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Marburg, Sonnabend, 20. October 1N7.
xii. Zahrgasg
zeigen nimmt entgegen: e Expedition d.Blattes, »ie d-Ännoncen-Bureaux IR Th. Dietrich & Co. in njfel und Hannover; Th.
zt* ietrich in Frankfurt a.M.; IJW äasenstein & Vogler in VV*- Cantfurt a. M.. Berlin, [ipjig, Köln ic.; Rudolf ioffe in Berlin, Frankfurt a. M re.
AnheMc 3fitiinii.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst;
Herma,>.»lche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendani in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis fttr das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ..Jlustrirte» LsNNta,«Statt" durch die Expedition (Aoch'sche BuchdruSerei) bezogen U Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark Pfg. (exl. Bestellgebühr). — InsertionSgebähr fit die gespaltene Zeile 1» Pf,. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf«, berechnet.
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ivilges tzbuchS w!rd am nächsten Sonnabend ihre Arbeit ließen.
Lagerbericht.
Die Kommission für die Ausarbeitung eines Deutschen
nach einem heftigen Geschützfeuer unseres linken Flügels mit den Batterien von A>acja Dagh gingen wir zum erast lichen Slurmangr ff gegen die Höhe von Awlias und die Redoute über. Bei Kenant, im Centrum der tükkijchea Stellung, gab es ein geschickt geleitetes Attilleriegefecht auf zwei Werst Abstand, in welchem nur Shrapnrlls mit bor
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, auf wrlchrr sich bereit- zwei andere Herren befanden
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Hülfe kommen konnte entseelt auf den Wicsenteppich. Während sich diese Katastrophe auf der CarlShöhe er« e, hatte sich Elvira, erheitert durch die neckischen ittme, welche sie uwgavkelt, einige Stunden später von Lager erhoben und befand sich j tzt in den Händen <tt Zofe, die das lange schwarze Haar ihrer Gebieterin ch die Hände gleiten ließ. Mitunter warf wohl auch junge Frau, wenn sich ein Geräusch hören ließ, einen tungSvollm Blick nach dem Eingänge ihres Toiletten ers und ein leichtes Lächeln umspielte dann ihren nb, denn ihr Gemahl hatte mitunter die Gewohnheit, dort ga überraschen, und heute sehnte sie sich ganz be- nach ein«» solchen vertraulichen Plauderstündchen,
züglicher Wirkung wrwandt wurden. Um Mittag erstürmten die kaukasischen Grenadiere unter General Hy mann die AwliaS Höhe und Redoute mit großem Erfolg. Erstere wurde von vu seren Truppen besetzt, wobei uns drei Krupp Geschütze in die Hände fielen; die aus ihren Stellungen , in Unordnung fliehenden Türken wurden überall scharf verfolgt. DaS vierte Ezinköl'sche Regiment besetzte den Alatjr Dagh und griff das türkische Lager an, welches eS eroberte Der Feind floh ungeoibmt in drei Richtungen, nackdem er in feinem Rücken von KarS abgeschnitten war. Morgen wird die Verfolgung fortgesetzt. Bisher fehlt eS noch im Lager an Nachrichten von General Lazarew.
Auch in Bulgarien ist der Eatscheieungskawpf ringe- leitet worden; man meldet den Beginn des Bombardements von Plewna, und am Low, bei Kadik oi und Trestnik, wo die sich gegenüberstehenden Streitkräfte concentrirt sind, recognoScirt man sich gegenseitig, offenbar in der Absicht, die Entscheidung baldigst herbeizusühren. Am Lom herrscht seit vier Tagen günstiges Wetter; die Straßen werden fahrbar und wichtige Operationen stehen in Aussicht.. Den etwaigen Rückzug OSman Paschas aus Plewna nach Sophia hat eine Garde-Division, die sich bei Dalna Lipnitza postirt hat, verlegt.
;u sttzemaicht Mukhlar Paschas über seine Nieder laxe, über die zu eimfirfahrenen Arttllensten", von denen die Geschütze bedient
Die Borarbetten zur Reform der Aktien Gesetzgebung ,6 keineswegs ststirt, sondern werden im Reichs Justizamt rig fortgesetzt. Als nothwendige Vorarbeiten werden beichtet: 1) die Sammlung des statistischen Materials, 2) t Darstellung der ausländischen Akliengesttzzelung, 3) «sstellung der amtlichen Vorschläge und Gegenvorschläge, t 4) die bezüglichen RechtSspiücheder obersten Gerichts
t DeutschlaucS, und zwar sowohl in Civil- wie in Cri- -Prozeffen.
Auf dem KkiegSschauplatze scheinen die Ruffen jetzt He großen Anstrengungen zu wachen, um noch vor dem n des Winters eine bedeutendere Entscheidung herbei«
denn ihr Herz fühlte sich so glücklich und ft< hatte ihm so Viele» zu sagen. AlS sie sich aber in dieser Erwartung immer wieder getäuscht sah, senkte sie den Kopf und ein leichtes Schmollen machte sich in ihrem Gesicht bemerkbar. Sie nahm ein Buch zur Hana, entließ ihr Kammermädchen und warf sich In einen Lehnstuhl, inoem sie versuchte, sich in den Inhalt der zur Hand genommenen L ctüre zu ver tiefen, aber sie hatte letne Ausdauer hierzu, eine eigen- ihümlrche Unruhe bemächtigte sitz ihrer, das Buch entsank ihrer Hand und bald gab sie sich jenem eigemhümlichen Sinnen hin, welche- die Gedanken hin und her treibt, ohne daß man sich über die eigentliche Richtung derselben eine genaue Rechenschaft abzulegen vermag.
Plötzlich hörte sie in dem anstoßenden kleinen Salon ein ziemlich lebhaftes G-spräch.
„Melden Sie mich Ihrer Herrin", sagte in dringendem Tone eine weibliche Stimme.
„Aber die Frau Gräfin pflegt so früh keine Besuche zu empfangen."
„Die Dringlichkeit der Sache wird mich diesmal bei ihr entschuldigen. — Melden sie mich."
„Auf Ihre Verantwortung Frau Baronin." —
„Nun ja — nur sarnell."
Elvira hatte sich erhoben, um durch ihre persönliche Dazwischenkunft den Widerstand der Dienerin zu beseitigen, al» fich die Thüre ihres Zimmers öffnete und Frau von Bergen, fast gleichzeitig mit der Zofe eindrang.
Elvira erblaßte unwillkürlich, denn der Anblick dieser Frau hatte bei ihr stets ein beängstigendes, unheimliches Gefühl borgerufen, welches jetzt im verstärkten Maße erwachte, da sie sich erinnerte, daß ihr Gemahl den Besuch derselben in feinem Hause mehrere Mal mit unverholenern Widerwillen abgetönt hatte.
Die Barcnin schien indessen im gegenwärtigen Augen«
Neueste KriegSnachrichten:
Petersburg, 18. Oct. In Folge der rauhen Wit terung ist die Eo-niualilät der Verlegung de» persönlichen Havp qnariierS des Kaisers näher gerückt. Ueber den Ort ist indeß noch nichts bestimmt. Im Augenblicke hat das gejammte Gefolge de« Kaisers nur Zelte zum Obdach. — Die ZeiiungSgerüchte von dem Abzug der rumänischen Truppen finden durch die hier vorliegenden Nachrichten keine Bestätigung. — Tie Meldung von der angeblichen Auflösung von LieferungS Contrakten betreffend, so sind die Verträge allerdings theilw.ise sehr oneröS, von einer einseitigen Lösung derselben ist jedoch nicht die Rede.
Konstantinopel, 17. Oct. Suleiman Pascha hat bei einer auf der Straße nach Bjela unternt mmenen Re- cognoScirung die Ruffen bet TreSmk stark verschanzt ange troffen. — Im Schipkapaffe ist in den letzten Tagen wiederum Schnee gefallen. — Der englische Admiral Hornby ist hier eingetroffen.
Konstantinopel, 17. Oct. Telegramm Mukhtar Pascha'» an» Kars vom 15. October. Heute früh trafen
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Sin zerstörtes Stück.
Erzählung von Carl Kessel.
(Fortsetzung.)
Graf von Haller stieg mit seinem Begleiter aus und ______ näherten sich den zwei Personen, welche bereit» auf »arteten. ES war Herr von Rosenau mit feinem Selen. Nachdem dieser mit Herrn von Steinbach die den b'Mwendigen Vorbere tuugen zu dem bevorstehenden Zweigetreffen hatten, stellten sich die beiden Gegner eigenb mit einer kurzen Verbeugung gegenüber. Dann en sie sich einander mit erhobener Weffe langsam bedächtig. Da ertönte da» Kommando, zwei Schöffe ten gleichzeitig uad al» sich der Pulverdawpf verzog, der Graf da« Pistol auS der Hand fallen, faßte kra-rpf- nach seinem Herzen, schwankte einen Augenblick hin her und sank dann bevor ihm Gras Steinbach noch
„ führen. Bei Kar» ist es ihnen gelungen, die Armee ICilC. dckhtar Paschas so gut wie zu vernichten; der eine Theil «ser Armee wurde geschlagen und zerstreut, hierbei einige
7* Wisinköi. Gestern Nacht meldete er durch den Felv- IlluHÄegraphen au» dem Dorfe Bazardschik, daß Mukhtar i« Nr^ überlegenen Streitkräften ihm gegenüberstehe, und bat Umterstützung. Darauf hin begonnen h ule früh uns.re »pen einen Angriff auf die türkischen Stellungen, und
si» durOeich Mukhtar Pascha, de» gischlogene Feldherr, da« ent« ich jedcheidende Wort nicht ausspricht und namentlich über das werdei^ickjal der unter 6 Pascha« stehenden D Vision nicht (124Pstrrrchtet zu sein scheint. In den ,Daily News" liegt ide ausführlichere Meldung von ihrem Korrespondenten
russischen Haup quartier vom 15. Abend» an» Karo ja!
.• „Am 9. o. begann General Lazarew mit 27 Bataii-
—,1 Infanterie und 40 Geschützen eine Ftankenbewegung l * V hier hinter den Aladja Dagh nach der Anhöhe Awlia»
•fäfeers
nberft? 816 sie dort an kamen, brach eben bat junge Licht bet e durch die Zweige und beleuchtete eine kleine Wiesen
der
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ntm Schlage zerstört worden.
d Untfl Der unter den „neuesten KriegSnachrichten" milgetheilte
------aufenb Gefangene gemacht und vier Kanonen erobert, zj ler andere Theil, 3 Divisionen mit 32 Kanonen wurde Angelt uud mußte sich nach sehr großen Verlusten er
h, tot. 6 Paschas gaben fich gefangen, Mukhtar Pascha
fSBinttNtbtn, über die vollständig zersprengten und zerstreuten KaiUone, bestätigt den großen Sieg der Ruffen, nenn-
ie ch nach KarS. Ob es letzterem wieder gelingen wird, » i Reste feiner Armee zu sammeln und den Russen eut-
ICPC: tgenzustkllen, bleibt abzuwarten. So ist denn der türkische g Mae wenigstens auf den Schlachtfeldern Kleinasiens mit
wir Vorkehrungen, uns auf der Straße nach Kars festzusetzen, als der Feind von Hatjivali teboudihte und den von 4 Bataillonen mit 3 G.schützen vertheidigten Awliasberg angriff. Hierauf wurde unser Centrum bei Bvulamk angegriffen. Letzteres mußte sich, obgleich e» durch Bataillone von den Flügeln verstärkt wurde, nach einem vierstündigen Ansturm und gegenüber einem verheerenden Ar- i tilleriefener deS Feindes zurückziehen. Der Feind besetzte den AwliaSberg und svccesstve andere strategische Positionen auf bet Seite von Kars, wohin wir mit einer Division zurückgingen, um einen neuen Angriff vorzubereiten. Die 2 Division, welche bie Abheilungen Raschid Omar, Kiazim, Movssa und Cheiket umfaßte, besetzte die Post tonen bet Karat ja agh. Der Feind erhielt zahlreiche Verstärkungen und brachte 20 Geschütze, von erfahrenen Artilleristen b.dient, inS Gefecht. Mehrere höhere türkische Offiziere flno ge fallen ober verwundet 800 Mann wurden krnpfunsähig. — Rens Pascha meldet: Ein Met r hoh r Schnee verhindert im Schipkapaffe alle Opera Ionen. Die Vorkehrungeu für den Winterseidzug werden getnffen. — Aus Novibazar wird gemeldet: Die Chefs dir Insurgenten, Restav und Khart, wurden in einem Gefechte g.tödtet. — Mehewed Ali Pascha hat in Peta ein Hans gemiethet. — In ®iIiftrL sind zahlreiche Fälle von Fieber. Krankheiten borgttommen.
Wien, 18. Oct. Ta» „Wiener Tagbl." meldet auS T fliS vom 16. d.: In Folge der neuerdings erhalleneu Verstärkungen konnten die Ruffen in ter gestrigen Schlacht der 30,000 Mann starken Armee Mukhtar Pasra'S 70,000 Mann gegenüber stellen. Manche Commando'S waren neu besetzt. General Solowirff führte unter Gen.ral Heimann die kaukasische Grenadier-Division zum Sturm auf den AwliaSberg. Bisher stad 4000 G.fangene eingebracht. Tifti« ist in freudiger Aufregung. Die Offensive grg-m Ismail Pascha ist ebenfalls nahe bevorstehend.
Bukarest, 17. October. Nach Berichten auS Turn- Magurelli hat da» Bombardement gegen Plewna auf der ganzen L.nie begonnen. Von der in P ewna eingeschlcffeneu Armee treffen fortgesetzt größere Abtheilungen von türkischen Deserteurs ein. Die Verbinsung Osman Pascha's mit Sofia ist unterbrochen. Suleiman Pascha hat RaSgrad nicht verlaffen. Er concentrirt alle seine Truppen bei «adtliöi.
DnttscheS Reich.
Berlin, 18. Oct. TaS Staatsministerium hat gestern und heute Sitzungen abgehalten, in welchen es sich um bie Feststellung des Inhalt» der Thronrete haadeUe. — In der vorigen Session de» Landtag» st.ch folgende Regierungsvorlagen unerledigt gebli ben, und dürsten dies.Iden zum Theil demnächst wieder in Vorlage gebracht werden.
blick an diese dewüthigendm Zurückweisungen nicht zu denken. Sie nahm der Gräfin gegenüber Peatz und ae« fich nun die beiden grauen allein befanden, sahen sie sich einen Augenblick schweigend an; Eivira unter dem sichtbaren Eindruck unbehaglicher beängstigender Empstroungen, bie ihr dieser Besuch einflößte; Frau von Berge» mit Augen, welche unheimlich leuchteten, obgleich sie bemüht war, die» unter dem Ernste eines tLfen aufrichtigen Mitgefühl» zu verbergen.
Endlich begann die Baronin mit scheinheiliger Miene: „ES preßt mir daS Herz ab, so tief bin ich selbst erschüttert I . . . Und doch, ich weiß in der Thal nicht, wie ich beginnen soll." —
„Aber ich bitte Sie," sagte die Gräfin, „wenn man diese Einleitung hört und Ihr G. sicht dabet betrachtet, so könnte man ja ordentlich Furcht bekommen.
„Der Zufall ließ mich die Trauerbotschaft zuerst erfahren."
„Eine Trauerbotschaft? Oh seien Sie nicht grausam. Treiben Sie tonen Scherz mit mir!"
„Ich Scherz treiben tu einer so ernsten Stunde? — Oh meine gute Gröfir, wollte Gott der Augenblick wäre hierzu geeignet. Wte liebe ich Sie und wie sehr bin ich b Sher von Ihnen verkannt worden I" .
Und grau, ton Bergen ergriff die Hand der jungen Frau und drückte dieselbe zärtlich, während sie fich mit ihrem Taschentuch über tie Augen fuhr.
„Barmherzigkeit!" stöhnte Elvira, schwer auf seufzend. — „Lassen Sie mich nicht länger in dieser Ungewißheit — Sie sehen ja wie ich leide."
„Zhr Gemahl, liebe Gräfin, wo ist Ihr Gemahl?" „Mein Mann?" rief diese aufspringend und bl» zum Tode erbleichend — „oh mein Gott, er befindet sich, wie ich denke, unten im Garten." (Forts, f.)