%r. LIS.
Marburg, Freitag, 14. September 1877
xii. )ahrga«g.
n In,eigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, owie d-Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in «affet und Hannover; Th. --Dietrich in Frankfurt a.M.;
e baasenstein & Vogler in Kanksurt a. M., Berlin, Leiprig, Cöln rc.; Rudolf moffe in Berlin, Frank- t. furt a. M. rc.
(OliriljclW jfitiniji.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co- in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
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^scheint töglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „31*trittt» «,**ta,«»latt" burck die Erveditton rfloA’f*, «uchdruckere.) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Kart SS Pf, (exü ^ellgeiLhr). - MiioLKr A gespaltene Me l» «,*
Für in der Expeditwn zu ertherlende Auskunft und Lnaalme von Adressen werden 15 Pfl- bereuet. * ° V,,e
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etzev. Offener Empfang die Rede und der Kaiser sprach eS aus, dntt[16 die lautere Herzlichkeit desselben ihm überaus wohl jintaßuend gewesen sei. Dann that er der gehörten Predigt rrwähnung und sagte etwa Folgendes: „Sie war einfach durch nd gut, und so liebe ichS. Ich hatte freilich dem Herm jedre Prediger vorher schon gesagt: „Nur einfach beim Texte erden leiben und meine Person schonen"; er hatS aber auch lAA ethan. Es kommt sonst so leicht, daß man wer weiß wie? — crausgestrichen wird, und das taugt doch nicht. Nur im <Vum Mete hat er meiner taktvoll gedacht, wie das nicht anders konnte I"
Lage-bericht.
Einer Mittheilung der „Rheinisch-Westfälischen Post" ibtr den Empfang der evangelischen Geistlichen in Schloß , Stnrach entnehmen wir folgende Stelle: Es kam auf den
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Den Zweck der Reise des Herrn CriSpi nach Berlin
s j-peiß der „Courrier d’Jtalie" ziemlich plausibel zu machen, ^sticht im fremden Auftrage hat CriSpi seine Reise unter
lommen, aber eS mag wohl fein, daß er in seinen Ent -Schließungen von dem Prästdentm des Conseils bestärkt s zworden ist. Man weiß, daß im Ministerium wie in der
Majorität der Deputirtenkammer in Hinsicht auf die innere >9. pb äußere Politik sehr verschiedene Meinungen bestehen. —TR® Juni verlas bekanntlich der französische Minister der ^^Mwärttgen Angelegenheiten von der Tribüne der franzö- ^"chchen Deputirtenkammer gewisse Depeschen deS Botschafters t Rom, Marquis von NoailleS, über die Anschauungen
Herrn Melegari hinsichtlich deS EreignifleS vom 16. pai. Wenige Tage später beklagten sich die Chefs einer hrlamenlarischen Fraktion der Majorität von Monte Ci« rrio bei dem Premierminister über die für Frankreich so ^^eundschaftliche Sprache, welche Herr Melegari gegenüber -eheFm französischen Botschafter geführt habe. Mindestens P)0[Jne große Partei der gegenwärtigen Majorität hat — in Mw sie sich dem republikanischen Frankreich günstig zeigt — 221I rtwährend die lebhaftesten Sympathien für Deutschland :—i den Tag gelegt, besonder» seit der von dem Fürsten
ör, 23.
etheit iSmarck eingeleiteten Kirchenpolitik. Um die frankcphilen zweffl endenzen, welche gewiss:» Mitgliedern de» CabinetS mit echt oder Unrecht beigemessen «erden, zu neutralistren, it CriSpi die Mission nach Berlin unternommen, wo er
latten.
[2232
n cht Gelegenheit finden wird, zu erklären, daß Jtcklien und ne Regierung mehr wie j: entschlosien fei auf dem Wege r intimen und herzlichen Beziehungen zu Deutschlano zu
ts i5t Die „Correspondanee Universelle" schreibt: „Der Hin ,en itltt des Herrn Thier» ruft eine Prophezeiung in’» Ge-
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O25i Wor sieben Jahre«.
gl®1 «ebuch eiueS DreinudachtjigerS ans Sem deutsch - frans [223! zöfischen Kriege 1870/71.
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177.
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icbsta (Fortsetzung.,
letobfl Als nach zwei Stunden die Meldung zurückkam, daß en # luroitle unbesetzt sei, würben die Waffen wieder aufge- [227a mmen und fröhlich der Rückmarsch nach Chartres wieder
ei getreten, wo wir Nachmittags gegen 2 Uhr in die Quar- (Hpce einrückten.
r.fl 29. Oktober. Samstag. Wir marschirten heute auf COP poften bei Merville, wo unsere Compagnie eine Felv- , gfj, che und zwei detachirte Unteroffieierpoften auszuftellen nonat In der Nacht wurde der Regen, der sich heute wieder g prckgestellt hatte, noch heftiger und war von starkem Sturme feilet; glücklicherweise konnte ich beim Repli bleiben und bereit ein — freilich dürftiges — Nachtlager in einer Scheune. [2833 30. Oktober. Sonntag. Heute rückten wir, die 1. u. --Compagnie m's Repli nach Barjouville, einem elenden
prst. Zch kam mit 35 Mann Nachmittags auf Feldwache laß«' Ausgange des Dorfes. Auch heute herrschte wieder ig77. «tierisches Wetter.
I gtfW 31. Oktober. Wir marschirten heute um 2 Uhr Nachlass in Chartres ein. Mit der Feldpost kamen Pakete 6 Briefe und wurden an die Mannschaften ausgetheilt. ,1. November. Heute, am ersten Tage des fünften ^^gsmonatS, wurde die ganze Division allarmirt, weil ' ? den eingegangenen Meldungen hervorging, daß der jt 5lid ton Westen her im Vorrücken begriffen sei, wenigstens >.86,7« ReeognoscirungspatroMen gegen unsere Stellungen stchiebe. Die von uns aus gegen Courville gesandte Ballette fand die Stadt unbesetzt, dagegen wurde von
—anderen Cavalleriepatrouille vom 13. Hufaren-Regi-
dächtniß zurück, die in Deutschland seit dem Krieg von 1870 existirt, und welche besagt, daß eine 80jährige groß- politische Persönlichkeit Frankreichs, welche sich während seines Lebens sehr viel mit Kriegsgeschichte beschäftigt habe, dem Fürsten Bismarck dreimal dreißig Tage in die Ewigkeit vocanzehen werde." Wir haben von der Existenz dieser Prophezeiung in Deutschland bisher nicht das Mindeste vernommen und e» wäre nur das eine denkbar, daß obige tntcrcflante Notiz aus den Prophezeiungen de» „alten Shäfers Thomas" oder des „griechischen Mönches Leonidas" geschöpft ist.
U ber die Permittlunzfrage bringt der Londoner „Ob- erver" folgende Nachricht: „Die englische Regierung hat das Wi n:r Cabinet betreffs der Möglichkeit einer Mediation sondiit. Die österreichische Regierung hat eS abge'ehrit, irgend eine bestimmte Antwort zu ertheilen. In Anbetracht der gegmwä tigen Situation auf dem Kriegsschauplätze glaubt man allgemein, die bevorstehende Entrevue zwischen Graf Andraffy um First Bismarck werde eine Gelegenheit für BeiMittlungSoorschiäge liefern. Die österreichische Regierung ist der Idee von einer Mediation wohl geneigt, aber man fürchtet, daß Rußland stch weigern würde, irgend welche Vorschläge der Art in Erwägung zu ziehen, falls nicht dieselben von Deutshland unterstützt werden, und man anticipirt wahrscheinliche Zerwürfnisse zwschcn den europäischen Mächten, im F^ll eine Mediation vorgeschlagen wird, ohne irgend ein vorläufiges Einvernehmen betreffs der Punkte des FrirdenSprogrammeö."
Vom Kciegsschauplatze schreibt die „Prov. - Corresp.": Während im Süden des Balkan die Verhält»>sie noch keine Veränderung erfahren haben, die Ruffen den Schipkapaß nach wie vor in fester Stellung besetzt halten und die Türken noch keinen ernsten Versuch wieder gemacht haben, den Paß zu nehmen, scheint sich im Norden des Balkan auf dem bulgarischen Kriegsschauplatz eine wesentliche Aenderung der Lage zu vollziehen: Die Russen sind, nachdem die heran- gezogenen Verstärkungen theilweise eingetroffen sind und dir rumänische Armee sich mit ihnen vereinigt hat, zum ernsten Angriff gegen die Stellung der Türken im Westen vorgegangen. Die Türken unter dem Oberbefehl Osman Pascha's hielten seit den Kämpfen bei Plewna in den letzten Tagen des August die Linie Plewna Lowatsch in starker Stellung besetzt. Am 3. September stürmten nun die russischen Truppen nach zwölfftündigem heißen Kampfe da» seit dem 27. Juli von den Türken besetzte Lowatsch.
Unmittelbar darauf verlegte der Großfürst Nikolaus sein Haup quartier näher nach Plewna heran: eS sollte nunmehr die Stellung OSman Pascha’s in ihrer ganzen Ausdehnung ment gemeldet, daß feindliche Cavallerie bei Jlliers, südwestlich von Chartres stehe. Da nicht anzunehmen war, daß der Feind einen Angriff auf uns wagen wolle, und da auch das Vorterrain von der Cavallerie beständig beobachtet wurde, so wurden wir wieder in unsere Quartiere entlassen.
Nachmittags übernahm ich die Geschäfte detz Compagnie- Feldwebels für den erkrankten und später gestorbenen Unter- officier (einjähr.) Isenburg; Abends fand Befehlsempfang statt.
2. November. Morgens 8 Uhr Löhnungsappell, um 9 Uhr Befehlsempfang. Um 11 Uhr rückte unsere 1. Compagnie nach Maindrcville und Pont-Tranche-Fötu, die 2. Compagnie nach Poeffond und Luce auf Vorposten; der größte Thell unserer Compagnie lag in einem großen Hofe.
3. November. Morgens um 8 Uhr marschirten wir wieder nach Chartres zurück und zwar direct aus den Sammelplatz der Brigade, da, wie es hieß, für heute ein Gefecht in Aussicht stand. Bei dem dann angetretenen Marsche hatte unser Bataillon die Avantgarde; dieser Vormarsch war jedoch nur ein ziemlich kurzer und führte unö fast in dieselben Stellungen, die unsere Compagnie erst vorher verlassen. Wir nahmen nebst einer Escadron Husaren und einer Batterie Position bei dem Dorfe Pont-Tranche-Fötu; der zweite Zug, bei welchem ich mich befand, ging weiter bis an ein rechts vom Dorfe gelegenes Gehöfte vor, wo wir uns postirten und zur Vertheidigung einrichteten.
Die 43. Brigade war in der Richtung auf Courville, die Cavallerie-Division aus Jlliers marschirt und erwarteten wir nun in großer Spannung von dort aus den Anfang des Gefechtes, da dort der Feind Stellung genommen haben sollte. — Courville war allerdings von feindlichen Truppm besetzt gewesen, die sich aber theils bei Annäherung der Cavallerie - Division zurückzogen, theils dem angreifmden 94. Regimente, welches dabei 2 Mann verlor, nur geringen
von Osten her angegriffen «erden, «ährend die gleichzeitig über die Donau gegangenen Divisionen btr rumänischen Armee von Nordwesten her gegen die türkische Linie im Vorlücken begriffen waren.
In der Nacht vom 6. zum 7. September hatten die russischen Truppen stch der Stadt Plewna bedeutend genähert und im Schutze der Dunkelheit auf den umliegenden Höhen Verschanzungen aufgeworfen und Batterien errichtet. Am Freitng, den 7., begann darauf auf der ganzen russischen Linie der artilleristische Angriff, welcher auch am 8. "och fortgesetzt wurde urb an diesem Tage zum entschiedenen Loitheil bet Russen endete. Dieselben bemächtigten sich der Anhöhen südlich von Plewna, aber auch im Osten besetzten ste die der Stabt unmittelbar nahe gelegenen Punkte. Ohne Zweifel ist bet Kampf auch »lebet am nächsten Tage entbrannt, jedoch fehlen darüber noch amtliche Nachrichten; mehrseitige Meldungen aus privater Quelle wollen wissen, daß die Ruffen am Sonntag (9) gegen Abend Plewna gerommen und daß die Türken stch unter bedeutenden Verlusten und in großer Unordnung zurückgezogen hätten. Diese Nachricht hat zwar bisher keine Bestätigung gesunden, vielmehr soll der Kampf am Montag (10.) noch sortgedauert haben, aber die verschiedensten Anzeichen scheinen doch einen günstigen Ausgang des großen Kampfes zu veekünden.
Wenn stch die Nieberlage der Türken und der Verlust Plewna's bestätigt, würde die türkische Westarme: in eine sehr schwierige Stellung gerathen, u id die gejammte Kriegslage in Bulgarien stch wesentlich zu Gunsten der Ruffen verändern.
I'zwischen scheint auch die Ostarmee unter Mehemed Ali keineswegs so erhebliche Fortschritte gemacht zu haben, wie von türkischer Seite verkündet wurde. Die Ruffen haben zwar das rechte Ufer des LomflnffeS aufgegeben, dagegen scheinen sie das linke vier uno bas Gebiet bis zum Jantraflusse zu halten. E» wird sogar gemeldet, daß Mehemed Ali seine Angriffsbewegung, möglicher Weise in Folge der Ereigniffe bei Plewna, zunächst aufgegeben habe.
Ein empfindlicher Verlust für die Türken ist endlich der erfolgte Fall der bisher mit großer Energie vertheidigteu Festung Nikstk, welche stch am 8. d. den Montenegrinern ergeben hat.
Neueste Kriegsnachrichten:
Konstantinopel, 11. Sept. Der Artilleriekampf um Plewna dauert fort; eine offizielle Dep-sche ,st neuer. dtngS nicht veröffentlicht. — Auch im Sch'pkapaß wird das Geschütz und Gewehrfeuer fortgesetzt Suleiman Pascha recognoScirt in der Richtung der Straße nach Gabrowa. — Die russischen Truppen an bet Jantralinie concentrtren st4 bei Bjela. — Depeschen aus Asten melden nur unbp Wiberstand .entgegensetzten. Courville würbe barauf von ben 94ern besetzt.
Bei uns blieb jedoch Alles ben ganzen Tag ruhig; so aufmerksam wir auch hinaus horchten, vernahmen wir boch keinen Kanonenbonner, sonbem sahen nur in bet Feme eine Ferme brennen.
Wir mußten bie nun folgende Nacht in unserer Position bleiben unb zwar ohne Feuer bivouakiren. Es herrschte eine solche Kälte, baß ich es gegen Mitternacht vor Frost nicht mehr aushalten konnte unb mir aus bem Wohnhause der naheliegenden Ferme eine wollene Decke holte, bie ber Besitzer zwar anfangs nicht gerne herausgeben wollte, endlich jeboch, auf mein energisches Zureben auf seinen passiven Wiberstanb verzichtenb, mir zur Disposition stellte. So sehr mich auch biefe Decke gegen ben Frost schützte, so war doch ihre Anwendung bei mir verspätet; eine tüchtige Erkältung , an ber ich in ben nächsten Tagen erst recht zu leiben hatte, hatte ich leibet weg.
Die Nacht verlief übrigens ruhig unb ohne weitere An- beutung, baß ber Feinb im Anzuge sei.
(Fottsetzung folgt.) rnm
Sm tanzenden Knochenmann.
Eine Rittergeschichte.
(Fortsetzung.)
„Der nicht", mein« Mascarelli boshaft grinsend: der gnädige Herr zürnt auf Stcppa, und mit Recht; der Un» dankbare w ll nicht aushatten bei feinem gütigen Gebieter, bet ihn doch aus dem Staube gezogen und in feinem @e» folge über die Alpen gebracht hat."
der Stoppa ist Euer", tief Fugger aus: ich Iche. k ihn Euch, ohne Euch dafür eine Verpflichtung au- zurechnrn. Was ihr sonst noch wünschen mögt, beschlaft