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JKarÜurg, Freitag, 19. Oktober 1877.

XII. )«tzk,aig

piCiriuf ui u.vi.,

»aasenftein & Vogler in

Origen nimmt entgegen: ieöxpebttion d.Blattes, ,wie d-Ännoncen-Bureaux kn Th- Dietrich & Co. in t« kaffel und Hannover; Th. / ls Dietri* in Frankfurt a.M.;

tentfurt a- M., Berlin, eipzig, Cöln rc.; Rudolf Reffe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

(OliciliclW jritiniii.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co- in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herma»»iche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Sonn« und Feiertagen V eis für vas üuarial mit der wöcheurlimeu BeilageMBttttit* CiMtttlllttr' »r» -Urnebttinn zo n AfA# «uchdru-eret) bezogen U M-rk, durch die Postlwler des Deutschen Reiche- 8 *«t M ff« ÄtonLX Ä K gef^ SeM ff«

Jfti in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 85 f f|. berechnet.

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rni Sache der Ordnung und der npublikanischen Partei \ umwunden hin stellte. Er verwahrte sich gegen die Ver-

Die Wahle» in Frankreich

a6ett am Sonntag, 14. Oktober, stattgefunden. Der Ans ang derselben hat die Erwartungen der beiden grotzen larteien, welche sich gegenüber standen, getäuscht: weder n Präsident Mac Mahon hat einen entscheidenden Sieg mmgtn, noch haben die Republikaner die Stellung be- auptet, welche fit in der vorigen Kammer tone gehabt, 1 eschweige denn, daß fie die erwarteten noch größeren Er-

,lge errungen hätten.

Zn der vorigen Kammer standen 363 entschiedene Re Ältkaoer 158 Anhängern der Regierung gegenüber. AIS " Hat Mahon die Kammer auflöste, war seine selbstverständ- che und au-gekprochene Hoffnung, eine Mehrheit für seine 's svlitik in der neuen Kammer zu gewinnen, und diese Hoff»

lag stützte sich darauf, daß bei den vorigen Wahlen die ichrzahl der Kandidaten flch als Freunde seiner Regierung «gegeben, aber hinterher die Erwartungen der Wähler etäuscht hätten; deshalb sollten jetzt die Kandidaten, welche i Wahrheit als Stützen der R gierung anzusehen seien, Adrücklich bezeichnet werden, und daS Land sollte alsdann i sollet Kenntuiß der Sachlage zwischen dem Präsidenten ib seinen Gegnern entscheiden.

Roch unmittelbar vor den Wahlen hatte der Marschall >Mahon einen Ausruf an das französische Volk er

, in welchem er in kurzen, bestimmten Sätzen alle gniffe wegen dec Absichten der Regierung zu wi ver­suchte und die Frage zwischen der von ihm verlre«

»düng, daß die r-publikanische Bersaffung gefährdet sei, , mir« die Behauptung zurück, daß die Regierung dem [0F Hasse der Klerikalen folge, er versicherte, daß NichiS

rRegierung zu einer Politik fortreiß.n werde, welche den utea< litten gefährden körn te. ES handle sich nm um einen

:htn e.

»Pf zwischen der Ordnung und der Unordnung. Da« « habe schon früher au«gesp:ochen, oaß es nicht durch j i-rungSfetndliche Wahlen eine ungewisse Zukunft von - Wickelungen und inneren Kämpfen herbeiführen wolle, d ß es Ruhe im Innern, wie nach außen wolle. Die | Ukr sollten deshalb für die von der Regierung empfoh «> Kandidaten stimmen. Der Präsident Mac Mahon

Kcherie schließlich, daß seine Pflicht ihm verbiete, dm A Im, auf den er durch die Verfassung gestellt sei, zu j Wen, er trete ein für Ordnung und Frieden.

Der P ästdent schien bestimmt zu erwarten, daß daS aufgeklärt über die wirklichen Absichten seiner Regie

1 Urb sicher geleitet durch die Aufstellung amtlicher Lbtbaturen, ihm eine Mehrheit in der Kammer gewähren 9 6t, und kurz vor den Wahlen versicherte der Minister

Aor sieben AaHren.

«birch eine» Dreiundachtzigers aus »em deutsch - fran­zösischen Kriege 1870/71.

(Fortsetzung.»

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Wir marschirien gegen Abmd noch eine Strecke weit s® Mrtef auf einer ziemlich bequem zu passirendeu Straße i ZU l bezogeit dann etwas seitwärts derselben in St. Germain la (»oubre Quartiere. Hier trat mein Unwohlsein, das . ! dm ganzen Tag nicht verlassen hatte, mit erneuter DM Veit auf. Unser Bataillons-Arzt verordnete mir Ruhe * kündigte mir an, daß, wenn mein Zustand morgen früh 7 andauere, er mich doch noch zur Bagage schicken müsse, zuw 1$ dollständig erschöpft sei und einen Marsch nicht mit:

r. könne Was meiner bei der Bagage wartete, 1 & ich aus der in den elenden Tagen von Mitte Novem- zesammeltm Erfahrung noch so gut, daß mich schon «r bloßen Erinnerung und dem Gedanken, wieder solche 3* durchmachen zu müssen, ein gelinder Schauer überlief, irg- ich mußte mich barem fügen!

V»- Januar. wurde denn auch heute Morgen, mein Bataillon lustig vorwärts marschirte, mit Irdenen Krankm und Leichtverwundeten auf einen Wagen >e zM idm und die Fahrt ging vor sich; zum Glück für , heute das Wetter, wenn auch kalt, doch erträglich! urtict- irrt Trauercolonne langte gegen Abmd in dem etwa eine ", von Alentzvn entfernten Dorfe St. Blaise an. Die , *m)n war etwas weiter vor auf dm Feind gestoßen, ein Gefecht hatte begonnen, war jedoch wegen einbrechen- Dunkelheit abgebrochm worden und so kam denn >'N späterer Abendsttptde unser 1. Bataillon nach St. zurück, um hier Ouartier zu beziehen. Zch lag mit fm°nt v, S. zusammen, der, wenige Tage zuvor leicht

des Innern in einer Versammlung von Vertrauensmännern, daß die Mehrheit der künftigen Kamm.r als für die Regie rung gewonnen anzusehen sei.

Nicht minder zuversichtlich traten die Republikaner auf: während dieselben nach der Auflösung der Kammer zunächst nur die Wiederwahl der 363 Mitglieder, welche zuletzt im Widerstand; gegen die Regierung vereinigt waren, erstrebt und verkündet hatten, war kurz vor den Wahlen von Gambetta die Zuversicht ausgesprochen worden, daß die Zahl der entschiedenen Republikaner sich bis auf 400 ver- mehren würde.

Die soeben vollzogenen Wahlen haben, wie gesagt, die Erwartungen auf betben Seiten getäuscht: das Ergebniß, wie iS bis jetzt vorliegt, läßt eine Mehrheit von etwa 320 Republikaner gegen 210 Anhänger der Regierung erkennen. D;e R publikaner Huben hiernach gegen 50 Stimmen ver­loren, aber sie werden zunächst noch eine Mehrheit von über 100 Stimmen behalten

Unter gen ähnlichen Umständen würde ein Gewinn von 50 Stimmen für die Regierung als ein erheblicher Erfolg anzuerkennen fein, und die Bedeutung des errungenen Er- gedniffes ist auch unter den obwaltenden Verhältnissen in Frankreich nicht gering anzuschlagen, zumal den hochg henden Erwartungen und zuvei sichtlichen Ankündigungen der Re­publikaner gegenüber.

Und doch ist der AuSgang der Wahlen auch für die Regierung insofern kein Steg, weil, wie oben erwähnt, die Frage diesmal ausdrücklich und bestimmt als eine Frage des Vertrauens für den Marschall Präsidenten gestellt war, cas Land durch die amtlich verkündeten Eandidaluren klar und unzweid utig in die Lage versetzt war, sich für oder gegen den Marschall auSzusprechen, endlich zu Gunsten der Regierung« Kandidaten eine eifrige und umfassende 8eet; fluffung sowohl Seiten« der Behörden, wie auch Seiten« der Geistlichkeit stackgefunden hat. Wmn trotz alledem eine Mehrheit von 320 Stimmen gegen die Regierung gewählt worden ist, so bereutet da« an und für sich weder einen thaifächltchen, noch einen moralischen Sieg; denn es muß badet in Betracht kommen, daß in der früheren Mehrheit von 363, wie der Marschall Mac Mahon selbst versichert hat, eine große Zahl ursprünglich und nach der Absicht der Wähler zu seiner Unterstützung gewählt war, nährend jetzt vie 320 von vorn herein unzweifelhaft zur Bekänpsuug seiner Regierung, wenigstens seiner j feigen Regierung, ge­wählt sind.

Die thatsächliche Bedeutung der Wahlen für die weitere Entw ckelung der Dinge in Frankreich wird sich freilich erst ergeben, wenn sich der Charakter der Gewählten auf beiden Seiten bestimmter erkennen läßt; es wird sich zeigen müssen, ob die Echä je des Gegens fees zwischen den beiden großen

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verwundet, in der folgenden Nacht recht tüchttg erkrankte.

16. Zauuur. Das über uns beide heute Morgen vom Arzt gefällte Urtheil lautete: Ruhe und eventuell: Bagage! Unser XIII. Armeekorps sollte heute gegen AleniM vorgehen, alle Befehle waren schon ausgegeben, alle Vorbereitungen schon getroffen, als von der 12. Ca- valleriebrigade die Meldung antam, der Feind habe in der Nacht Sllengon geräumt und daraufhin sich die Brigade in den Besitz der Stadt gesetzt. Um 11 Uhr erhielten wir beide die weitere Nachricht, daß unser Regiment bereits mit klingendem Spiele in Aleittzon einziehe; und wir sollten in St. Blaise in unserem Krankenstübchen bleiben und trüb­selig die Köpfe hängen lassen wie die zwei Grenadiere bei H- Heine,als sie kamen ins deutsche Quartier!"

Das wäre nicht zum Aushalten gewesen! Also gaben wir uns beiden und unseren Herren Burschen Marschbefehl

Aber wie hinkommen? Das Marschiren, selbst nur die eine Stunde bis dorthin, war uns unmöglich, auch wenn es der Arzt uns nicht untersagt hätte; doch da halfen uns unsere intelligenten Bursche aus der Verlegenheit. Sie überredeten einen Bürger aus St. Blaise, einen Bäcker, der nicht weit von unserem Quartiere wohnte, unseren Transport nach Sllengon zu übernehmen; welche Alternative sie übrigens ihm in der lebhaft geführten Unterhandlung, die wir von unserem Fenster aus beobachteten, stellten, weiß ich nicht: kurz! er fand sich nach einigem Besinnen bereit, uns nach Menton zu transportiren, brüllte seiner Ehehälfte in das Haus hinein zu: Marie! aide^moi atteler la hielte! und schob ein ganz nettes Wägelchen, das freilich uns Vieren nur sehr knappen Platz in Aussicht stellen konnte, aus der Remise, während unsere Burschen uns die fröhliche Meldung machten: der Franzose will fahren! und dann unser Gepäck zum Abmarsch bereit stellten. (F. s.)

Gruppen, welche die Wahlen beherrscht hat, demnächst auch in lern parlamentarischen Verhalten der Gewählten zur Geltung gelangen soll, oder ob in der weiteren praktischen Gestaltung ausgleichende Stimmungen zur Herrschaft ge­langen. Es läßt sich für jetzt nicht übersehen, wie viel von den 320 republikanischen Abgeordneten zu den entschiedenen und unversöhnlichen Republikanern gehören, wie viel dagegen trotz de« augenblicklich scharfen Gegensatzes geneigt fein mögen, sich der Regierung des Marschalls auf dem Loden der praktischen Politik wieder zu nähern. Au; der anderen Seite feägt sich, welcher Art die Stellung der verstärkten confer* oativen Minderheit fein wird, auf welche der Marschall sich zunächst vorzugsweise stützen muß. Rach vorläufiger Schätzung b-ftnben sich unter den 210 konservativen Abge­ordneten etwa 100 Lonapartisten nahezu 50 Legitimisten, etwa 10 Orleanisten und etwa 50 sonstige Anhänger der Mac Mahon'fchen Politik. Die erheblichste Stä hing hat mithin die bonapartistifche Partei gewonnen, deren selbst­ständige Pläne sich aber schwerlich mit einer versöhnlichen Politik des Marschalls nach der republikanischen Seite hin vertragen würden.

So scheint denn die innere Lage Frankreich« zunächst auch nach den Wahlen noch völlig dunkel, und ein weiterer wechselnder Kampf der Patteien scheint in sicherer Aussicht zu stehen.

We« die Bedeutung der Wahlen für die Beziehungen Frankreichs nach außen betrifft, so ist zunächst nur die Thatsache hervorzuheben, dog beide großen Parteien bei oen Wahlen selbst die Friedenswünsche Frankreichs und ihre eigene Friedensliebe aufs Eifrigste betont haben. Von beiden Seiten ist wetteifernd Verwahrung dagegen eingelegt worden, daß durch ihren Sieg die Sache de« Friedens ge­fährdet werden könne: beide schienen dem friebfettigea Bürger keine willkommenere Verheißung geben zu können, al« die dir Sicherung de« Friedens nach außen.

ES dürfte auf diese Anzeichen immerhin einige« Gewicht zu legen sein, wenn auch die Geschichte Frankreichs die Möglichkeit eine« jähen Wechsels auch in dieser Beziehung offen läßt.

Eine weitere Thatsache von Bedeutung ist, daß unge­achtet des erhebliwen EinflufleS, welchen die Getstlichkeit zu Gunsten bir Wahlen tm Sinne der Regierung ausgeübt hat, doch bie t.eritale Partei selbst bie großen Erfolge, welche sie noch vor Ku>zem aus ber Wendung bet Dtoge in Frankreich für ihre Sache erhoffte, keineswegs bavonge- tragen hat. Wie auch die Mehrheit der Kammer sich noch gruppireu und gestalten möge, eine Unterlage für eine kle­rikale Politik wird sie ihrerseits schwerlich gewähren. Schon vor den Wahlen aber hatte die klerikale faxtet in- sofern eine moralische Niederlage erfahren, als die Regierung

Ein zerstörtes Glück.

Erzählung von Earl Kessel.

(Fortsetzung.)

Man rufe meinen Sohn," sagte er zu dem einite- Diener, wobei er feine unheimliche Wanderung

»Der junge Herr wartet bereits im grünen Salon," lautete die Antwort.

So mag er eintreten."

Dies war in wenigen Minuten geschehen.Mein Vater l" rief ber Sohn, indem er sich mit allen Zeichen be« Schmerzes uub der Auflegung ihm näherte,mein Vater l . . .

Aber eine finstere ab lehrende, mit Blicken der Verach­tung begleitete G-berde gebot ihm, sich fern zu halten.

»Wie faßte der junge Mann tief aufseufzend, wollen Sie mir Zhr Herz tu einem Augenblick verschließ n, wo da« meinige vorn Schmerz zerrissen ist?"

Unwürdiger, was habe ich noch mit Dir zu schaffe I . . ."

Zoei stimmende Blitze zuckten au« den Augen des Sohne« Uub da« B!ut Drang ihm in« G sicht. Bald aber gewann er feint Fassung wieder und sagte mit sanfter St mme:

Der Zorn reißt sie fort, ich vergebe Ihnen diese Worte.

Keine Komödie. Du hast einen edelen, bisher unbe­fleckten Namen entehrt und besudelt. Diese Heirath I. . . Qh ve flucht sei der Augenblick, wo ich die Schwäche besaß dieselbe zuzugeben."

Ich danke Ihnen noch in diesem Augenblick hierfür