JHarßurg, Dienstag, 16. October 1877.
l-i 'Htodigs
n
MnIfiWc jcitiniß
$l*trtrtH durch die fceebition («o ch'sche
K f*r fcie sespalteue Seile II Pf,.
IA.
« allerdings die Macht in der Hand haben, gegenüber.
Ran hat schon so oft gejagt, daß Frankreich vor einer
ger
In de
irüllui
IHg
Eimon über die wahre Lage des Papste», die doch nicht
Vzrbührli
en Weise ab.
tlen wir morgens um 8 Uhr die Huisne bei Sceaux
bürg.
litt-5
UJ
6e
<5
nat ?mbtt
atth der
ärlli ibe.
i feuer, dann wurde es eingestellt und die Geschütze fuhren wieder ab, während wir zum Bataillon znrückgingen.
Dort war, wohl in Folge unserer Granaten, das Feuer und der Widerstand des Feindes sichtlich schwächer geworden; i noch ein Mal entbrannte zwar der Kampf auf die Dauer von ’ wenigen Minuten sehr heftig, namentlich feuerten die feind- : lichen Batteriem außerordentlich stark, aber ohne uns - Schaden zu thun, bald jedoch verstummte Alles und die hereinbrechende Nacht niachte dem Kämpfen ein Ende.
Wer von uns nun an jenem Abend geahnt hatte, daß die kommende Nacht wieder eine jammervolle werden würde, der sah sich in seinem stillen Ahnen durch das, was kam, wahrlich nicht getäuscht! — Ich für meine Person mußte zunächst eine Feldwache in der Nähe einer Ferme beziehen, wo mich indessen gegen 10 Uhr Lieutenant Hartdegen ablöste. Gewonnen hatte ich freilich dadurch nicht viel, denn das Quartier, in welchem ich mich den Rest der Nacht über , aufhalten sollte, war nicht viel besser, als die Feldwache: * eine große, raucherfüllte Stube mit feuchtem Fußboden, in welcher sich etwa 50 Soldaten und einige Ofsiciere befanden. Alle waren übrigens so erinüdet, daß man wenig laute Worte in dem elenden Raum vernahm; jeder suchte sich nur so nah als möglich an das Feuer zu drücken, um sich zu erwärmen oder ein wenig Erbswurstsuppe oder Kaffee zu kochen.
Von 12—2 Uhr hatte ich das Vergnügen, die Wache auf dem Hose, meinen Freund Störe ablösend, übernehmen zu müssen; als Wachtlokal diente--der Schweinestall.
Nun, wir waren alle froh, als der Morgen zu grauen anfing und „die bange Nacht herum war," wie's in jenem schönen Reiterliede heißt. —
11. Januar. Wir mußten in der unlieblichen Gegend, die uns für die Nacht Obdach gewährt hatte, bis 10 Uhr morgens verharren; dann aber kam der Befehl, daß nun aus der ganzen Linie angegriffen werden solle! Also ging-
SH.
theill
&tt G fangenschast verglichen we.den könne, wie man d m tabilbdea Volke einzubilden v.rsuche. Der P pst lebt rat noch herrlich in der Welt, — nicht aus dem faulen vtroh eines Kerkers. Solche „J-rlehrm" vom Minister siche des französischen Abgeordnetenhauses verbreiten hören, pn dem Vatikan denn doch zu viel. Es wurde ein allge deiner Sturm der Cleriset und ihrer Schildknappen auf W sranzöstsche Ministerium Simon vorbereitet. Und wirklich, fe Marschall Mac Mahou, ein Mann des Pantoffel kimenis, der er nun einmal ist, gab sich zum Handlanger W Vatikans her, er fetzte fein Ministerium in einer sthr
km muß man sich die wahren Ursachen vergegenwärtigen, deiche dem gegenwärtigen Cabinet auf die Beine Halfin, ro-r dies der antiklerikale Beschluß der vorigen Dcpu- ktmkam "er vom 5. Mai und die Rede dcS Ministers
«scheidenden Thal stünde, ohne daß wirklich etwas Ent- cheidendeS gefolgt wäre, «brr diesmal ist wirklich, wenn icht alle menschliche Voraussicht trügt, eine wichtige ,Ent Reibung* in die Hände de< französischen Volkes gelegt wrben. Offenbar giebt eS nur drei Möglichkeiten, entweder tot die neu zu wählende Kammer nach dem Sinne der tegirrnng aus, oder die Mehrheit ist republikanisch gesinnt, der aber es wird ein Zwitterding geboren, das weder Fisch och Fleisch, weder gouvernemental, noch oppositionell ist, : h. eine Mehrheit hat von ein paar Stimmen, mit denen MchtS anzufangen ist. Zwischen diesen drei Möglichkeiten jot Frankreich zu wählen gehabt. Die R pnblckuner rechnen «t Bestimmtheit darauf, daß die Mehrheit nach ihrem feinne ausfallen wird, so furchtbar auch der Druck ist, den ■e Minister vom 16 Mai angewendet haben, um die öffe, t lche Meinung zu fälschen und von dem Lande eine sog. P».iservative" Majorität zu erpressen. Was weiter geschehen iirb, wenn eS nach dem Sinne der Regierung geht, darüber fifsm sich nur Mu hmaßungeu hegen. Die Regierung leugnet,
Wiedel frisch ins Gefecht. Dasselbe wurde an der Ferme la Chöne von zwei Compagnieen des 94. Regiments eröffnet und zwar gleich mit solchem Erfolg, daß nahe an 400 Franzosen als Gefangene dem 1. und 2. Bataillon des genannten Regimentes in die Hände fielen. Das 2. Bataillon 83. griff rechts von den Viemndneunzigem die Fermen Fleuret und Metairie an, während unser 1. und das Füsilierbataillon gegen das Dorf la Ehapelle vorstürmten, das denn auch nach geringem Widerstande des Feindes eingenommen und besetzt wurde. Unsere Verluste, spcciell die des 83. Regimentes, waren an dem heutigen Tage ganz geringe. —
Auch die 17. Infanterie-Division hatte den Feind über Lombron hinausgedrängt — und so halten wir denn an dem heutigen Tage wieder einen bedeutenden Schritt näher an le Mans heran gethan.
Abends um 6 Uhr rückte unsere Brigade in la Cha- pelle ein und nahm hier Quartiere. Ich lag mit dem Compagnieführer, Lieutenant Eschenhagen, in einem recht guten Quartiere zusammen. Wir hatten ein schönes, gut durchwärmtes Zimmer^ und konnten uns wieder einmal an ordentlichen warmen Speisen und einigem Getränke erlaben; beides war ja seit einigen Tagen sehr selten bei uns geworden. Und was für ein wvhllhuendes Gefühl das ist, endlich einmal wieder in aller Ruhe die nassen Kleider vom Leibe legen zu dürfen und an die fast erstarrten Füße trockene Strümpfe anziehen zu köimen, das vermag nur der recht zu ermessen, der so ein paar Tage und Nächte durchbemacht hat, wie sie uns am 9., 10. und 11. Januar geschieden waren.
12. Januar. Morgens um 8 Uhr wurde auS la Chapelle bei ziemlich fühlbarer Kälte ausmarschirt und sollten wir, wie es anfänglich hieß, auf der großen, südwestlich nach dem ungefähr noch 25 -r- 30 Kilometer entfernten le Mans führenden Straße vorgehen. (Forts, s.)
* 3ur Lage.
Während die Entscheidungsschlacht auf dem orientalischen
Aor fießen Jahren, uch eines Dreiundachtziger» aus de» deutsch - fran- ,-fischen Kriege 1870/71.
(Fortsetzung.)
10. Januar. Dem empfangenen Befehle gemäß über«
Lagesbericht.
Ja Ergänzung der Mittheilung über das E ttlaffuagS ge uch t es Ministers des Innern verlautet ferner aus ver- traumSaürdiger Quell : Die von dem Grafen Eulenburg vor et co 14 Tagen zuerst ausgesprochene Absicht, Se. Majestät um seine Entlassung zu bitten, stützt sich vorzug- weise auf seinen Gesundheitszustand, der eS ihm nicht mög lich machen würke, den Aufgaben der bevorstehenden Session zu entsprechen, und diese AbfiLt konnte daher durch die Ergebnisse der Beip echungen im SlaatSministeriuw nicht beseligt werd, n. Selbstverständlich wird eine Emschri düng nicht vor der Rückkehr des Kaisers und dann wohl auch nicht im ersten Augenblicke zu erwarten sein, da der Kllser unfehlbar über die Angelegenheit mit dem Fürsten Bismarck ins Benchmen treten wird. Unter allen Umständen wird Graf Eulenburg angesichts der nothwendigcn Vorbereitungen für den Landtag die Geschäfte fortführen.
Zur Angelkgenheit der Zollverhandlungen zwischm Deutschland und Oesterreich.Ungarn meldet der „Pester Llcyd* vom 11. d. M. aus einer Quelle, deren Glaubwürdigkeit nach seiner Versicherung außer allem Zweifel stehe, daß zwischen Oesterreich Ungarn und Deutschland alle bezüglich deS Handelsvertrages bestandenen Differenzen, die
sie klerikalen Eirflüsien Gehör schenke, unb doch stützt ihre Siegeshoffnung großentheilS auf bk Mitwirkung ____ CleruS. Die ganze Hierarchie mit bem Papst an der Witze wählt für die Candibaten des Ministeriums. Zu
Was eS also weiter g ben wird wenn eine ministerielle Majorität zu Stande kommt, läßt sich hiernach leicht ermeffen.
Die zweite Möglichkeit ist: eine republikanisch gesinnte Mehrheit. Es wäre Vermessenheit, wenn bet Marschall Mac Mahon einer so laut verkündeten Meinung deS Volk S gegenüber, auf seinem Wege verharren wollte, den er am 16. Mai d. Js. einschlug. Die Regierungen der fremden Staaten könnten einem solchen Beginnen nicht ruhig zu sehen. Man würde dem Marschall Mac Mahon zu verstehen geben, daß eS den Nachbarn Frankreichs nicht gleich« gültig fein kann, daß man nicht ruhig znfehen könne, wenn eine Bande von Abenteurern das französische Volk verge- wa.t gt und dem Bürgerkriege zuführt. Eine Explosion in Fiankrrich würde auch unS schädigen. Mac Mahon, so mittelmäßig seine GeisteSgaben auch sind, würde koch nicht umhin können, von seinem hohen Stoffe herabzusteigen und feinen Platz dem Manne einzuräumen, der daS Vertrauen Frankreichs und Eurrpa'S besitzt.
Hierüber ist gestern die Entscheidung gefallen, die der electrische Draht baldigst verkündigen wird. Gewiß wird keiner unserer Leser vei kennen, daß die Frage für ganz Europa von hoher Bedeutung ist. Dena ein offen mit dem Vatikan zu Schutz uib T-utz verbündetes Frankreich würde wohl mächtig genug sein, um gewaltige Unruhen anzustisteti.
iriegSschauplatz noch immer auf sich warten läßt, hat für foyd miete Nachbarn jenseits der Vogesen eine fihr wichtige und [2573 Meidende Stunde geschlagen. Gestern ging ganz Frank f, fich zur Wahlurne. Die große Mehrheit deS französischen tber,. Volkes steht und stand einet Gesellschaft von Abent urern,
Appteiutftage mit inbegriffen, durch gegenseitige Nachgfibig- keil geebnet seien, ausgenommen die Frage bet Weinzölle, bezüglich deren die Gegensätze noch in voller Schroffheit vorhanden und an denen der ganze Vertragsabschluß zu scheitern droht.
Die „Italia militare* nfl kllri in ihrer neuesten Num- mer auf bte G.rüchie betreffend außerordentliche militärische Maßregeln, die in der österreichischen Presie fort und fort auftauchen und von bet römischen „Opintone* auS Partei- rücksich en verbreitet werden Das militärische Fachblatt läßt sich wie folgt aus: „Die „Opmtone* citirt zur Unter« stützung ihrer Ausfälle gegen bte auswärtige Polit k der italienische Regierung, welche ihr einen kriegerischen Charakter zu tragen scheint, „bie täglichen Handlungen de« Kriegsministeriums*. Das könnte zu dem Glauben verleiten, baß bas Kriegsministerium tagtäglich außerordentliche militärische Maß ahmen ergreift. Daß bem nicht so ist, bavon sollte bie „Opinione* doch auch etwas wiffrn. Vor einigen Tagen berichtete sie nach bem „W ener Fr.mcen- blatf, daß die Rüstung-n Italien'- die Aufmerksamkeit der anderen Mächte Hervorrufen. Unb doch weiß sie sehr gut, welche Rüstungen vorgenomm.n werden »nv auS welchen Gründen, nämlich um unsere HcereSörgamsation nach ben vom Parlament beschlossenen Gefitz.-n zu vervollftän- bigen, um unser Heer auf ben gesetzlich bestimmten Frie- benSsuß zu bringen, um ben Mangel an Pfirben, Waffen unb Schi.ßbedars zu becken u. s. w. In btejem Sinne ihut bas Kriegswimsterium alles was tn seinen Kräften steht, um bie Lage unseres H-ereS zu brffern, aber seine Maßregeln sind weit davon »ntfernt dnen auß.rorc etlichen Charakter zu tragen, sondern sie sind nur, was in andern Staaten für ganz gewöhnlich gilt. Wir könnten dafür kategorische Beweise liefern, wir halten eS aber für über- Msi-,."
__________ - ’ -l e»» T,
Mit Bezug auf bte Abstqten Serbiens erfährt das „Eastern Budget", Serbien werde bie F«inbseligkeiten gegen die Türket nichl vor nächstem Frühjahr beginnen unb selbst bann dazu nur schreit-n, wenn Rußland »hm die offizielle Versicherung ertheilt, daß ihm seine Unabhängigkeit jammt einer Gebietövergrößerung in Alt-Serbien beim FrtebrnS- schluß verbürgt roetben wirb. Serbien, fügt das offiziöse österrelche Organ hinzu, verweigert bestimmt seine Mitwirkung, falls es diese Versicherung nicht schriftlich erhält, gepaart mit einer hinläagUchen Substdie für KriegSkoften.
Immer noch wird der Stillstand der Kriegs Operatiomn tu Folge schlechten Wetters constatirt. Am Lom stehen die feindlichen Vorposten etnanoer gegenüber, tm Schipkapaß
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», ‘ sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herma»,rfche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes m
Elberfeld; C. Schlotte in
; Bremen.
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. PceiS fit dos Quartal mit der wüchemlichen Beilage „Jlittirtii ••«etetillett" durch bte Buchdruckerei) bezogen Sl Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche- i Mark ft* Pf,, (exl. Bestellgebühr). ~ ' .........
Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adreffen werde» 1
I) ff* um Uhr bei ® et Ile die von Le Mans nach'Nogent V ' Rotrou führende Eisenbahn. Es herrschte heute eine «ke Kälte unb lag der Schnee fußtief. Bald nach 11 Uhr Ntahmen witi südlich von uns Gefechtsdonner; das Mecklen- __, rgische Jägerbataillon war bei Conner^Bahnhof mit dem " Rttbe eugagirt und dorthin wurde sofort unser 32. Regi-
ichtr
[nieigen nimmt entgegen: He Expedtti on d.BlatteS, l ckfi «ie d.Annoncen-Bureaux on Th. Dietrich & Co. in affel und Hannover; Th. getrich in Frankfurt a.M.; eaafenftein & Vogler in WNtfurt a. M., Berlin, " eipzig. Cöln tc.; Rudolf loste in Berlin, Frankfurt a. M ic.
M^ckDent und gleich darauf das 2. Bataillon 83. beordert, welch l877. ^crcm unser 1. Bataillon dann folgte. Ein vor uns ‘ Wegener und hart an die Eisenbahn stoßender Wald war rau» feindlicher Infanterie besetzt, die ein lebhaftes, aber schlecht Zeltes Feuer gegen uns eröffnete. Erst in der Nähe ’n Chateau Couleou, das von dem 2. Bataillon erstürmt • urde, während unsere Compagnie dem Feinde verschiedene «"H ttmcn entriß, wurde das Feuer wirksamer, ohne jedoch ge klei lteren Angriff itW Geringsten aufhallcn zu können. — i,u g «ch Erstürmung von Chateau Couleou und der Fermen lebe t “rbe ich mit meinem Zuge zur Artilleriebedeckung com- vndirt. Mit vieler Mühe war es nämlich unserer Artillerie tzt' Zungen, zwei Geschütze auf den Weg nach Couleon in kr Nähe des Waldes auf einem kleinen Plateau zu placiren, M.ö 16 eben, als ich mit meinem Zuge ankam, begannen beide 16.84,1 schütze auf das Dorf zu feuern, von wo ans sofort eine 6 dahin von uns nicht bemerkte feindliche Batterie das tot erwiderte und einen wahren Hagel von Granaten
——- °er uns Hinwegsausen lieft; getroffen wurde niemand. Ungefähr Stunden dauerte unsererseits das Artillerie-
XII. Mrgatg.