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fr. 824

Marburg, Dienstag, 25. September 1877.

XII. ^ulrgaig.

neigen nimmt entgegen: . Expedition d.Blattes, t_. öied-Annoncen-Bureaux Dietrich & Co. in ;Oiei fiel und Hannover; Th.

etrich in Frankfurt a.Lt.;

ti[enftein & Vogler in Hen ankfurt a. M., Berlin, licto ipzig, Cöln rc.; Rudolf 'tCJe „Ke in Berlin, Frank- l de furt o. M- rc.

GerMcht Ikitma.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermaiiulche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; SB. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in

Bremen. '

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage Gomttuuütlutt" durch die Erveditiou llkoch'sche

Buchdruckereis bezogen «u^, durch die Postämter des Deutschen Reiches i Murk 5» Pf,. (ejL Bestellgebühr). — JnsertionSaebühr für die gespaltene Zelle 1» Pf, Für in der Erpedltion zu crtheileude Auskunft und Annahme von Adreffen werden 85 Pf,, berechnet.

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Auf das mit dem 1. Oktober beginnende

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Die Exped. der Oberh. Zeitung.

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kN. Aber es weiß von seinen Mitteln nicht den richtigen brauch zu machen; tS besitzt eine gewaltige Maschine,

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Bberhkssische Zeitung

nebst deren Gratisbeilage

ttit Quartal ersuchen wir die Bestellungen f die

j Auftrittes Somrtagsblatt f i den Postanstalten baldigst machen zu wollen. ■** Auf dem Lande nehmen die Landpostboten estellungen entgegen.

Die Zukunft Rußland».

Der rufst cheu Nation hat sich zur Zett eine tiefe Nie 5 g schlagenheit bemächtigt, der wir, so verschuldet sie auch i wag, u ser Mitge ühl nicht versagen können. Tie

5 ijlavistische Agitation, die eigentlich den gegenwärtigen 5 teg hrrausbeschworen hat, wird täglich unpopulärer. Wlrk- 5 erg'eisend ist eS, wenn „Rußkt Mir" schreibt: „Die § filde bei Plewna sind schreckliche, blutige Felder. Auf ige Zeit hinaus werden sie Rußland im GediL tniß bleiben, § die blutigen Giabstätlen, wo Tausende seiner Löhne 5 en, ein riesiges Opfer für die Freih it deS Slavenvolkcs." § der That eine blutige Saar, auS der k in Heil er Fj ießen wird I Allem Anscheine nach will der Krieg ein : Rußland rühmloses Sude nehmen. Rußland wird seine

5 wer zurückziehen muss n, ohne die Christen in Bulgarien 5 reit zu haben. Wenn der Halbmond über das Kreuz legt haben wird, müssiu wir erwarten , daß der aus'ö

5 hste sanatistrte Türke ein fürchterliches Blu bad unter § len christlichen Mitbürgern halten wird. Aber aus Rußland «st werden sich die Folgen seiner Unternehmung am schwersten jeu. Bereits jetzt fragt mau sich, ob Rußland noch als

' ^e Großmacht angesehen werden kann- A-S Rußland den ' ^wps gegen die Türket eröff icte, war es die Unternehmung * er furchtbaren Landmacht, der man eine glänzende Zu- * M prophezeite, gegen ein ganz und gar zerrüttetes, nur J ch von dem unheimlichen Feuer des Fanatismus rmpor- zffaltencS Land, gegen ein Volk, dessen Existenz als ein ick zpachronismuS betrachtet wurde. Welche dieser Jllustonm m heute noch geblieben?

®ar’ In der That ist die Stellung Rußlands als Großmacht lssenDlrch in Frage gestellt I Rußland wird ein Länder coloß, «Staat von reichen Mitteln sein und tapfere Soldaten

die Nemand in Bewegung zu sitzen verficht und durch Stümper verdorben wird.

Das einzige Mittel zu Rußlands Errettung ist zunächst eine gute Allianz. Das von seiner Höhe herabgeworfene Rußland wird sich — wenn es zur Seibsterkenntniß kommt — roch inniger als bisher an Deutschland anschlteßen, weil seine K ast erst dadurch wieder zur Geltung kommen kann. Wir sind überzeugt, daß die deutsche Politik auch dem gefallenen Rußland treu bletben wird. Kaiser Wilhelm wird seinen geschlagnen Neffen nie seinem Schicksale über­lassen und ihm durch Unglück entfremdet werden. Die diutsche Treue wird sich auch hier bewähren, selbst wenn sich hie und da in Rußland Stimmen hervorihun sollten, dcß Deutschland es gewesen sei, welches Ruß and in der Ai.wendung aller Hilfsmittel hinderte, und dadurch das Un­glück verschuldet habe. Das Bündniß zwischen Deutschland und Rußland war niemals aus natonaie Sympathien be gründet, eö kann also auch durch die Antipathien einer Minderheit nicht beeinträchtigt werden. Wir glauben dieS besonders hervorheben zu sollen, weil in neuerer Zeit viel» fach daS baldige Ende de« DreikatserbundeS prophezeit worden ist. DaS Beispiel von 1866 ist in dieser Beziehung so lehrreich, daß eS nicht vergessen werden sollte. DaS Ocsterreich, welche« wir 1866 borgten, ist uns ein sehr werthvoller Bundesgenosic geworden. Die süddeutsche Armee, welche im Jahre 1866 gar nichts leistete, hat in der ruhm­vollsten Werse an den Errungen-chasten von 1870/71 mit. gearbeitet. In der Allianz mit Deutschland wird Rußland seine Machtstllu-g und seinen Eirfiuß völlig wahren.

DaS ist aber nur ein Thetl und wahrscheinlich der leichtere Theil der Ausgaben, welche an die russische Staats­verwaltung herontreten. An der Entwicklung deS russischen Vo keS muß von unten heraus gearbeitet werden, daö Volk sür rin wahres StaatSlebm erzogen werden. Hätte Ruß­land eine gewählte Landesvertretung, so wäre daS Land wahrscheinlich von den Thorheiten der panslavisttschev Agi trtton bewahrt geblieben. Wird jetzt der Hebel an der richtigen Stelle angesetzt, dann wirv in einigen 30 Jahren Rußland seine alte Machtstellung wieder erlangen können.

Lage-dericht.

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bezeichnet die ZUtungS- Meldung, daß der Marine-Etat dem Reichs- kanzler Amte nicht zur bestimmten Zeit zugrstellt worden sei, als unrichtig. Die Admiralität habe den Etat an dem ihr festgesetzten Termin, den 15 , dem Reichökanzler-Amte zugestellt.

Wie wir hören, beruht der Grund deS Aufschubes in

dcm Beitritt der Argentinischen Republik zum W lipost- veretn darin, daß die auf den Beitritt bezüglichen, verfasiung«- wäßig der Genehmigung der dortigen gesetzgebenden Ber- fammluig unterliegenden Vertrag-Urkunden in der Argen tinischen Hauptstadt nicht mehr rechtzeitig eingetroffen sind, um dem dort jüngst versammelt gewesrnen Congreste noch unterbreitet werden zu können. Die Angelegenheit ist des­halb bis zum nächsten Zusammentreten deS CongresteS vertagt worden.

Eine Berliner Depesche der „Morning Post" meldet daß die an der russisch-polnischen Grenze stationirten deut­schen Regimenter verstärkt worden sind. (I)

Von den U theilen der englischen Preste über daS Manifest des Marschalls Mac Mahon ist eine Aeußerung der bonapartisttsch gesinnten „Morning Post" von beson­derem Jntereste. DaS Blatt gelangt nämlich zu der Fol­gerung, daß die Sprache des MantsisteS b;e Muihmoßung rechtfertigen würde, eS werde beasichtigt, Gewaltthätigkeitea zu provoziren, um einen Staatsstreich zu rechtfertigen. ES steht ein großes Ereigutß in Frankreich b.vor, schließt das Blatt.

Arn recht« Jantra Ufer (bei Bj la) haben zw,scheu Meherned Ali und dem Zarewitsch die Kämpfe begonnen, str-d aber noch nicht beendigt. Nach linkischen Nachrichten haben die Türken wieder große Siege erfochten. Das amtliche russische Telegramm kowstatirt zunächst, daß der Angriff der Tü-ken am Freitag erfolgt ist, den ganzen Tag über bauerte unb auf allen Seiten zurückgeschlagen wurde. Von Kämpfen am Donnerstag ist rarin nicht die Rede, und deshalb scheinen die türkischen Siege, die am Donnerstag erfolgt sein soll«, auf Erfindung zu beruhen. UebrigenS >nrde für vorgestern (Sonnabend) die Erneue­rung dcS Angriffs der Türken erwartet.

Neueste Kriegsnachrichten:

Wien, 21. Septbr. Die „Pol. Corr." meldet aus Bukarest, 21. d.: Die Verluste der Rumänen bei dem erfolglosen Angriff, den dieselben am 18. c. von Griv tzr auS auf die große türkische Central Redoute vor Plcwna machten, betrug gegen 400 Todte unb Verwundete. Die türkischen Redouten dec Stadt Plewna werden durch die unaushöeliche Beschießung sichtlich erheblich beschäsigt. — Eine türkische MunittonS unb Poviant-Colonne, die aus der Straße nach Sofia durch schwärmende Kosaken Pulks bedroht war, wendete sich nach Risch zurück. SLmmtltche Nizarn- der Besatzung von Widdin sind eiligst nach Plewna aufgebrochen. Am 17. c. k m eS auf der Straße nach

Wor sieben Jahren.

(Fortsetzung.)

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877. itz-

dasselbe zwar nicht deutlich sehen, was wir aber ge- en in dem kurzen Augenblicke, war ein Bild des lers und Entsetzens: Dem Armen hatte ein Granat- ■ die Stirne getroffen, so daß zwischen den Knochen- en das Hirn hervorquoll, und doch lebte er noch und mit dem Gesichte in einer Blutlache, die bei jedem seiner >;üge aufwallte und Blasen bildete. DaS Einzige, 8 wir ihm zur Erleichterung in seinem schon begonnenen deskampfe thun konnten, war, außer dem Wunsche, daß treue Gott ihm bald aushelfen möge, daß wir seinen Pf was seitwärts und aus der Blutlache herauslegten;

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87,1

»ebuch eines LreiuudachtzigerS aus dem deutsch - frau- " : zöfischeu Kriege 1876/71.

nde unsere Annäherung nur merkten, blitzte es sicher k-si- uns aus und ein halbes Dutzend Kugeln sauste nach Stelle hm, wo sie uns vermutheten. So erging es mir > einem Kameraden, als wir uns einmal etwas vorge- etfte st hatten, um einem Verwundeten, bei dem es sreSich

it mehr angewandt war, Hülse zu bringen. Unweit vor

6 hatten wir schon eine geraume Zeit ein gräßliches Röcheln Jeuei nommeu; dem armen Kerl wenigstens sollte geholfen den — und so tasteten wir uns denn nach ihm hin, dem Gn tinben Tone immer folgend. Bei ihm endlich angekommen fcetc ich, in dem Glauben, der Feind bemerke uns nicht, N Bl Zündhölzchen an, deren ich noch einige besaß und leuchtete i armen verwundeten Kameraden vorsichtig in das Ge-

Herzzerreißend jammemd lagen sie vor uns auf dem ßen, kalten Felde, aber wir konnten ihnen mit dem besten Ben nicht helfen, denn sobald die vor uns befindlichen

chstk t« Bei dem schwachen Aufleuchten der Flamme konnten t bth ~c r r — -r

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bann aber mußten wir uns so vorsichtig als möglich zurück' ziehen, denn ber Feind hatte unö bemerkt unb schon zwei Schüsse auf uns abgegeben, von bereu einem bie Kugel in einen nahen Baum einschlug.

Jebenfalls hat ber, vom Augenblick ber Verwunbung an sicher Bewußtlose — wenn er überhaupt litt, nicht mehr lange zu leiben gehabt; an einem ber anberen Tage ist ihm sein Grab gegraben worden auf dem Schneefelde von Poupry, wo er mit seinem eigenen Blute sein purpurnes Sterbebette sich gemacht — und dort schläft er nun mit viel tausend Kameraden, vielleicht heute noch heiß beweint, in fremder Erde; wenn aber die große Reveille ertönt am lieben, jüngsten Tage, dann wirb ber ewige König unb allezeit sieghafte Feldherr auch sein von Menschen vergessenes Grab zu finben wissen unb es öffnen zur Auferstehung, unb bann wird vielleicht auch er zum Zeugniß gefordert werden wider die, die leichtsinnig den großen Völkerkrieg heraufbeschworen, der auch sein junges Seben kostete!

3. Decembcr. Schon mit Tagesanbruch (cs war in der Nacht ein handhoher Schnee gefallen) erhielten wir den Befehl nach Baigneaux zu marschiren, den Ort zu besetzen und von dort aus den Angriff des IX. Armeekorps auf Artenay zu unterstützen. Dieser Angriff sollte um ’/ilO Uhr beginnen; kurz vor dieser Zeit wurden wir indessen wieder nach Poupry zurückbeorden, das ebenfalls vom Feinde be­setzt sein sollte, was mdessen insofern nicht der Fall war, als derselbe nur in der Nähe von Poupry, aus waldigem Terrain vorgehend, mitfftarken Abtheilungen sich gezeigt Halle.

Bei Poupry nahmen wir Ausstellung unb konnten von da aus den Angriff des IX. Corps auf Artenay genau beobachten. Nachdem gegen Mittag Arlenay genommen war, ging Alles auf der ganzen Gefechtslinie wie auf dem Exer- cterplatz gegen Chevitty vor; die sich vorwärts bewegenden

Heeresmassen boten einen großartigen, ich -möchte sagen, feierlichen Anblick.

Unser Bataillon marschirte über eine kahle Anhöhe unb nahm bei Beaugency himter unseren Batterieen wieder Stellung. Dort wurde nun ein so gewaltiges Artillerie- feuer, wie es wohl selten in diesem Kriege auf einem ver- hältnißmäßigen kleinen Raum vorgekommen sein mag, auf den gegen Chevilly abziehenden Feind eröffnet. Vor uns standen 6 Batterieen unserer Division, rechts daneben die Batterieen ber 17. Division unb des bairischen — unb links die des IX. Corps. Ein eigentliches Jnsanteriegefecht sand, mit Ausnahme einer kleinen Asiaire bei bem IX. Corps, in welche auch bie 17. Division eingriff, nicht statt.

Das Ziel ber heutigen Operation sollte Chevilly sein, unb bereits waren von S. K. H. dem Prinzen Friedrich Karl dahin die Befehle ausgegeben, baß bas IX. Corps unb unsere Division bas Dorf — bie 17. Division da­gegen bas Schloß Chevilly stürmen solle.

Jnbessen würbe biefer Befehl wieder dahin abgeänbert, daß wir vorläufig da bivouakiren sollten, wo wir stünden, da der Sturm auf den folgenden Tag erst in Aussicht genommen war. Das war wieder eine heitere Aussicht! Wir standen auf dem Plateau eines kahlen Berges, über das der Nordwind grimmig wehte, der Boden mit Schnee bedeckt, vom Himmel herab riefelte Schnee und Regen, nirgends Schutz, nirgends ein Stückchen Holz, um em wärmendes Feuer cmzuzünden und dabei ein quälender Hunger! Unb da noch bivouakiren?! — Wäre es wahr geroefen, was bie Franzosen, einem on dit zufolge, ge­glaubt, bas „H....I, h....g Dunnerkeil!" bas verschie- benemale im Hanbgemenge ober bei anberen Kampfgelegen­heiten aus deutschem Munbe in ihr wälsches Ohr brang, sei eine Anrufung deutscher Nationalgötter, bann sind an jenem Abend auf der Hohe von Chevilly, den oernommenen