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JRarßutg, Sonntag, 7. October 1877.

xii. Jahrgang.

r. L3S

(Oliriijrffifdic MiiW.

»«zeigen nimmt entgegen: Ee Expedition d.vlatteS, Ltsie d-Annoncen-Bureaur Hin Th- Dietrich & Co. in löffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; uiafenftein & Vogler in rankfurt a. M., Berlin, eirrig, Cdln rc.; Rudolf Me in Berlin, Franl- furt a. M. rc.

«rfcheiut t»glich außer den Werktagen »ach Som», «ad Feiertage». Preis für daS Quartal mit der »Sche«lichen Beilage ,,zi»ftrirte««*!««» l«tt" durch di« «xpeditiou («och'fche Luchdruckerei) bezogen U Wext, durch die Postämter deS Deutsche» Reiches 3 Mart 5» Pf,, (eil. Bestellgebühr). - JnfertiouSaedühr ftt die gespaltene Zeile ! Pf,. Für in der Expedition ,u ertheileude Auskunft nnb Annahme von Äbteffen werden 15 Pf», berechnet.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatteS, sowie d.Amwncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnmi-ffchi Buchhandl. daselbst; Jnvalideiürank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.

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n Deutschen Reiche mit den Worten: »Unser Verhält- 111 | zu Deutschland ist schon sehr lange gut gewesen und ß auch heute sehr gut." DaS HauS nahm alle Antworten

Mor sieben Jahre».

Pebuch eines TreiundachtzigerS aus de« deutsch - srau- röstschen Kriege 1870/71.

h «er.

Kenntlich.

Mit der Besetzung deS Postens eines Cardinals Ca- ngo ist der Grundstein zu den Vorbereitungen für nächste Conclave gelegt worden. In manchen Kreisen es ausgefallen, daß Pius IX. in dem Cardinal P cci, ehemaligen Erzbischof von Perugia einen Munn zu wichtigen Stellung berief, der als allen poiitischeo strebunzen abhold und von strenger Pflichttreue ge. bat und zu den gemäßigteren Elementen der katholi- Hierarchie gerechnet wird. Vergessen darf man frei.

M a Monarchie sorgen werde, und daß ste namentlich von , *7- ichm Gesichtspunkte aus Serbien gegenüber Stellung chwm werde Im Anschluß hier«, beantwortete TiSza tee' enn sofort die Interpellation deS siebrnbürgischen Abge- (i Putten Guido v. Baußueru über daS Berhältniß Ungarn#

P-Mfche Wichen, Ucberstcht.

Unter dem 25. September hat der Kaiser von Darm- jbt aus deu deutschen BundeSrath zu seiner neuen Session jf den 8. Oft. nach Berlin einbrrufen. Derselbe wird ch alsbald mit dem Berichte der betreffenden besonderen ommisstoa über den preußischen Siewpelsteuerantrag zu eschästigen haben. Die Steuerfragen drängen vor anderen Ad werden jedenfalls auch dem preußischen Landtage, der dem Reichstage am 21. d. Mts. vom König eröffnet taten soll, zu schaffen machen. Die Ausführung der MchhSjustizgesetze, die in Angriff genommen naben muß, fird erhöhte Ausgaben bedingen, und noch mehr das Nn- elrichiSgejetz, welche- freilich in der diesjährigen Session nicht weit gefördert, wahrscheinlich noch gar nicht nmal eingebracht «erben kann Der im Juli vertagte ! Mische Landtag ist am Freitag voriger Woche rotcber Hmmengetreten. Derselbewirdhauptsächlich Steuererhöhung it Deckung brS BebarfS zu bewilligen haben, wobei beide Wptparteien verlangen, baß nicht einfach Zuschläge zu en bestehenden Steuern beschlossen, sondern auch ©teuer# (formen rorgeuommen werden. Der sächsische Lanbtag >st ,s den 24. Ott. nach Dresden, bet mecklenburgische auf en 14. Nov. nach Sternberg etnbnufen.

Aehnltch wie der Fürst Auersperg im österreichischen leich-rache bei der Beautworiung der Interpellation des Egeorbneten Dux äußerte sich der ungarische Minister« _____ riflbent Koloman v. T'Sza am 28. Sept, in Pesth über rttttit te orientalische Politik bet Regierung; in längerer Rede chffertigte er zunächst bk bisherige Haltung des Mini- i Holz- eriums, und betonte sodann, dcß die Regierung nach wie »k mit allen Mitteln für die Wahrung der Jntereffen

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Rot, wohin unser 1. Bataillon bestimmt war, zu beziehen. A So setzten wir uns beim an bem klaren, überaus kalten orgen fröhlich und guter Dinge um 7 Uhr Mor-

aufen.^«ben, um, gleichsam als unsere Christbescheerung, noch e Quartiere als in Chartres, in dem Städtchen Nogent

(Fottsetzung.)

i In Chartres bekamen wir recht gute Quartiere und teen die Leute, besonders meine früheren Quartier- Ahe, die ich noch selbigen Abends aufsuchte, gewisser- »ßen froh, daß wir glücklich wieder da waren. Na- irlich wurde auch von ihnenla Goutte", und zwar allen riistes mit freundlichem Gesichte offertri.

23. Tecember. Heute hatten wir Ruhetag in Chartres Bb war kein Dienst.

24. December. Heute, am lieben Christ-Sonnabend, toen wir wieder zum Marsche commandiri. Es hieß «fangs, wir würden nach Versailles zurückgehen, da uns et die 21. Division ablösen sollte; allein noch auf dem telplatze wurde uns dies Gerücht als ein irrthümliches sikichnet. Wir sollten bloß einen nicht bedeutenden Marsch

5 in Marsch.

Für uns Infanteristen war das Wetter gut zum Mar- ----.M, nicht so für die Cavalleriften, denen die starke Kälte ° empfindlich wurde, daß sie das Absitzen und zu. Fuß "len dem Reiten vorzogen. Jndeffcn haben auch wir tüchtig oten und unsere abgetragenen und dünne gewordenen «ssprechlichen trugen zum lebhafteren Empfinden der *k jhx Möglichstes bei.

. Uebttgens war, soweit sie bas letztere Bekleidungsstück

lich nickt, baß derselbe Ruf auch PluS IX. nnb manchen feiner Vorgänger bcranging.

Am 25. Sept, sand tu Pari- die erste Wählerversamm. lang Statt. Seitdem gleicht die tipublikanische Wahlbe­wegung einem gewaltigen Sirocco, der wenig braust, aber Alle-, wa- ihm entgegeusteht foiirrißt. Die Wahl der früheren D putirten ist in Paris gesichert und erhält im 9. Arrondissement durch die Aufstellung Giovy'S an Thiers' Stelle eine allgemeine Bedeutung, da Giövy durch Rund­schreiben sich sitzt als Führer der 363 und der gefammten republikanischen Pattei verkündigt und damit im Falle die Republik sitzt und 1880 siegt, die Anwartschaft auf die Präsidentschaft der Republik erhalten hat. Die Bonopar- tisten fangen an, den Monarchisten sich unangenehm zu machen. Rouher'S Wahlschreibm, das sehr plump und ungewöhnlich ungeschickt abgefaßt ist, empfiehlt zwar noch Unterstützung Mac Mahon'S bi- zur Revision, stellt aber für 1880 ein energisches Auftreten der Partei für die Thronbesteigung Napoleon'« IV. in Aussicht.

Der vierteljährige Finanzausweis (eine Abnahme von 109,625 L. gegen das entsprechende Vierteljahr des Vor­jahrs) ist in England noch unter den geringen Erwar­tungen zurückgeblieben, welche man von ihm gehegt hatte; durch bk Ungewißheit ber Lage in Folge beS Krieges ist die gejammte Geschäftsthitigkeit gestört, die Einnahme an Stempelsteuer, Zöllen u. A. sehr vermindert.

Vom Kriegsschauplatz hat auch die letzte Woche keine Nachrichten von größeren und entscheidenden Kämpfen ge- bracht; jedoch ist eS als ein höchst wichtiges Ereigniß zu bezeichnen, daß Mehem d Ali Pascha, bi ff'n änbrtngen gegen die Jantralinie für die Ruffen bis dahin al- sehr bedrohlich erschien, plötzlich den Rückzug angetreten hat. Wahrscheinlich ist dieser Rückzug durch die Niederlage, welche die Türken am 21. September bei Tscherkowna er­litten hatten, veranlaßt »orten. Die Nachricht wirkte um so überraschender, al« noch am 24. September amtlich an« Konstantinopel gemelkt worden war, Mehemed All habe ein ernstes Gefecht mit dem Feinde gehabt, in welchem dieser völlig geschlagen worden sei eine Nachricht, welche sich, wie so viele Angaben über türkische Siege, hinterher als erfunden herauöstellte. Zwei Tage später wurde von Konsta« tmopel gemeldet, bet Pascha habe, nachbem sich herausq stellt, doß sämmiü be feindliche Positionen zu stark besetzt seien und ein erfolgreicher Vorstoß gegen Bjela un­denkbar wäre, die allzu ungünstigen Stellungen am Banltzka Lom gegen die schon einmal innegehabten voriheilhasteren Höhen beS Kara Lom vertauscht. Ob die Russen den ab ziehenden Türken bereit- gefolgt sind, ist bi- jetzt mit S cherheit nicht zu erkm en. Vor Plewna fetzen die vereinigten Ruffen und Rumänen ihre Belagerungsarbeiten

anlangte, die sonst übliche Uniformität bei uns ziemlich außer Hebung gekommen; jeder suchte sich so gut als möglich zu helfen; ein Musketier der Loire-Armee half sich, wie die bekannte Geschichte erzählt, mit einer blauen Sammethose aus der Verlegenheit und wenn eben der zu erzielenden gleichmäßigen Bekleidung halber jene Commandantur einmal befahl:der morgende Todte wird in.weißen Hosen be­graben!" so hätte leider bei gleicher Gelegenheit diese Gleich­mäßigkeit von uns weder mit weißen noch schwarzen oder gar gräulichen Hosen dargestellt werden können.

Um 4 Uhr Nachmittags rückten wir dann in das schöne und freundliche Städtchen Nogent le Roy ein, wo wir sehr gemüthliche Quarttere bezogen; ich habe weder Officiere noch Mannschaften über dieselben sich beklagen hören.

Ich war in dem Hause eines wohlhabendm Patissiers einquartiett; der Hausherr, eine gravitättsche Gestalt mit bedeutendem Embonpoint und verbindlich lächelndem Gesichte, schien von der Ansicht auszugehen, daß wir Preußen sein Französisch besser verstündm, wenn er langsam und namentlich recht laut spräche, und posaunte er mir demgemäß bei der Unterhaltung seine Wünsche und Anfragen mit solchem Nach­druck in das Ohr, als ob er mit einem Stocktauben zu thun habe, während seine Eheliebste, eine lebhafte, bereits etwas ältliche Pattserin mit einer durch den hohen Fistelton und ungemeine Gezietthett mir eigentlich widerwärtigen Sprache und Stimme, das ganze Heil ihres Hauses und des übrigen Frankreichs anscheinend davon- abhängig glaubte, daß ich und etwa mich besuchende Kameraden keine Streich- hölzer an der allerdings neuen blauen Tapete meines Zimmers anstttchen; daß ich dagegm die schöne Pendule auf dem Kamine etwa einstecken möge (und das hatte, wie sittlich erst nach dem Fttedensschlusse herauskam und in dm mttsten Tagesblättern schwarz auf weiß zu lesen stand und natürlich mit ben fürchterlichsten Schwüren der Revanche geglaubt wurde,

mit vielem Eifer fort. Von ber Grivitzaschanze aus, welche in ben Händen ber Rumänen ist, haben diese sich ben dicht vor ber Stabt gelegenen Verschanzungen genähert unb dürfte ein Versuch, sich derselben zu bemächtigen, nicht lange auf sich warten lassen. Daß i« auf eine nachdrückliche unb regelrechte Belagerung PlewnaS abgesehen ist, kann man auch aus bem Unstande schließen, daß der als ausge­zeichneter Ingenieur -Officler aus dem Krimkriege bekannte General von Totleben so eben zum Chef des Generalstabs bei ber vor Plewna operlrenden, unter bem Oberbefehl des Fürsten Carl von Rumänien stehenden Armee ernannt worben ist. Indessen hat sich die bereits als Gerücht ge­meldete Nachricht bestätigt, daß es dem türkischen General Schesket Pascha gelungen ist, 1015,000 Mann mit einer größeren Munitionskolonne nach Plewna hineinzuwerfen; ein weiterer MuniiionSzug, aus 80 Wagen bestehend, ist dagegm in die Hände ber Raffen gefallen. Vom Schip- kapaß meldet Suleiman Pascha, baß es ihm gelungen fei, die russischen Befestigungen von drtt Seiten einzuschließen. Angesichts ber großen Unzuverlässigkeit selbst ber amtlichen türkischen Meldungen muß eS dahin gestellt bleiben, ob eS stch wirklich so verhält und ob dadurch die Sage der Russen gefährdet ist. Uebrigens ist im Balkan bereits in nicht geringem Maße Schnee gefallen. Inzwischen treffen die Ruffen Anstalten, um ihre Stellungen in Bulgarien auch für die herannahende Winterzeit durch feste Brücken über die Donau zu sichern. Eine Eifenbahnbrücke, welche Sim- nitza mit Sistowa verbinden soll, ist bereits herangebracht. Die Montenegriner haben ihren Krieg gegen die tür­k-schm Bifestigungen mit Erfolg fortgesetzt: am 24. S<fi­tem per erfolgte nach heftigem Kampfe die Uebergabe von Goransko; auch besetzten die Montenegriner zwei weitere Forts und halten nunmehr da« ganze Gebiet bis Foka besitzt.

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Tagesbericht.

Wie da«Popolo Romano* meldet, hat die italienische Regierung Schr tte gethan, um die Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Handelsvertrages mit Oesterreich- Ungarn wieder anzuknüpfen. DaS Wiener Kabinet will jedoch erst seinen Handelsvertrag mit Deutschland abschlicßen, ehe die Unterhandlungen mit Italien wieder ausgenommen werden sollen. ES hat die Hvffinng ausgesprochen, eS werde dies Mitte diese« Monats geschehen können. Ob diese Hoffnung in Erfüllung gehen wird, müssen wir da­hingestellt fein lasten. Wir wissen nur, daß unsere Regie­rung bestrebt ist, sich mit Oesterreich Ungarn über die Han- betragen zu verständigen, wie dies mit Frankreich gelungen ist. Falls der alte Vertrag ablaufen sollte, ehe man sich jeder Prussten gethan!), das machte ihr weniger Sorge, darum aber, daß ich ihre schöne Tapete nicht ruiniren möge, bat sie mich in dm höflichsten und fteundlichsten Motten. Nun es ist auch, obgleich damals dieSäkerhets=Tändstickor noch nicht so im Schwange waren, wie heute und trotz der erbärmlichen französischen Zündbalken, von denen, wenn ich nicht irre, je 25 eine Steuermarke trugen, nicht geschehen. Im Uebttgen aber thaten mir beide, was sie mir nur an den Augen absehen konnten; beruhigten sie sich doch nicht eher, als bis ich, um jeder durch den kalten Marsch mir etwa zugezogenen Ettältunz vorzubeugen, eine rasch bereitete Tisane, in deren Anwendung und Vertilgung die Franzosen übrigen« auch Bedeutendes leisten und welche mit Rum ver­setzt ganz gut schmeckt, zu mir genommen hatte.

(Fottsetzung folgt.)

Ei» zerstörtes Glück.

Erzählung von Carl Kessel.

(Fottsetzung.)

Zur Zeit, als dieses Nebel zuerst stchtbar zu werden begann, befand sich auch gerate der Aeltere ber beiden Gra -en für längere Zeit auf bem Stammgut bet Familie. Da er Alles beobachtete, so entging ihm auch bie verän­derte Stimmung feiner Gattin nicht und gleichzeitig schien iS ihm, al« wenn sich in dem Benehmen Jul im« eine größere Äälte, eine strenge Zurückhaltung kundgebe.

Da Georg dagegm sttne Sorgfalt um Emmeline ver­doppelte, so erwachten in dem argwöhnischen und finsteren Gemüth des Gtasm alle jene bösen Gedanken von Neuem, welche ihn an der Tugend feiner Gattin, an bet Redlich­keit feines Bruders schon früher hatte zwttfeln lasten. Er kehrt« also zu feinem ursprünglichen Plane zurück unb