Marburg, Sonntag, 21. October 1877.
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GchksMk IkltiW.
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Cie Meldungen über den verunglückten Siebenbürger
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Ile Uri if 44 mb die Orleaaistea von 9 auf 11. Die Repu-
(Fortsetzung.)
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tffea stellten, haben sich in allen Wahlkreisen tcpsec ge- itt und im Norden und Süden manchen Sieg erlangt,
r im Ganzen hat sich die Lage nicht so verändert, daß vereinfacht und, sei e» nach der einen oder anderen Seite, verbessert zu bezeichnen wäre. Die Republikaner kehren i der 363 als 317, darunter 24 neue Leute, zurück, die »apartiften haben es von 78 auf 99 Mitglieder gebracht, Monarchisten von 24 auf 45, die Legitimisten von 29
von den 21 neuen Monarchisten. Die Sprache der Blätter läßt die Möglichkeit eines Ausgleiches nicht aufkommen. Gisvy ist zwar ein gemäßigter Politiker, aber die sämmt- lichen repubUkanischtN Organe, DebatS und Rspublique voran, bleiben dabei, daß diesem Cabinet die Kammer nicht 24 Stunden Frist lassen dürfe, und daß dann an die Rei nigung der Kammer durch strenge Wahlprüfungeu gegangen werden müsse. Das Cabinet, das auf alle Fälle die General rathswahlen, die für die Senatorenwahleu so wichtig sind, noch machen will, hat sich beeilt, dieselben auf den 4. No» vember auszuschreiben.
An die Rede des englischen Schatzkanzlers Northcote über die auswärtige und innere Lage schlossen sich in der vergangenen Woche mehrere bemerkenSwerthe Auslassungen deS Lord Salisbury in Bradford. Er betonte zunächst, daß keiner der englischen Minister ermangeln werde, bei sich darbietender Gelegenheit fein Möglichstes zur Herbeiführung des Friedens zu thun, erklärte es daun für einen Gewinn für die Sache des Frieden«, daß die übertriebenen Befürchtungen wegen der Macht Rußlands zerstreut seien, mußte aber andererseits zugeben, daß ein Friede sich nicht vor einer vollständigen militärischen und finanziellen Erschöpfung eines der beiden kriegführenden Staaten erwarten lafp. Sal'sbU'y vertheidigte im Weitern die bisherige Orient polttik der Regierung den Angriffen der Opposttion gegenüber und kam dann auf die Verhältnisse in Indien zu sprechen, welche er für wesentlich gebeffert erklärte, indem er namentlich auch die Bereitwilligkeit der englischen Bevölkerung zur Linderung des Nebels dankend anerkannte.
Auf dem Kriegsschauplätze tu Bulgarien herrswt seit längerer Zeit bereits ein so ungünstiges Wetter, daß von weiteren kriegerisch en Unternehmungen vorläufig nicht die Rede sein kann. Abgesehen von einzelnen Scharmützeln, wie sich solche aus zufälligen Zusammenstößen feindlicher Truppen ergeben, herrscht überall vollkommene Ruhe. Die eingetretene große Kälte, der unaufhörliche Regen, welcher in den niederen Gegenden den Boden vollständig erweicht, und der starke Schneefall in den höher gelegenen Theilen deS Lande», der im Balkan schon eine Höhe von zwei Fuß erreicht hat, haben den Blick der gegenseitigen Heeresleitungen vor Allem aus die Sicherstellung der Truppen gegen die verderblichen Einflüffe der winterlichen Jahreszeit gerichtet. Auf beiden Seiten icheint die Bbstcht vo>zuliegen, die gegenwärtig innegehabten Stellungen auch während de« Winters festzuhalten, bis im Frühjahr an eine allgemeine Wiederaufnahme des Krieges gedacht werden kann. Vorläufig offenbar in Hinstcht der Bekleidung wie der Mund- verpflegung bleibt auf beiden Seiten noch viel zu thun übrig. Namentlich werden aus dem Lag« der Tü'ken in Plewna
rslmie bhner aber hoffen von den 11 Stichwahlen noch ein halbe« her Foi )vtz nd zu erlangen, wie ihnen die vier Stimmen der Co
Her- feiern sicher find. Am stärksten ist da« linke Centrum ie He« Mammen geschmolzen, doch hofft daffelbe noch Verstärkungen
ken erstanden.
La biche heißt bekanntlich auf Französisch die Hirsch -
Pßlittfche Wiche»«Ueßersicht
Der Kaiser hat das Entlassungsgesuch de« Grafen Eulen tg äbgelehnt, jedoch dem verdienten Minister einen sechs matlicheu Urlaub bewilligt, welchen derselbe, wie eS heißt, ort antreten und im südlichen Klima zubringen will, ährend deS Urlaubs wird der Minister Dr. Friedenthal i vertreten. Der Kaiser, der vor einigen Tagen in Baden» iben an einer leichten Erkältung litt, ist nunmehr vvll- nbig wieder hergestellt und hat sich Donnerstag Abend dem erbetenen Besuch nach Frankfurt a. Main begeben, a «o er Sonnabend, also am Vorabend der Landtag«- tiffnung, in Berlin eintnffen will. Die Landtag«« öff- mg selbst wird am Sonntag im Auftrage de« Königs «ch ben Bicepräfidenten de» Staatsministeriums vollzogen
mwend, ti1 in KaMtz 'einz-luGtl Auge t» । noch w nd PfLti fig geiPvk kenniHlt
schmiel lauten noch immer sehr widersprechend. In Ungarn ovinz i ll mon den Ursprung deffelben theilS auf die rumänische W " '
; was ihn aber bestimmt, dem plumpen normannischen ul mit centnerschwerem Kummet, den Namm des schlanken ■t V Maldthieres zu geben, blieb uns unklar, aber die ausge- “• * ^chnete Schnelligkeit seines Renners rühmte er uns, wie agt, noch vor dem Ausfteigm und gab uns zugleich die Versicherung, uns im raschesten Tempo nach Alentzvn be- ötbern zu wollen.
Wir saßm bereits auf dem Wägelchen; unsere hinter sitzenden Burschen hattm daS Gepäck zwischen sich und * Fahrt konnte losgehen! Noch einen prüfenden Blick
zu uni j-doch die Bewegung im Keime erstickt. Wenngleich so iffenscha t drohende Gefahr einer auswärtigen Verwicklung rasch Ansp« ststigt würde, ist die innere Lage in Oesterreich Ungarn Forsch! neswegS erfreulich; die AuSgleichSarbeiten nehmen keinen cum. * hten Fortgang, man spricht schon wieder von Minist r scheu i js« «egen berfelben. Die Verhandlungen über den Han-
Diese ' - - — - - - • '
Übertrag mit Deutschland find ebenfalls wieder in« Stocken tag bea machen.
wirkunj Am 14. Oktober hat Frankreich eine neue D pu tfinbipu tenlammet gewählt. Die Betheiligung war stärker al« Zeit, I 176 eS wurde heiß und hart gekämpft; die Heerscharen, n Hsfft eiche Präsekim und Bischöfe, Feldhüter und Capläne ins
richtete der gesprächige Fuhrmann auf sein Wägelchen und feine Fahrgäste, nahm dann, nach Damenart reitend, auf dem breiten Rücken seiner biche Platz — und ein heiseres aber ganz landesübliches „Hüjo!" gab der vierbeinigen Loeomotive das Zeichm zum Fortbewegm. Dieselbe setzte sich denn auch sofort in einen gelinden Trab, allein das angeschlagene Tempo schim ihrem Reiter und unserem Fuhrmann mit den gemachten Versprechungen und unsererseits gehegtm Hoffnungen nicht zu congruiren. Nachdem noch mehrere Hüjo—üp! und heftige Flankmtritte nutzlos und ohne besonders beschleunigte Locomotion zu erzielen, angewandt worden, wandte sich unser Borreiter mit dem verbindlichsten : oh Monseur! ayez la bonte de me passer iu s. w. an mich mit der Bitte, ihm das vor meinen Füßen liegende Stück Holz zu reichen. Schon beim Aufsteigen auf den Wagen war mir die eigentlich unmottvirte Anwesenheit eines keulenförmigen Holzscheites, etwa einen Fuß lang und von der Dicke einer sehr starken Bohnenstange an ihrem unteren Ende, welches der Franzose erst von dem vor feinem Hause befindlichen Holzhausen genommen und sorgfältig auf den Wagen gelegt, ausgefallen; jetzt wurde mir sofort klar, daß es sich hier um ein höchst zweckmäßiges Surrogat für die Peitsche handele — und reichte ich es demgemäß in die rückwärts gestreckte Hand unseres Fuhrmannes. La biche, wohlvertraut mit der Anwendung dieses Peitschenersatzes, dessen Ueberreichung ihr wohl nicht, trotz der riesigen Scheuklappen, entgangen war, setzte sich sofort, nach einem mißlungenen Versuche zum Ausschlagen, in ein so rasches Tempo, daß ihr Reiter sich nicht enthalten konnte, einen die Schnelligkeit seines Rosses belobenden und gleichsam über unsere etwa gehegte Ungläubigkeit triumphirendm Blick uns zuzuwerfen.
Um indessen doch nicht ganz zwecklos das Holzstück in seiner Linken halten zu muffen, begann er mit demselben so nachdrücklich und so rasch, als ob er eine Sense beugele,
egkrung zmücksühren, thetls die angeregten Unruhen einigen er Nati « bet Wiener Aktionspartei abgeschickten Agenten zur Last he Anfi im, wclche bestrebt feien, die Krone mit dem ungarischen ie Schi «le in Widerspruch zu bringen. Durch die Maßiahmen chen, l k Regiemng, welche vorzugsweise die Grenzwache verstärkte,
von de Mach wenigen Minuten raffelte denn auch das bestellte ich ae uhrwerk vor die Hausthüre; der Fuhrmann, ein lustiger, edseliger Franzose, forderte noch vor dem Aufsteigen un . ü deux .cigars! baut die waren ihm von den Herrm ferschen,' die wohl wußten, daß, wie man nicht soviel jfegeu mit Essig als mit Honig fängt, so auch mehr 7~TT ^uMen mit CigarreuvWfprechen als mit Prügelandrohen ^d«t (u#b eine gyt# keusche Cigarre siebten die Meisten pchx um» »ahmen sie gerne au) versprochen wovdM. Er t6ieli dann auch eine Handvoll Cigarren, von denen na» fizmsich ich, da ich wenig rauchte, von Haus aus aber 90 M dMtsich mit Zigarren versorgt wurde, noch einen ziemlichen 90 e Avrralh hatte, und währmd er sich eine Md zwar keine 90 * $ebe«gabencigarrc — anbrannte, entrollte er uns in eifriger Irvze» Äebe ein Tableau der ausgezeichneten Eigenschaften seiner „ »fache“, die er im December als krankes, nachher aber unter mtgegqichier Pflege wieder genesenes Militärzugpferd für wenige
Privat!
bem j Aor sitöe» Jahre».
,b0” ? «eeba* eine« DreiundachtzigerS ans «em deutsch - sran- ,«fischen »riete 1870/71.
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lebhafte Klagen laut; in den jüngsten Tagen hieß e« sogar, daß unter den Tüikm in Plewna Hnngerkraokheiten herrschen und die Trvppm daher die Uebergabe verlangten, doch scheint die Nachricht wenig glaubwürdig. Für die Russen besteht die größte Schwierigkeit in der Sicherung ver Verbindung mit der Heirnath über die Donau. Schon jetzt wird gemeldet, daß die Brücke von Nikopoli» durch Sturm und Wellen theilweise weggesüht worden ist, so daß die Paflage über den Fluß zur Zit mittelst Flößen bewerkstelligt wird. — Nebligen« scheinen die Verstärkungen der russischen Armee jetzt in hinreichender Zahl eingttroffen zu fein, so daß der noch weiter heranziehende Nachschub dem in der Dobmdscha stehendm Corps d<s Generals Zimmermann hat überwiesen werden können. Neuerliche Bewegungen dieses Corps in der Richtung auf Tiroowa sollen Suleiman Pascha veranlaßt haben, eine 30,000 Mann zählende Armeeabtheilung gegen daffelbe marschtren zu laffen. Aber auch in der Dobmdscha, die eine vorzugsweise sumpfige Lage hat, wird das andauernde Unwetter größere Unternehmungen vereiteln. — In Asim hat am 14 und 15. d. eine größere Schlacht Statt gesunden, bei der MukhtarS Armee, die auf dem Sladjadagh Stellung gmommen hatte, nach russischen Angaben in mehrere Thette zersplittert, zum größten Theil gefangen genommen und auf KarS zurückgeworfen wurde.
Lwgesdericht»
Da» heutige Stück de» Reichsgesetzblatt» publicirt nachstehende Bekmnlmachung de» Reichskanzleramts batht vom 13. d. M.: Nachdem die Rostecker Bank auf das Recht zur Ausgabe von Banknoten mit dem 11. Juni d. Z. verzichtet hat, ist der dieser Bark zustehende Antheil an dem Gesammtbetrage de» steuerfreien ungedeckten Notenumlauf» mit 1,155.000 Mk. mit dem gedachten Zeitpunkte dem Ancheil der RetchSbonk zngewachfen. Dies« Antheil hat sich sonach von 272,720.000 Mk. auf 273,875,000 Mk. «höht.
Die Ernmnnng de» Abgeordneten Dr. Wehrenpsennig publizirl bet „Reichsanzeiger“ H ute in folgenber Form: Se. Majestät der König haben Allergnidigst geruht: ben früheren Director des literarifchen Büreans, Dr. Wehreupfennig, zum Geheimen Regierungsrath und Vortragenden Rath hn Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeitm zu ernennen.
Die „Correspondance universell“, welche seit dem 16. Mai offenkundige Beziehungen ,ur sranzöst'chm Äeaierunfl‘
das Hintertheil feines Reit- und unsres Zugthieres zu bearbeiten, daß dasselbe in einen vollkommenen Galopp verfiel, die Pappelbäume an der Straße nur so an uns vorüberflogen und wir Mühe hattm, bei dem Stoßm des Wagens und unferem heftigen Lachen uns auf den Sitzen zu erhalten. Sicher hielt er dieses Lachen für Beifallsbezeugung bezüglich der gerühmten und nun glänzend docu- mentirten Schnelligkeit feiner biche, denn je mehr fein öfter nach rückwärts als vorwärts gekehrtes Gesicht auf ben unseren diesen Ausdruck der Fröhlichkeit sah, desto hageldichter fielm die Streiche auf die übrigens sehr wohlgenährte arme biche. In kaum V- Stunde waren wir in Alm^ou vor der Mairie angelangt, wo wir unferm prächtigen Fuhrmann mit einem gutm Trinkgelde, einem Gruß an seine Ehehälfte und dem Rathe entließen, in Zukunft doch nicht oft seiner edlen biche solche Parforcetourm, wie die heuttge zuzumuthen.
So waren wir dmn glücklich in Almtzon, einer alter- thümlich gebauten, ab« durch Industrie und ausgedehntm Handel sehr reichm Stadt in der Normandie angelangt — und erhielten dmn auch bald ausgezeichnete Quarttere angewiesen.
Obgleich das Hauptquartier S. K. H. des Großherzogs von Mecklenburg sich hier befand, die beidm Divisionsstäbe und der größte Theil der zwei Divisionen hier lagen, war doch Platz genug zum Unterkommen vorhanden. Die beidm Divifionm theilten sich derart in die Quartiere, daß die östlich des durch die Stadt fließmdm Nebenflusses der Sarthe gelegmen Stadttheile unserer 22. Division zufielen. Ich wurde mit zwei Officierm in einem Gasthaufe einquartiert, wo die Verpflegung eine ganz ausgezeichnete war, wenn ich mir auch damit heute nud den folgendm Tag nicht viel zu Gute thun konnte.
(Fortsetzung folgt )