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$r. 217.

*1 Anzeigen nimmt entgegen: Mt Expedition d.ivlatteS, «owie d.Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in --tAaffel und Hannover; Th.

«Dietrich in grantfurt a.M.; OOjIfiaafenftfin & Vogler in ®*Ktantfutt a. M., Berlin, Mivzig, Cöln rc.; Rudolf

l RestAoffe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

Marburg, Sonntag, 16. September 1877.

xn. Ia-rgnig.

(Olirtljtffifdjr ZitiiW.

Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition d.vlattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst;

Herrnaixitche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld C. Schlotte in Bremen.

tteu, he«, itibi

Erschnut täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. PreiS für das Qnartal mit der wächentlichen Beilage3lN|trtrtH ®enHt«|lllett durch die Expedition (Roch'fch- Buchbruckerei) bezogen U Wert, durch du Postämter des Deutschen Reiches 2 Wett 5» Pf,, (exl. Bestellgebühr). - JusertionSgebilhr ftr bi« gespaltene Zeile ie Pf, Für in der Expedition zu erthrilende Auskunft und Annahme von Abreffen werdea BL Pf», berechnet.

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PoMfche Wiche«. Ueßersicht

felimmung. Im Agramer L-ndtag wurde der BanuS in

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Kisten BiSmarck nach Salzburg begeben. Der Tag der zjammenkunft ist noch nicht definitiv festgesetzt; doch dürfte « Begegnung bestimmt zwischen dem 14 und 17. Sept. Mtfindm. Obgleich sich diese Zusammenkunft als ein eher Courtoisie Akt ankündigt, wird doch Niemand tie ohe politische Bedeutung derselben verkennen.

Die sich häufig wiederholenden Krankheitsanfälle des

hpcllirt, ob die kroatischen Fahnen bei Ankunft des Erz- ^rzog« Rudolf in Fiume polizeilich entfernt worden seien,

aS 8. (rheinische) Armeekorps in der Gcgend von EuS- irchm vorzunehmen. Da« Wetter hat sich zu den militärischen chauspielen seitdem recht günstig gestaltet; besonders war ie große Parade des 8. Corps, die am Montag (10. S.pt.) attfano, durch daS besteKaiserwetter" ausgezeichnet.

ittwoch Abend folgte der Kaiser mit der Kaiserin, dem ronprinzen und der Kronprinzessin und sonstiger ffiist- ichen und hohen militärischen Begleitung einer Einladung :er Stadt Köln zu einem Concertfest auf dem Gürzenich, u« vielmeiltgem Umkreise strömten Tag für Tag nicht ein die Kriegervereine, sondern Zuzüge aus allen Claflen er Bevölkerung zu den Parade- unv Manöverp!ätz:n und

WMiSchloß Benrath nach Schloß Brühl begeben, um während per laufenden Woche von dort aus die Truppenschau fiter

berhattpt an den Weg des Kais-rS, um den geliebten Herrscher, den Wiedcrbringer des Reichs, den so huldvollen w "ie siegreichen Kaiser Weißbart zu sehen und mit begeister­en Zurufen zu begrüßen. Wie grundlos und erdichtet slßgfas Gerede der ultramontanen Blätter ist von den Der- : Ittruä'tt, welche der-Culturkamps in der treu n und dank l ll^arm Anhänglichkeit der rheinisch-westfälischen Bevölkerung gerichtet habe, davon hat der Kaiser sich während seines ersö.ilichcn Aufenthalts täglich überzeugen können. Fürst iSmarck wird seine Nachkur in Gastein in den nächsten agen beenden. Er soll auf seiner Rückreise nach Berlin d Barzin zwischen dem 14. und 17. d. M. in Salzburg Marliine Begegnung mit dem Grafen Svdraffy haben.

k.l.A.. Der Kaiser von Oesterreich weilt bei den Manövern & Kasche u. Kofluth hat ein wegen der zu russenfreund­

lichen Haltung der Regierung aufreizende« Schreiben voll IFrt Pt0*>un6en gegen die Dynastie erlasien; hat aber bei solcher llyfibcitteibung nut noch wenig Einfluß auf die öffentliche

61 ?ei on- 57. 163

S)

Kaiser Wilhelm hat sich vorigen Sonnabmd (8. Sept.) nachdem die Truppenschau des 7. (westfälischen) Armeekorps ,em Programm entsprechend zu Ende geführt «ar, von

u arinb welche Genugthuung der BanuS für diese Schmach » zui^.dcie. Graf Andraffy wird sich, wie oificiöS gemeldet ud, in den nächsten Tagen zur Begegnung mit dem

»Handl

1877.

Beut.

BeM Bor sieben Jahren.

- 6«e6#|6 eines TreiundachtzigerS aus Sem deutsch-fran- zösischen Kriege 1870/71.

er. m

[2232 - (Fortsetzung.;

10. November. Mein Unwohlsein dauerte heute Morgen ich fort und da ich einsah, daß ich den Marsch, ohne auf luder 6i Wege liegen zu bleiben, unmöglich mitmachen könne, gt dil' sah ich mich genöthigt, mich krank zu melden und wurde [2264 m Stabsarzt Dr. B. zur Bagage geschickt, da wir kein TT^TL sprech in der Nähe hatten und auf diese Weise die Kranken > ^anöponirt werden mußten.

)ctvbtt Dieser und die paar folgenden Tage waren für mich (C9975 allerunangenehmsten des ganzen Feldzugs und L*£__ Htn bei mir allezeit in der düstersten Erinnerung. Krank weiy) müde, insbesondere mit einem Kopsweh behaftet, daß H. afP Staubte, der Kopf müßte zerspringen; auf einem [2286' stoßenden Holzwagen, auf welchem nur ein wenig -- 'Koh lag, tagelang in Schnee und Regen urnherge-

ttoi zu werden, ganze Stunden lang auf freiem Felde a zu müssen und Nachts gar kein oder nur ein barmliches Quartier: das Alles bietet Annehmlichkeiten die ich meinem ärgsten Todfeinde nicht wünsche. Glück- hmveise traf ich unter dm Kranken einige Freunde, die bveder fußkrank oder doch weniger leidend warm als

' . und mir manche Handreichung und Erleichterung in m. ttnetn elenden Zustande gewährten und verschafften.

Schon am erstm Tage war unser Regiment natürlich " vor uns voraus; wir kutschirtm auch den zweiten

' a9 hinter ihm drein, ohne es antreffen zu können, des- ^hen den dritten Tag, den 12. November. Endlich am '* 13. November erreichten wir dasselbe bei Dinonville.

5 hatte in den Tagen vom 10. bis 13. bedeutende und

Papste« haben eine besonders große Aufregung in der Je- suilmpartei het vorgerufen, die kein Mittel scheut, um einen der Ihrigen auf den päpstlichen Stuhl zu bringen, und zwar bas um so mehr, da PiuS IX. davor zurückschreckt, scho t bei Lebzeiten einen Nachfolger zu bestimmen.

DaS Dccret, welches die Wähler Frankreich« zu den Urnen beruft, wird, wie eS nunmehr heißt, endlich am 22. September erscheinen; die verfassungsmäßige Frist ist längst abgelaufen. Mac Mahon reiste am Sonntag früh nach der Gironde ab m d wurde in Bordeaux von dem Senator und Maire Fourcand, einem der 363, mit Takt und Würde begrüßt, wie denn überhaupt die Bevöl­kerungen der Gironde und ihres Vorortes Bordeaux sich durch milde politische Praxis, doh durch feste Haltung in voikswirihschaftiichen Fragen auSzuzeichnen pflegen. Die Reden der P äsidenten des GeneralrathS und der Handels­kammer lauteten entschieden für den Freihandel, was hier um so bezeichnender ist, als Mac Mahon bei seiner Rund reife im nördlichen Frankreich sich den Großschutzzöllner und Großsprecher Pony:r Quertier bcigesellt hatte. Mac Mahon, obgleich niemals redegewandt, war diesmal noch wortkarger als sonst und kam nur in seiner Antwort auf die Anrede deS Maire in einer ziemlich dunkeln Wendung auf den Kampf mit der Deputirtenkammer zurück; ob er endlich einstehl, daß die, welche ihn zum 16. Mai derlei, teten, Versucher und nicht wahre Fceunde waren, muß als fragt ch gelten, so lange er Arm in Arm mit Fourtou in Wchlgeschäften reist.

Die englischen Politiker btfleißigen sich augenblick lich der Fuchsjagd und anderer ländlichen Vergnügungen, die innere Politik schläft, und nach einem Ausspruche Derby's, den er bei der Eröffnung der Liverpooler Kmistgallerie that, ist auch der Zeitpunkt für eine Friedensvermittlung zwischen dm kriegfüh'enden Parteien noch nicht gekommen. Um diesen «uospcuch praktisch zu bethätigen, hat Derby sich nach seinem weit von London entfernten Gute KnowStey zurückgezogen.

Aus dem Kriegsschauplatz? in dec Bulgarei ist trotz fort­gesetzter Kämpfe eine Entscheidung noch nicht gefallen. Wie vordem um den Schipkapaß, so handelt eS sich j tzt vor­wiegend um den Besitz von Plewna, welches seit Freitag von den Ruffen bestürmt wird. Ueber die Vorgänge da­selbst verweisen wir auf den in Nr. 215 unseres BlatttS um Tagesbericht enthaltenen Artikel aus derProv.-Corr." -In Ästen scheint der di Sjährige F.ldzng für die Russen verloren oder wenigstens zu Ende zu sein, und General Loris - Melikoff benutzt das vordem gegen Kars verwandte Belagerungsgeschütz nur noch dazu, sich gegen einen An­griff Mukhtar Pascha'ö zu schützen. In der türkischen Dip ornatie sino einmal wieder eine Anzahl Veränderungen vorgenommen worden: Aarifi ist zum Boischaster in Paris, höchst anstrengende Märsche ausgeführt, ohne daß es zu einem Zusammentreffen mit dem Feinde gekommen wäre. Dagegen hatten die Baiern am 9. November bei Coulmiers einem vierfach überlegenen Feinde gegenüber gestanden, vor der Uebermacht weichend nach Artenay sich zurückgezogen und am 11. bei Toury Verbindung mit unserer Division gefunden.

. 3n Dmonville, wo der Befehl ertheilt wurde, einen Rückmarsch auf Chartres, in dessen Nähe man ebmfalls den von Chateauneuf aus vorgehenden Feind sicher ver- muthen durfte, anzutreten, meldete ich mich, da mein Kopf­weh mich verlassen hatte, wenn auch eine große Schwäche momentan noch zurückgeblieben war, wieder zum Dienste bei der Compagnie.

In diesen Tagen wurde unsere Division mit der 17. zu dem unter dem Commando S. K. H. des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin stehenden XIII. Armee-Corps vereinigt.

14. November. Montag. Heute Nachmittag rückten wir dann wieder in unserem alten, vom Feinde bis dahin noch unbesetzten Charttes ein; die Quartiere, in welche wir aber diesmal kamen, waren herzlich schlecht; ich lag mit meiner Corporalschaft in einer kleinen Restauration, deren Besitzer alles Andere, nur nicht die Prussiens leiden konnte.

15. November. Heute war Ruhetag; um 10 Uhr wurde Appell abgehalten; den Rest des Tages verbrachtm wir mit Instandsetzung unserer Montirungsstücke.

16. November. Heute Morgen feldmarschmäßiger Appell; ich hatte du Jour. In später Abendstunde erhielten wir Befehl, uns für dm nächsten Tag zum Ausmarsch bereit zu halten.

17. November. Morgens um 6 Uhr stand schon die ganze Division marschbereit, unsere Brigade auf dem Platze des Epars.

Effad zum Botschafter in Wien und Turkhan Bey zum Gesandten in Rom ernannt worden.

Tagesbericht.

Wenn neuerdings ZeitungSnotizm cu-.firten, Inhalt« deren der nächste Landtag unter Anderem auch über die Bewilligung von Mitteln zu neuen Eisenbahrbauten Be­schlüsse zu soffen haben werde, so sind dieselben al« irrige zu bez ichnen. Voraussichtlich werden dem Abgeordneten- Hause Vorlagen zugeheu, welche die Erwerbung bestehender Eisenbahnlinien betreffen, aber slwerlich Anträge auf Er­bauung neuer Linien und ebenso wenig wohl auch, mit Rücksta t auf die gegenwärtige Finanzlage solche, welche bte Erbauung neuer Kanäle ftr's Auge fasten.

W!e wir bereits gestern in dm neuesten KriegSnachrichtm auS Pet rSburg mittheiiten, haben dieRuflen am Dienstag, dm 11 September (dem Namenstag des Kaisers), Nachmittag« um 3 Uhr dm Sturmangriff auf Plewna mit Glück be­gonnen und namentlich die große Griviza Redonte genom men, dieselbe wurde in den Berichten von Forbes oft als der Schlüffe! der ganzen Stellung bezeichnet. Plewna ist, feit der letzten Schlacht bedeutend stärker befestigt. Ganze Reihen neuer Redouten und miteinanb.t durch gedeckte Gänge verbundener Verschanzungen krönen die Höhenzfige, die sich gegenseitig beherrschen. Die Eroberung der Stellung und die Vertreibung Osman Paschas wird also, wenn dieser nicht seines Rückzuges halber die Veitheibigung aufglebt, vielleicht noch viel Zeit und Blut erfordern. Am 12 S ptember war Osman Pascha noch in $ tbinbung mit Orchanie, einer Stadt im Balkon, an der Straße nach Sofia seine Rückzugslinie also -noch nicht abgeschnittm.

: Neueste ^KriegSnachrichtm':' .

Wien, 13 Septbr. Ueber Bukarest wird gemeldet: Die Kämpfe um Plewna sind beispiellos blutig. Die Ru­mänen verloren bereits an 7000 Mann; sie sind gezwungen, im Sorbette, ffen zu kämpfen, hinter ihnen st.hende russische' Co'onnen verhindern jede Bewegung nach rückwärts, während da« Feuer der Türken ihre Reihen decimirt. Die Volk«. Stimmung dahier ist furchtbar erregt. Es verlautet, der serbifche Agent in Konstantinepel habe heute seine Pässe verlangt und werde morgen abreifen. Die Tschechen- Blätter fordern Wundärzte und Aerzte zur Reife nach Belgrad auf und gewähren denselben Reise Borschüfle Das ungarische AmtSb alt veröff otlicht den Wortlaut de« Sa schauet TrinksptuchS des Kaisers Franz Joseph; in dem­selben fehlt das WortAlliirtet." Tie Aufregung bet B.völkerung hat abgenommen.

Während Oberst-Lieutenant v. Heuduck die Avantgarde commandirte, stand das Gros unter Oberst v. Kontzky. Gegen 8 Uhr Morgms wurde bei Hellem, später jedoch nebelig werdendem Wetter der Vormarsch in nordwestlicher Richtung angetreten.

Aus dem Marsche wir mochtm etwa drei Stunden znruckgelegt habm, vemahmm wir plötzlich Kanonendonner; er kam von der bei Landelles im Gefecht stehmden 15. Ca- vallerie-Brigade; wir brauchten jedoch in dieses Gefecht nicht mehr einzugreifen, sondern marschirtm auf sehr schlechten Wegen, von einer Fußbatterie und einer Husarenabtheilung begleitet, bis Boulay les deur eglises, wo wir Lllarmquar- tiere bezogen und in dem Schafstalle einer Ferme ein ziem- fsch warmes Nachtlager fanben, während verschiedene feind- liche Enten unb Hühner sich ein Vergnügen daraus machten uns mit Darangabe chrer eigenen Existenz, ein angenehmes Abendessen jU liefern-

November. Morgens um 7 Uhr aus Boulay abmarfchiit, gelangten wir nach etwas forcirtem Marsche bi« L evaville. Dort sollten wir zur Unterstützung der Avantgarpe weitere Befehle abwarten. Als nach einer Kurzen Rgst bet Befehl zum Vorgehen kam, war der Nebel so dicht geworden, daß man auf 30 Schritte nicht Frmnd vorn Feinde unterscheiden konnte. Und doch lag uns die 14; °6' "n vor uns liegendes waldiges Terrain ab- zufuchen; Kaum waren wir etwa 100 Schritte weit vor- 0erutft, als auf unserem rechten Flügel sich das 94. Regi­ment mit Franctttmrs und Mobilgarden in ein'' hitziges Gefecht verwickelt sah. Von unferem Bataillon ging nun eine jede Compagnie selbstständig im Walde vor, ohne jedoch auf ernstlichen Widerstand zu stoßen. Da unsere 2. Com­pagnie etwas zu weit rechts gegangen und dadurch die Ver­bindung mit uns verloren war, erhielt ich den Auftrag °cu 5 Mann begleitet dieselbe wieder aufzusuchen, eine