Marburg, Sonnabend, 13. October 1877
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XII. )ahrga»g.
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Lagesdertcht
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von gestern Abend:
Bei Sulina wurde ein türkischer
ßchtlgt die die Pforte, dem ferbtschen Vertreter Christir Kfit zuzustellen.
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Wien, 11. Ott. Meldungen de- ,9t. W Tagblatt
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Sewltn: Eine türkische Note an Serbien in Form eine- Ultimatums verlangt die Entfernung der russischen Flagge von dem ConsulatSgebäude, feiner die Entfernung de- rus fischen Konsuls selbst und unverzügliche Abrüstung, — B.lgrad: Cata giu bleibt hier als rumänischer Gesandter, nicht alS Konsul. — Im Jrvor sind bereit- mehrfache Re bungen zwischen Musteh fiz und se>b scheu Grcnzwächtein vorgekourn.n. — In dem theolo.ischen Seminar beginnt am 16 Oktober ein L.hrcarS für freiwillige Krankenpflege
Wien, 11. Okt Die „Pr.ffe* meldet aufl Galotz
N.ueste Kriegsnachrichten:
Konstantinopel, 10. Okt. Wie verlautet, beab.
(Daß es eine Chasse au Prussien, eine Jagd auf die Preußen gewesen sei, wie ein Exfranctireur der Loirearmee in einem später erschienenen Artikel, die kleinen Gefechte jener Tage mit wirklich rührender Bescheidenheit nannte, und in welchem er von verschiedenen Geschützen und Hunderten von Gefangenen, die uns abgenommen worden seien, erzählte, kann und wird wohl niemand von uns behaupten; gejagt wurde wohl jemand, daß er in des Wortes vollster Bedeutung die Sohlen verlor — aber wir sinds nicht gewesen!) Wir hatten am Abende 4a Fourche im Besitze, . der Feind — Linientruppen des XXL französischen Armeekorps und Franctireurs — war auf Nogenl le Rotrou (bei uns wegen des mühseligen Marsches vom 22. November in keinem günstigen Gedächtniß stehend!) zurückgcworsen und hatte, außer einer ziemlichen Anzahl von Gefangenen, auch noch zwei Geschütze in unseren Händen zurücklaflen müssen. Uebrigens halte das 83. Regiment auch empfindliche Verluste zu beklagen: 1 Officier und 15 Mann waren tobt und 2 Officiere und 54 Mann verwundet.
Für die kommende Nacht mußten verschiedene kleine Ortschaftm — Walddörfer und im Wald versteckt liegende Fermen — uns Quartiere bieten, allein an ein ordentliches Lager oder wenigstens einen Raum, wo man sich auch nur nothdürfttg die nasse Montur hätte trocknen können, war nutzt zu denken. Es war wieder etwas sehr Liebliches für mich, das Campiren in jener Nacht: die Quartiere trotz der Zugluft voll Rauch, weil die Leute grünes Holz in das Feuer legten, der ohrenzerreißende Lärm so virier Menschen, die Fußbekleidung durchnäßt, der Fußboden schlüpfrig von Schnee und Schmutz, Hunger, Kopfweh, Frost, Ermüdung und Abspannung — jedes Einzelne von diesem Allen hätte nicht halb so viel aufzubieten brauchen, um doch jene Nacht meinem Gedächtnisse unauslöschlich einzuprägen.
welche in Rußland eingcsührt worden sind, zielen weniger out einen Schutz der russischen Industrie als eine bessere „Fruk.ifizlrung" einer wichtigen Einnahm quelle ab. Die deutsche Reichsregierung wird schwerlich geneigt sein, aus Rußland, caS sich in einer sehr schwierigen Lage befindet, eireu Druck auSzuüben. Der gegenwärtige Moment ist j denfaUS nicht sehr geeint, um mit R ßland Verhandlungen wegen einer Re'orm der ZoUtarrfr einzuleitw. Alles was In dieser Beziehung zu wünschen übrig bleibt, muß auf künftige Zeiten verspart werden. — Bei Berathung de- PatentgefetzeS ;m Reirs aze ist in Anregung gebracht worden, es möchte einen Bestimmung in raS Gesetz ausgenommen weiden, na h weicher jeder Patentinhaber verpflichtet sein sollte, den in D utschlauo parentine > Gegenstand auch alS solchen zu bez ichncn. Wieoerholle Erwägungen ließen eS unthunltch erscheinen, einen derartigen ges.tzlichrn Zwang einzuführen. Die Tendenz für eine d> stimmte Erkennbarkeit der Pat.ntgegenstände Sorge zu tragen, wurde aber vielfach anerkannt und man hielt eS füc gut, daß die Erfinder deutscher Pativte als solche in den Verk.hr bringen. Nach Erscheinen des Gesetz s ist derselbe Geda ke wieder aufgenomwea und hat mannigfache Zustimmung gesunden. Soll derselbe in wirksamer Weise zur Ausführung gelangen, so muß die Bezeichnung deutscher Patente eine gleichmäßige sein, sie muß auch in abgekürzter Form geeignet fein, die V rwechjelung mit den Patenten anderer Länder auSzu- schlteßm ES Huben hierüber B rathunge« im Plenum d<S Patentamts stattgesuneeu und eS wird nunm hr den PatrNlinhaberu die Aneignung folgender Bezeichnung em» pfohle.i: Dru.fchiS Rich. Patent, oder D. R P., in beiden Fällen unter Beisüguug des Datum», mit welchem die Parentdauer begonnen hat. D e Bezeichnung würde auf cen Patentgegenstä den f.lbst, und wenn dteS nicht möglich, auf der Umhüllu g anzubrlngen fdn.
Pofen, 9. Okt. Der h-urige „Kuryer Poz a«»ti* meldet: Sus Mog lao erhalten wir die Nachricht, daß auch bitt, ebenso wie in G»ie > kowo, eine traurige und ergreifende Handlung vorgenommcu norden ist. An demselben Tage, nämlich am vergangenen Sonntag, verkün ete irgend ein unbekannter Geistlich r vor versammeltem Volke tu der Kircte mit den bereits bekannten Zeremonien die große Exkommun kattou über den Geistlichen Sh vester SuszczynSkh, welche über ihn durch den h i>igen Sruhl deswegen verhängt worden ist, weil et trotz mehrmaliger Ermahnungen und Kirchenftrafen sich weder von der allkatholischen Ketzerei loSgesagt, noch sich von seinem Weibe getrennt hat. — Aus Kosten wird gemeldet, daß anläßlich des seiner Zeit ausführlich erwähnten Kuchhoffcandals am vorigen Sonnabend 13 Personen, die unter der Anklage dcS LandeSfrie. denSbruch S sta cken, vor der K mina ablherlung unseres
Damp'e nach mehrstündigem Kampfe in die Luft gesprengt.
Konstantinopel, 11. Okt' CH fket Pascha meldet aus K meikupsu vom 8. d: Wir sind hier von Lu'.kow tzr angtformen. Das Anwachsen deS Wassers bd Radomtrza und die unaufhörlichen Regengüsir verzögerten die Herstellung einer Brücke über den K m >fluß T otzdem pa strten die Jnianterie und das Gpäck Den Fluß. Die Wagen wann auf die Voll vdu g der Brücke, um sodann noch heute den Ma.sch ans Plewna ferizusetzen. Die Verbin- d ing mit Orkhanie ist frei. Vom Feinde keine Spur. — Chefkd Pascha telegraphier ferner auS W-rfi bei Kemerkupsu vom 9. d: Gestern sand die Vereinigung der Cavallerie von der Avantgarde der Division von Orkhanie mit einer von Plewna detachirtcn Abiheilung bei Telisch statt. Der Weg von O-kh nie nach Plewna ist somit gesichert, die VerbirdunKen frei. Täglich passtren ihn Curt.re. Die Kemerd'ücke ist vnsererseiiS b.s tzt. — Cheskd Pascha ist gestern aufgedroS en, um tie Vereinigung mit OSman Pa cha herzust.ll'N. — Sn eiman Pascha meldet vom 8. Okiod.r: Russische Infanterie griff den En, paß von Kos- lo tz an, wurde aber zurückgemorsen. Ein am Morgen daraus von einer ftüdenn russischen Bltheilung wieder» Holter Ange ff wurce eber falls cbgewiesen. Die Moschee KoziorakaS ging in Flammen auf. Ein Angriff dcS FembeSauf D nldj.kei ist ebenfalls unß urigen. — Ein rn Tdegrawrn aus Saumla zufolge schaffen de Türken am Montag auf eiren mit russischen Truppen besetzren Bahrr- zuz, der in Giurgewo »in fuhr. Die Ruffen erwiderten i as Feuer nickt. Starker N.del verhindert vir Operationen.
Deutscher Reich.
Berlin, 11. Okt. Die Hoff, ungcn, welche in manchen «teilen aus die zur Zdt staufindenden Verhandlungen zwischen Deutschland und Rußland bezüglich gewiffet Zellerleichterungen gebaut werden, dürften sich schwerlich erfüllen Die Verhandlungen beziehen sich nicht entternt auf die Zollpolitik im eigentlichen Sinne des Worts, sondern rnr auf VerkehrScrleichterungen. Die r eusten Zoller Höhungen,
16 leichtem Gefechte einnahm und bis zum anderen Morgm etzt hielt.
Die übrigen Compagnien standen anfangs ganz in Re- e; später jedoch, gegen 2 Uhr Nachmittags, als alles ■ Sturme vorging, wurden auch zunächst zwei Züge der Compagnie gegen die rechte Flanke des Feindes beordert b und endlich, schon gegen den Schluß des Gefechtes, Auch noch die 2. und 3. Compagnie, sowie der Rest der ^.herangezvgen. Diese letzteren Detachements gingen — ^er Zug in Schützenlinie aufgelöst — gegen eine ftellen- bewaldete Höhe vor; der Feind schien jedoch überall $011 am Weichen zu sein und setzte uns auch hier zwar pc|t kurzen, aber bald gebrochenen Widerstand entgegen. L Mit einbrechender Dunkelheit konnte das Gefecht mit |wm von uns errungenen vollständigen Siege abfchließen.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureanx von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herma».,qcqe Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
rantfurt a. M., Berlii eipzig. Cölrr rc.; Rudol, loffe in Berlin, Frank-
„ ®'e Gerüchte über eine All anz zwischen Den«schlanb
"Ut,»pb Stallen, welche in Anknüpfung an d N Besuch deS lichter,n C'ispi in Gastein und 8er in aufge sucht sind, tft n j denfalla in bet positiven Form, in welcher sie nbc.itung gesunden haben, unbegründet sein. D-ß solch- nüchte entstehen konnten, ist leicht begtt stich. Da im
Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertage». Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jäuftrirte» L»«»t»,»dl«tt" durch die Eroeoittoa (Koch'schr Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche« t Mark 5» Pf,, (eil. Bestellgebühr). JnsertionSgedühr für die gespaltene Zelle 1» Pf«.
Für in der -xpcditio» zu -rtdellendr Susttmst and Annahme von Adcesien werden 35 Pf», berechnet.
| Aor siebe« Jayre«.
’ kagebuch eine» TreiunSachtziger» au» »em deutsch - srau- zSfischen »Hege 1870/71.
(Fortsetzung.)
Der Angriff durch die Infanterie wurde von zwei Ba- i »Konen des 94. Regimentes von la Rondiöre her einge- itet; gleich darauf ging auch unser 2. Bataillon auf der s riraße — Nordostseite von la Fourche — vor, während von 1 * Ostseite und zwar auf eoupirtem, waldigem Terrain Füsilierbataillon heranstürmte; dasselbe erlitt auch an Tage wieder empfindliche Verluste; u. A. wurde £*futenant von Wendorf durch das Herz geschossen und «leb auf der Stelle tobt, während der Bataillonsführer, E>uptmann von Trümbach, und Seeonde-Lieutenant Spies schwer verwundet wurden.
Von unserem 1. Bataillon wurde die 4. Compagnie en das Dorf Marolles entsendet, das sie nach kurzem
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7. Januar. Die Wegstrecke von la Fourche bis Nogent le Rotrou beträgt nur 2V» Stunden, allein wir brauchten bei unserem heutigen Marsche, der gegen 7,10 Uhr morgens angetreten wurde, fast die doppelte Zeit. Einmal führte der Weg dorthin fast beständig durch Wald — und zum anderen herrschte heute Morgm bei Thau- wetter ein so starker Nebel, daß der Sicherheit wegen nur sehr langsam vormarschirt werden konnte.
Das 94. Regiment bildete heute die Avantgarde.
Bald nachdem wir la Fourche verlassm hatten, erhielt das vor der Infanterie marschirende Ulanen - Detachement aus einem im Walde an der Straße befindlichen Gehöfte Feuer und wurde ein Ulan und ein Pferd getöbtet. Eine Anzahl Franctireurs hatte sich nämlich dort noch in einem Hinterhalt gehalten, ergriffen aber nach der ersten Salve schon eiligst die Flucht. Dies war der einzige Widerstand, welchen heute der Feind unserem Vormarsche entgegensetzte — und erreichten wir, fernerhin von ihm unbehelligt gelassen, gegen 3 Uhr nachmittags die Stadt Nogent le Rottou, die wir, wie schon gesagt, bereits am 22. November vorigen Jahres nach einem so überaus beschwerlichen Marsche passiri hatten, und wo wir heute sehr enge und arme Quartiere bezogen; sie konnten nicht wohl anders ausfallen, da die ganze Division hier lag.
Eigentlich^ war mit Sicherheit erwartet worden, der Feind werde sich in oder vor Nogent noch einmal stellen — allein dieser Erwartung wurde nicht entsprochen; die feindlichen Colonnen waren bereits im Laufe deö heutigen Tages nach lg Feri« Bernard, 20 Kilometer südwestlich von Nogent, abgezogen — und dorthin galts also ihnen zu folgen!
(Fortsetzung folgt.)
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. {erlaufe des gegenwärtigen Jahre- sich verfwietene Thut achen aneinander gereiht haben, deren jede für fit hin michl haben würbe, um den fraglichen Gerückten Nahrung -— u geben. Die Reise de» Herrn von Bennigsen nach Rom ,<>b sein darauf folgender Besuch in Varzin, die Re.se des -bersten de Claer, Adjutanten des Fettmarschalls Moltke, . densalls nach Rom, der auffällige Besuch d,S Herrn Crtspt .1 Gastein unv siine Reise nach Berlin dsS sind Begeben- b,st-ntep, die in ihrer Aufeinanderfolge gewiß Beacktavg ver- fowiticnkn. Dennoch b zweifeln nir, daß irgend eine Allianz ! SU wischen Deutschland und Italien im Werke war. Di IfHiiflcße Version ist Übrigens die, baß |flr d.n Fall eines siegrS des ClerikaliSmuS bei den französischen Wahlen
,dee engere Annäherung zwischen Deutschland und J'alien loiberettet sein dürfte.
Den soeben veröffentlichten englischen HanddSauSweisen Ür den abgelaufenen Mo >st zufolge zeigt st h im Ausfuhr
-ww. »eckh gegen S'piember 1876 eine Verminderung von 33/t M ftz', nämlich 17,075,426 L ge. en 17,777,917 L. In den 'testen n un Monaten dics.S J-hreS betrug der Ausfuhr- m antb 147,663,519 L. gegen 151 035,447 L. Im Jahre ' utb 169,365.594 L im Jahre 1875. Die b.deu- ■1‘wint|t Abnahme m der AuSkuhr z igeu folgende Art'k l: ___ieumaoUfab : täte, Baumvellgarn, Kurzwaaren, Eisen ur d 4sadl, Seidenstoffe, feine Wellen- und Äawmgitnfcb ikat-, Schi ßpulv.r und Kohlen. Die Einfuhr verminderte sich » S ptea.ber gegen den er »sprechenden ll- onat der b iben « Ä_'O.I?erg< nbt n Jahre um 8V2 pCt., nämlich vo 30,858,919 1611 UNS 30 668,254 L. auf 28,234,769 L. I-, den erstm ,ob.„ieun Mo raren betrug bet Gdamm-werth 292528403 L
282,216 860 L im Jahre 1876 und 281,514 595 L i+kIv® I hre 1875 Der Gesamm werth des Getrerde-JwportS « S ptembet bet ug 2538,181 L. gegen 1,473,870, das ft eine Zunahme von |72 pCr. Die Quantnär des G< reibe Imports hat sich indeß nur um 323/4 pCr. vergrößert
In »zeigen nimmt entgegen: ~~ ^Expedition d.BlatteS, roic d.Ännoncen-Bureari C„k, on Th. Dietrich & Co. i 9‘n5' laffel und Hannover; TI limmi tietrich in Frankfurt a.M.
* aasenstein & Vogler i