Marburg, Freitag, 28. September 1877.
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Das.junge Mädchen lief händeringend im Zimmer auf >eb, indem «S bald einen flehrndm, bald einen Ver- chaug und tiefe Verachtung aurfprechendrn Blick auf
niß über die leitenden Gesichtspunkte der gemeinsamen Politik hinsichtlich der wichtigsten schroebenden Fragen von Neuem bestätigt und befestigt morgen — Dasselbe Organ theilt mit, daß der Landtag voraussichtlich in der letzten Woche deS Octobers einberufen werde, der Tag sei indetz noch nicht festgestellt. Der Bundesrath werde in der zweiten Woche dcS Oktober zur neuen Session einberufen.
Am Jahrestage der Besetzung RomS durch 'die italienischen Truppen (20. September) pflegte der Papst den ihm treu gebliebenen Theil deS römischen Adels zu empfangen. Am vorigen Donnerstag hatten sich aber so wenige Personen im Vatikan eingefuuden, daß der Empfang unterbleiben mußte. >
Eine seltsame Publikation ist d-m mucsten Werke V.klor Hugv'S zugedacht. Dasselbe trägt den Titel „Le P^pe* und soll acht Tage nach dem Tode PiuS IX. erscheinen.
Wir haben gesehen, daß bei diesem Schrei zweifinng der Graf nach seinen Pistolen griff feinem Diener begleitet au« dem Hause eilte.
Ein neuer Auftritt bereitete sich inzwischen kleinen Salon vor.
Wie der „Figaro* wiffen will, sind zwar Osman Pascha und Marschall Bazaine nicht, wie man behaupten wollte, eine u d dieselbe Person, aber es bestätige sich, daß sich Marschall Bazaine in der Türkei befinde u d hinter den Couliffen die militärischen Operationen der Tü-ken dtrigire. Der „Moniteur Unlvers I" bemerkt dazu, daß Marschall Bazaine bei Metz jedenfalls befferen Anlaß gehabt hätte, die militärischen Talente zu entwickeln, welche den Türken so sehr zu Nutzen kommen. .
Die „Prov. Corr.* berichtet: Vom Kriegsschauplätze sind entscheidende Nachrichten in der veifioffenen Woche nicht eingegangen. In der Stellung der beiden Armeen war eine wesentliche Aenderung nicht eingetreten. Die Havptkräfte der Russin, zwischen Piewna und der Jantra und mit dem vorgeschobenen Posten am Sch'pkapaß, haben nach wie tot nach drei Seiten dem Vordringen der Türken zu wehren, vor Plewna gegen die In dortigen Verschon jungen stehende Armee Osman Paschas, am Schipkapasse gegen die fortgesetzt.» Angriffe Suleiman Pascha«, an der Jantra gegen da« versuchte Vordringen der tülktscken Hauptarmee unter Mehemed Ali. Bi« j tzt ist den Russen gelungen, ihre Stellungen zu behaupten / und die jüngsten Kämpfe an der Jantra haben offenbar einen für di« russischen Waffen günstigen AuSgang gehabt. Während tü.ki- jche Meldungen einen großer Sieg über die Ruffen verkündeten, bei welchem diese nicht weniger als 12,000 Mann verloren haben und auf der ganzen Linie zum Weichen gebracht sein, jedoch Bjela noch erhalten haben sollten, stellt sich sitzt heraus, daß die Kämpfe vom 21. welche al« die Schlacht bei Tscherkowna dezrtchnet werden
„Herr Baron," sagte die Duenna, indem sie sich, die Häuve auf die Brust gelegt, bernuthsvoll vcrb.ugtc und stch dabei wie eine Schlange krümmte.
„Parbleul* entgegnete dieser, indem er seine Kopfbedeckung nachlässig bei Seite warf und seine Blicke im Z'mmer umherstreifen ließ, parbleu Madame l Ist das ein Eu pfang?"
Züchtigung von gestern schon vergeffen? — Jetzt bereite Dich auf Besuch vor.
„Nimmermehr I* rief die Arme zitternd, indem sie da« Tuch, welche« ihre Schultern bed-ckte, unwillkürlich enger zusammenzog.
In diesem Augenblick war e«, wo der Graf von seinem Zimmer au« das junge Mädchen beobachtete, al« diese« sein Gesicht mit beiden Händen bedeckte.
Inzwischen wiffen wtr wa« sich weiter ereignete und wie nutzlos das sernere Flehen der Geängstigten war.
Plötzlich hörte man von der Straße her Jemand drei- mal in die Hände schlagen.
„Endlich I* wurm.tte die Alte, indem fie an einer verborgenen Feder drückte.
„Himmlischer Vater schütze mich!* rief da« junge Mädern zusammer,sinkend.
(Bi* zerstörtes Glück.
Erzählung von Carl Kessel.
(Fortsetzung.)
Mit der B.rmittlurigSfrage steht eS ganz ähnlich. Da es nun einmal feftürht, daß sich Bismarck und Androffy nicht üb.r das Regenwetter unterhalten haben können, ist ein Theil der Presse zu der Annahme gelangt, daß sich die beiden Staatsmänner über die „Vermittlungöfrage" verstä bigt haben, und darauf werden nun Combinaiionen gebaut.
Der Coirespondent der „Times" in Konstantinopel hält eS für wahrscheinlich, daß tie Türkei im F.lle fortgesetzter Erfolge den europäischen Mächten Vorschlägen werde, zu Gunst-n des Friedens zu intervenireu; er hofft, daß die Türkei, wenn siegreich, etuwilligen werde, Bedingungen von Europa zu acc.piirm, welche unter der Zwangsandrohung seitens Rußland« anzurehmen, sie ihr Nationalstolz und die Furcht, den Volksunwillen zu erregen, verhinderten. „Philotürken* hoffen ernstlich auf einen solchen Vorschlag, tubeui er, selbst wenn von Rußland verworfen, viel dazu beitragen würde, die Lage der Türkei in d n Augen Europas zu bessern.
Ein so vernünftiges Gebühren würde natürlich John Bull von einer großen Sorge besreien. Unter solchen Um stärden könnte England hoffen, sein alte« vormun schast- lich-es Verhält» iß zu der Türkei ohne Schwierigkeit wieder herzusteilen. Denn daß durch die unerwarteten Siege der Türkei die Interessen Englands nicht gesöldert werden, da- weiß heute in England Jedermann. Aber diese Hoffnung mag England sahren lasten, sie ist chimärisch. Die Türket wird sich nicht gutwillig wieder unter Vormundschaft stellen. So wenig als Kaiser Wilhelm dem vierten Napoleon nach den Siegen von 1870/71 den verlangten „Schein* wegen der Throncandidatur hohenzollerscher Prinzen ausstellte, so wenig wird die siegreiche Türkei das Programm der Con- ferenz von Konstantinopel annehmen. Wir wisten aus der besten Qu.lle, daß die Türkei nur unter einer Bedingung geneigt ist, die Hand zum Frieden zu bieten und die Aut wort lautet so: die europäischen Mächte sollen künftig unter« lasten, stch in die inneren Angelegenheiten der Türkei zu mischen. Für Bulgarien sollen keine andern Reformen gewährt wtrsen, al« die allgemeine ottomauische Versastung allen Provinzen de« Reich« gewährt.
Diese Forderungen sind constquent. Aber sie beweisen, daß die Stunde für Friedensvermittlung noch nicht gekommen ist.
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Tagesbericht»
Bezüglich der Zusammenkunst de« deutschen mit dem österreichischen Reichskanzler in Salzburg schreibt die „Prov. Corr.*: Durch die längeren vertraulichen Besprechungen d.r Staatsmänner ist deren volles herzliches Ein erständ-
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Erbtheil welches er mir hlnterle-ffen hat u.iv ich muß sitzt sehen, wie ich e« am besten verwerthen kann.,
„Ich Ihr Erbtheil 1 Nimmermehr l... Sie haben einen schändlichen vor Gott u> d den Menschen strafbaren Betrug auSgeübt — Sie haben mich, als mein atmet Vater bewußtlos in wilden Fieder Phantasten datniederlag, und meiner Pflege so sehr bedutste, unter dem Vorwand, ihm einen geschickten Arzt zu suchen, von ihm entfernt, um mich Ihren Plänen zu opfern.*
„Weil ich wußte, daß er keinen Tag mehr leben würde und weil ich mich sür meine geleisteten Diensto bezahlt machen will."
„Abscheuliche I*
„Füge Dich meinem Willen, t» soll Dir bann an nicht« schien."
„Oh mein armer Vater," tief da« junge Mäbchen wieder bie Hände ringend, „erscheine, wenn eö Dir möglich ist, um wich zu rächen."
In diesem Augenblick ließ sich wirklich ein knisternder Ton auf der Treppe vernehmen.
Da« unglückeiche Opfer horchte einen Augenblick hoch auf und ein Lächeln froher Erwartung verbreitete stch über ihre Züge. Aber bald sank sie wieder in ihren vorigen Zustand zurück, denn ihr Verstand liefe sie die Täuschung erkennen, welche ihre aufgeregte Phantasie ihr vorspiegelte.
„Run,* sagte die Alte, e« ist Zeit, trockne Deine Thräuen, mit verweinten Augen empsäugt man Niemand.
„Scheusal!* tief bie Andere, inbem sie mit funttlnben Augm unb krampfhaft geballten Fäusten auf da« Weib eindrang, „Scheusal, ich erwürge Dich, ich werbe Dir zeigen, daß noch etwas von dem Blute meiner Vorfahren in meinen Abern wallt!"
Diese« lachte kalt und höhnisch auf. „Du weist, daß Du meinet Stäke nicht gewachsen bist! Hast Du die
he zurückkehren.*
.Nein, nein, eine innere Stimme sagt mir, daß er noch . baß ihn der Himmel seine schwere Krankheit überstehen •r um sein Sind von Ihnen zmückzusoldern unb Sie »etbienten Strafe zu ziehen *
»Er mich zur Strafe ziehen!" höhnte bie Alte, „ein tl b'n mir, und seine Auslieferung an die spanischen lltber. wäre gewiß! Äba er ist tot t, Du bist das
netn nimmt entgegen: KpeMtton bJBIatte«, ^Ännoncen-Bureaux xh, Dietrich & Co. in y unb Hannover; Th. -richin Frankfurt a.M.; (enftein & Vogler in rffutt a. M., Berlin, zig, 6ötn re.; Rudolf L in Berlin, Frankfurt a. M. re.
* Ist d-r »rieben in Sicht?
Die Blätter beschäftigen sich wieder einmal stark mit BermittlungSfrage, aber die schroffen Widerlp.üche, die i zu Tage treten, beweisen für sich allein, daß wir eS justz bet diesen Auslassungen, mit Bermuthungen za i haben. ES ist natürlich, daß die Zusammenkunft cheu dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Androffy der großen Schweigsamkeit, welche bie osficiöse Welt jetzt noch bewahrt, bem neugierigen Volke der Zeitung« dbet ein Räthsel ist, besten Lösung auf v rschiedenen m gesucht werden kann. Aber man muß sih eben alb hüten, die sich darbietenden Lösungen für stbillinische ter zu halten. Als der Krieg zwischen Rußland und Türkei seinen Anfang nahm und die politische Welt von ihrem Vorurtheil gegen die militärische Potenz Wrkei beherrscht war, konnte man nach den Auslugen der österreichischen Preste aus die Vermmhung een, daß die Abmachungen de« DreikaiselbunbeS für
Sobalb ba« alte Weib in Folge beS ihr
Straße an« gegebenen Zeichens an der verborgenen Feder gedrückt hatte, dauerte e« kaum eine Minute, als sich ein leichter Tritt auf der Treppe vernehmen ließ und ein junger nach damaliger Mode reich unb elegant gekleideter Herr in da« Empfangszimmer trat.
Erscheint täglich außer den Werttagen nach Smm- und Feiertagen. Preis für baS Quartal mit bet wSchnttlichen Beilage „Altzftrirle« CamttagMlatt“ durch die Expedition (Kochfche Buchdruckerei) bezogen 31 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche« 3 Mark 56 Pf». (e$L Bestellgebühr). — JnsertionSaebtlhr für bie gespaltene Zelle 16 Pf». Für in der Expedition zu ertbeilenbe Auskunft und Annahme von Adressen «erben 85 Pf«, berechnet.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b.Blatte«, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermaii.e'tche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
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Auf das mit dem 1. Oktober beginnende ftit Ouartal ersuchen wir die Bestellungen die
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llustrirteS Sonntagsblatt
den Postanstalten baldigst machen zu wollen.
sihirrn wir nun, wa« sich zwischen diesen beiden Frauen
mssiiche Armer btt Verpflichtung enthalten, sich von Türken schlagen zu lasten, wenn Rußland nicht die ueichische „Interessen Sphäre" berühren wolle. Gerade »an umgekehrten Fall soll stch heute die Türkei b.finden. | der Behauptung eine« englischen Blattes soll der michische Botschafter in Konstantinopel de« Sultan Mer die Nothwenbigkeit hervorgehoben haben, „bie ische Eigenliebe zu schonen; Deutschlan; würbe in keinem t gleichgilkig gegen eine russische Demüthigung sein, dem sich sicherlich auf Rufelanb« S.ite stellen im Falle x den Ruf des Czareu bedrohenden ernstlichen Nieder i*. Vielleicht hat gar der österreichische Botschafter dem ker- 6io da« Versprechen abgenommen, nicht mehr siegen "" «ollen!! ES ist wirklich merkwürdig, daß stch da« n^e Publikum einen so auf der Hand liegenden Unfinn 387 tägliche Kost vorsetzen läßt.
Daß auch der junge Gras stch einem folchen Eindruck t zu entziehen vermochte, haben wir bereit« gesehen. Die andere Person war daS ebenfalls schon geschilderte Leib, besten widerliches Aeufeere und besten rohe« men l$®tn Henn von Haller so vielen Abscheu eingrflöfet
1 Gesellschafterin warf.
Endlich blieb e« vor dieser stehen, und indem eS mir 1. *a Händen da« Gesicht bedeckte sagte e«, während ihn " l Thräaen wie Thauttopfen durch die halbgeöffaetet
Vt drangen, mit einer Stimme die vor Unruhe und
Ve« K zitterte:
.Bei dem Heil Ihrer Seele, Sennora, geben Sie mich j jtöt «m armen Vater zurück, und ich w ll Ihnen alle« ba« dkl verzeihen wa« Sie an mir verübt haben.*
.Dein Vater ist tobt — Du würbest nur zu einer
M» Auf dem Lande nehmen die Landpostboten ^Wellungen entgegen.