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JRatßlirg, Freitag, 26. October 1877.
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- n gcschäsittchen Einrichtung von der Allerhöchsten Ordre .7« mheilung gemacht worden, durch welche dem Minister i Tonern, Grafen zu Eulenburg, unter Abl.hnung de-
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BechLltntffe etnzuleben/
(Pr. Corr )
Kasie 1877.
DaS Etatsgesetz pro 1878/79 hat Im Wesentlichen folgenden Wortlaut: § 1. Der diesem Gesetze als An-
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»dsLtzltche Lossagung von dem begonnenen Werke, — ÖTtT* sollte man nicht vielmehr in jeder Wendung daS An
Ministers, welchem die Stellv rtretung des Grafen Eulenburg übertragen ist, als eine Bürgschaft gelten, daß eine Umkehr von der grundsätzlich frstgestellten Reform nicht beabsichtigt wird; denn Niemand hat im Lanrtage eineu thäiireren und erfolgreicheren Svtheel au der Begründung deS Werkes gehabt, als gerade der damalige Abgeordnete, j.tz'ge Minister Fried nihal, welcher als Bericht rstatter im Abgcordoetenhause die hohe Bedeutung der mit der KretS- ordnung begonnenen Gesammtreform der Verwaltung in politischer und sozialer Beziehung ins hellste Licht st llte. In seiner Beru'ung zur einstweiligen Verwaltung deS Ministeriums des Innern liegt daher der sichere Beweis, daß diese Verwaltung keineswegs im Gegensätze zu den fester stellten Grundzügen der Reform geführt werden soll.
Wenn in letzter Zeit vielfach behauptet worden ist, der Ministerprästaent Fürst Bismarck sei gleichgültig gegen die BerwaltuugSresocm oder gar ein Gegner derselben, so darf daran ednneit werden, daß derselbe schon >m Frühjahr 1870 die dringende Nothweadigkeit der KreiSo dnungSreform und zw-r in ihrem Zusammenha 'g mit dir Re orm der Ber- waltung lebhaft betonte. Die Regierung, sagte er, dürfe keinen Zweifel darüber lassen, daß sie mit vollem E nst die Refoim der KreiSorvaung anstreve, »reiche rrolhwendtg fei, b vor mau daran gcheu könne, eine Decentralisation der G schäfie vorzunehmen und einen erheblichen Theil der Br- sag niste der BezirkSregieiuig uns der Minister auf die Organe der Selbstverwaltung zu übertragen.
Die Regiemng in allen ihren Theilen ist weit davon entfernt, die kräftig und wcfenil ch erfolgreich ang.bahnte Reform oufgeben oder verläugnen zu wollen; nur dem Dräigen zu rastlosem und hastigem VorwärtSschreiten glaubt sie in U bektinftimmuag mit dem Jntereffi der Bevölkerung selbst Widerstand leisten zu mässen. Sie darf sich tu dieser . Beziehung auf den AuSspruch eines der angesehensten Führer ber liberalen Partei berufen, welcher jüngst sagte: „Wenn so. st die Gcs tzjebung dem Drängen deS Volkes zu sehr nachhtukce, so ist sie j tz vielleicht orrnfelbe» zu sehr voraus geeilt. Man muß Dem Volke Z-it gönnen, stch in Die neue»
eikeintniß finden, daß der Reform an und für sich und auf den fistgestellten G.Uitdla/n Fortgang gegeben werden muß und soll.
Wenn zwischen den Fr.un eirund Förderern dec Reform in bet Regierung und in der Landest, rtretung Meinung- Verschiedenheiten über die weitere Behandlung der Sache bestehen, so beziehen sich dieselben nicht auf die Festhaltung oder Abänderung der weseotlichen Gruudzüge deS Werkes, auch nicht auf die Frage, ob dafielbe nicht demnächst auf d e ganze Monarchie auszudehnen fein werde, — sondern lediglich darauf, ob rS wohlgethau sein würde, die Ueber- tragung der gcsammren BerwaltungSceform auf alle Provinzen unverweilt und mit einem Male, oder Schritt vor Schritt, unter Benutzung der inzwischen gemachten praktischen E Nahrungen und unter Berücksichtigung der besonderen Ber- hä tniffe der einzelnen Provinzen? auSzusühcen. -
Daß die SraatSregterung den letzteren Weg vorziehe, da über hatte sie schon iw den beiden letzten Jahren keinen Zweifel bestehen lasten. Der jetzt beurlaubte Minister deS Innern hatte gegenüber den Anträgen der FortjchrtttSparter noch im letzte:! F.ühjahr erklärt: die westlichen Provinzen müßten allerdings in den Rahmen der Selbstverwaltung eingesügt werden, — aber als das Röthigste und Dringendste eijcheine zunächst die Städteordnung und das Kommunal Struecges.tz und neben diesen beioeu könne nicht in derselben Session die weitere Ausdehnung der Reform in» Auge gefaßt werden.
Bon dieser Austastung ist die StaatSregierung auch jitzt auSgega rgen: nur in einer Beziehung ist eine Aenderung einjetteten, welche aber mit dem W.sen der VerwaliungS- refocm in keinem nothweadigen Zusammenhänge steht. Wäh tenD eie Regierung bei dem früheren Entwurf der Städte O d. ung von der Ansicht ausging, daß die Einfügung der Städte in daS Systm oer VerwaltuogSreform nicht durch etnzeine Abänderungen oder Ergänzungen der Städte Ocd nung, sondern nur durch eia: um'asteude Neuregelung der gcsammten Stäoteversastung zu irretcheu sein werde, hat sich das StaaiSm nistettum nach Dem Scheitern jene- fifl Heren Entwurfs jetzt für Den Versuch entschieden, DaS unmittelbar Nothwendige, nämlich Die Ausdehnung der Grund sitze der B.rwaltung-riform auf die Städte zunächst für sich allein und abgesondert von den sonstigen schwierigen Fragen der Kommunalveesaffung zur Etlevigung zu bringen. Auch hierin liegt durchaus nicht ein Abgehen von den Aus gaben der Verwaltungsresorm^ deren Durchführung in den Städten vielmehr, wenn das Streben der Regierung gelingt, g-.rade erleichtert nnd beschleunigt werden würde.
Wenn hiernach kein sachlicher Grund vorliegt, an dem Willen der Regierung zur Fortführung de- begonnenen W.rk.S zu zweifeln, so dürfte auch d r Name desjenigen
Mür die Monate November und De- 5 eemder nehmen alle Postanstalten (auf « Lande auch die Landpostboten) Beste!»
Die BerwaltungSreform.
D n beiden Häusern deS Landtage- ist unmittelbar nach
Tagesbericht.
Die Minister de- Handels und der Finanzen werden demnächst eine auf Uedernahme der Stricken Deutz-Gießen und Oberhausen-Arnheim oer Köln Mindener Eisenbahn seitens deS Staats hinausgehende Vorlage beim Abgeordnetenhause einbringen.
Erscheint täglich außer den Werktage» na* Sonn- und Feiertage«. Preis für das Quartal mit der »öcheMlichen Beilage Lauurag-tlutt" durch die Erpedition (Aoch'fche
Luchdruckerei) bezogen M Mark, durch die Postämter be-1 Deutschen Reiches 8 Mart 6# Pf», (exl. BestellgrÜihr). J-ifertionSgebühr für die gefpaUeue Zeile 1# Pf». u
Für in der Expedition ,u crtdeilende Auskunft und Annabrne von Adressen werd« 15 Vs i. berechnet.
i ihm wegen seine- leidenden Gesundheitszustandes ein- treni ichm Entlastungsgesuches ein Urlaub auf sechs Monate mietbi dtiil u«d dem landwirthschaftlichen Minister, Dr. Feie
•eiatn nimmt entgegen: ^editio« d.BlatteS, „£ d-Annoncen-Bureaux । Th. Dietrich & Co. in M und Hannover; Th. [tri* in Frankfurt a.M.; .fndkin & Vogler in Jfnrt a. M., Berlin, »,jg, Cöln ic.; Rudolf *t in Berlin, Frank
furt a. M. ic.______
i zunächst in diesem Bereiche durch E n ügung der Stätte «s gcst tdsätzlich festgest llte System „zum vollen Ab Uffe führen", — sie betrachtet aber diesen Abschluß in > vorläufigen Bereiche nur al- einen weiteren Schritt dem Wege der Reform.
Wie könnte man in diesen Worten irgendwie eine
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureauk von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermau.i'kche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; E- Schlotte in Breme«.
i wichtigsten inneren Fragen zu widerlegen.
he pa| Das ÄbschtetSgesuch deS bisherigen Minister- de- In in 66618 $ nameuilich als eine Bestätigung veS vielfach vet» [265j beten Gerücht- aufgefaßt worden, d tz die Berwaltungt-
---welche unter feiner Leitung feit sechs Jahren in-
mgen auf die „Oberiieaslache Zeitung“ ,b deren Gratisbeilage „Ulustrirtes Sonntags- itt" entgegen. — In Marburg nimmt die sterzetcpnete Expedition Bestellungen au.
Exped. d. Oberst. Zeitung.
n ß4 atzal, die einstweilige Stellvertretung übertragen worden ist. ----- Im Abgeordattenhause soll diese Mi lh ilung demnächst nF», Aegenstar.de einer näheren Besprechung gemacht w.r -en, Dadie Vertreter der Staatsregierung dürften dabei Ge ibintt «heft nehmen, die in thümlichen Deutungen de- in Rede
l,26bHkM>en Vorganges und der Stellung der Regierung zu
gerufen worden ist, nicht weiter vurchgeiührt, sondern a**“*t^ tiufij zum Stillstände gebracht und demnächst in andere [26‘j igt geieitet werden solle.
jjdchM vah Solches nicht in der Absicht der Staatsregierung Weih ^daiüder könnte bereits Die im Auftrage Sr. Majestät rrn il ii fl und unter Zustimmung Des Gefammtmiaiste [267 X gehaltene EriffanngSrede Sicherhest und Beruhigung
“_.7 ihren; denn bei aller Kürze und Zmückhaltung enthält ® " übe in bestimmten Ausdrücken doch ein offenes Bekennt- « h" t" dem Wesen der Verwaltungsreform.
iorqi Die Regierung bezeichnet diese R form ausdrück ich al- ^n ihren G.uudzügen festgestellte und in fünf P>o> m wesentlich durchgesührie Reform^, — sie will die
itt. 8'.4
».96,ßit Aor sieben Aahren.
ebuch eines TreinuSachtzigerS ans lern deutsch - frans zSstscheu Kriege 1870/71.
ctbr.
(Fottsetzung.)
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03,-
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ckgelegt. Die Umgebung von Elbeuf ist malerisch und tbar; die Gegend selbst hatte, obgleich feindliche und bliche Truppen auf ihren Märschen sie verschiedenem«! rt hatten, doch wenig vom Kriege gelitten. Auffallend, in einer Fabrikstadt während eines Krieges leicht zu en, war die außerordentliche Menge von Armen, welche ben Straßen von Elbeuf das Mitleid der Franzosen
' Abeuf, durch seine Tuchmanufactur weit bekannt, liegt 04,301 bei Seine, über welche zwei schöne, damals aber natür- gesprengte Brücken führen. Der Dampfschiffverkehr dem stromabwärts gelegenen Rouen ist ein sehr reger; "Strecke bis Rouen wird per Dampfboot in einer Stunde
. eine ganze Zimmerreihe stand mir und meinem Burschen
। i Verfügung und die Verpflegung ließ auch nichts zu 7*40 & ^chen übrig.
Damit wir nun nicht ganz aus der Uebung kamen,
-,-GW als d r Preußen in Anspruch nahmen und Gabm 8,— U betten; man konnte kaum ein paar Schritte auf der Straße k O&N en, ohne daß man sich nicht von irgend einem Menschen- j k, manchmal in sichtlich verschämter Weise, mit den 9 3(H 6tten: „Monsieur! un petit söu!“ angebettelt sah.
- In Elbeuf fanden wir abermals fast ohne Ausnahme 11^90 tz ausgezeichnete Quarüere — uiid wenns auf uns an- 4^0 di etn,nen wäre, wären wir gerne hier bis zum Rückmarsch <75 j Heimalh liegen geblieben.
8,60 b Ich war in dem Hause emes reichm Fabnkherm, der, 9,506 hffcheinlich um sich den Anblick der verhaßten Prüssiens ö,—6< erspaten, temporär nach Belgien gezogen war, einquar-
5,— b. 3,-b. 46,506
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wurde hier in Elbeuf wieder das tägliche Exerciüum vorgenommen und jeden Tag etwa 2 Stunden darauf verwendet. Selbstverständlich verblieb uns genügend Zeit zu Spaziergängen und fröhlichen Zusammenkünften in den eleganten Räumen des grand hötel, wo bei einem Glase echten Bordeaux alle möglichen Historien und Schnurren aus dem Soldatenleben im Krieg und Frieden aufgewärmt oder neu erzählt wurden, von der Kraftprobe jenes Husarenrittmeisters verflossener Zeit an, der, um einmal zu sehen, wie stark er eigentlich sei, beim Durchreiten unter einem niedrigen Thor- bogen mit beiden Händen an dem Schlußsteine des Bogens sich festhielt und dann sich und das von ihm mit den Beinen" fest umklammerte Pferd zwei Mal — „ich schwöre Ihnen zu, meine Herren, zwei Mal, ganz langsam!" emporhob und wieder niederließ — bis zu den originellen Stückchen aus der jüngsten Vergangenheit, worunter das von Dr. H. Blum im Daheim 1871 pag. 171 erzählte durchaus nicht das am wenigsten amüsante war.
Das Wetter nahm in diesen Tagen mehr und mehr den Charakter des Frühlingswetters an: es regnete zwar an einzelnen Tagen, aber immer strahlender trat aus den Regenwolken die Sonne hervor und bald zeigtm sich schon auf ben Grasflächen die ersten Spuren ihres belebenden Lichtes in dem saftigen Grün der jungen Keime und Spitzen.
5. Februar. Nachdem wir heute Morgen Gottesdienst in der kleinen evangelischen Kirche gehabt hatten, erhieltet wir nachmittags 3 Uhr den Befehl, daß unsere Division nach Versailles marschiren und dort wieder mtt der 21. das XI. Armee - Corps formiren solle; der Verband mit der 17. Infanterie-Division zum XIII. Armee-Corps wurde gleichzeitig aufgehoben.
Ein Brief meines Bruders hatte mich benachrichtigt, daß er sich nach Amiens und iu die Lazarethe von St. Quentin begeben werde; deshalb mußte ich der Hoffnung, ihn we
nigstens noch auf einige Stunden in Elbeuf sehen zu können, entsagen.
6. Februar. Unser Marsch, der UM 8 Uhr von Elbeuf aus angetreten wurde, führte uns durch das wun- derfchöne Seinethal, über Louviers nach dem kleinen, aber freundlichen Städtchen Gaiüon, wo wir gegen Abend in den zwar engen, mit denen von Elbeuf keinen Vergleich aushaltenden, aber immerhin ganz annehmbaren Quartieren für eine Nacht uns häuslich einrichtetm.
7. Februar. Morgens um 10 Uhr wurde von Gaillon ab- und in der Richtung nach Vernon a. d. S. marfchirt; es ging immer noch durch das prachtvolle Thal der Seine, deren Ueberbrückungen meistens gesprengt waren. Vernon, das wir bei guter Zeit am Nachmittage erreichten, ist ein schöngebautes, freundliches Städtchen, mit einem großen freien Platze, auf dem wir aufmarschirten, um von da in unsere Quartiere zu gehen; die Artillerie hatte schon vor der Stadt in einer dort liegenden großen Artilleriekaserne Obdach gefunden. Die Quarüere waren gut und die Verpflegung , die den Officieren im Gasthause wurde, (leider habe ich den Namen des Hotels, in welchem abends sich eine fröhliche Gesellschaft zusammenfand, vergeffen) noch bester.
8. Februar. Heute erreichten wir nach vierstündigem Marsche die Stadt ManteS. Auch hier verdienten die Quarüere alles Lob.
9. Februar. Ruhetag in Mantes.
10. Februar. Wir rückten schon um V-8 Uhr von Mantes ab und hatten heute einmal wieder einen recht unge- mülhlichen Marsch. Kaum hatten wir ihn nämlich angetreten, als es in Strömen zu regnen begann — und je mehr er seinem Ende sich näherte, "desto unverhüllter trat uns die Gewißheit und wenig tröstliche Aussicht entgegen,