XII. Zatzrgaig.
Marburg, Freitag, 12. October 1877,
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Zur Landtagsfesfiou
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pißerer Orgauisation-arbeiten, welche als vorzugsweise """ dinglich und zm Lösung reif erscheinm, in bestimmte AuS-
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auch die FrühltugSmonate allein auSceichea würden, ■ um bei der bisherigen parlamentarischen Praxis neben dem M Sl-atShaltSetai noch bedeutende und umfangreiche G fetz- _jg vereinbaren. Um diese Schwierigkeiten zu bewältigen,
Feldmarschall Prinz Friedrich Karl, K. H., bewegte sich mit seinen Armeeabtheilungen in diesen Tagen südlich von uns gegen le Mans im Departement der Sarthe vor, wo die nunmehr von Gmeral Chanzy befehligten Franzosen in einem verschanzten Lager stehen sollten. (Es war das befestigte Lager von Conlie damit gemeint, das indessen bereits am 28. December von dem Feinde verlassen worden war.)
Die Stellungen der übrigen deutschen Armeecorps an der Loire waren in diesen Tagen folgende: das UL stand bei Ben- düme; das X. am rechten Loireufer, südöstlich von Lendvme; das' IX. nördlich davon bei Morve, südlich von Chateaudun am Loirefluß; das XIII. Armeecorps endlich, zu dem bekanntlich unsere Division gehörte, bildete oben im Norden bei Nogent le Rotrou den rechten Flögest
5. Januar. In verschiedenen Detachements bewegte sich heule unsere Division von Courville aus gegen Nogent vor, das in gebirgiger, bewaldeter Gegend ungefähr 3ö Kilometer südwestlich von Courville liegt. — Mil unserm 83. Regiment war noch das Ulanen-Regiment Nr. 6 und eine reitende Batterie (v. Manteuffel) vereinigt.
Wir marschieren bei nebeligem Schneewetter —• höchst ungemüthlich für den Marsch — morgens um 7 Uhr von Courville aus auf der großen südwestlich nach Nogent le Rotrou führenden Straße über Champrond en galine gegen Dorf und Straßenknoten la Fourche vor. Noch ungefähr ’/♦ Stunden von demselben entfernt, erhielt unsere Avantgarde, eine Ulanenescadron, aus einem vor ihr liegenden Gehölze Feuer von feindlichen Vorposten. Wir dachten allerdings die Herren im Walde würden sich bei unserem Vorrücken schleunigst zurückziehen, was ihnen aber bei ihren guten Stellungen hinter Verhauen nicht im Entferntesten einfiel.
Es war schon zu spät, auch durch den starken Nebel zu dunkel geworden, um noch heute den Angriff gegen die
wchung und den mannigfachen sich aus den augenblicklichen Ättürsntßen ergebenden Aufgaben eine gewiße Anzahl
bar bethelligten Kreise, sondern der gesammten Bevölkerung in Stadt und Land berühren, werden sie unfehlbar zu so lebhaften und langwierigen Verhandlungen in den beiden Häusern führen, datz ein hohe« Maß parlamentarischer Umsicht und Selbstbeherrschung Seitens aller maßgebenden Kräfte dazu gehören wird, um diese unerläßlich« Ausgabe zur Eeledtgung zu bringen.
Eine gleichfalls sehr wichtige Vorlage betrifft die Wege- Ocduung, deren Ncucegeluug seit länger als einem Jahrzehnt als eines der dringendsten Bedürfnisse anerkannt, au- mannigfachen Rücksichten aber immer wieder bet Sette gesetzt worden ist. Wenn es gelingt, dieselbe nunmehr zu einem befriedigenden Abschlüße zu bringen, so wird sie gewiß to weiten Kreisen der Bevölkern ag als eine bedeutende und daukenSwerthe Frucht der Parlament», ischen Session anerkannt und geschätzt werden. Ab r so gründlich der Gesetz- entwurs vorbereitet ist, so wird die Vereinbarung desselben mit beiden Häusern unfehlbar noch sehr erhebliche Erörterungen erfordern.
Wenn zu den erwähnten beiden dlingendsteu Aufgaben und dem Ges tzeotwurf zur Ergänzung der Städteordnnng noch die seit Jahren vorbereitete und im Entwurf vollendete Neuregelung der Ausbringung der Gemeinde-Abgaben hinzu kommt, wenn ferner eine Reihe minder tiefgreifender, aber immerhin bedeutender Vorlagen the'lS wiederholt, theilS neu eingebracht werden soll, so wird man von vorn herein zu- gcben, daß eS der neuen Session weder an Umfang, noch an praktischer Wichtigkeit der Arbeiten mangeln wird.
Alle diejenigen, welchen eine wirk.ich ersprießitche Entwickelung des StaatSlebeuS und besonders des parlamen» torischen Lebens am Heizen liegt, werden ihren Rath und ihre Mitwirkung vor Allem darauf zu richten haben, die Mittel und Wege finden zu laßen, um vte Bewältigung solcher Aufgaben unter de« veränderten parlamentarischen Verhältnißen zu sicher«. (Prov.-Corr.)
Verwaltun'Sreform zu diesen dringendsten und unbedingt in« Auge zu sc ssenden Aufgaben gehöre. In dieser Beziehung war von vornherein krin Zweifel, daß die AuS dehnung der Gesammtreform auf alle Provinzen für die b.vorstehende Session nicht in Aussicht zu nehmen sei, da gegen (dienen diejenigen Gründe, von welchen in der vorigen Session zunächst die Einbringung einer neuen Städteordnung als angem'ssen erachtet worden war, auch für die erneute Vorlegung eines umgearbeiteten Entwurfs in der bevorstehenden Session zu sprechen. Innerhalb der Staat- regterung kamen jedoch Bedenken zur Geltung, ob nicht dieselben Erwägungen, nach welchen die Uebertragung der gesammten VerwaltungSreform auf alle Provinzen der Monarchie nur Schritt vor Schritt, auf Grund weiterer E probung und Bewährung und unter möglichster Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der einzelnen P o vtnzen auSgcführt werden soll, auch für d e Städteordnuog anzuerkennen seien, ob eS sich daher nicht empfehle, btt Reform auch für die Ställe zuvörderst nur in den fünf sogenannten KreiSordnuagsprovinzen und nur in dem Maße durchzuführen, als es zur Einfügung der Städte in das neue VerwaltungSsysiem erforderlich ist, — und somit den neuen Organismus zuerst auf jenem begrenzten Gebiete zur vollen Durchführung zu bringen, vorbehaltlich der dem- nächstigen Uebertragung auf die übrigen P.ovlnzen, wobei unter Festhaltung der leitenden Grundsätze tie Möglichkeit einer Verbesserung e kanntet Mängel offen gehalten würde.
Die SlaarSregierung hat sich schließlich für di.sen letz teren Weg entschieden, und eS wird daher ein Entwurf zur Ergänzung der Städte - Ordnung in der erwähnten Richtung Dem Landtage im Lause der Session vorgelegt werden.
Wenn hiernach die Fragen der Berwaltuug-reform die LandtazSveitreiung nicht ta ausgedehntem Maße beschäftige« werden, wenn ferner der vollständig ausgearbeitete Entwurf eine- umfassende« UnterrichtSgesetze« mit Rücksicht aus die weitere Borverathung im Staat-Ministerium schwerlich noch während der Session zur Vorlegung gelangen wird, so wird der Landtag doch neben den regelmäßig wiederkehcen Den Geschäften Durch mehrere wichtige und schwierige Oc- ganisalionSaufgaben vollauf in Anspruch genommen sein.
Die dringlichsten unter den Vorlagen werden dir Ge- setzeutwüise Behufs Durchführung der neuen durch Reich»- gesetz sestgestellten GerichtSverfaffung innerhalb der preußischen Monarchie sein. Diese Entwürfe können zwar, da sie aus der ReichSgesetzzebuug beruhen, keine grundsätzlicheu MetuungSkämpfe veranlaßen; indem fit jedoch eine vielfache Veränderung der Personalverhiltniffe und eine vollständige Umwälzung der GerichtSsttze und -Bezirke herbeiführen und damit die Jntereßen und Wünsche nicht bloS der unmittel»
W u nehmen.
Bei der Entscheidung hierüber drängte sich zunächst die Kragt auf, ob und inwieweit die Fortführung der großen
befestigte feindliche Stellung zu unternehmen und erhielt daher unser Regiment den Befehl, das 2. und Füsilier- Bataillon bis in das nächste Dorf zurückgehen und dort Quartiere beziehen zu lassen, durch das 1. Bataillon aber starke Vorpostenketten auszustellen, zu denen nur die besten und umsichtigsten Leute der Compagnietn genommen werden durften. Ich kam mit 40 Mann ins Repli und konnten wir uns in einer vorliegenden, von ihren Bewohnem verlassenen Ferme einlogiren. —
Obgleich man während der ganzen folgenden Nacht in dem vor uns liegenden Walde Axthiebe schallen hörte, da die Franzosen ihre Verhaue verstärkten, so verlief die Nacht doch ganz ruhig und ohne Belästigung seitens des Feindes.
6. Januar. Um das Sinken des starken Nebels ab- zuwarten, blieben wir bis */i9 Uhr in unserer gestern uns angewiesenen Stellung und marschirten dann gegen la Fourche vor, und zwar in der Marschordnung, daß unser 2. Bataillon die Avantgarde bildete, diesem das Füsilierbataillon und diesem wieder das 1. Bataillon folgte.
Durch den Wald kamen wir ohne besondere Schwierigkeit, sobald aber die Avantgarde sich dem Orte la Fourche näherte, wurde von dem dort hinter Barrikaden, Verhauen und Schanzen stehendm Feinde Feuer auf sie gegeben; die Franzosen hatten dort alles Mögliche zur Befestigung ihrer Stellung ausgeboten und selbst in einigen Schanzen Geschütze etablirt, die ihre Granaten uns entgegensandten, ohne jedoch, da die Geschosse zu hoch gingen, nur irgend welchen Schaden zu thun. Sofort fuhr die Batterie von Manteuffel auf einem neben uns liegenden, ziemlich steilen Berge auf, protzte ab und eröffnete ein sehr wirksames Feuer auf die feindlichen Schanze» und Barrikadm.
(Fortsetzung folgt.)
Aor sieöen Aayren. iHetw* etaei Dreiuabachtjißer« aas »em beatfth- frau- tSstschen Kriege 1870/71.
(Fortsetzung.) 1871.
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Aus dem Umstande, daß Fürst BiSmatck nach dem am Sonnabend abgehaltene« Mimsterraty Berti« wieder verlaßen hat, folgert man, daß alle brennenden Frage« chre Erledigung gesunden haben. UebrigenS nahmen alle in Berlin anwesenden Minister an der S!tzung Theil. Der Handelsminister war von seiner Reise nach Kiel noch nicht zntückgekehrt uno Staatsminister von Stofch befand sich noch ans Urlaub.
Ei« Telegramm der „Weserzeitung' von Berlin meldet: „In einer Sonntag Nachmittag hier staltgefundenen Besprechung sind die Differenzen zwischen dem Fürsten Bis
lOB - b.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie dAnnoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung das elbst; Herman.«lche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in.
Bremen.
Ka-M-den sich wesentliche Veränderungen in der Geschäfts Sr ^Handlung theilS in Bezug auf die StaalshauShaitSbe- Unitzchung in Bezug auf die Bocberathung größerer Vor- 1478 Ligen als unerläßlich Herausstellen. Die Lindesvertretung — «rte gewiß bereitwillig Die Hand dazu bieten, die neue "^Dtdrnng auch den preußischen Verhältnißen möglichst ' «izupaßen.
® .Z? Selbstverständlich werden aber die in Aussicht zu Nehden Veränderungen der parlamentarischen GeschästSbe- dlung erst an der Hand der Erfahrung und der un« llM-r--ei»Itchen inneren Nolhwendigkeft zur praktisch« Geltung
Der Landtag der Monarchie ist durch Allerhöchste Der lorfi, .bnnng aus Sonntag den 21. Oktober einberuf.n. ward-n, [593U etwas früher, als eS in der VcrfaßungSmkünde für die —ieaelmäßige S- ston in Aussicht genommen ist.
S Zam ersten Male wird in diesem Jahre die neue Reihenfolge der parlamentarischen Sessionen, welche mit der Beilegung de« Beginns deS Etatsjahres auf den 1. April In Aussicht genommen war, zur Geltung zu kommen, wonach für Die ReichStagSsefston die ersten Monate des JahrcS Wärmt sind, und demgemäß für die preußische Landtags - tSjetäon zunächst die Zeit vom Oktober bis zum Januar, p| Utto nöthigenfallS eine Wiederaufnahme der Arbeiten nach Obern Schlüße der Reichstagssession vorbeha tcn bleibt.
|3 Gleich bei der Feststellung der neuen parlamentarischen QDtbnung, welche für die feste Gestattung der Reichsver- DiZHLitniße dringend wünschenSwerth erschien, wurde daraus ^Zingewtesen, daß die Erledigung der Ausgaben deS Land- WtzugkS insofern eine Erschwerung erfahren würde, als weder Qbic drei Monate vor der ReichSiagSsesston für sich allein,
Jk orfAetnt täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. PceiS für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „zKaftrtrte- »aaata,-blatt" durch die Exoedition («och'fche W Buchdruckerei) bezogen Stz «art, durch die Postämter deS Deutschen Reiches i «art 50 Pf,, (exl. Bestellgebühr). - JnferttonSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.
WW Für in der Expedition zu ertdellende Auskunft und Lnuahme von Adressen werden 15 Uf-. berechnet.
Gestaltung gelangen.
Angesichts der ersten Session, welche unter den neuen ingungen abgehalten werden soll, mußte die Staats — egittung zunächst an ihrem Theile darauf Bedacht nehmen, ch Aufgaben für den Landtag so zu bemeßen, daß Die ^Möglichkeit einer erfolgreichen Erledigung nicht auSgeschloflen " würde: eS kam darauf an, neben der SiaatShauShaltSbe-
v,eigen nimmt entgegen: e Expedition d.Blattes, „ (.Bwie dAnnoncen-Bureaux "'nTH.DietrichLCo.in
gitti und Hannover; Th. l netrich in Frankfurt a.M.;
r iaafenftein & Bögler in
I rantfurt a. M., Berlin,
V -ixzig, Cöln :c.; Rudolf
% Hoffe in Berlin, Frank- U furt a. M. 2C.______
Die Tage vom 1. bis 3. Januar 1871 waren indessen 7b- nochmals ruhige Tage für uns; das Exerciren wurde zwar 0 d beißig betrieben, die übrige Zeit aber der Erholung gewidmet. SB. I 4. Januar. Heute bekamen wir den allerdings schon u b. länge im Borans geahnten Marschbefehl; wir sollten uns -fl; Machst gegen das ungefähr 45 Kilometer südwestlich gele- 7 8toe Courville vorbewegen. Dort hatten sich in den letzten . Tagen von Nogent le Rotrou aus wieder feindliche Ab- 5b0= Heilungen gezeigt und diese galt es nun zu vertreiben. Ob. . Wir waren alle überzeugt, daß dies die letzte Expeditton -&1N, die wir nach so mancher anderen blutsaueren in diesem 5 . §elbguge zu unternehmen hätten, und daß die Widerstands- Haft des Feindes nach und nach erlahme, somit der Krieg " seinem Ende sich zuneige, und ttaten darum mit neuem Authe und frischen Kräften diesen' Vormarsch an. Durch btt längere Ruhe in den Quartieren von Nogent — und daß es gute Quartiere waren, wird jeder, der dort gelegen, !>eute noch mit Freuden bezeugen! — war freilich gar Mancher des Marschirens entwöhnt worden, und da heute o b. unser Marsch ein ziemlich weiter war (9 Stunden ungefähr), 5 6- fe war eS nicht zu verwundem, daß verschiedenen Leuten die Kräfte am Schlüsse des Marsches zu sinken begannen.
Wir gelangten noch an demselben Abend bis Courville, U>° recht gute Quartiere uns für die Anstrengungen des ver- üangencn Tages und des zurückgelegten Marsches hinläng- iich entschädigten und für ben kommendm Tag wieder kräftigten.