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Marburg, Mittwoch, 3. Oktober 1877.
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in Konstantinopel die Bemerkung entlockt, daß er habe, zu glaubm, daß die griechischen Beziehungen
Vom Kriegsschauplätze liegen Nachrichten von Wichtigkeit nicht ror, auf keinem der KriegSthcater ist ein Zusam- iwenstoß erfolgt; der gestern durch die Preste gemeldete Sieg des Großfürsten Thronfolger« hat sich bis jetzt nicht bestätigt. UebrigenS schein n die Russen dem stch zurück ziehenden Mehemed Ali Pascha zu folgen; sie haben bereits Ablava besetzt und ihre Vorposten bis Popkioi am linken
Ei» zerstörtes «lü<k.
Erzählung von Carl Kessel.
(Fortsetzung.)
b wieder blickte der Graf sinnend vor stch hin, bl
ich Verlauf von einigen Minuten das Schreiben ver 4 bei Seite warf, den Kopf stolz emporrichtete und '«em S.lbstgesp.äch in folgender Weise forlfuhr:
- würde doch gar zu lächerlich erscheinen, wem» ich, doch sonst den Muth habe, meine Meinung un- m gegen Tausende aufrecht zu erhalten, nun plötzlich wachheit zeigte, einer Tollheit meines Sohnes Vor- zu leisten, oder ihm auch nur eine entfernte Aussicht Verwirklichung eine« phantastischen Liebesroman« »ähren. . Welche« Datum haben wir denn heute ; £>cb Vieruudzwanzigsteu? Ganz richtig. Nun gut Herr Don Quixote, in vierzehn Tagen werden Sie Jaris zurück sein. Damit wird der Faden dieser en Geschichte auf einmal durchschnitten und . .* »Uud der Graf von Haller wird da« Herz seine« ein Sohne« gebrochen habens sagte eine Stimme dicht ihm, während stch gleichzeitig eine Hand auf seine
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u hier? Bruder Georg,* fragte überrascht auffoh. brr stolze Mann, wobei sich aber auch gleichzeitig fehlter Unmurh In seinen Blicken aussprach.
3ch komme Dir wohl ungelegen?* fuhr dieser fort er dem Minister gegenüber Platz nahm und den> »lt jenem Ausdruck melancholischen Ernstes betrach- dor dessen geheimnißvoller Gewalt sich nicht selten lzeste Auge zu Boden senkt; „ich komme Dir wohl
, «eil Du ficher ahnest, daß ich nicht als Dein
Laserbericht»
s türkische Journal „Vakli", Organ des iüekischen SmiuisteliumS, stellt entschieden in Abrede, daß die e auf die deutschen Vorstellungen bezüglich der Vorder Geifer Convention die Antwort eriheilt habe, alle »Maßregeln sür die genaue Beobachtung der Con- getroffen seien. Die Antwort hat nach dem „Vakit" lauten können, daß die P'orte die Convention respecliit und reipeciiren werde. Da« Verschwinden der rul- m Verwundeten, welches die humanitäre Fiber des Reuß vibriren gemacht habe, erkläre sich aus der ndigen Thatsache, daß die Russen stch weder um ihre en, noch um Verwundete bekümmern, sondern sie auf Felde liegen lassen. — Hiermit würde die Nachricht .Standard* übereinstimmen, daß Deutschland, nicht dm mit der Antwort der Pforte auf die Remonstration sich der Verletzung der Genfer Convmtion, dieselben imrnterer Weise und auf der Basis des jüngsten ruhen Rundschreibens über die türkischen Grausamkeiten lern werde.
flammende» Auge, als er es auch schon wieder zu Boden senkte, während seine trotzig aufgeworfenen Lipp n stch eng und fest zusammenpreßten. 8
„So sprich," sagte er endlich, „wenn ich nun doch einmaldazu verurthM bin, diese Unterhaltung fortzufübreu *
*34 «"de sie «ruf das Nothwmdigste beschränken.*' »'Vetn Doyu liebt*
„Wie ein Don Quixote. Du weißt, ich bin kein Freund von Romanen, am wmigften, wenn fie in meiner eigenen Familie spielen. Um der Komödie ein Ende zu wachen, werde ich dem Phantasien die Messung eribeilm sofou Paris zu verlassen und auf dem kürzesten ^ -hierher zurückzukehrm.* 6
„Und damit glaubst Du ihn zu heilm?'
mjt 2^ ®etbe zwingen zu gehorchen, und das genügt
vlo« gehorchm!* meinte Georg, „verlangst Du von dem einzigen Sohne, welchen Du befitzt nicht weiter al« daß er Dir gehorcht? Und wenn Du ihn unglücklich maLsi? Denn ich wiederhole Dir nochmals, feine Liebe scheint e ue tiefe und dauernde zu fein.* w
„Man begegnet solchen Thorheiten sehr häufig. In einer Stadt wie Paris kommt es alle Tage vor daß Ge.
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„3rflenb ein angenommener Name. So etwa« ist bei dergleichen Abenteuern nichts Seltene«.*
^„,?3ad^ssen habe ich auch von anderer sehr achtung«. Ä - bestm Zeugnisse über Donna
«tvtra de Armero erhalten.*
mag fein, ich kenne Deine Verbindungen in Pari« nicht, bemerkte etwa« ironisch der Gras.
Bundesgenosse, sondern al« Dein Gegner, al« der Feind Deiner Pläne erscheine."
„Und wa« willst Du damit sagen?* fragte der Graf indem er einen stolzen harten Blick aus den Bruder warf.
„Was ich damit fagen will?" entgegnete dieser, indem « gleichzeitig einen Bries au« der Tasche zog, den «r gelassen einige Mal zwischen den Fingern spielen ließ, „dieses Schreiben hier kommt aus Paris und Du kennst feinen Inhalt, denn eS ist eigentlich nur eine Wiederholung dessen, was Dir Dein Sohn in einem anderen Briefe, den er gleichzeitig mit diesem an Dich abschlckie, mltgetheilt hat."
„Nun, was soll das?" fragte der Graf. „»Willst Du hierbei etwa auch wieder die Partei des jungen unbesonnenen Menschen nehmen?*
„Dazu bin ich allerdings ensschlvffm.*
„Wird wohl vergeblich sein, dmn ich habe bereits in dieser Sache entschieden,* bemerkte kurz und abstoßend der Minister.
Das konnte ich tn’r wohl denken. Aber deshalb kam ich eben hierher, um Dich zu veranlassen, diese Entscheidung zurückzunehmen."
„Ich bitte Dich, brechen wir hiervon ab.*
„DaS heißt, Du gebietest mir zu schweigen?*
„Nimm eS wie Du willst.'
„Oh Du Mann mit dem Herzen von Erz," sagte iast mitleidig der Bruder, „fühlst Du denn niemals das vedürfniß, einer welchen menschlichen Regung nachzugeben? — Wohlan, Du harter und unbeugsamer Mensch, ich sage Dir, Du wirst mich anhören; ich sage Dir, ich will, daß Du mich hörst I — Verstehst Du mich, Gebietender?"
Der Minister versuchte auf diese Worte mit einem herrschsüchtigm, befehlenden Blick zu antworten, aber eine «theimnißvolle Einwirkung schien ihre Kraft abermals dabei gegen ihn geltend zu machen, denn kaum erhob er sein
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herman,>iche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
IUfer des schwarzen Lom vorgeschoben.
Die BelagerungSarbettcn der Rumänen vor Plewna nehmen ihren Fortgang; von einer Seite wird gemeldet,
daß sie am 22. bei einem Angriff auf die zweite Grivitza- Redoute mit erheblichen Verlusten zurückgeschlagen seien; jedoch ist sonst von diesem Kawpf amtlich nicht» bekannt geworden.
AuS Sistowa, 29. Sept., meldet das B. Tgbl.: Der deutsche Kaiser hat untetm 25. d. aus Darmstadt dem augenblicklich im russischen Hauplqmuier weilenden preußischen Major von Llegwtz den „Orden pour le mente" verliehen. Major von Liegnitz, der als einer der Ersten den Donau-Uebergang mitmachte und sich dann dM Gur-, ko'fchen Coip» anschloß utib der Besetzung deS SchlpkaS beiwohnte, hat vor Kurzem vom russischen Kaiser da« Groß- kreuz erhalten.
Neueste KriegSnachrichten:
Konstantinopel, 30. Sept. Dem Vernehmen nach hat die Pforte das Gesuch einiger Botschafter, Holz ium Bau von Baracken für Verwundete über die Donau schaffen lassen zu dürfen, abgelehnt. Die Genfer Convention stehe dem Gesuche nicht zur Seite. Gegen die Entsendung von Seiten über die Donau habe die Pforte indeß nicht« ein- zuwer.den.
Pari«, 1. Oct. In einem veröffentlichten Schreiben äußert stch General «lapka in Bezug auf die vom Journal „Ellenör" mltgetheilte Nachricht über eine Projekt irre Expedition von Siebenbürgen au« nach Rumänien in folgender Weise: „Ich habe keine Kenntniß gehabt von der Formation einer ungarischen Legion, die bestimmt sei, in Rumänien einzufallen. Andernfalls würde ich meinen Freunden davon abgeralhen haben, da es der Türkei nichts nützen kann, unbesonnene Unternehmungen ohne ernsthaften Zweck zu organisiren; dies würde vielmehr lediglich dazu veitragen unsere Kräfte zu theilen. Wenn die politische Mission der ungarischen Monarchie ein thitigeS Handeln erheischt, so bedarf sie aller ihrer Kräfte. Sonach beruht die erwähnte Nachricht auf Erfindung." '
London, 1. Oct. Die „Times" melden au« Schumla Dom 29. Sept.: Die russischen Bopoften sind von Schar- kowna bl« Popkiöi vorgerückt und haben Plänkeleien mit den Türken begonnen. Kopace wurde am 25. September von den Kosaken besetzt. — „Daily N.w«" melden au« Verbice vom 26. Sept.: Die rumänischen Truppen arbeiten an der letzten, gegen die zweite Redoute von Grivitza, von welcher ste nur noch 90 Fuß entfernt stad, eröffneten Parallele. Von Seiten der Türken wurden keine Coutre- Approchen angelegt.
Bukarest, 1. Oct. An Stelle de« Genera!« Zotoff, welcher anderweitige Verwendung erhalten soll, iß General Todtleben dem Fürsten Karl betgegeben.
Petersburg, 1. Oct. Die „Agence Russe* bezeichnet .
zur Pforte eine Aenderung erfahren würden. Auch der englische Gesandte in Athen richtete an den griechischen Minister die Frage, welchem Umstande er die Dispositionen zuschreibe, welche von der Pforte durch ihr Vorgehen beim Londoner Kabinet dokumentirt worden sei. Die Antwort de« Minister« ist sehr interessant; sie lautet: e« ist anzunehmen, daß man in Konstantinopel den Moment, in welchem die türkischen Waffen Vortheile errungen, für geeignet erachte, um Griechenland al« unabhängigen Staat vom Schauplätze verschwinden zu machen. Man wird gedacht haben, daß man dies durch Einschüchterung oder selbst durch einen gegen Griechenland geführten Streich erreichen werde. Der Minister fügt hinzu: Ein ungerechter Angriff gegen Griechen land würde unfehlbar das ganze hell.mische Volk zur Erhebung bringen und der Au-gang des hierauf folgenden Nationalltätskrieges würde nicht von der Entscheidung der Waffen in Feldschlachten abhängen.
Die französische Regierung beschäftigt sich zur Zeit mit dem Projekte, den Teich von Berre an der Meder-Rhone in einen Kriegshafen umzuwandeln. Urheber des ProjektS ist der Schiffskapitän Libour, welcher nunmehr an die Spitze einer Commission gestellt ist, welche an Ort und Stelle Ermittelungen über die technische Ausführbarkeit des Plane« vorzunehmen ha . Die Budgelcommisston der letzten De- puilrtenkammer hat zn diesem Zweck einen Credit von 300,000 Franken bewilligt. Im Fall da« Projekt zur Ausführung gelangt, und die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, da die Idee von allen Parteien gebilligt wird, dürfte der bisher wichtigst- Kriegshafcn im 'Mittelmeer, Toulon, ein ebenbürtige« Seitenstück erhalten.
Wie das „Msmorial diplomatlgue" mitiheilt, hat der Sul an ten Prinzen Hassan von Aegypten mit einer Mission Don hvher Wichtijjkek bei tR englischen Regierung beaus- tragt. Der Prinz wird gegen Ende de« Monats Oktober «ach London kommen. Er ist damit betraut, die Bedingungen zu präcistreu, unter welchen die Pforte einwilligen würde, mit dem Czar Frieden zu schließen.
'^ten worden ist, allzu sehr bewußt, um auf den -—' rauch der Rechte und die Erfüllung der Pflichten, welche a t kiese Rolle auferlegt, zu verzichten.* Da« provozirende en der Pforte hat Mr. Layard dem britischen Bot-
F«r in der Expeditwn ,u ertheilend« Auskunft and Annahme von Adressen werden HK Ps>. betonet 8 * °ewt 19
Näh chma Metz l
Bä kann ei
Die Beziehungen zwischen Griechenland und der Pforte in durch die Veröffentlichung einer Depesche deS grirchl« i Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, an den öfiSträger in London eine interessante Aufklärung er» ®. Aus der Depesche, welche vom 11. September ^August alten Etyls) datirt ist, geht hervor, daß die ne durch Vermittelung deS englischen Cabinets, an die ssche Regierung einige Fragen über den Zweck der ifchen Rüstungen gerichtet hat. Die Antwort der griechi- i Regierung wurde indeß von Lord Derby unterdrückt, die Versicherung bezüglich der friedlichen Absichten der j Ischen Regierung mit gewissen Reserven verknüpft war, i Mttheilung nach ftonftantinopeMforb Derby für portun hielt. Welcher Art diese Reserven waren, ist -rnis der vorliegenden Dipesche genau ersichtlich. Der Mi- l- k schreibt: „Waö die Beziehungen Griechenlands zu
ch tei > Stammesbrüdern in der Türkei betrifft, so achtet eS thcile, am seine internationalen Obliegenheiten gegen die Pforte, »ürfei lebrigen aber hat eS nur die Interessen des HclleniS-
‘im Auge. Im Hinblick auf diese Interessen ist es als !zxp& hängiger Staat errichtet worden, und es ist stch der
t, die ihm von den europäischen Großmächten im Orient
elfceigen nimmt entgegen: «Kxpedltion d.BlatteS, Wed.Annoncen-Bureaux _ ßTh.Dietrich & Co. in
1» Mel und Hannover; Th.
--Erub in Frankfurt a.M.;
Menftein & Vogler in
niffnrt a. M., Berlin, iiig, Cöln ic.; Rudolf F in Berlin, Frank- »erde I " Krrt a. M. re. rillige.