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biinaen nimmt entgegen: teErptdttion d.Blattet, ■nie d-Annoncen-Bureaur en Th. Dietrich & Co. in zr» Saffet und Hannover; Th. (jjf: Dietrid) in Frankfurt a.M.;
wafenftein & Vogler in tantfurt a- M., Berkin, tipiig, Köln ic.; Rudolf lcfie in Berlin, Frankfurt a. M- ic
Marburg, Mittwoch, 24. October 1877.
xn. Athrittg.
WcrlftM jfitiniß.
Anzeigen nimmt entgegen: die <Sjq>edttton d.vlattr», sowie d.Annoncen-Bureaur von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung das elbst;
Hermau.i'kche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C- Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer bat Werktagen nach Sonn- and Feiertage», -reis fit da» Quartal mit der wöchenüicheu Beilage „SlefttrtttH channtagtdlatt" durch die Expedition (Aoch'sche Buchdruckereis bezogen «ß Mark, durch die Postämter de» Deutsche» Reiche» st Mark 5» Pf,, (exl. Bestellgebühr). — JnsertiouSgebähr ftr die gespaltene geile 10 Psg. Für in der Expeditio» zu ertheileude Auskunft und Amuchme von Abreffen werbe» 15 Pf,, berechnet.
Tagesbericht
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Der Allerhöchste Erlaß vom 11 Mat d. I., betreffend ti.« Senderung des Regulativs über den Geschäftsgang bei et Ober RechnungSkammer, ist dem Herrenhaufe zur Kernt« chaahme zugegangen. Der Erlaß bestimmt Im Weseot- chkll Folgendes: „Dasjenige Geschäftsjahr, welche» mit bs 1. Mal 1876 begonnen hat, schließt mit dem 30. April «77. Das nächste Geschäftsjahr beginnt mit dem 1. Mal
17 und endet mit dem 30. September 1878 Von da beginnt jede» wettere Geschäftsjahr mit dem 1 Oktober einen und schließt mit dem 30. September des folgen«
i Jahres."
Di« Kommission zur Ausarbeitung eines CivilgchtzbucheS
x das deutsche Reich hat am vorigen Sonnabend ihre erj ihrigen Berathungen beschlossen, nachdem fle seit dem 7. Derewber 21 Sitzungen gehalten hatte. Die Redaktion k Gesetzentwürfe wird indeß noch eine ziemlich lange Zeit . i Anspruch nehmen, so daß ste im besten Falle erst Im ICD,*« 1879 um, Abschluß gelangen können.
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Wie uns au» Paris mitgethM wird, meldet auch da- lpadlkanische „Eisele", daß die Demission aller Minister » beschlvffene Sache und daß ste im „Journal Osstciel" l» 5. November, d. h. unmittelbar nach den GeneralrathS Wen werde publizirt werden.
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Die Verheerungen, welche der Sturm in der Nacht vom hmtog zum Montag der vergaogmrn Woche über ganz tzgland verbreitet hatte, geben der „Times" in Ihrer Nurn i» vom 18. Oktober u. A. Anlaß zu folgender Bemer- tz: „Da« Post Office besitzt nicht weniger als 40 Draht
ert. torg.
::neu ti-ach. weiße ihren tugen habe.
Aor fieöen Aayren.
uch eine« DreiuubachtziperS au» dem deutsch - fruu- jSfischen Kriege 1870/71.
(Fortsetzung.)
Wir marschirten bei beginnendem Regmwetter tnn 7 morgens gegen Broglie weiter. Auf dem Wege wur- i wir verschiedene Male gründlich durchnäßt, ohne daß heute der gute Humor der Mannschaften dadurch ganz unterdrücken ließ; ob es die Aussicht auf gute iere oder die dunkele Ahnung baldigen Friedens *, weiß ich nicht, allein e« herrschte unter den Leuten, btit ich mich überzeugen konnte, heute eine ganz beson- * Munterkeit, zu welcher die Thätigkett unserer Regi- üstsmusik, die bei einem längeren Rendezvous, das wir t Broglie machen mußten, mehrere Stücke spielte, wohl tzt diel beitrug.
, Um 5 Uhr rückten wir in Broglie ein und fand ich : 1 Lieutenant v. S. bei einem reichen Kaufmann ein uartier, das an Behaglichkeit, gutem Esten und Trinken & ausgezeichnetem Nachtlager nichts zu wünschen übrig . v-
m f Wie das „Msrnorial diplornattque" wiffen will, würden r • x Zett in London die größten Anstrengungen gemacht, [26261 einen W-fftist llstaud zwischen Rußland und der Türkei iijuber iten. Am Donnerstag kam Lord Derby von KnowSley ick nach London, nm sich mit den Botschaftern der Türket, __.4 cherreichS und Frankreich« zu besprechen. Such Lord 715yl$tatcon*fielb ist nach London gereist, um mit Lord Derby -------chuumen zu treffen.
JßTSL langen, welche Bristol mit dem Telegraphen - N^tze ver- ' ; am Montag um 10 Uhr Morgens war keine dieser
k Leitungen benutzbar. Wird unser Generapostmeister ein Be spiel an der deutschen und der französischen toaltung, der ersteren insbesondere nehmen, welche den itiütn, denen oberirdische Drahtleltungen auSgesetzt sind, »gt btt ^nung gU tragen im Begriffe sind? Hundert« von Meilen Ebeusa tz 4n Deutschland schon unterirdisch hergestellt worden,
ir. 1871 84. Januar. Für heute war der Division ein Ruhe- I zugedacht, der ihr in Anbetracht der guten Quarttere, äche sie in Broglie gefunden, sehr zu stattm kam. Ich litt. 4- 4 v einer der Wenigen, welche sich dieser Erholung nicht j. dollsten Maße erfreuen konnten, da ich bereits um 9 ’oi * morgens den Befehl erhielt, das Commando einer Idwache zu übernehmen. Es war gerade kein harter $ unangenehmer Dienst, dm ich zu thun hatte, aber ich Üe doch das Verbleiben in meinem gutm Quarttere diesem -Ottiste vorgezogen. Jndessm galt es Ordre zu pariren U so zog ich denn gegen 12 Uhr mittags mit meinem
und wir möchten Lord John Manner« dringend anempfehlen, diesem Vorgang eiligst nachzufolgen/
Bei Plewna haben die Rumänen am 19. die nördliche vor Plewna gelegene Rkdoute Buikowa vergebens ange« griffen; sie wurden von den Türken mit erheblichen Verlusten zmückgesllagen. Diese Schlappe dürste die weiteren AngriffSoperationen auf Plewna etwa« verzögern, denn wie der Politischen Korrespondmz ans Sirnnitza, 16. Oktober geschrieben, will und kann man auf russischer Seite keine Schlappe mehr riskirm, da eine solche vor Einbruch be« Winters einen höchst ungünstigen Rückschlag sowohl in der militärischen, al« in der diplomatischen Situation üben würde. „ES wird daher mit großer Vorsicht vorgegangen und die Ankunft aller dttponiblen Verstärkungen erwartet, che man zu einem entscheidenden Schlage auSholt."
Da« gilt natürlich ebenso von Plewna wie von dem Rustschuker KorpS de« Großfürsten Thronfolger«. Auf türkischer Seite hat man hier durch den Wechsel im Kommando einen Zeitverlust von wenigsten« zwei Wochen gehabt. Abgesehen von dem Interregnum im Oberkommando haben die vom neuen Oberkommandanten als röihlg erachteten großen T'uppenverschiebungm alle Operatlonm verzögert. Suleiman Pascha hat gleich nach Uebernahme d « Oberbefehl« die ganze Aufstellung der türkische» Ost. Aimee geändert. Vor Allem hat er die kryptischen und anatolischen Regimenttr an« der Front gezogen und dieselben in die Festungen verlegt.
In Klelnastm ist jetzt die Situation so: Mukhtar Pascha hat ml: Zurückiossung einer kleinen Besatzung in Kars die Straße von Erzerurn gewonnen und und sich nach dem Sogaaly Dagh zurückgezogen, etwa« südlicher davon Ist eine Abtheilung Türken, die an« dem Aladjadagh entlcmmen war, glücklich angekowmen. Durch den Rückzug Mukhtar Pascha« hat sich die südliche Kolonne Ismael Pascha« gleichfalls znm Rückzug gezwungen gesehen. Um seine Vereinigung mit Mukhtar Pascha zu verhindern, ist General L-zareff von dem russischen Hauptkorps nach KagiSman zu detachlrt worden; J-mall Pascha könnte also leicht in zwei Fmer kommen. Wenn eS wahr ist, was schon vor acht Tagen gemeldet wurde, daß nämlich eine russische Kolonne über Ardahan und Penek vorgerückt, bann dürfte diese bald dem KorpS Mukhtar Paschas in den Rücken komm«. Betreffs der Uebergabe bet von ben Ruffen umzingelten Festung KarS sollen bereits Verhanb- lungen eingeleitet fein.
Neueste Kriegsnachrichten: Konstantinopel, 21. Ott. Reuf Pascha meldet aus Sch'pka vom 20. d.: Die feindliche Artillerie unter»
etwa 45 Mann starken Commando auf den mir angewiesenen Posten. Derselbe befand sich in dem das prachtvolle, augenblicklich zum Hauptquartter erhobene Schloß des HftHvgs von Broglie umgebenden Parke und dort war uns «ine nahe an der Straße gelegene Villa als Wacht- lokal angewiesm. Das im schönsten Rennaissancestyl aufgeführte Gebäude war im Jnnerm leider total verwüstet.
Nachdem ich meine Posten ausgestellt und gehörig instruirt hatte, ließ ich durch die übrigen Mannschaften für mich und die Unterofficiere ein Zimmer reinigen und in dasselbe die schönsten der noch vorhandenen Meubel bringen, und so tonnten wir uns nach einiger Zett und Mühe eines Wachtlokales erfreuen, wie es eleganter die Hauptwache einer Residenz in ihrer Officierwachtstube kaum aufzuweisen vermag. Man sah allerdings dem Mobiliar an, daß es zusammengestoppelt war, aber luxuriös und prächttg war fast jedes Stück, besonders einig« aus dunkelem Eichenholz anttk geschnitzte und mit hellblauem Sammet überzogene Sessel waren wahre Prachtstücke.
Der Nachmittag verlief rasch und ohne uns besondere Langeweile empfinden zu lassen. — In der Nacht herrschte eine furchtbare Dunkelheit, so daß ich nur mit vieler Mühe meine Posten beim Visitirm auffinden konnte, doch erlitten wir während derselben keine Störung; die Francttreurs und andere feindliche Bandm warm wohl nicht weit von uns entfernt, aber sie schienen alle Lust, weitere Bekanntschaft mit uns zu machen, gründlich verloren zu haben.
2s. Januar. Morgens um 8 Uhr rückte ich mit meinem Commando wieder in Broglie ein, woselbst das Bataillon schon znm Ausmarsche bereit stand.
Das in der Nacht herrschende Regenwetter war gegen Morgen in Frost und leichtes Schneetreiben umgeschlagen.
Mit klingendem Spiele wurde aus Broglie ausmarschirt und die Richtung auf Bernay eingeschlagen. Zunächst
hielt heute eine sehr heftige Beschießung bet türkischen Re» bouten auf bem äußersten rechten Flügel, verursachte jeboch nur unbebeutenben Schaden unb Verlust. Die Türken ba« gegen fügten ben Russen beim Wafferholeu starke Verluste zu. Arn Freitag griffen zwei russische Bataillone mit Ca- vallerie unb Artillerie Dedbal bei Thirnovadere an, wurden aber mit Verlust von 300 Todten unb 400 Verwundeten zurückgewiesen, während die Türken nur einige Verwundete hatten. — Suleiman Pascha meldet telegraphisch vom 20.: Ein Angriff von Kosaken gegen das Dorf Heffowa wurde heute durch den dortigen Cavallerie»Posten unter leichten Verlusten zurückgewiesen. Die von Silistria gegen Gabritza vorgesendete RecognoSeirnngSabtheliung ist noch nicht zu- rückgekehrt. Die Redoute auf der Insel Sapa bei Silistria sendet ein mörderisches Feuer gegen bte russischen Vorposten bei Kalarasch. — Der Kommandant von Basardschik meldet: Die Raffen haben die umliegenden Oertlichkelten vielfach recognolcirt. — Ismail Pascha berichtet aus Maffoum vom 15. d.: Heute stießen türkische nach rechts und links abgeschickte RecoguoScirungS-TruppS bei Jgdyr unb Tschanklli aus doppelt so starke seinbliche Kräfte: letztere würben nach 6 Stunben bauernbem Gefecht mit Verlust von 70 Tobten geschlagen; bie türkischen Verluste waren unbebeutenb.
Petersburg, 21. Okt. Aus Karajel vom 21. b. wird officiell gemeldet: Nach bem Kampfe am 15. b. gingen unsere HauptkrSfte auf bie Wisinkoi unb Orlok-An- höhen über unb richteten sich gegen bie Positionen bei WladikarS, Gary, Kanlschi unb Magra. Die Truppen Ismail Pascha» griffen in Stärke von 27 Bataillonen am 14. Okt. bie Positionen beS Generals Tergukaffoff an, inbem sie ihren Hauptangriff gegen ba« Dorf Ehalfaly richtet n. Sie würben aber überall durch unsere Truppen bis an ihre Trancheen zurückgedrängt. Ja bet Nacht vom 16. auf ben 17. Okt. räumte JSmail Pascha seine Positionen am Fuße deS Gebirges unb zog sich von Tergukascff verfolgt, zurück. Dieser besetzte am 18. eine Position auf den Sara Höhen gegenüber bat Positionen beS zurückgezogenen FeinbeS. Am 17. b. wurde von Khoperschen Kosaken unter Oberstlieutenant Perin ein türkisches Detachement bei bem Saly umzingelt unb gefangen genommen. Das Detachement ergab sich in einem Bestände von 23 Offizieren unb 200 Soldat.n mit 3 Gebirgs-Geschützen. Unser Verlust am 14. Oktober übersteigt nicht 24 verwunbete Soldaten. Seit dem 14. Okt. ist im südlichen Daghestan bte Ruhe hergeftellt. In Mtttel-Daghestav dagegen fanden am 15. unb 16. Okt. zwet Gefechte mit ben Aufständischen bei bem Dorfe Lawaschi statt, wo Oberst Rakaschibse'S Truppen 300 Mann niebermetzelten, viele Fahnen, Pf erbe und Der« schiebeneS Eigenthum erbeuteten. Auf unserer Seite blieben
führte uns unser Marsch durch ein enges romantisches Thal, durch welches ein kleiner Fluß sich hindurch schlängette und das im Sommer durch seine reiche Bsvaldung und einige elegante Villas ein entzückender Aufenthalt sein muß, bogen bann rechts ab, um über Berge und durch dichte Waldungen, in welchen hie und da einige Dörfer versteckt lagen, bis vor die Stadt Bernay, die wir um 1 Uhr mittags in Sicht bekamen, zu marschiren. — Nachdem die Quartter- vertheilung geregelt war, zogen wir in Parademarsch unb zwar von der Ostseite her in Bernay ein. Fast die ganze 22. Infanterie-Division lag in der Stadt unb doch waren die Quarttere nicht zu enge und jeder von uns drückte nur seine höchste Befriedigung über dieselben aus.
Ich kam bei einem Rentier ins Quartier, der mit eine brillant eingerichtete Stube anwies, in welcher es trotz der entfalteten Pracht äußerst gemächlich war, wozu nammtlich der Kamin verbesserter Constructton, Cheminve prusstenue genannt, das Meiste beitrug. In einem reizendm Boudoir stand das für mich bestimmte Bett, so elegant unb prächttg, wie ich es meines Wissens vorher nie gesehen: Mahagoni- Bettstelle und schwere dunkelblau seidene Vorhänge. ES lüftete mich fteilich sofort meine müden Glieder auf dem einladenden Lager auszustrecken unb einem süßen Schlummer mich hinzugeben, allein die Bonne des Hauses benachrich- ttgte mich mtt eigenthümlich singender Sttmme, die sich first kläglich anhörte, daß Monsieur mich im Salon zum Diner erwarte. Ich hatte unterdessm einigermaßen Tollette gemacht und ging hinunter — und muß gestehen, ein seines Diner wars, das mich hier erwartete, in Speisen und Wein gleich ausgezeichnet; es wurde ihm aber auch von mir alle Ehre angethan.
(Fortsetzung folgt.)