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r. 20.

JUarßurg, Donnerstag, 18. October 1877.

xn. Iahrgaig.

nimmt entgegen: ition b.Blatte», iedlAnnoncen-Bureaux xh, Dietrich & Co. in el und Hannover; Th. rich in Frankfurt a.M.; senstein & Vogler in Ifart a. M., Berlin, ia CSln 20.; Rudolf in Berlin, Frank­furt a. M. n.

OdecheM jcitimg.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annonoen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermau.»'kche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C- Schlotte in Bremen.

«richrint täglich außer den Werktagen nach Soun» und Feiertagen. Preis fit das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Alufirtrt»» GaiUltagSölatt" durch die Expedition (lkoch'fche Buchdruckerei) bezogen Sb Wert, durch die Postämter des Deutsche» Reiches S Wert 5» Pfg. (exl. Bestellgebühr). — IasertionSaebühr für die gespaltene Zelle !• Pf«.

Für in der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adressen werden 15 Pfz. berechnet.

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j Abgrenzung der Bezirke der OberlandeSgerichte und der Mgrrichte liegt, wie bereits gemeldet, dem StaatSminifie- iv vor. Ueber dm Inhalt desselben schreibt man der

Lagerbericht.

Zm Staatsministerium werden demnächst die Berathungen auf die Juftizgcsetze bezüglichen Vorarbeiten in Angriff owmen werden können. Der Gesetzentwurf, betreffend

Aor sieve« Ia-re«.

eines Dretuudachtziger» ans lew deutsch - frau- ,-fische« Art ege 1870 71.

(Fortsetzung.)

U. Januar. Ich war heute Morgen so elmd, daß «ich krank meldm wollte, allein die wenig tröstliche t alsdann wieder — und wie? hinter der Division ten zu müssen, ließ mich alle Kräfte zusammennehmen, chwäche überwindm — und es ging auch heute noch

!Tchon früh morgend rückte unser Bataillon gegen , einer an der Sarthe gelegenen Stadt vor. erwartete uns, wie es hieß, der Feind. In eiuem ft vor Beaumont rückten wir noch bei völliger Dunkel- -tin; alles schlief noch, nur in wenigen Häusern brannte Das Dorf war vom Feinde besetzt, der aber ich unerklärlicher und unverantwortlicher Weise sich «ns überrumpeln ließ. Es ging einfach in jedes 1 eine Patrouille und weckte die dort süß schlafendm ' en Krieger mit den freundlichen Worten auf: „Bon- , Monsieur, komme se mal mit!" — Daß es da auf Sette recht verblüffte Gesichter bei dieser in aller sruhe vollzogmen Gefangmnahme gegebm hat, ist ändlich. — So hattm wir denn schon in der frühe, oh« auch nur einen Schuß zu thun, ohne <wch nur ein Tropfen Blutes vergossen wurde, röten erheblichen Posten zu der bewußtm Abschlagszahlung j aber es sollte noch besser kommen, jedoch nicht, ohne *it ein wenig in die Klemme geriethm.

standen bald, es mochte gegen 8 Uhr sein, vor Stabt Beaumont s. Sarche und zwar unser 1. Bataillon allein — und das »ar an jenem Tage kaum noch

ÖB bet Rheinprovinz hat ein Scandalprozeß allge W Aussehen erregt. Der »Deutsche Verein" in Bonn Ifich als Gegenpatt de- UUramo itaniSmuS ronstiiuirle [2600, lange Zrtt von Herrn v. Sybel geleitet wurde, rach streu Angaben sogar noch heute unter besten Leitung hatte nämlich einen ehemaligen Lehrer Namen» Dr. zu Reisen von Ort zu Ort veranlaßt, um unter tzmd zu ermitteln, ob die städtischen wie die StandeS- stoa!streu oder ultramontan, und somit regterungS- gesinnt seien. Bei dieser an fich schon verab- gSwerthen Spionage hat nun der Commis-voyageur ! »Deutschen Verein»" nicht feiten noch auf eroiqtrte en hin Beamte verdächtigt und gegen einen Bürger- sogar den Versuch der Gelder prestung gemacht, unter Androhung, ttn Weigerungsfall die gegen denselben ge- ten — unbegründeten — Anklagen zu veröffent- Dir Angelegenheit ist von erhöhtem politischen In­da der »Deutsche Verein", bezw. fein Letter, durch

Heserzeitung": Allem Anscheine nach hat der Justizrni- str an dem Vorschläge scstgehalten, ausnahmsweise der vstnz Hesten-Rastau zwei Oberlandesgerichte (Frankfurt ta ans Kastrl) zu bewilligen, während in den übrigen Majen nur je ein Oberlandesgericht errichtet wird. Die ----N derselben wird sich also, da die Theilung der Provinz A Gßm in zwei demnächst zur Ausführung kommt, auf * - Drhöhen. Die Zahl der zu errichtenden Landgerichte «e ursprünglich aus ca. 80 veranschlagt nach dem Moß- k daß auf eine Bevölkerung von 300,000 Seelen T< Landgericht kommen solle. Natürlich wird der Bezirk jL t Reihe von Landgerichten namentlich in den großen chH ftm erheblich größer, an andere» Stellen je nach den (beten Verhältnissen kleiner sein wüsten. Die Bera tj im StattSministertum wird nicht viel Zeit in Nu­tz nehmen, so daß diese Vorlage dem Abgeordnetenhause »aid zugehen dürste. Die zweite Vorlage, welche die .OBI fiisatorischen Bestimmungen, Beseitigung des Oberlri- reil' "*/ Kompetenz des KammergerichlS, Verwendung deS ■ »al», Uebertragung der Fui klionm der freiwilligen tztSbarkeit auf die neuen Behörden rc. rc. betrifft, wird SlaatSministerium voraussichtlich erst nach der Rückkehr PkaiferS zugehen. (S: auch unten Artikel *• Berlin).

feine vermeintlich genaue Keuntniß der rheinischen Zustände und Stimmungen selbst in maßgebenden Kreisen so viel Einfluß gewonnen hatte, daß sein Votum gegen die Aus­dehnung der VerwaltungSrcsorm auf die Westprovinzen verwerthet wurde. Das Ergebniß de» ProcesteS war die Verurtheilung deS Dr. Konitzer zu vierthalb Monaten Ge- sänzniß und einem Jahr Ehrverlust. Es ist indesten zu vermuthen, daß außer ihm noch einige namhafte Mitglieder des »Deutschen Vereins" wegen ihrer in dieser Angelegen heil entwickelten Thätigkeit zur gerichtlichen Verantwortung werden gezogen werden.

Die Frage ist schon oft aufgeworfen worden, wie denn eigentlich die Türken, die bekanntlich kein regelrechtes Ver- pfl-gungSwefen in ihrer Armee haben, daS Kunststück zuwege bringen, ihre Truppen zu ernähren. Einen Beitrag zur Lösung dieses Räthfels liefert ein Korrespondent der „Times" aus Schumla. »Diese»," so schrcibt er, „ist der Mittel­punkt für die Intendantur von Mehemed Alt'» Armee. Eine wirkliche Jntentaatur gibt e» aber nicht. Die Leidenschaft der Türken, die Leitung aller Dinge jeweilig von einem Mittelpunkte auSgehm zu lasten (was man auf deutsch, kurz gesagt, centralistren nennt), wirft da» ganze Gewicht der Verwaltung auf Einen Punkt, und demgemäß muß der Oberbefehlshaber auch für die Verpflegung sorgen. DaS geschieht nun hier, und wahrscheinlich auch anderwärts, folgender Maßen: In Ermangelung eines regelrechten Trostes wurden fämmiltche Ochsenkarren meilenweit im Umkreise mit Beschlag belegt. Jeder Karren mit sammt seinem Fuhrmann und einem Ochsenpaare ist verpflichtet, einen Monat lang zu dienen; während dieser Zett wird dafür nicht» vergütet, nur daß der Fuhrmann uno fein Gespann täglich auf eine Ration Zwieback und Hecksel Anspruch haben. Von ersterem werden von Schumla au» jetzt wöchentlich 9000 Ctr. zur Front beiördert, und zwar beschaffe da» Krieg-Ministerium aus Konstantinopel davon 7500 Ctr. wöchentlich zu Schiff (über Varna), während der Rest durch die Bäcker von Schumla, Stlistria und Varna bereitet wird. Dieselben Karren, welche diese Ladungen zur Front befördern, bringen die Kranken und Verwundeten zurück. Da» Futter für die Artillerie- und Cavallert'pserde wird auf dem Wege von Verträge» bezogen und der Lieferant hat in den meisten Fälle» auch für die Beförderung zu sorgen. Die tägliche Verköstigung des türkischen Soldaten besteht au» einer Ration Zwieback und einem Abendgericht von gedämpftem Fleisch und Gemüse. In den Baracken ist diese« Gericht that- sichlich ein Triumph der Kochkunst, namentlich im Frühjahr und in den ersten Sommermonaten, wenn die Lämmer fett und die Zwiebel frisch stad. Aber jetzt, wo fich Jeder ein schränken muß, Gemüse nicht immer zur Hand find und

600 Mann stark. Unsere Tvte war schon in eine Art Vorstadt diesseits der Sarche einmarschirt, als auf einmal der Feind Feuer auf sie gab. Wir mußten einen Augen- blick zurück und war es ein Glück, daß der Nebel gerade sehr stark war und so dem Feind unsere eigentliche Stärke verschleierte, wie denn auch wir nicht wußten, von wieviel Franzosen Beaumont besetzt sein mochte; jedenfalls waren sie uns aber an Zahl weit überlegen. Aus baldige Un­terstützung konnten wir nicht rechnen; die beiden anderen Bataillone waren, wer weiß, wie weit zurück — und die Bewachung der vorhin schon gemachten Gefangenen nahm auch eine bedeutende Anzahl Leute in Anspruch. — Was gethan werden sollte, mußte rasch gethan werden; drei Compagnieen lösten sich also in Schützenlinien ans und gingen — ich möchte sagen, so frech — vor, als ob hinter ihnen mindestens ein Armeecorps in Reserve stünde; in Wahrheit aber stand dort nur eine, und zwar nicht einmal eine vollzählige Compagnie. Und doch brachten wir 600 Mann den Feind zum Weichen nach Beaumont hin, nahmen ihm mehrere Hundert Gefangme, verschiedene Bagagewagen und, was unseren Sieg erst recht fett machte, 200 Stück wohlgenährte Ochsen weg.

Dieser Kamps, der größtentheils darin bestand, daß, wie einer unserer Leute nachher sich ausdrückte, „ganz un- fläthig mtt dem Bankenett draufgegangen wurde," ist jeden­falls eine der Lüftungen, deren unser 1. Bataillon allezeit sich rühmen darf.

Während nun der Feind in der Stadt Beaumont sttbst noch Widerstand leistete, kamen unsere beiben anberen Ba­taillone auch heran und durch ihre kräftige Mithülfe wurde der Feind auS der Stadt hinausgeworfen. Hierbei fiel leider der Adjutant des 2. Bataillons, Lieutenant v. Heimrod, von 5 Kugeln durchbohrt.

Bei dem Sammeln der Gefangme» war Gelegenheit

nicht mehr al» vier Schafe täglich auf ein Bataillon kommen, steht e» mit besten Menge unb Bcschcffenheit nicht ganz so gut. Ein Schaf hier zu Lanbe liefert, Fleisch, Knochen und eßbare Eingeweide zusammen genommen, nicht viel mehr al» 14 Kilogramm Nahrungsstoff für den KochÜssel, und die Stelle der vielen saftigen FrühlingSgemüse vertritt jetzt fast allein der grüne PrradieSopfel sauren Beigeschmackes. Kärglich, wie diese Verpflegung auch erscheinen mag, reicht sie doch aus, so lange die Truppen im festen Standquartier stehen. Wenn sie aber plötzlich in Bewegung gesetzt werden, der Zwieback nicht ciutrifft und das Futter ausbleibt, dann freilich rnüsten sämmtliche Truppen sich mittels FouragirenS durchschlagen so gut es eben geht.

DaS Wetter soll jetzt in Bulgarien bester geworden fein; ob diese Meldung das Signal zu neuen Kämpfen fein wird, muß abgewartet werde». Was mit, bei und vor Plewna geschehen soll, ist immer noch ein Gcheimniß. Ein russisches Armeekorps ist »ach, dem westliche» Wiv- Ufer entsandt worden. Bereits wurden hölzerne Baracken für 20,000 Mann abgeliesert, und Alle» beutet daraus hin, baß bie Rusten in der Bulgare! überwintern wollen. Herr Marüjew, russischer Dragoman, kam aus Plewna nach zweitägigem Aufenthalt daselbst zurück; er foll daselbst nicht bloS wegen einer Waffenruhe behufs Begrabung der Tobten, fonbern auch wegen einer längeren Einstellung der Feindseligkeit verhandelt haben, ohne tnvesteu einen Erfolg zu erreichen. Er erzählt, bie Türken in P erona feien reichlich mit Kleidung versrhen, aber auf ipärtiche Rationen angewiesen, und herrsche unter ihnen viel Krankheit und Mißvergnügen.

Ueber die Operationen, welche der Bereinigung der Armee Chesket Paschas mtt Osman Pascha in Plewna vorangingen, erhält der „Daily Telegraph" von seinem Special-Cocrespondenten in Occhantc folgenden telegraphischen Bericht, datirt 9. d.: »Chesket Pascha machte in einer Ent­fernung von etwa 15 Stunden von Plewna Halt. Heute seinen Marsch fortsctzend, erreichte er Nachmittags Dubnik, in Front von Plewna. Die Rusten räumten fofort die Hügel zur Rechtm, welche von den Türken besitzt wurden, die sich sogleich daran machten, die Reparatur der Leie- grapyendrähte zu beendigen. I» der Zwischenzeit passtrte ein neuer Konvoi von Munition und Mnndvorräthen über den Fluß und rückte Abends in Plewna ein. ES erschienen Kosaken, um das Vorrücken der türkischen Truppen auszu- halten, aber nach einem wüthendeu Angriff der Türken er­griffen fle die Flucht, eine Anzahl ©ertöteter zurücklastcud. »Eine große Anzahl von Waggons ist »och außerhalb Plewna, da eS in Folge der Zerstörung der Brücken unter­halb Dubnik unmöglich war, den Fluß zu überschreit«

geboten, röt von unseren Musketieren erfundenes und sehr practisches Mittel in Anwendung zu sehm, um die Civil- oder Mlitärstellung der Gefangmen klar zu legen, denn viele der Letzteren hatten sich noch rasch Civilkleider über­geworfen und gaben sich für Civilistm aus. Das Mtttel ist erprobt und die Procedur war ganz einfach. Der zweifel­hafte, Civilkleider tragende Feind wurde einem kräftigen Musketier gegenüber gestellt, der seine beiden Zeigefinger in die rechte und linke Tasche der feindlichen Hose brachte und — auf das Commando: eins! zwei! drei! durch einen von oben nach unten gehmdm kräftigen Ruck die Seitennath aufriß. Sobald nach dieser Operation durch dm Riß die bekannte rothe Kreppfarbe der französischen Mlitärbeinkleider hervorleuchtete, wurde der mtt doppelten Hosen versehene Franzmann einfach als Prisonnier erklärt — und mußte nobelenz I cobelenz! wie Mortche Rosenheim sich auszudröcken pflegt, bei dem Gefangenen - Transport antreten.

(Fortsetzung folgt.)

St« zerstörtes Slii«.

Erzählung von Carl Kessel.

(Fortsetzung.)

„Genug I" fl-l hier bet Gras mit Eiseskälte ein, „unb was sagt die Gesellschaft dazu?"

»Armer Freund, die hat Dich bereits an’» Kreuz ge­schlagen."

»Ohne UrtheÜ und Recht?"

„Ohne Urtheil und Recht. Du kennst die Gesetze welche hier herrschen."

»Gut, ich weiß eS. ES ist der Zweikampf. Nun wohl, erzeige mir die Wohlthat, den Anwefenden in Beziehung