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JRarfturg, Freitag, 21. September 1877.

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OhnWIchk jfitiniii

auf die

Blierhessische Zeitung

nebst deren Gratisbeilage

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eine, Republik möglich.

Neueste KliegSnachrichteo:

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Vom K iegSschauplatze schreibt die „Prov.-Corr.": Die blutigen Kämpfe um Plewna, welche am 7. September ihren tirfang nahmen, haben nach den vorliegenden Nachrichten bisher zu keiner Entscheit ung geführt und der AuSgang des gewaltigen Ringens ist noch keineSaegs vorauözusehrn. Wenn man nach den ersten Erfolgen aus russischer Sette einen baldigen entscheidendco Sieg der Rusten über die Armee Osman Pascha'« in Aussicht nahm, so ging man von Schätzungen dcS beiderseitigen Stärkrverhälinistcs aus, welche sich nicht bestätigt haben. Einmal nahm man an, daß die Rusten sich in entschiedenem Uebergewtcht befänden. Nach einer als zuverläjstg geltenden Schätzung zählte bei Beginn der Kämpfe die vor Plewna thälige vereinigte russisch rumä nische Armee 80,000 Mann mit 350 Geschützen, während Osman Pascha über ungefähr 60,000 Mann mit 220 Ge­schützen verfügte. Die Verschiedenheit der Streitkräfte wurde inreß durch den Umstand reichlich ausgewogen, daß die Türken h Nter festen Verschanzungen stehen, die Rusten aber gegen Die eiben anzustürmen genöthigt stad. Die großen Verluste der L.tztercn dürsten den ursprünglichen Unterschied in der Zahl der beiden Armeen bcretis ausgeglichen haben. Die Stärke der türkischen Verschanzungen wurde Anfangs ent­schieden unterschätzt. Als die Russen sich am 11. Septbr. nach siegreichem Stürmen in den Besitz mehrerer Redouten und r amci tlich der großen Grivitza-Redoute gesetzt halten,

Auf das mit dem 1. Oktober beginnende ierte Cuartal ersuchen wir die Bestellungen

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überstehen. So wenig Rußland der Türkei in deren eigenem - Lande Gewalt amhun kann, so wrnig ist die Türkei in der Lage von Rußland irgend ein Zuzeständniß zu er­zwingen. Die Lösung des ganzen Streites ist somit eine äußerst schwierige; wenn nicht die Kunst der Diplomatie eine nothdürstige Versöhnung zu Stande bringt, so wird die Entscheidung von drr Zähigkeit der beiden Gegner ab­hängen.

entscheidender Erfolge zunächst das Heranrücken von Ver­stärkungen abgea artet. Die Ruffen werden in Kurzem durch die bereits bei Bukarest eingetroffenen Truppen der Garde verstärkt sein, während Osman Pascha wohl auf das baldige Herannaheu- einer der beiden anderen türkischen Armeen, von Suleiman Pascha vom Balkan her oder von Mehemed Ali Pascha vom Osten her hoffen mag.

Daß namentlich die türkische Ostarmee unter Mehemed Ali Pascha die Absicht hat, dem bedrängten Osman Pascha Luft zu machen, unterliegt keinem Zweifel. Sein Vordringen gegen die Armee des Großfürsten-Thronfolger ist in der Thai mit erheblichem Erfolg fortgesetzt worden. Die Rusten haben sich vollständig bis zur Javtralinic und zum Theil hinter dieselbe zurückgezogen, nachdem ihnen in mehreren Kämpfen mehr oder weniger empfindliche Verluste beige­bracht worden. Ein größeres Treffen mit siegreichem Aus­gange für die Türken soll am 14 stattgefunden haben, in welchem die Ruffen bis nahe vor Bj-la zurückgeworfen seien. Tirnowa sollen die Letzteren auch bereits geräumt haben. Bestätigen sich diese Nachrichten, die freilich zunächst nur von türkischer Seile stammen, und gelänge cs Mehemed Ali, noch weiter vorzudringcu, so würden die Rusten aller­dings in die Lage kommen, die Belagerung von Plewna aufzugeden.

Suleiman Pascha hat inzwischen den Kampf am Schipka- paß mit Nachdruck wieder ausgenommen und, wenn man seinen Meldungen Glauben schenken darf, gleichfalls nicht ohne Erfolg.

Die nächsten Wochen wüsten die Entscheidung bringen, ob es den Rusten möglich sein wird, vor dem Eintritt des Winters wenigstens einen Theil der zuerst gewonnenen Er­folge in Bulgarien zu behaupten und zu sichern.

Lagesbericht.

Das telegraphisch reproduzirte Wahlmanifest deS Mar­schalls Mac Mahon hat in Berlin begreiflicher Weise gerade einen günstigen Eindruck gemacht. Die „Na- Nonalzeitung" bemerkt, die Sprache des Präsidenten sei die eines erzürnten Autokraten, nicht die eines öffentlichen Beamten. Die „Post" sagt, der Kaiser Napoleon habe, »ährend seiner Regierung kaum mit einem stärkeren Aus­drucke des persönlichen Gefühls der Autokratie gesprochen, al8 es der Marschall h.uie thut. Es ist indcß eine be­kannte Erfahrungssache, daß sich das gewählte Oberhaupt einer viel stärkeren Sprache bedienen und der öffentlichen Meinung Faustschläge ungestraft vorsetzen darf, wie eS — populär zu sprechen — „kein König thun dürfte." Die neuere Geschichte der Vereinigten Staaten bietet hiezu B-i- spiele. Ein Wahlmanifest, wie das vorliegende, ist nur

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „3N«fhrtrtH GonMagldlatt" durch die Expedition («och'sche Buchdruckerri) bezogen 21 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Marl 50 Pf«, (exl. Bestellgebühr). — Jasertionsgrbühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.

• Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Äbrefles werden 25 Psg. errechnet.

Zllustriktes Sonntagsblatt ei den Postanstalten baldigst machen zu wollen. Auf dem Lande nehmen die Landpostboten estellungen entgegen.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. 3)1.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermaü.elche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

«„zeigen nimmt entgegen: ,e Expedition d.Blattes, owie d-Annoncen-Bureaux )On Th. Dietrich & Co. in Staffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; öaafenftein & Bögler in Frankfurt a- M., Berlin, sechzig, Cöln rc.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

£ ES Hai sich wohl nunmehr zur Evidenz herauSgesi lll, jbafe alle Nachrichten über die Rüstungen Serbiens, welche A r°$ b'6 00r wenigen Tagen in der Presse umliefen, über» IIPtrieben waren. Einerseits kann es der serbischen Regierung irahrlich nicht in den Sinn kommen mit seinen Streitkräften ten Seele Chancen der russischen Armee verb.ffern zu wollen, zstahffRlebetla;en stad nie das Mittel gewesen sich opferwillige rc Mundesgenoffen zu erwerben. Anderseits nähert sich die [231®ai;on bereits ihrem Ende und es würde eine so verspätete bodil sirung Serbiens ganz nutzlos fein. Nach unseren ^WPnsormat oneu ist ein Waffenstillstand in nicht zu ferner Reit za erwarten. Or es der Diplomatie während des l Winters gelingen wird, zwischen Rußland und der Türkei ------«inen Frieden zu stiften, bleibe dahingestellt. Die Erfah- kd g^ungen deS Jahres haben jedenfalls gezeigt, daß sich in nbareMußlaud und der Türkei zwei ebenbürtige Feinde gegen; ana n"r— h ।---- -----

nahm man an, daß bte Hauptarbeit gethan und Plewna nicht mehr zu halten sei, indeß stellte sich später heraus, baß hint r diesen ersten Verschanzungen sich noch zwei Reihen weitere mindestens ebenso starke Befestigungen befinden. Von diesen auS sind die Truppen Osmans mit größter Energie zur Wiedereroberung der zuerst verlorenen Schanzen vor­gegangen und haben den größten Theil derselben in 5er That wieder gewonnen, — nur die große Grivitza Redoute haben sie den Ruffen nicht wieder zu entreißen vermocht. Während nun die türkischen amtlichen Nachrichten in den letzten Tagen meldeten, daß die Ruffen von der Umschlie­ßung und dem Angriffe auf Plewna Abstand genommen hätten, wird von anderer Seite anscheinend zuverlässig ge­meldet, daß die Ruffen die Positionen um Plewna noch ringsum besetzt halten und die Beschießung fortsetzen.

Von beiden Seiten wird offenbar behufs Herbeiführung

Konstantinopel, 18. Sept. Neuesten Nachrichten zufolge fitzt Chesket Pascha feinen Marsch auf Plewna fort. Die im Sch pkapaß stehenden Ruffen erhielten Verstärkungen. Der Sultan ließ Osman Pascha zu seinen Erfolge» be­glückwünschen.

Konstantinopel, 18. Sept. Die „Agence Havaö" meldet: Man versichert, die durch die Tüiken eingenommenen Befestigungen im Schipkapaß feien heute von den Russen wiedec erobert worden. Bei Plewna dauere der K^mpf fort.

Wien, 19. Sept. Die „Preffe" meldet: Die serbische Kriegsaktion ist in Folge der russischen Mißerfolge und der Abneigung der großen serbischen Partei gegen den Krieg definitiv aufgegeben. Das Ministerium wird formell die Kriegsfrage vor die Skupschtina bringen, deren Ablehnung als gewiß erscheint.

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tonbete).

Nach Beendigung des Gefechtes stellte unsere Division, egen 5 Uhr Nachmittags die Vorposten aus; die übrigen nippen kamen in Allarmquartiere und lag meine Corn-, ignte in einer Ferme, wo sowohl Quartier als Verpflegung öchft mangelhaft waren.

Während der Nacht herrschte gewaltiges Regenwetter 22. November. Für heute war Vormarsch gegen

°use« Damit war denn auch das Gefecht von Bretoneelles zu _[231?@nbe, in welchem unsere Verluste, trotzdem daß sehr hitzig , L^ gekämpfi wurde, doch nur sehr mäßig waren. Unser Haupt- «ann v. Wardenburg, der am 15. November unsere Com- ttt uaip4än*e übernommen, war leicht, Seconde - Lieutenant Bech ,icv 6<ra9e3en schwer verwundet worden und führte auch diese 62624i^bnvundung seinen Tod herbei. (Das 83. Regiment hatte pn Ganzen in dieser Affaire 11 Mann Todte und 33 Ver-

ogent le Rotrou (13 Kilom. von Bretoncelles) und Än- riff gegen die dort stehenden feindlichen Abtheilungen ke­hlen. Wir traten diesen Marsch Morgens um 8 Uhr strömendem Regen an und bewegten uns zuerst auf einer _ - ^trafje, dann aber auf grundlos gewordenen Feld- und RlH^Hohlwegen gegen Nogent vor; der Marsch war, da er durch 1877. ‘bergige Terrain ging, ein sehr beschwerlicher und wohl einer jber mühsamsten Märsche, die wir, je während des ganzen n trstEÄkldznges machen mußten. . ,

! , Wir erwarteten schon gegen Mittag mit dem Feinde fcufammen zu treffen, erhielten jedoch um diese Zeit gerade "Mrch eine bairische Eavalleriepatrouille die Nachricht, daß

., Wor sieben Jahren.

'2?!, ^«ebuch eines Treiundachtzigers aus Sem deutsch-fran- emoer, zöfischen Kriege 1870/71.

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s Nti (Fortsetzung.)

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bereits gestern der Feind vor den anrückenden Baiern ge­wichen sei und diese die Stadt Nogent besetzt hätten. Darauf­hin wurde bis an den Bahnhof marschirt, wo während einer anderthalbstündigen Rast die Leute aus einem dort stehen­den und abgeschnittenen Zuge sich mit Lebensmitteln und Bekleidungsgegenständen versorgen konnten.

Um V-3 Uhr wurde der Weitermarsch gegen Bellöme fortgesetzt und zwar auf schlecht passirbaren Wegen. Sehr ermüdet tarnen wir Abends auf einer Meierei in ziemlich enge Quartiere, wo wir indessen Lebensmittel genug vor­fanden. Die Bewohner waren geflohen.

23. November. Früh Morgens wieder auf den Marsch. Heute war die Straße wegen der vielen Vertheidigungs- maßregeln, als Schanzen, Verhauen, Barrikaden u. s. w., mit welchen die Franzosen sie versehen hatten, noch schlechter zu passtren als gestern.

Gegen Abend rückten wir in Quartiere in verschiedenen einzelnen Fermen ein; sie waren natürlich für die große Truppenzahl nicht ausreichend und mußte jeder teere Raum als Lagerstätte dienen. Daß ich nach dem anstrengenden Marsche sofort auf Wache ziehen mußte, war mir anfangs nicht ganz angenehm; als ich jedoch als Wachtlokal ein warmes Backhaus fand, in welchem wir die durchnäßten Kleider trocknen konnten, sah ich ein, daß wir es doch ein gutes Theil besser hatten als die Anderen.

24. November. Bei unserem heutigen Divisions- Rendezvous vernahmen wir den Befehl, daß die Division einen Kehrtmarsch antreten solle — und wußten wir alle na­türlich nicht, was das zu bedeuten habe. Wir rückten also auf demselben Wege, den wir gestern zurückgelegt, von schönem Wetter begünstigt nach Nogent le Rotrou, wo wir um 4 Uhr Nachmittags recht gute Quartiere bezogen. Abends erhielten wir nach geraumer Zeit zum ersten Male wieder Briefe und Packete aus der Heimath.

Durch die verschiedenen und angestrengten Märsche waren nun mittlerweile unsere Fußbekleidungen in einen desolaten Zustand geraden und sah man selbst einige Leute in Holz- schuhen marschiren. Um dem herrschenden Mangel, dem anderweitig nicht abzuhelfen war, zu begegnen, wurde durch Befehl gestattet, daß jeder selbstständig Schuhwerk requi- riren dürfe, wo er es bei (Zivilpersonen nur vorfände, und die Folge davon war, daß mancher Vertreter der grande nation auf offener Straße feine Stiefeln ausziehen und dafür ^ein paar alte Commisstiefeln eintauschen mußte.

25. November. Heute Morgen um 8 Uhr mar­schieren wir unter Führung des Oberst-Lieutenant v. Heuduck auf der Straße nach Authon (circa 16 Kilom. von Nogent) in südöstlicher Richtung, weil bei Brou, also in der Nähe von Chateaudun, feindliche Abtheilungm sich gezeigt haben sollten. Indessen nahmen wir doch auf dem heutigen Marsche nichts vom Feinde wahr und bezogen Abends in irgend einem Hefte recht erbärmliche Quartiere.

26. November. Da den eingegangenen Meldungen zufolge der Feind Chateaudun wieder besetzt hatte und bei Brou mit unserer Cavallerie in ein kleines Gefecht geraden war, so wurde heute der Vormarsch gegen Brou fortgesetzt.

Auf dem Divisions-Rendezvous wurde ich zu meiner größten Freude zum Vicefeldwebel ernannt.

Auch heute war unsere Cavallerie wieder mit dxm Feinde engagirt; wir brauchten jedoch nicht m das Gefecht einzu­greifen, fonbem marschirlen vorwärts, bis wir gegen Abend in le Chöne aup Dames und la Touche ziemlich schlechte Quartiere fanden. Während der Nacht sahen wir vor uns mehrere von der Cavallerie angezündete Dörfer im Brand stehen.

, . 27. November. Morgens um 7 Uhr in der Richtung über Dangean und Alluyes der großen Straße, die von Bonneval nach Chartres führt, zumarschirt. Der Tag begann