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Marburg, Sonnabend, 22. September 1877,
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i? Auf das mit dem 1. Oktober beginnende i«icric Ouartal ersuchen wir die Bestellungen
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Ein alljährlich wiederkehrender Uebelstand, der als eine lhwendige Folge der fpiten Einberufung des Landtags gesehen werden muß, ist die unvollständige Erledigung
kann in dieser BehandlungSweise, so begreiflich fle auch Angesicht« der steroiypen „Geschäftslage" des Hauses ist, eben doch nur eine Verkümmerung des PetitiouSrechtS erblicken.
Der Präfldent der italienischen Deputirtenkammer Heu Crispi ist gestern Morgen nach mehrtägiger Abwesenheit 'wieder in Berlin eingetroffen. Herr v. Bennigsen, welcher
ei den Postanstalten baldigst machen zu wollen.
Auf dem Lande nehmen die Landpostboten Bestellungen entgegen.
> Die Exped. der Oberh. Zeitung.
Up, kn heimischen Gewässern bemerkt die „Nordd. Allg. Zig": V Ffcjt Meldung der „Elberfelder Zeitung", wonach in den O chsten 8 Tagen darüber Entfcheidung getroffm werden -ma, ob daS deutsche Geschwader zurückberufen wird, oder - fein Verbleiben im Mittelmeer auch ferner geboten et»
Lagerbericht.
Anläßlich der sich widersprechenden ZeitnngSangabm ber die Rückkehr des deutschen Panzergeschwaders nach
Ei» zerstörtes Sluck. *)
Erzählung von Carl Kessel.
Im vorigen Jahrhundert, und zwar bis zum Ausbruch der ersten französischen Revolution, gehörte eS in Deutsch- lanb bei den höheren AdelSfamtlien zum guten Ton, ihre Söhne einige Zeit nach Paris zu senden, um dieselben dort, wie ste es nannten, mit den feinen Tournüren bekannt ju machen und ihnen die Gelegenheit zu bieten, dann bei ihrer Rückkehr ins Vaterland mit Sicherheit und Eleganz am Hofe und in den aristokratischen Salons der Hauptstädte nach französischem Zuschnitt aufzutreten.
*) Nachdruck verboten.
Erst gegen Abend kamen wir nach verschiedenen Stockungen unseres Marsches in die Qnarüere von Imonvklle (26 Kilom. östlich von Bonneval.)
30. November. Morgens bei dem Divisions-Rendezvous 18*1' bekam unser Regiment wieder neuen Ersatz aus Kassel. Zu i®ifeter Compagnie kam Lieutenant v. Nikau als Compagnie- 7-i^ührer und Lieutenant v. Wenndorf.
7‘.9j Auf dem darauf angetretmm Marsche begegneten uns b.«6,2rs Truppen von unserem IX. und X. Armeekorps, die gegen ' 83,7«Orleans marschirten.
Das Wetter klärte sich nach und nach vollkommen auf Md war Nachmittags hell und sehr kalt.
i Um 3 Uhr erreichten wir die an der Orleans-Pariser Dahn gelegene Stadt Tourh (ca. 15 Kilom. von Anon-
a P titionen durch das Abgeordnetenhaus. Nnr ein , ... «einet Bruchtheil der einlaufenden Petitionen kann in den ^n'l:Jlwnmi(rtoncn berathen werden, und von den Kommisfions- ^'"^Delichten, namentlich den schriftlichen bleibt wiederum eine (9007 Harke Verhältnißzahl unerledigt. Die verschiedenen Kom Siiifionen de« Abgeordnetenhauses haben in der letzten x Kin! Euston über 27 Petitionen Bericht erstattet. Von biefen chacluE'^chten sind nur 15 im Plennm erledigt worden. Von |23(X l2” 36 mündlichen Berichten sind nnr 22 im Plenum r. 5i.*vrt Hauses zum Vortrag gelangt. Die große Mehrzahl dieser Petitionen ist in den beiden letzten Sitzungen de« Abgeordnetenhauses im Fluge abgeschüttelt worden. Man
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermau.e'fche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis fttr da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Uluftrirt»« «,mtta,»»l»tt" durch die Expedition lKoch'sche Buchdruckerei) bezogen Sh «art, durch die Postämter deS Deutsche» Reiches 8 Wett 5» Pf,. (exl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 1» et«. Für in der Expedition zu crtheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 15 Pf,, berechnet.
Anzeigen nimmt entgegen: lchieExpedition d.BlatteS, fslowie d.Annoncen-Bureaux Won Th. Dietrich & Co. in Staffel und Hannover; Th. M ietrich in Frankfurt a.M-; , feaafenftein & Vogler in I Frankfutt a. M., Berlin, ^.-Leipzig, Cöln rc.; Rudolf rMoffe in Berlin, Frank- ’ furt a. M- rc.
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die Russen dagegen seien mit Allem in Hülle und Fülle versehen und das Wetter sei ausgezeichnet.
Aus Bukarest, 17. Septbr, meldet die „Politische Korrespondenz: Seit dem 18. September passiven die Garde- Kavallerie-Regiwenter nebst den Batterien der Garde-Artillerie durch Bukarest, woselbst ste von General Gurko besichtigt werden und unverzüglich weiter nach Bulgarien rücken. Auch General Skobeleff weilt momentan in Bukarest, wo er feine Ernennung zum General-Lieutenant und Komma», bauten der 13. vor Plewna stehenden Jnfanterie-Diviston erhalten hat. In diesem Augenblicke ist die Redoute von Grivitza ausschließlich von rumänischen Jnfauterie-Divistonen und Artillerie besetzt.
Aus Bukarest, 14. Sept., schreibt der Berichterstatter der „Times": Wohl gehen fortwährend Verstärkungen nach der Bulgarei ab, aber ganze Brigaden scheinen beim Ueber- gang über die Donau in rätselhafter Weise zu verschwinden. Ich glaube nicht, daß zwei Drittel, vielleicht sogar nicht mehr denn die Hälfte der auf dem Papier verzeichneten Truppennmffen wirklich über den Fluß gegangen sind. Der Generalstab wacht seine Berechnungen nach den verzeichneten Regimentern, ohne erst die Effektivstärke dieser letzteren zu ermitteln. Die Folge ist, daß sie fortwährend ihre eigene Kraft überschätzen und erst im entscheidenden Augenblicke ihre Rechnungsfehler gewahr werden. Man schätzte die Ruffen vor Plewna auf 120,000 Mann, und dies würde allerdings der Zahl der daselbst verwaubten Divisionen entsprechen. In Wahrheit betrug, die Rumänen abgerechnet, ihre Macht dort nie auch nur halb so viel.
Neueste Kriegsnachrichten:
Wien, 20. Sept. Die „Presse" meldet aus Bukarest: Bei Charkow stieß ein Güterzug mit einem andern Zug welcher Verwundete tranSporstrte, zusammen, wobei viele Personen umS Leben kamen und mehrere Waggons zertrümmert wurdm. — Das „Wien. Tagbl." melbet aus Gorni- Stuben, 18. Sept.: Plewna wird von den Ruffen und Rumänen fortwährend bombardirt, der Ort ist dermaßen cernirt, daß die Zufuhr von Lebensrnitteln und Munition abgeschnittin ist. Die Türken laffen das Bombardement wegen Mangels an Munition unerwidert. Der Kampf, durch welchen die Russen den Rikolaiberg am Schipka- Paffe wieder einnahmen, dauerte 9 Stunden; die Türken lteßm 2000 Tobte zurück. — Dem österreichischen Militär. Attachö, Hauptmann Bolla, ist seitens bes Kaiser« von Rußlanb da« Georgenkceuz verliehen worden.
P e t e r S b u r g, 20. Sept. Eine Depesche des „GoloS" meldet aus Jgdyr vom 18. d.: Heute in der Frühe eröffneten die Türken von ihren Batterien ein Feuer auf unsere ganze Linie. Die Kanonade dauerte bis zum Mit« von uns stehenden bairischen Corps entbrannt und wurde auch die bei Lumeau stehende 17. Jnf.-Division in denselben verwickelt. Wir folgten derselben dicht auf dem Fuße nach, wurden aber plötzlich auf unserem linken Flügel bei Anneaux selbst angegriffen.
Unterstützt von unserer Artillerie nahmen wir den Kampf sofort auf und es gelang uns den Feind zurückzuwerfen. Es wurde hierauf ein kurzer Halt gemacht, aber schon nach wenigen Minuten belehrte uns heftiges Kleingewchrfeuer nnd Mittailleusensalven aus der Richtung, in welcher unsere 43. Brigade stand, daß dieselbe mit dem weit überlegenen Feind stark engagirt sei.
Es galt um den Besitz von Poupry und wurden wir zur Unterstützung der 43. Brigade beordert. Gerade in demselben Momente, in welchem die Brigade hefttg bedrängt wurde, stürmten wir mit Hurrah! von der rechten Seite des Dorfes in dasselbe und nun kam es hier zu einem blutigen, verzweifelten Gefechte.
(Fortsetzung folgt.)
hinvon benachrichtigt ist, wild von Hannover in Berlin „.„Gewaltet. Wie wir hören, wird eine Deputation von den frei Berliner parlamentarischen Körperschaften (Reichstag iunae die beiden Häuser deS preußischen Landtag«) Herrn «iipi in feierlicher Weise bewillkommnen.
Iiuf die
Bberhessische Zeitung
Aor sieöerr Iayren.
- Lagebuch eine» DreinnöachtzigerS aus »em deutsch - frans „ wird rösischen Kriege 1870/71.
e bür-1 (Fortsetzung.)
na&ttn, . 29. November. Auch heute sollte eigentlich Ruhetag ketzaer- da aber gestern die Armee S. K. H. des Prinzen 19327 Üblich Karl in der Schlacht bei Beaune la Rolande an- ±___'-ähnlichen Armee-Abteilungen des Feindes gegenüber ge-
• Nch- standen hatte, so mußte aus den Cantonnements aufgebrochen tzt an Serben und wurden uns, da ein starker Marsch in Aussicht genommen war, heute die Tornister gefahren.
Unsere Division hatte die Marschrichtung von Bonneval cher. "ach Allaynes, auf der direkt ostwärts laufenden Rörner- --- stütze. — Das Wetter war heute zum Marschiren sehr günstig. — Unterwegs vernahmen wir den Kanonendonner südlich von unserer Marschrichtung bei Varize ent- * ” ! brannten Gefechtes, in welchem das baierische Corps en- l877. igagnt war.
Mit wachsender Bestimmtheit wird namentlich von der englischen Presse die Eventualität ins Auge gefaßt, daß die diesjährige Kampagne mit einem vollständigen Mißerfolge der russischen Armee schließen sollte. Merkwürdiger Weise bleibt indeß die Presse in ihren Betrachtungen über diese Möglichkeit bei dem zu allernächst Liegenden, der Intervention und Mediation stehen, ohne die große Frage zu erörtern, wie sich die diplomatische Lage nach einem für die Türkei günstigen Friedensschlüsse gestalten muß. Eine wichtige militärische Entscheidung übt auf die politische Konstellation naturgemäß einen gewaltigen Einfluß aus. Das Gewicht einer Stimme im Rathe der Völker wird bestimmt durch die Macht, die hinter ihr steht. ES wäre leicht möglich, daß sich Rußland nach einem definitiven Mißerfolge auf der Balkanhalbinsel in bett internationalen Beziehungen mit der bescheidenen Rolle begnügen müßte, wie sie seit 1871 von Frankreich gespielt wird. Da die öffentliche Meinung in Rußland schon jetzt geneigt scheint, die Schuld an ihren Mißerfolgen der deutschen Politik aufzuladen — obwohl Deutschland durch feine Politik notorisch verhinderte, daß Oesterreich und England Rußlands Feinde wurden, — so kann daS Verhältniß der deutschen Nation zu der russischen, daö nie auf wahre Sympathie begründet war, leicht ein gespanntes werden, ja es ist eine Annäherung zwischen Ruß land und Frankreich nicht aus dem Bereich der Möglichkeit gerückt. Wir find nicht in die „Konzeptionen" des Reichskanzlers eingeweiht und können auch nicht wiffen, in welcher Weise sich das Genie dieses scharfblickenden und mächtigen Mannes der neuen Strömung bemächtigen wird. Aber nach unserm bescheidenen Ermessen ist — falls obige Voraussetzungen eintreffen, eine Annäherung zwischen Deutschland unv Oesterreich mit England durch die Lage der Dinge von selbst angezeigt.
Der Kampf bei Plewna wird fortgesetzt, so wird von Konstantinrpel gemeldet. ES ist damit der Artilleriekampf gemeint; zugleich soll wohl auch damit gesagt sein, daß die Entscheidung bei Plewna noch nicht gefallen, vielmehr noch zu erwarten ist. Auf russischer Seite richtet man das Augenmerk auf regelrechte Belagerungsarbeiten. Wie der TimeS-Korrespondent meldet, sollen die Türken zunächst erst vollständig eingeschloflen werden, (nach anderer Meldung ist dies schon vollendete Thatsache; OSrnan Pascha'« Heer fei nach den erlittenen Verlusten nicht über 35,000 Mann stark und fange an, Mangel an Munition zu tühlen;
bitte) und wurden dort in sehr enge Quartiere gelegt. Von Lebensmitteln war in der ganzen Stadt auch keine Spur mehr zu finden.
1. December. Heute hatten wir in Toury Ruhetag.
Daß ein neuer Abschnitt dieses Mutigen Krieges, der nun bereits 5 Monate gedauert, mit diesem Tage beginne, war uns Men klar, und wenn auch der Muth nicht sank, hochklopfenden Herzens sah doch ein Jeder von uns dem, was die kommenden Stunden und Tage bringen würden, entgegen.
Es war heute ein kalter und unfreundlicher Tag, und der eisigkalte Nordwind war der Vorbote des bald und zwar in dieser südlichen, der strengen Kälte kaum gewohntm Gegend ungewöhnlich hart auftretenden Winters; es'war wahrlich den armen Leuten nicht zu verargen, wenn sie später, als der Winter eine wahrhaft nordische Kälte brachte, alles Ernstes behaupteten: die Prnssiens hätten den Winter mit- gebracht.
Das war im siebziger Jahre, im Preußenwinter war'S; das Kind an der Loire denkt dran noch, weißen Haar's; da trugen rothe Rosm im Winter frischen Keim, da zahlten den Franzosen wir ihren Winter heim!
2. December. Morgens um 8 Uhr rückten wir auf bett nahe bei Toury gelegenen Rendezvousplatz. Die Kälte wurde uns bei dem Stehen auf dem mit einer leichten Schneedecke bedecktm Boden immer empfindlicher, so daß wir Alle froh waren, als der Befehl zum Abmärsche gegeben wurde.
Wir mußtm der 17. Jnf.-Division als Reserve nach Baigneux folgen. Als wir dort eben in unfern angewiesenen Stellungen einrückten, war der Kampf bei dem links