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steigen nimmt entgegen: e Expedition d.BlatteS, imie d.Ännoncen-Bureaux cn Th. Dietrich & Co. in Jrei und Hannover; Th. «trich in Frankfurt a.M.; aafenftein & Vogler in tanlfurt a. M., Berlin, ,j»zig, Cöln rc.; Rudolf »3fe in Berlin, Frank
furt a. M. rc.
fllarßurg, Dienstag, 9. October 1877.
xn. Zitzrimg.
WttWDk jcitimii.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermau.tqche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; SB. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Für in der Expedition zu ertherlende Auskunft und Annahme von Adreffeu werden 15 Pf», berechnet. °
* Eine neue Großmacht.
Reben den Großmächten, die uns die Erdbeschreibung ifzählt, fließt es bekanntlich eine Reihe ideeller Großmächte, »en Herrschaft auf die Grenzpfihle der Herren dieser Erde Ine Rücksicht nimmt. Aber die Herrschaft derselben ist »a» unsicher, weil sie, wie der Handel mit SpeculationS j erlhen, von der „Conjunktur" abhängt.
Eine solche Großmacht ist z. B. das Papstthum, das i allen Ländern des Erdballs eine meisterhaft organistrte itreilmacht besitzt. Das Papstthum ist so stark, daß eS n mächtigsten Staaten der Erde Trotz zu bieten vermag, ch doch beruht die Stärke dieser Großmacht nur auf einer der, die in geistig zurückgehaltenen Volkskreisen Wurzel a. schlagen hat. Aber diese Gewalt ist sehr unsicher, weil i Papst der nächsten Generation nicht gewiß sein kann.
Eine andere ideelle Großmacht ist die Presse, aber e im weiteren Begriffe des Wortes „Presse- ist ihre Macht । «vergänglich. Ohne die Presse, welche die Schriften der esormatoren hundert und tausendfach vetvielfältigte, hätten , 7 r keine bedeutende Kirchenrrformation haben können, die ' «Wickelung deS Menschengeistes wäre um viele Jrhrhun- *= de zurückgehalten worden, weil die Pioniere des Geistes ne universelle Wirksamkeit hätten entfalten können, weil » Resultate der Wissenschaft stets nur das Eigenthum eines een «reifes gewesen wären. Ke ne Nation hätte der andern Et Erfahrungen mittheilen und ste geistig fördern können.
Wir haben unlängst eine AuSlaffung zu Gesichte bfr —-tannen, welche eine dritte Großmacht namhaft macht: Das »gerbirr. Wir sind weit entfernt, die Anziehungskraft q Abrede zu stellen, die ein vernünftiges Lagerbier auf uns «znüben vermag. Aber eS ist doch zu weit gegangen, das mgerbier" zu den ideellen Großmächten zu zählen.
1 Sn Stelle dieser Pseudomachi möchten wir eine andere Mellt wiflen und daS ist die Großmacht deS „Schlag. tfltrtt8-W Unb diese Großmacht ist so stark und unerbittlich, ^^verderblich im Großen und Ganzen, kurz so tyrannisch, sttrecht und grausam, daß die Vernunft alle Streitkräfte Mieten muß, um ste aus dem Felde zu schlagen.
t Wir wollen unsere Behauptung nur kurz begründen. ; Es gießt ein Schlagwort, das eine ganz heillose und Prnverderbende Wirkung aus eine ganze Nation auSgeübt
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pche außer dem Herrn und der Herrin dieses Haus be- Wie, Erwähnung thun: la nourrice de Madame la H die ehemalige Amme der verheiratheten Frau Tochter,
• öon der Luxemburgischen Grenze gebürtige und, Gott i durch welche Lebensschicksale hierher in das Deparie- tt Eure et Loir verschlagene und schon sehr ältliche önlichkeit, welche zur Zeit in dem Hause die beiden fangen einer Haushofmeisterin und Dienerin zugleich [gTl fate mit Glück zu vereinigen und zu bekleiden schien. —
• ich doch in meinem Leben keine schrecklichere Evas- Eer, als diese gesehen! Beständig knurrend (oder , Sn Eiternd" wie die Oberhessen sagen) und auf die Prüs- ■ * schimpfend, war sie doch rastlos thätig und besorgt, auch mir nichts abginge; wohl zwanzigmal kam sie des in mein Zimmer mit einem hervorgeknurrten Tone, ebenso gut eine Verwünschung, als ein Gruß sein konnte, f Zu sehen ob das Feuer im Kamin auch ordentlich brenne M und suchte mir auf jede nur mögliche Weise begreiflich Sachen, wie man das Feuer des Kamins am besten im fauen erhalten könne. — Gelernt habe ich's wohl — —\ nicht angewendet; für vorkommende Fälle will ich das M- chtstück und die anzuwendende Manipulation verrathen: . ß öffnet einfach — einerlei ob draußen 5 oder 10 o minus j 1 Thermometer markirt werden, die dem Kamine gegenüber ^de Thüre, so wird durch die einftrömende Zugluft daS " hübsch im Brand gehalten; daß das Zimmer dabei
Ior fieöen Jahre«.
ch eine» Dreiundachtziger» aus dem deutsch - srau- zösischen Kriege 1870/71.
' ■ (Fortsetzung.)
I würbe indessen mein Quartier in Nogent nur un- ff ff Wstrndig schildern, wollte ich nicht der dritten Persönlichkeit,
.ft, und daS um so beliebter ist, als eS in lateinischer .halMache versaßt ist und dann natürlich um so überzeugender Wen muß. Das Schlagwort lautet: Mundus vult decipi, r„İ decipiatur (zu deutsch: die Well will betrogen sei» »“*• also werde ste betrogen). In den Schwindeljahren n (chch 1870 ist dirse Lebensweisheit ganz furchtbar in Auf n weHme gekommen. Geschäftsleute, die vorher auf ihren Ruf ien «Aas gegeben hätten, sind durch dieses zum Gesetz erhobene
Schlagwort plötzlich Betrüger geworden. Ein Mann, der in feinem Waarenlager lauter verfälschte Maaren führte, tröstete sein Gewifleu mit dem Worte: Die Welt will ja betrogen sein! Er schob die Schuld auf die Welt, welche betrogen sein wollte und blieb dabei in seiner Ueberzengung ein Ehrenmann. ES frage sich jeder vor seinem eigenen Gewiffen, ob wir eine Unwahrheit schreiben, oder übertreiben
ragesbericht.
Der päpstliche Stuhl ist bekanntlich von verschiedenen Seiten mit der Bitte angegangen worden, den Entdecker Amerika'S, Christoph Columbus, heilig zu sprechen, und es ist eine Reihe von Schriften über denselben veröffentlicht worden, worin die Einen behaupten, daß er es um feiner christlichen Tugenden wohl verdient habe, unter die Zahl der Heiligen aufgenommen zu werden, während Andere ihm daS Verdienst streitig machen der Ehren deS Alters theil- haftig zu werden, weil fein Lebenswandel nicht ganz makellos gewesen sei. Der Papst hat, wie es in solchen Fällen üblich ist, die Piüfung der Frage einer KardinalSkongre- gation anhetmgeftellt, und diese hat, wie die „Italic" berichtet, sich aus folgenden Gründen gegen die Heiligsprechung von Christoph Columbus erklärt: ES ist noch keine außerordentliche Thatsache bekannt geworden, welche die christlichen Heldentugenden deS EntdickerS von Amerika in'S klarste Licht stellt. Abgesehen von seinem großen Verdienste Amerika entdeckt zu haben, flieht fein Privat- und öffentliches Leben, Grund genug zum Tadel. In den Chroniken seiner Zeit findet man nichts über ihn verzeichnet, was ihn der anßerordenllichen Ehre deS Alter« würdig zeige. Der Ruf, den er bei seinem Tode zurückgelaffen hat, ist nicht der eines außerordentlich guten Katholiken. Und endlich hat ihn noch Niemand als einen Heiligen betrachtet und als solchen angerufen. Diese Entscheidung wird den Fürsprechern der Heiligsprechung deS Entdeckers von Amerika mitgetheilt werden, und sie müffen drei Jahre vergehen laffen, ehe ste wieder neue Schritte zu seiner Heiligsprechung thun dürfen.
Die mit Chislehurst in vertranten Beziehungen stehende Londoner „Morning Post" schreibt: „Es ist weit und breit daS Gerücht ausaesprengt worden, daß der kaiserliche Prinz unlängst dem Chaeau de Dave in Belgien einen Besuch abgestattet habe zu dem Zweck, um bei einer höchst distin- guirte» Vermählung zugegen zu sein. Se. kaiserliche Hoheit hat seit seiner Rückkehr von Italien unser Gestade nicht verlassen. Der Prinz verbrachte daS Ende deS August und den ganzen September mit der Kaiserin Eugenie in Lowes (Insel Wighl) "
nicht wärmer, vielmehr noch kälter wird, darf einen freilich nicht geniren; man sieht ja das Feuer brennen.und das st, für einen Franzosen wenigstens, schon genug; dann setzt man die Füße auf die blankpolirte Mefsingstange vor dem Kamin, schürt mit der Feuerzange in den Kohlen herum, spuckt auch womöglich einigemale hinein — und man ist, nach französischen Begriffen wenigstens, genügend durchwärmt.
Am praktischsten und wohlthuendsten sind mir die französischen Kamine immer nur dann vorgekommen, wenn ich in einem excellenten Bette, wie man sie fast überall in Frankreich findet, bis an den Hals hübsch warm zugedeckt lag und durch die geschlossenen Vorhänge, die je nach der Farbe derselben purpurroth oder lasurblau lodernde Flamme beobachten konnte; für alle anderen Fälle lobe ich mir aber unsere deutschen Kachelöfen.
Das erwähnte alte Hausinventar sprach auch eine Art Deutsch, wie man sie eben an der luxemburgischen und belgischen Gränze in der Conversation anwenden mag; sie hat übrigens bei mir keine besondere Vorliebe für jenes Sprachidiom zu erwecken gewußt, da mir Tarnulisch oder Chinesisch nicht minder verständlich als ihr Deutsch gewesen wäre. —
Nur eine Probe hiervon:
Als ich an einem der folgenden Tage einmal ausgehen wollte und sie wieder schürend am Kamine kauerte, wandte sie sich, während ein biederer Dreiundachtziger mir noch den umgehängten Mantel etwas ausbürstete, mit der Frage an mich: Gr’ttr Jong matt?
Wie, Clemence? entgegnete ich.
G’ttr Jong matt? tönte es mit lebhafterem Knurren vom Kamine zurück.
Daß das erste Wort vielleicht mit Gehen im Zusammenhang stände, das zweite aber den Burschen bezeichne, war
Der Wiener Cotrespondent der „Daily News" will wiffen, kaß auf besondern Befehl des deutschen KaiserSe eine Note nach Konstantinopel gesandt worden sei, weicht sehr ernstlich utgirt, daß die Grundsätze der Menschlich kei. nicht länger Angesichts Europa'« verletzt werden dürfen, Die Note drohe den Türken nicht zwar mit einer Aktion, aber sie lasse keine Zweifel über die Größe der empfundenen Entrüstung und daß die deutsche Regierung nicht beabsichtigt einen schweigenden und gleichgültigen Zuschauer abzugeben.
Neueste KriegSnachrichten:
Peter bürg, 6. Oct. Osficiell. Vor Plewna, 4. Okt. Am 1. d. erbeutete Oberst LewiS auf der Chaussee von Plewna nach Sofia mit dem Regiment WladikawaS bei dem Radomirzi einen türkischen Transport mit Salz, Chinin und anderen Arznei-Mitteln, ferner 1000 Stück Vieh und 80 Pferde. Derselbe zerstörte auch die Brücke bei Radomirzi und die von den Türken hergestellte Tele- graphenlinie. Am 2. wurde die Brücke bei dem Dorfe Tscherwmbreg verbrannt. Heute fuhren unsere Batterien fort, Plewna zu beschießen. Weiter nichts Neues. — Lei der Rnstschnker Colonne Haden bloS Vorpostengefechte stattgefunden. An der Straße nach Osman Bazar und im Balkan ist Alles ruhig.
• Konstantinopel, 5. Okt. Mukhtar Pascha meldet vom 4. d. M.: Heute wurde der große Arnilar, den die Ruffen verlassen hatten, von Rached Pascha wieder besetzt Einige zurückgebliebene Bo« posten leiteten nur schwachen Widerstand. Die Colonnen unter Rached Pascha find sodann weites vorgerückt u«d greifen gegenwärtig den Feind an, welcher bei Perkid Atchakale am KarSfluffe nnv auf dm Höhen von Rabak eine concentdrte Stellung einnimmt Die Cavallerie OSmanS bei Szbotan ist zum Corps bei Kiziliepe abmarfchixt, um die mulhmaßl che Rückzugslinie der Ruffen auf Harabel zu bedrohen. Der Kampf dauert fort. Die russischen Verluste der letzten drei Tage find bedeutend.
Bukarest, 6. Okt. Wegen der ungesunden Lage von Gorni-Studen ist die Verlegung des Hauptquartier» nach dem höher gelegenen Sistowa in Aussicht genommen. Arn 5. ist das Regiment Mosk.u (Nr. 65) hier durchge- jogen. Fürst Emil Wittgenstein ist vom Hauplqaartier in 8utat.fi eiugetroffen und kehrt demnächst vahin zurück. Bratiano wird hier erwartet.
London, 6. Oki. Der Correspondeut der „Daily New«" im msstfchen Lager auf dem armenischen Kriegsschauplatz sendet aus RoSricheno, 4. d., folgende tegra. ph'fche Meldung: da die Ruflen Kistltepe umzingelt hatten und Mukhtar Pascha dadurch die Verbindung mit Kars mir klar, aber was sollte das „matt“ bedeuten? Einen matten Gang hatte ich doch an meinem Jost noch nicht bemerkt, dafür war er, wenn auch an Gang und Begriffen etwas schwerfällig, doch eine zu stramme Natur auS dm hessischen Bergen, und (Spuren einer Krankheit, die etwa einen derartigen Gang verursacht haben könnte, sah man auch nicht an ihm. Es blieb mir nichts anderes übrig, als dieser Art Conversation — und sie drückte sich anscheinend gerne in der Sprache ihrer Heirnath aus — damit ein Ende zu machen, daß ich sie bat: Clemence, repetez, s’il plait, en framjais, ce que vous desirez! worauf mir denn von ihr klar gemacht wurde, daß sie nur wissen wollte, ob der Bursche mich begleitm werde, weil sie dann unterdessen das Kaminfeuer im Brand halten müsse.
Doch genug von ihr! ich wünsche, wenn sie noch lebt, ihr recht langes Leben, und — daß sie nie wieder einen Preußen sehen möge.
Abends bereinigte ein gemeinschaftliches Souper alle Offieiere und im Offieiersrange Stehende im Saale des Hotel Cheval blaue. Es war zu spät, um noch eine förmliche Weihnachtsfeier mit einem Christbäumchen, was alle wünschten und schmerzlich vermißten, zu arrangiren, aber dennoch waren wir recht zufrieden und vergnügt, nach langen Mühsalen und schweren Tagen uns wieder einmal solche frohe Abmdftundm gönnen zu dürfen.
(Fortsetzung folgt.) .
Art zerstörtes Glück.
Erzählung von Carl Kessel.
(Fortsetzung.)
Und wieder griff er zum Fernrohr und blickte abermals starr und unbeweglich nach einem Punkte hin. Einige