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xii. «Jahrgang

Marburg, Donnerstag, 27. September 1877.

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den Postanstalten baldigst machen zu wollen.

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Die Exped. der Oberh. Zeitung.

Lagerbericht.

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Der Reichskanzler Fürst von Bismarck hat sich am «tag nach seinen Besitzungen im Lauenburgischen begeben, dem er vor seiner Abreise dm Präsidenten der ttalie-

Piötzlich hielt der Gras in feinem Selbstgespräch inne, sein «them steckie und starr richteten sich seine Blicke aus eine männliche Gestalt, welche behutsam im Schatten der Häuser dahin glitt. Noch zwei — drei Schritte, und der Nachtwandler stand an dem geheimnißvolleu Gebäude — drei Schläge mit der Hand erfolgten seinerseits und auf dieses, dem Anschein nach bereits erwartetes Zeichen öffnete sich durch den Druck irgend einer geheimen Fever die Haus- thüre, die aber auch augenblicklich wieder in» Schloß zurück flog, als der Fremde rasch in das Innere des Haus S schlüpfte. Zugleich stieß daS junge Mädchen einen zweiten Angstruf auf, aber auch das bisher offene Fenster wurde jetzt hastig zugeschlagen und als der junge Mann, die Hand aus die Stirn gepreßt nunmehr einen zweiten Blick auf den gegenüberliegenden Salon warf, bemerkte er, wie die dürre knochige Hand des alten WeibeS den runden Arm des jungen Mädchen« umfaßte und das arme halbbewußt lose Kind auf eine nahe Ottomane mehr stieß als zog, nährend sich ihr zornzlühenveS Gesicht auf ihr hilfloses Opfer heftete. Dieser Anblick und die Gestalt, welche' Haller kurz vorher aus so verdächtige Weise in das HauS hatte schlüpfen sehen, vielleicht auch wohl noch ein anderer Beweggrm d, von welchem sich sein Herz in diesem Augen­blick nur eine dunkle Rechenschaft zu geben vermochte, ver oulaßten ihn plötzlich einen schnellen Entschluß zu soffen und uuverweilt zur Ausführung zu bringen. Er griff nach den auf dem Tisch liegenden Pistolen, ließ dieselben io die weiten Taschen seine» Rockes gleiten und winkte dem har­renden Diener ihm zu folgen. Als sie sich auf der Straße befanden, sagte der Graf:

.Du stehst doch jenes HauS dort drüben, Friedrich, d ff«« zwei mittelste Fenster im erste« Stock noch matt er» leuchtet sind und wo soeben die Rvuieaux herabgelaffm werden?'

Verwundeten auflesen wollen, zu schießen. Daraus erhellt, daß trotz des Leugnens Sasvet Paschas der Befehl, den rumänischen Soldaten keinen Pardon zu igeben, von den türkischen Truppen in der striktesten Weise gehandhabt wird.

Die »Daily News' erhält von ihrem Berichterstatter in Sistowa folgende Meldung vom 17. d.: »Der Kaiser und seine Suite, dann der Großfürst und deffen General­stab sind nach Gorvij-Studen zurückgekehrt. Fürst Karl von Rumänien wird eine Zeit lang in Poradim in seiner Stellung als Oberkommandant der ruffo-rumänischen Armee von Plewna verbleiben. General Pomaranzow, der Kom­mandant der 16. Division, wird das Kommando des 4. Corps und General Skobeleff, welcher zum General-Lien« teuant d. Inf. ernannt wurde, jenes der 16. Division übernehmen; e- ist dies ein ansehnlicher Rang und eine Stellung, welche sich dieser noch nicht 33 Jahre alte Offi­zier durch sein eigenes Verdienst erworben hat. Er kann nun eine Armee im Felde befehligen und wird auch bald Gelegenheit haben dies zu thun. General Krtlow erhält das Korn - ando der särnrntlichen Kavallerie.

Neueste Kriegsnachrichten:

Petersburg, 24. Sept. Amtlich wird aus Gornij- Stuben vom 24. d. berichtet: General Tatitschrff meldet (über einen bereits mitgetheilten Kampf): 20,000 Türken mit 40 Geschützen griffen am 21. d. die von 12 Batail­lonen besetzten russischen Positionen an; der erste Angriff richtete sich gegen die rechte Flanke, wo General Gorschkoff commandirte. Major DombrowSky vom Regiment Kunk ließ die Türken auf 30 Schritte herankommen, griff dann mit dem Bajonnet an und schlug dieselben mit dem Verlust von 200 Tobten in die Flucht. Der zweite Angriff auf der linken Flanke ward vom Regiment Wiaika abgeschlagen. Der letzte Angriff im Centrum mißlang ebenfalls. Abends 8 Uhr traten die Türken den Rückzug an. Am 22, d. wurd türkischer SeitS durch einen Parlamentär die Erlaub- niß erbeten, die Tobten beerdigen zu dürfen; unter den Augen der Ruffen wurden sodann 800 begraben. Der Gesammtverlust der Türken wird auf 2000 angegeben, da­rüber 20 Offiziere und 300 Mannschaften verwundet. Die Ruffen hatten an Verwundeten 6 Offiziere und 60 Mannschaften.

Konstantinopel, 24. S pt. Ein von Donnerstag datirteS Telegramm des Gouverneurs von Plewna bestätigt, daß Osman Pascha fortwährend die Angriffe der Ruffeu zurückschlägt. Die russischen Truppen, welche am Dienstag eine der türkischen Redouten angriffen, wurden abgewiesen mit einem Verlust von 1000 Todien. Die Russen setzen die Beschießung der Sead: Plewna fort. — Der Cornman

Ei« zerstörtes Sluck.

Erzählung von Carl Kessel.

(Fortsetzung.)

von ihnen übernommenen Lehrstunden hinaus der Anstal gegenüber keine weiteren amtlichen Verpflichtungen haben. In diesem Falle sei nichts dagegen einzuwenden, daß für die Mehrleistungen die Remuneration nach demfelben Maß­stabe bemeffen werde, wie für die regelmäßig übernommenen Leistungen.

Nach den Aufstellungen des kaiserlichen statistischen Amts zählte die deutsche Handelsflotte am 1. Januar 1877 4809 Seeschiffe m!t einer Ladungsfähigkeit von 1,103,650 Register­tons und einer Besatzung von 41,844 Mann. Unter den Schiffen waren 4491 Segelschiffe von 922,704 Register- tonö und 318 Dampfschiffe mit 180,946 Registertons und 49,875 Pferdekcäften. Vergleicht man diese Zahlen mit denjenigen der Vorjahre, so weist die deutsche Handelsflotte nicht nur eine Zunahme der Schiffszahl, sondern auch der Leistungsfähigkeit derselben nach; feit 1871 hat erstere sich um 290 Schiffe (119 Segel- und 171 Dampfschiffe), letz­tere um 121,295 Registertons (22,343 Registertons bei den Segelschiffen und 93,952 Registertons bei den Dampfern) vermehrt. Die am 1. Januar 1877 vorhandenen Schiffe v.rtheilen sich auf 262 HetmathShäfen (61 an der Ostsee, 201 an der Nordsee).

Der BundcSrath der Schweiz hat am 21. September beschlossen, den Ausfuhrzoll auf Pf rde von 800 FecS. für das S.ück, Wilcher unterm 27. Juli ausgeschrieben worden ist, wieder cufzuheben. Die letz e Pferdezählung hat befrie­digende Resultate ergeben und gezeigt, daß im Lande mehr zum Militäl dienst taugliche Pferde vorhanden find, als im Falle der Mobilisation noihwendig wären.

Vom Kriegsschauplatz wird als bedeutendste Nachricht, die aus Konstantinopel eingetrcffen, der Einzug einer Di­vision von der Kolonne Shefket Paschas mit Munition und Proviant in Plewna gemeldet. Eine Bestätigung wird man aber um so eher abwarten müffen. Es erscheint fast undenkbar, daß die Ruffeu sich der Kolonne nicht in den Weg gelegt haben.

Von offiztellcr rumänischer Seite wird der Pol. Corr, aus Bukarest mitgetheilr, daß in dem Kampfe vom 18. September bei Plewna 20 rumänische Offiziere kampfun­fähig gemacht wurden. Die in demselben Gefechte ver­wundeten Major Nikolaus Joan und Hauptmann Nastassi wurden von den Baschi BozukS im buchstäblichen Sinne des Wortes in Slücke gehauen. Die Baschi - BozukS, welche den türkischen regulären Truppen folgen, erschlagen die verwundeten Feinde mit Hacken. Die rumänischen Ge­fallenen liegen noch immer auf dem Schlachtfelde und die Tü>ken fahren fort, oui die SanitätS-Offisiere, die die

»Ganz gut, Herr Graf," lautete die Antwort, „eS ist mir bereits der verdächtigen Stille wegen, die auch am Tage dort herrscht, ausgefallen."

„Gml Du wirst mich wahrscheinlich in daffelbe ein­treten sehen. Auf welche Weise dieS geschieht, daö kümmert Dich nicht, Deine Aufgabe bestehl nur darin, daffelbe scharf und unverwandt im Auge zu halten."

„Es soll mir nichts entgehen."

„Wenn Du den Knall einer Pistole hörst, folgst Du mir unverweilt. Ich werde Sorge tragen, daß Du dabei auf kein Hindelniß stößt."

„Das wird ernsthaft" murmelte der Diener, wobei et gespannt seinen jungen Herrn beobachtete.

„Horch 1" ries dieser, indem er plötzlich mit vorgebeuglem Kopse athewloS lauschte, während fein Herz laute pochte.

Eine Scheibe klirrte und e ne w-ibliche Gestalt strengte sich an daS Fenster zu öffnen, während sie gleichzeitig von den Armen eine« Manne» zurückgehalten wurde. Ein schwacher Schrei folgte dieser Anstrengung, bann wurde wieder Alles still.

Inzwischen stand der Graf schon auf der andern Seite der Straße, dicht vor dem verdächtigen Hause. Seine Hand suchte den Griff an der Thüre, aber e» war keiner vor­handen ; er stemmte sich mit aller Gewalt gegen dieselbe, aber sie wich seinem Druck um kein Haar breit. Unschlüssig blickte er in der Finsterntß umher. Piötzlich fühlte er sich von einem kalten Luftzuge berührt, er wandte sich rasch um und lenkte instinktmäßig seine Schritte dieser Seite zu. Unmittelbar darauf stand er vor einer kleinen Pforte, welche in einer alten, halbverfallenen Mauer angebracht war. Er hustete leise und sogleich befand sich sein Diener neben ihm.

„Nimm alle Deine Kraft zusammen, Friedrich," flüsterte er diesem zu, „und stemme Dich mit mir gegen diese Bretter. Wir müffen versuchen, ob wir da« Schloß au«

i und allen

Betreff der Bezahlung der Lehrer höherer Unter- MU Manftalten für Stellvertretungen hat der Herr Unter tSminister eine grundsätzlich wichtige Bestimmung er en, in welcher es nach der „Vcff. Ztg" heißt: „Voll- iSftißte, fest angestellte Lehrer gehören mit ihrer ganzen ift der Lehranstalt an, an welcher sie angestellt .sind. Btt sie dieser Verpflichtung genügen .können, sind sie 1 gjiai ch dm Normaletat den entspcechendm Kategorien der Jll. 1.2 unten in anderen Gebieten in ökonomischer Hinsicht

igen nimmt entgegen: kpedition d.BlatteS, d.Annoneen-Bureaux Th. Dietrich & Co. in und Hannover; Th. ichinAankfurta.M.; eoftein & Vogler in l|Urt a- M., Berlin, ig, Cöln ic.; Rudolf in Berlin, Frank­furt a. M. re.

iÄ* Auf dem Lande nehmen die Landpostboten Kettungen entgegen.

Auf das mit dem 1. Oktober beginnende te Cttarinl ersuchen wir die Bestellungen die

ffDberhesstsche Zeitung

k nebst deren Gratisbeilage

llustrirtes Sonntagsblatt

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in K:ankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herman-nche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

chlstt' ^gestellt. Dieselben haben zugleich die Verpflichtung, tu Beamten jedes andern Gebiets, bei vorübergehenden ___km in dem Kollegium Stellvertretungen auf Anordnung UÜ( Vorstehers und nach dem Maß ihrer Kraft zu Aber

' «en, ohne daß sich daran ein Anspruch auf Rernunc- cn ar knüpft. Es ist dadurch nicht auSzefchloffen, daß, ra Mittel verfügbar sind, für erhebliche Mehrleistungen » Pfgl Remuneration bewilligt werde; dieselbe aber als Be­in i« «ofl der einzelnen Lehrstunden zu berechnen, entspricht habe« t dem bezeichneten Verhältnisse der festangestellten L.hrer der Anstalt und ist schon deshalb zu vermeide«, weil ' srch die bewilligte Remuneration den Schein eines chtSanfpruchS gewinnen kann." Anders s.i der Fall bei inar im Nebenamte beschäftigten Lehrern, welche Über die,

Erscheint täglich außer de» Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quattal mit der wöchentlichen Beilage „IInKrtttte« TanntagSSlatt" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter de» Deuttchen Reiches 2 Mark 5« Pf«, (exl. BestellgebLhrj. — JnferttonSgebtihr ftt die gespaltene Zette !• Pf«. Für in der Expedition zu ertheileude Auskunft und Annahme von Adressen werden 16 Pf«, berechnet.

>nerS- Deputirtenkammer, Herrn Crispi, empfangen hatte. 2372 foet Begleitung de« Reichskanzlers befindet sich Graf — ßert Bismarck. In der zweiten Hälfte der Woche wirb —_ Fürst hier zurückerwartet. Der Reichskanzler hatte "*** । kurz vor seiner Abreise mit dem Minister des Innern, Wen zu Eulenburg eine länger« Besprechung.

J Der Diener entfernte sich und Haller setzte sich an das ZTlffnete Fenster, indem sich seine Blicke mit der gespann­te MF Aufmerksamkeit auf ein auf der entgegengesetzten Seite n5bet Straße liegendes HauS richteten, ans deffen erstem trk hinter feinen Gazevorhängen ein mattes Dämmerlicht w.quoll, das jedoch, da ein Fenstetflügel geöffnet war, 1235 • geübte« Auge ganz gut gestattete, sich von dem zu L , Itrritten, was im Innern des gegenüberliegenden kleinen len vorging. —

Eine Zeitlang schien der junge Mann Nichts zu bemer- dann flog aber plötzlich ein leiser Ausruf der Neber- g über seine Lipp n. „Ha, da ist fiel — Herr s Leben, kam mir jemals eine so blenbenve Schönheit Erficht! . . Sie ringt die Hände, sie hebt den Blick d empor! . . Heiland der W-lt, welches Geheimniß diese Mauern? . . Ich will, ich muß es ergründ.« l" der Graf sank in die Lehne de« Stuhle« zurück und sinnend, regungslos vor sich hi«.

Plötzlich fchlug rin leiser Angstruf an sein Ohr. Unser nter fuhr erschrocken empor und sein Auge heftete sich als mit Blitzesschnelle aus das gegenüber liegende HauS. kiridick. .Ha, schon wieder diese« alte Weib, mit dem wider kn, abschrrckenden Gesicht! Heute erblicke ich daffelbe zum 1877. Mtm Mal. — Oh mein Gott, sinkt da dieser in Thtären i Ktbete Engel nicht in die Äniee und erhebt fl hend die itt.?' ■* . . . U.id jetzt! Die Alte versucht ihr gewaltsam das ib.84, ich von den Schultern herunter zu ziehen! . . Rein, da« schändlich, dahinter verbirgt sich irgend eine nichtswürdige KbL -schichte, hinter deren Geheimniß zu kommen ich eal- fkfcn bin!"

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