunkt der meistbesehdeten Staaten en sollteo, u. f. w.
Das ist sehr schön gesagt und der österreichische Ha«, intftci möge sich das mrkenl Bon uns tarnt man t verlangen, von Oesterreich höhere Zollsätze anzunehmen, rend gleichzeitig die Herabsetzung unserer Zollsätze Der
t wird.
D utschlaud hat den Zollkrieg gewiß nicht gesucht. Mer derselbe unvermeidlich tst, dann wollen wir, daß er isch und ohne Rückficht auf die Opfer, geführt «erde!
oder zu mildern, welche bei dem nahenden Ablaufe der GeltungSzeit de» Vertrags mit Deutschland zahlreiche Industriezweige bedrohten. Baron Zschok brachte eine Inter-
Tagesbericht.
Der Kaiser ist mit seinem Gefolge am Sonnabend Abend aus Wernigerode im besten Wohlsein in Berlin wieder ringet» offen. — Nach einer der »Post" zugehenden Nachricht ist am Sonnabend Morgen der Gouverneur des bcrlinec Jnvalidenhause», General der Infanterie v. Ma- iczewStt, gestotb.n. Derselbe war 1804 geboren. — DaS Befinden des General FeldmarschallS Grafen von Wrangel gab am Freitag zu ernsten Beforgniffen Anlaß, hat sich aber nach einer ruhigen Nacht wieder gebeffert.
Die Kreuz-Z'g. schreibt: »Die vor mehreren Mona- te« durch eine von Sr. Maj stät dem Kaiser und König berufene Jmmediat Commisston von Gweräen, Stab sofft zieren und Auditeuren sestgestelllen Grundzüge zu einer neuen Militär Strafp> »Zuordnung haben, wie wir hören, big jetzt noch nicht die kaiserliche Genehmigung erhalten. Jedenfalls dürfte es bereits feststehen, daß dem Reichstage in seiner nächsten Session dieser Gesetzentwurf nicht zugehen wird, und dürfte überhaupt fraglich erscheinen, ob diese» Gesetz mit den Reichs-Justizgesetzen 1879 gleichzeitig in Kraft ti t n wird." *
Comrnerzienrath Krupp ist nicht mehr der reichste Mann in Preußen. Das ist eine Thatfach , welche auf den ersten Blick aus der dem Abgeordnetenhause vorgelegten Nach Weisung über die Veranlagung zur classistzirtm Eiukommeu- steuer für das Jahr 1877/78 hervorleuchtet. Auch im Uebiigen ist aus dies m Aktenstücke leicht zu ersehen, wie der Rückgang deS gewerblichen Lebens auf die Steuerkraft unserer größten Industriellen nachtheilig eingewirkt hat. Seit mehreren Jahren war ein Eingesessener des Regierungsbezirks Düsseldorf (unter dem alle Welt und mit Recht den Geh. Comrnerzienrath Krupp in Effen verstand) in der 75. Stufe mit 84 600 M. Steuer eingeschätzt. Er war damit der Höchstbesteuerte im ganzen preußischen Staate. Diesmal ist der Höchstbesteuerte Herr v. Rothschild in Frankfurt, aber erst in der 66. Stufe mit 68,400 M, während Krvpp zurückg-gangen ist aus die 63. Stufe mit 63 000 M. Auch einer der oberschlestschen Kohlenmag- naten ist von 71,200 aus 61,200 M. heruntergegangen.
Neueste KriegSnachrichtm:
gillak,
Wien, 26. Oki. Ja der heutigen Sitzung de» Abgeordnetenhauses richtete Oberleitner folgende Interpellation au den Handelsminister: ob und warum die Verhaadluugen über deu Zollvrrlrag mit Deutschland abgebrochen seien, und eventuell welche Maß kegeln die Regierung zu ergreifen gedenke, um den wirthschafllichen Nachtheilen zu begegn«, welche aus der Störung altgewohnter Verkehrsbeziehungen erwachsen könnten, und um Erschütterungen hintanzuhalten
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täali» außer den Werktagen nach Som,, und Feiertagen. Preis filr das Quartal mit bet wöchentlichen Beilage durch die Erpedittou (Koch'fche
^^°Bu ch br?<k7r ei> be”og«,A*% durch bie Postamt« des Deutschen Reiches 2 Mark S»Pf». l-rl-^st-llgebichr)7- J-ferü°^eb»hr fit die gespaltene Seife li Pf».
Für in bet Expedition zu cttbetfenbe Auskunft und Annahme von Äbteffen roerben 15 Pfs. berechnet.
den Miffuya-Höhen, welche» unsererseits nicht erwidert wurde, da reine Artillerie rnitginommen worden war. In der Nacht verzog sich fauch dieser Thetl der türkischen TrupsE. — Am 2t.. Oktober vollsührte Fürst Baratoff eine RrcognoScirung bis zur Mitte der Straße nach Diadin, ohne dem Feinde zn begegnen. — Im Dorfe Missuna ließen die Tücken einen enormen Vorrath von Patrone«, viele Gewehre, Zelte und etwa 20 Krank« zurück. General Tergu- kasoff rückt mit de« Hauptkräften «ege« de» coopirten Terrains nur langsam vor.
Petersburg, 28 Okt. Eine Depesche de» „Golos aus Kürükvara vom 27. d. sagt: Borgestern fanden Verhandlungen in Betr»ff der Uebergabe von Kars statt, zu welchem Zwecke türkische Parlamentäre in unserem Lager eingetrvffen stnd. — General Tergukasoff verfolgt Ismail Pascha hinter Kara - Kilissa. — General Hey mann Überschritt den Soghanln Dazh und stellte sich im Rücken der nach Erzerum sich zurückziehenden türkischen Truppen aus.
«Sr die Monate November «ud De, cemder nehmen alle Poftanstalten (auf Lande auch die Landpostbotev) Bestel- on auf die „Oberhemiiche Zeitung“ deren Gratisbeilage „lllustrirtes Sonntags- “ entgegen. — In Marburg nimmt die rreievnete Expedition Bestellungen an.
Exped. d. Oberh. Zeitung.
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t Berlin, 27. Oclbr. Der Entwurs eine» Gesetze» betreffend die Landgerichte und Oberlandesgerichte liegt nunmehr gedruckt vor. Derselbe ist mit umfänglichen Motiven versehen, die namentlich auch die Bildung der einzelnen Bezirke in eingehender Weise begründen. Der Ober- landeSgerichtSbezirk Königsberg wird umfaffen die Landgerichte Allenstetn, Bartenftein, Braunöberg, Insterburg, Königsberg i. Pr., Lyk und Tilsit mit 1,853,801 Ein wohaern. Der OberlandeSgerichtSbezirk Marienwerder wird umfaffen die Landgerichte Danzig, Elbing, Graudenz, Könitz, Thorn mit 1,280,374 Einwohnern; der OberlandeSgerichtS- bezirk Berlin die Landgerichte Berlin, KvttbuS, Frankfurt a. O., Guben, L-ndSberg a. W, Potsdam, Prenzlau, Neu« Ruppin mit 3,115,702 Einwohnern; der OberlandeSgerichtS» bezirk Stettin die Landgerichte Köslin, Greifswald, Star- gard, Stettin, Stolp mit 1,463,900 Einwohnern; der Oberlandesgerichtsbezirk Posen die Landgerichts Bromberg, Gncsen, Lifla, Meseritz, Ostrowo, Posen, Schneidemühl mit 1,679,041 Einwohnern; der OberlandeSgerichtSbezirk BreSlau die Landgerichte Beuthen, LreSlau, Brieg, Glatz, Gleiwitz, Glogau, Görlitz, Hlrschberg, Liegnitz, Neisse, Oelo, Oppeln, Ratibor, Schweivnitz mit 3,848,065 Einwohnern; der OberlandeSgerichtSbezii k Naumburg die Landgerichte Erfurt, Halberstadt, Halle, Magdeburg, Naumburg, Nord- hausen, Stendal, Torgau mit 2,135,760 Einwohnern; der OberlandeSgerichtSbezirk Kiel die Landgerichte Altona, FlenS- burg, Kiel mit 1,076,000 Einwohnern; der OberlandeS- gerlchtsbezirk Celle dir Landgerichte Aurich, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Osnabrück, Berden mit 2,049,372 Einwohnern; der OberlandeSgerichtSbezirk Hamm die Landgerichte Arnsberg, Dortmund, Dmöburg, Esi n, Hagen, Minden, Münster, Paderborn mit 2,290,168 Einwohnern; der OberlandeSgerichtSbezirk Kass.l die Landgerichte Kaffel, Hanau, Marburg mit 757,282 Einwohnern; der OberlandeSgerichtSbezirk Frankfurt a. M. die Landgerichte Frankfurt a. M., Hechingen, Neuwied, Wetzlar, Wies- baden mit 951,626 Einwohnern; der Oberlansesacricht». bezirk Köln, bl« Landgerichte Aachen, Bonn, Cleve, Coblenz, Köln, Düsseldorf, Saarbrücken, Trier mit 3,241,503 E>u- wohnern. — Der Bezirk de» OberlandeSgerichtS Kassel ist somit der kleinste.
Stettin, 27. Oku DaS KretSgericht hat als Cnra- toren bei dem ConcurS der Pommer'fchen Ritterschasttichen Privatbank die Herren Keddig, Braun und Hildebrand bestätigt.
Stuttgart, 27. Okt. Die Königin von Württemberg ist heute von Friedrichshafen zum Kur-Aufenthalt nach Sau Remo abgerrist. Der König kehrt heute Abend von dem Sommer-Aufenthalt in Friedrichshafen nach der Residenz zurück.
Differenzen über die Weinzölle, wckche zu bieftm Er- geführt haben, auch etc Eifenzölle haben verhäliniß' -IV ||8 geringe Schwierigkeiten verursacht. Das Sheitern mi, veranlaßt worden fein durch die Forderung O.st.rreichs, he.r i bisherigen Eingangszoll au; die Erzeugnisse der brutschen res; til Industrie zu verdr lfachen. Den Bemühungen der <ea Ischen Brvollmächllgtcn soll nur gelungen setn, diesen »err tttticbenen Anspruch aus das 2Vgfache des bisherigen le«- ljatzeS herabzudrücken. Auf diesem Zoll soll aber O.fter lrrr 6 jo hartnäckig bestehen, daß cS Deutschland sogar einen bei yn Termin zur Annahme feiner Bedingungen unter der 1S74, vhaug des Abbruchs der Verhandlungen gestellt hat!
Die österreichische Regierung hat sich also mit Sack und _ in das Lager der Schutzzöllner begeben. Oesterreich | t|to mit der Politik der Handelsverträge brechen und zum ouomen" Zolltaris zurrckgreisen. Es wird seine Grenzen Deutschland hermetisch abschilrßen.
Was wtrd die weitere Folge sein? Da» deulsche Reich
Konstantinopel, 26. Ott Dem Vernehmen nach würde Baker sein Commamo nie-erlegen und nach Konstantinopel komme«, um die Gendarmerie zu organistre«.
Petersburg, 27. Okt. Ojßzielle Meldung aus Po-avim vorn 26. b.: Gest.rn besichtigte Großfürst Nicolaus das Schlachtfeld von Gorni Dubniak unv die von unseren Truppen erkämpftea Positionen. Die Truppen sind vorn Siege am 24 Oktober begeistert. Alle, vom Gentrale bi» zum Soldaten haben sich al» Helden benommen. Unser Verlust beträgt 2500 Mann. Der türkische Verlust ist beinahe eben so groß. Achtzig türkische Offiziere stad gefangen, eine Fahne, 4 Geschütze erbeutet.
Konstantinopel, 28. Ott. Ueber die von dem Gouverneur von Erzerum hieher gemeldete Vereinigung JSrnail Hakki Paschas mit Mukhtar Pascha »st noch keinerlei Depesche de» Lchterca veröffenllicht worden.
Wien, 27. Okt. Die .Wiener Sbendpoft" verweist aus di« gestrige unter Reserve veröffentlichte Nachricht der .Pol. Corr.", nach welcher die P.orte die guten Dienste EaglanvS wegen der Anbahnung de» Friedens in Anspruch genommen HM. Die „AbcN.psft" fügt hinzu, daß andere Organe tn die Nachricht Glauben fetzten. Allein mit Rück sicht darauf, daß im Verlause de» Krieg» die Frledmöaach. richten sich schon oft nicht befiät gt hätten, könne sie sich der von der .Pol. Corr." ausgesprochenen Reserve nur anschließen uao nichts sehnlicher wünschen, al» daß die nächste Zukunft diese» Abwarten al» unberechtigt erweise.
Pari», 27. Okt. Da» .Journal de» DebatS" m-ldet au» Konstantinopel, daß Dernau Pascha einen zwetten groß-« Angriff aus Plewna zurückgewlese« und daß die Russe« enorme Verluste erlitten hätten.
Petersburg, 28. Okr. Telegramm au» TistiS vom 27. d.: Aus Jgdyr wird gemeldet: Zu der Nacht vom 19. auf den 20 Oktober verließ die «rrlere - Garde Ismail PafchaS unbemerkt ihre Pastioneu. Bor ihrem Rückzüge verbrannten die Türken 240 Patrouenkasten. Drei Kosaken- Sotnien und zwcl EScavronS Dragoner jagten dem Feinde nach, überschritten oie G.enze und stießenjbei dem Missuna- Passe auf einige H indert Mana türkische Cavallerle, welche sich eilig in die Berge aus der Straße «ach Diadin zurück .......— ------------------ v...„
zogen. Später erhteften neue Truppe« Gefchützfeuer von | pellativu ein bezüglich her Beschlagnahme von für Rumänien
gezwungen, den hingeworsenen Handschuh auszunehmen, «uß ein energischer .Zollkrieg" «löffnet werden, um das lnvete Nachbarreich zur Vernunft zu bringen. Leider ^,-wbet auch der Zollkrieg ins eigene Fleisch l E nzelne der Industrie werden aufs schwerste geschädigt »den, und gezwungen werden, sich einen neuen Markt zu . Leider ist dies nicht zu umgehen.
Ja der österreichischen Presse findet die Sache eine sehr irdene Beurthetlung. Die „Deutsche Zeitung" ist von Abbruch der Verhandlungen lebhaft befriedigt, aber in unbewußter Welse läßt sie doch ihre Befürchtungen werden. Das Blatt schreibt: entweder verzögert Deutsch« die Verhandlungen, um für bie österreichische Regir« eine Zwangslage zu schaffen, wobei es stch ber heiß tn Ungarn bedient, bie nur bei Verhandlungen mit enei$ zäh stnd, bei Verhandlungen mit Deutschland rasch eingejchüchtert werden; a derersrit» ist es aber denkbar, baß stch Deutschland unter der Hand einen tn Weg offen Hilt, und, wenn eS n cht alle seine weit- den und sür uns vollkommen uua.iuehmbaren Forde- n «füllt steht, die Gelegenheit zu einem Umschläge in eigenen Zollpolitik b.nutzt.
Die „Neue Freie Presse" ist aufrichtig genug, zu er- _, daß die zollpolitische Krlst« nut dadurch ermöglichst btn ist, daß sich die österreichische Regierung sür die sche der Schutzzöllner erns-tz e.
Der Pester .Lloyd", schreibt: wie schlimm auch die n standen, auf ein solches Resultat waren wir eigent» doch nicht gefaßt. Die Natur unserer Beziehungen zu ts chland, wie unsere inneren wirthschasllichen Verhält- t schien uns den enbgü tigen Abbruch bet Verhandlungen __u>ezu auszuschließen. In unfeten Vorst klungen von einem -chi hmtn Verkehr zwischen Volk und Vock giebt e» keinen «et «w für ben Zollkrieg, wie er nun, wenn nicht rasch Ab- -a Sfr getroffen wird — zwischm Oesterreich-Ungarn unb 126 vttschlano zu entstehen droht. Angesicht» be» mächtigen «flösse», welchen heutzutage b e materiellen Interessen auf Tfi k Gestaltung ber internationalen Beziehungen auSübeu, ,wfdten wir es geradezu unmöglich, daß zwei Reiche, wie
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