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Marburg, Sonnabend, 6. October 1877.
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Vom Kriegsschauplatz liegt als bemerkenSwertheße Nach-
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1871.
ßt vor: die Abberufung Mehemed Ali'S; an seine Stelle tl Suleiman Pascha treten, während Neous Pascha das «mando der Balkan-Armee übernehmen soll. Schoa seit Zeit verlautete, Mehemed Ali wäre in Ungnade ; sein Rückzug hinter den schwarzen Lom wird ihm Gnadenstoß gegeben haben. lieber die Diff-renzen, den Wechsel im Oberbefehl hei beiführten, läßt stch Brief cu? dem türkischen Haup qaartier, den wir gestern der Magdeb. Ztg. fanden, folgendermaßen vernehmen. .. ES scheint feflzustehen, daß Mehemed Alt nicht vus lichtest, Ungeschicklichkeit oder weil eS ihm an einem oder an der nöthigen Entschlossenheit zur Ausfuhr gebricht, bisher nur langsam vorgedruogen ist. Die stesten Bemühungen in Konstantinopel Das zu bewirken, Suleiman Pascha aus eigenem Antriebe o er im Ein- mit den Männern deS KriegSrathS in Konstantinopel vereitelte, nämlich eine wirkungsvolle Kooperation verschiedenen türkischen Hccrcökö'per, waren längere erfolglos. Als die schweren russischen Anfälle gegen drohten, begann Mehemed Ali seinen Vormarsch, weil er hinlänglich stark zu sein oder genügende Aus auf Erfolg zu haben glaubte, sonder weil die Lage Dinge so bedenklich wurde, daß er selbst ein bedenk-
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Konstantinopel, 4. Oct. Die »Agcnce HavaS" meldet: Gestern kam eS zu einer großen Schlacht in der Gegend von Ani. Die Rusten wurden vollständig geschlagen und erlitten enorme Verluste. Großfürst Michael führte persönlich das Commaudo. Zwei russische Generale und zahlreiche Offiziere sind gefallen.
Moskau, 4 Oct. Nachdem Verstärkungen ringt# tröffe-', wurde am 2. Oktober längs der ganzen Linie gegen Mukhtar Pascha der Angriff begonnen, der bis jetzt durchaus erfolgreich verlief. Zweck derselben ist, den Gegner von Kar« ab- und zur Grenze hinzudrängen.
Bukarest, 4 Oct. Das russische Regiment Finnland passtrte heute Bukarest. — ES bestätigt stch, daß die Türken das Feuer gegen Plewna nicht erwidern. — Hundert griechische Freiwillige sind heute früh von Braila nach Griechenland abgeretst. — Die Bewegung in Siebenbürgen beginnt die Aufmerksamkeit der Regierung zu erregen. — Das Wetter in Bulgarien ist bester.
Wien, 4. Oct. Dem „N W. Tagblatt" wird aus Belgrad gemeldet: Oberst Benitzky erhielt das Commando an der Jankowa Klistura; die Türken senden alle verfügbaren Truppen von Travnik und Serajcwo gegen Sienitza. Große Mengen Geschütz wurden nach Kladowa gesendet. Der KriegSminister schließt Lieferungen von Armee-Proviant ab. Mit Griechenland findet ein lebhafter Depeschen- Wechsel statt.
London, 3. Oct. Die »Daily News" melden aus Karajal vom 2. dS.: Heute früh wurde rin allgemeiner Angriff gegen Mukhtar Pascha'S ganze Linie gerichtet. General LoriS-Mclikoff führte das Commando. Der Schlüffe! von Mukhtar Pascha'S Position, von nur einem einzigen Bataillon verthdidigt, wurde von drei Seiten angegriffen und gc- vommen, daS Bataillon au'geriebcn. Die Türken versuchten Paulet wieder zu nehmen, wurden aber zurückgeworfen. Die Rusten, welche 1500 Todte und Verwundete verloren, bivouakirtm auf den eroberten Positionen. Der Wiederbeginn de« Kampfe« wird erwartet. General LoriS-Melikifff beabsichtigte, Mukhtar Pascha von Kars abzuschneiden und wußte die Türken über seine Beirezungen zu täuschen.
Ior sieben Jahren.
stebuch eine# Dreiundachtziger# e«6 de« deutsch - srau- züfischcu Kriege 1870/71.
(Fortsetzung.)
{18. Dcccmber. Sonntag. Morgen« um 8 Uhr wurde * Freteval aus der Marsch in nordwestlicher Richtung gesetzt, und zwar ging es heute der von Vendüme nach svcaudun zu führmden Bahn entlang, auf einer guten vorwärts. Währmd des Marsches sahen wir überall davon, daß der Feind seinen gestrigen Rückmarsch in
Bter Eile ausgeführt habe. Nachmittags gegen 3 Uhr M wir in die Stadt Cloyes (15 Kilom. von Freteyal) 1 Mrd mürben dort in Quartiere gelegt. Ich wurde mit ton Zuge nach dem Bahnhof dirigirt und campirte die tttrde Nacht in einem Bahnwärterhäuschen.
19. und 20. Dcccmber hatten wir Ruhetage in den rrdings erbärmlichen Quartieren von Cloyes. Es ließ
-eschriM tLalich außer den Werktage» nach Soun- und Feiertagen. Preis für da« Quartal mit der wöchentlichen Beilage „SlnWlhrtH Ganutaaddlatt" durck bie Ervedttio» (Rd*’f*e »uchdruckerei, bezogen U «Mck, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 8 Wett 50 Pf, (exl BeMgebühr')'. -MLn^Wr fttr die gefidteae jSe 10 Wt f*
8ftt in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adresse» werde» 85 Pf». berechnet. 1
. Die »Wes. Zig." erfährt von kompetenter Seite, daß illei i Kommission von höheren Osfizirren sämmtlicher deut Armeekorps, welche im Sommer b. I. in Spandau mstalttornmelt gewesen ist, stch nicht mit den angeblichen 1. N Ingeln des Mausergewehrs, sondern mit der taktischen tgeltlii wendung desselben beschäftigt hat. Von einer nothwen- gewordenen Aptirung des Gewehrs, die nach anderen chrichten in Frage gekommen sein sollte, ist gar keine
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Btattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermaniriche Buchhandl- ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.
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ebner Möglichen und verlangte, daß Suleiman entweder an alten werde, da- wa- im Interesse deS Landes zu einer
io an, als ob auch bei uns das liebe Weihnachtsfest, Geburtsfest des ewigen Friedenskönigs, in Ruhe könne krt werden; in dieser Hoffnung wurden wir noch be- Et, als am
51. Teccmbcr der Befehl ausgegeben wurde, nach frres zurückzumarschiren. Wir waren herzlich froh darüber, fr wir doch nun auch die Hoffnung in etwas bessere stiere, als die gegenwärtigen zu kommen. Es war k em kalter, unfreundlicher Decembertag mit Nebel, r ohne Regen. Unser Marsch ging zunächst nach dem tornswerchen Chateaudun, 18 Kilometer von Cloyes. unserem Durchmarsch konnten wir. erst recht die Ver- tog gewahren, welcher diese unglückliche Stadt, der ein Mnenreiches Weihnachtsfest nahte, am 18. October zum fr gefallen war. — Kein Haus war mehr ganz; wenn
einheitlichen Kriegführung gehöre, zu leisten, oder daß man ihm selbst gestatte, das Kommando, das er ohne die nöthige Hülfe nicht mit Ehren und in ersprießlicher Weise weiter- führcn könne, in andere Hände niederzulegen. Seitdem sind zwischen Konstantinopel, Schumla und Schipka unausgesetzt Mittheilungen ausgetauscht worden, und man wird nicht sihlgehen, wenn man die Gerüchte von einer diploma tischen Sendung des Prinzen Hastan und die Nachricht von der Abreise Reuf Paschas von Schumla nach Konstantinopel oder einem anderen Bestimmungsorte, mit den letzten Bemühungen Mehemed Alt'« in unmittelbaren Zusammenhang bringt. An Verstärkungen hatte Mehemed Ali seit einiger Zeit sehr wenig Zuzug erhalten. Auch in dieser Beziehung waren seine Vorstellungen fruchtlos. ... Ich lege Ihnen die obigen Notizen an« dem Schreiben eines tüchtigen Soldaten vor, mit dem ausdrücklichen Bemerken daß sie au« Mehemed Ali'S Hauptquartier kommen." Auch auf russischer Seite sind mehrfache Aenderungen in den Kommando'« eingetreten; von Bedeutung ist, daß General Todlkben Generalstabschef der Armee vor Plewna geworden ist und daß — wenn anbei« die Nachricht des W. Telegr. Correspondenz Bureau'« richtig ist — dem Oberst- kommandantcn Großfürsten Nikolaus der General Graf Kotzebue, bisher G-neralgouverneur deS Weichfelgouverne- ments (Königreich Polen) und Kommandant des Warschauer Militärbezirks, als AdlatuS beigeordnet werden soll. General Graf Kotzebue zählt sechSundstebenzig Jahre. — In Kleinasien hat ein energischer Offenstvstoß gegen die Position Mukhtar Paschas mit Glück für die Ruffen begonnen; jedoch wird man erst die letzten Resultate der Kämpfe abzu- wartcn haben, ehe man von einem Siege sprechen kann.
Neueste KriegSnachrichten:
Konstantinopel, 3. Oct. Der Commandant von Philippcp l, Ibrahim Pascha, befreite in den benachbarten Ortschaften die von den Bulgaren belagerten Muselmänner mit zwei Divisionen und brachte ste nach Philippopel. Gegen Car'owa stad Truppen marschirt und haben die Stadt, nach dem ste von den Muselmännern virlassin worden war, bowbardirt. Die Bulgaren sandten hierauf Notabel» und boten ihre Unterwerfung an, welche auch angenommen wurde. — Falzt Pascha ist am Montag von Suchumkalch abge reist, um dm Oberbefehl der Donau-Division zu übernehmen.
Konstantinopel, 3. Okt. Die »Ageuce HavaS" meldet: Rmf Pascha wurde zum Commandanteu der Balkan- Armee ernannt und ist in Schipka eingetroffen. Suleiman Pascha erhielt dagegen das Commando der Donau-Armer und ist bereits in RaSgrad angekommen. Mehemed Ali Pascha, der bisherige Commandant der Donau-Armee, wurde zurückberusen.
es nicht verbrannt war, so hatte es doch durch unsere Granaten arge Beschädigungen erlitten. In einzelnen Häusern hatten-übrigens die Bewohner sich wieder nothdürftig eingerichtet und waren doch wenigstens wieder Menschm sichtbar, die freilich unserem Anmarsch mit großer, aber unbegründeter Angst entgegen sahen.
Auch Marbouö wurde wieder von uns passirt und langten wir nach einem achtstündigen Marsche gegen Abend in dem unweit Bonneval gelegenen Dorfe Flacey an.
Die Quartiere, in welche wir dort kamen, waren wohl gut, aber mit Lebensmitteln ging es gar knapp her; doch theilten die Seute. willig mit uns, was sie hatten.
Im Nachbarhause von mir hatte mein Kamerad H. mit seinen Leuten in aller Geschwindigkeit privatim eine kleine Feldbäckerei etablirt. Er war nämlich mit einigen Seuten seiner Corporalschaft in das ärmliche Haus gekommen und hatte bei der Bewohnerschaft bereiten, die aus Vater, Mutter und einem kleinen Kinde bestand, eine außerordentliche Angst vor den Ankömmlingen wahrgenommen.
Sie hatten sich jedoch auf H. freundliche Worte einigermaßen beruhigt und faßen nun stille in ihrer Stube, dem Treiben der fremden Krieger zusehend, die an dem Kamine chr spärliches Abendbrod kochten. (Wenn die französischen Quartierwirthe bei unserem Eintritt in das Quartier unwirsch und brummig waren, vielleicht gar leise oder laut fluchten, dann hat sich Keiner von uns je etwas daraus gemacht; aber solche ftille Resignation, wie wir sie manchmal fanden, hätte selbst das härteste Herz rühren können — und, wenn ich mir auch bewußt bin, nie einem der fremden Quarüerwirthe ohne Roth auch nur die geringste Ueberlast verursacht zu haben, auch dies niemals von meinen Unter» gebenen duldete, — gar mancher stumme Jammerblick von Leuten, die in ihrem eigenen Hause nicht mehr Herr waren, sondern gedutdig uns schalten und walten lassen mußten,
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rilliger Lus den Antrag mehrer Großindustrieller ist, wie die 11. Zig. hört, die Frage: ob gegenwärtig ein @t que:e er die Sage der deutschen Industrie erwünscht ist, nach- ich aus die Tagesordnung der Verhandlungen des den AuSschuffeS des deutschen Handelstages am 12.
13. October er. gesetzt worden.
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Deutsche» «eich.
Berlin, 4. Okt. Neuerdings scheint die Solidarität aller liberalen Interessen wieder in Aufnahme gelangen zu sollen. Wie das »Bert. Tagebl." vernimmt, hat vor einigen Tagen Hierselbst eine Unterredung zwischen einem angesehenen Mitgliedc der nationallibcralen Partei und einem Manne der Fortschrittspartei über unsere inneren politischen und parlamentarischen Zustände stattgefunden. »Von beiden Seiten wurde zugestanden, daß angestchtS der immer kon- geht mir doch noch heute durch die Seele!) H. war cs nicht entgangen, daß die Leute von Zeit zu Zeit ängstliche Blicke auf ihr Bett warfen, auf welchem sich' bereits einige Kerls ganz pomadig ausgestreckt hattm. Er ahnte sofort, daß weniger die mangelhafte Propretät der Prussiens gegenüber dem, wie gewöhnlich und selbst bei ärmeren Leuten, außerordentlich reinlichen Bette, diese Blicke hervorrief, als daß vielmehr die armen Leute in ihrer thörichten Angst etwas in dem Bette verborgen haben müßten, hieß seine Leute aufstehen und ersuchte die Hausbewohner das, was sie etwa versteckt hätten, nur gettost hervorzuholen und nöthigenfalls anderswohin zu thun. Die Leute gehorchten, und was kam unter der Matratze, aus dem hohlen offenen Raum zwischen den Sprungfedern zum Vorschein? Roher Brodteig, der in kleinen runden Körbchen von der Größe eines Brodlaibes dort verwahrt wurde, weil die armen Leute durch unsere Ankunft am Backen gestört worden waren und nun ihr ganzes Gebäck vor den Feinden retten wollten.
H. erklärte ihnen, daß das Brod in einem, bald von einem der Kerls in der Nachbarschaft ausfindig gemachten Ofen, gebacken werden müsse und daß er davon für sich und seine Leute soviel, als zum Lebensunterhalt nöthig sei, beanspruche; das Uebrige aber solle ihnen, den Hausbesitzern, gehören. Die Leute waren das recht wohl zufrieden und so kam H. und seine Mannschaft noch selbigen Tages, wenn auch in späterer Abendstunde, zu einem guten Stücke Brod.
, 22. Dcccmber. Heute Morgen von Flacey ab- und auf wohlbekanntem Wege auf Chartres, in welches wir nun zum vierten Male einrüden sollten, vormarschirt. Wir hatten bei Nordostluft helles und recht kaltes Winterwetter.
(Fortsetzung folgt.)
... neigen nimmt entgegen: ttijtt kExpedition d.Blattes,
«e d.Annoncen-Bureaux OlUOllt B Ah. Dietrich & Co. in Rftejil Sei und Hannover; Th.
Arich in Frankfurt a.M.; |Cnot Lenstem & Vogler in 3lieft antfurt a. M., Berlin, jwig, Cöln rc.; Rudolf rffe in Berlin, Frank»
bitte u furt a. M. rc.
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Inzwischen ging er übrigens in seinen weitc- i Boxstellungen bei der Pforte bis an die äußerste Grenze