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JRarÖurg, Donnerstag, 13. September 1877.
xii. Zahrgarg.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlattrS, sowie d.Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Lasset und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cöln rc.; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
GttWHe Mm.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Erscheint ttglich außer de» Werttage» »ach Sonn- u»d Feiertage». Preis fttr das Quartal mit der wöchentliche» Beilage „Uluftrirted Onmttnggölntt" durch die Expeditio» (Roch'sche Buchdruckerei) bezogen 34 Mark, durch die Postämter deS Deutsche» Reiches 3 Stmrt 5» Pf,. sexl. Bestellgebühr). — JnfertionSgebühr für die gespaltene Znle !• Pf,. Für in der Expedition zu ertheilend« Auskunft und Aonahmc von Adressen «erde» 85 Pf,, berechnet.
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LageSbericht.
Für die tn den ersten Rovembertazen in Berlin zusam- ventretende Commission zum Zweck der Bearbeitung eines G.setzeS gegen die Verfälschung der Nahrungsmittel sind »ach der „Nat.-Ztg." folgende techn sche Mitglieder berufen worden: Geh. RegierungSrath Professor Hofmann, Berlin; Geh. Hosrath Profesior Fresenius auS Wiesbaden; Geh. SanitätSrath Dr. Varrentrapp aus Frankfurt a. M.; Pro- fcflor Dr. Knapp vom Polytechnikum in Braunschweig. Im Reichs-Gesundheitsamt wird ein erster Entwurf aus- gearbeitet, au dessen Hand diese Commission berathen soll; sobald dieselbe zu einem Resultat gelangt ist, werden, durch daS Reichs-Justizamt berufen, Justiz und Verwaltung« beamte hinzutreten, um den Entwurf für den BundcSrath fertig zu stellen. Der öffentlich ausgesprochene Wunsch de« Direktors deS ReichS-GesundheitSamtS um Zusendung von Material über die bezüglich der Nahrungsmittel Ver- sälfchung gemachten Wahrnehmungen bezw. Vorschläge zur Bbhülfe hat bisher, wie die „Rat. -Ztg." weiter meldet, nicht in dem erweiterten Umfange Erfüllung gefunden. @fn- sendungen von Behörden und Instituten aus allen Theilen veS Reiches lasten noch immer auf sich warten. Es ist die« um so mehr auffällig, al« die Klage über verfälschte Nahrungsmittel allgemein verbreitet und überall gleich leb haft ist.
Hm Sonnabend soll, wie die „Tribüne" vernimmt, eine größere Anzahl von Militärärzten der Berliner Garnison mit Erlaubniß deS KriegSmintsterium« nach vorheriger «e- nchmiguag Er. Majestät de« Kaisers sich nach Bukarest begeben haben.
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e Die türkische Botschaft in Berlin hatte, wie man sich »A 2, erinnern wird, die Mtttheilung von der Freilassung der an
#|bet Ermordung de« deutschen und französischen Konsul« « in Salonicht am 6. Mat 1876 Mitschuldigen al« unwahr I bezeichnen lasten. Jetzt wird.nun durch „W. T. B." bc-
♦ Aus Anlaß der beabsichtigten Kanaliflrung der Stadt » Köln war von der wistenschaftlichen Deputation de« Me- 2 dicinalwesen« über die Frage: ob und in wie wett die Ab- r fuhr in die Flüsse bedenklich sei? Bericht erfordert und «dieser den Provinzial Behörden mitgetheilt worden. Neuer« m diagS ist denselben eine Entscheidung der Minister deS 8 Handels, der Landwirthfchaft, de« Innern und de« Kultus Ä zugegangen, nach welcher auch das Kanalisationsprojekt dt>et Stadt Stettin nicht genehmigt worden ist, und sollen Ädie Provinzial-Behörden in ähnlichen Fällen keine Geneh- « mtgung ohne höhere Entscheidung erthcilen.
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Wor sieben Jahren.
Tagebuch eines Dretundachtzigers aus dem deutsch - frau- zßfischen Kriege 1870/71.
(Fortsetzung.»
Unser Bataillon hatte die rechte Seite der Rue Cour- dille belegt, meine Compagnie das Ende derselben; ich lag mit meiner ganzen Corporalschast bei einem Bäcker, wo wir indessen sehr gutes Unterkommen und reichliche Verpflegung fanden; auch die Mannschaften der übrigen Compagnieen unseres Regimentes sprachen sich lobend über die Quartiere m Chartres aus; die Bewohner warm anscheinend froh, so leichten Kaufes über die ihrer Stadt drohende Gefahr hinweg gekommen zu sein.
22. Oktober. Den hmtigen Tag brachten wir mit Instandsetzung unserer Sachen hin, auch wurde Appell »bgehaltm. Hauptmann v. Gröling übernahm wieder das Commando über das 1. Bataillon, Lieutenant Krümmer führte die 1. Compagnie — Premier-Lieutenant v. Stamford erkrankte leider und mußte, um Genesung zu suchen, uns verlassen und nach Deutschland zurückkehren.
23. Oktober. Morgens von 8—9 Uhr wurde exercirt und nachher fand Löhnungasppell statt. Die übrige Zett des Tages brachte ich mit Briefschreiben zu, smachte auch -egen Abend einen Spaziergang in der Stadt.
24. Oktober. Montag. Heute mußtm wir Vorpostenstellung auf der Sttaße nach Bonneval, Vi St. von Chartres entfernt, beziehen. Ich hatte einen detachirten Merossiciersposten mit 20 Mann £2 Mann auf Doppelposten und 6 Mann Patrouille) m der Nähe des Dorfes Milche. Wir mußtm im Freien unter einer von uns dürftig henug gebauten Hütte bivouakiren und spürtm währmd der Nacht recht deutlich, daß der Herbst bald vorüber und der
stätigt, daß die Mörder dennoch frei herumlaufen und daß die deutsche und die französische Regierung deshalb besondere Noten an die Psotte gerichtet haben. Wie man der „Wes. Ztg." schreibt, haben Prinz Reuß und der französische Geschäftsträger Graf Morny die Auslieferung der Verurtheilken verlangt, da die Türkei offenbar nicht in der Lage sei, sür die Ausführung der Uctheile Bürgschaft zu leisten. Diese« Verlangen wird der Pforte, wenigsten« beweisen, daß e« Deutschland und Frankreich mit ihren Recla- mationen Ernst ist. Zum Ueberfluß hat, wie e« scheint, das deutsche Panzergeschwader Befehl erhalten, sich nach dea Dardanellen zu begeben; wenigstens wurde der „Times" vor einigen Tagen auö Syra geweidet, der deutsche Admiral, d. h. Contreadmiral Bätsch, gehe von dort direkt nach Konstantine pel.
Die amtliche Bestätigung von der Einnahme von Plewna läßt noch immer auf sich warten; von Wien und Pari« aus, wird vielmehr die betreffende gestrige Londoner Mit« theilung in Abrede gestellt. Kapitän Fordes telegraphirt an „Daily N-ws" am 9. oder 10. (vaS Datum läßt sich aus der Frankfurter Zeitung, die das Telegramm übermittelt nicht feststellen): „Plewna sei heute noch ebenso wenig genommen, wie jemals. Die zwei Artillerie Schlachten übten keine Wirkung. Vor Plewna stehen 80 000 Mann Infanterie, 20,000 Mann Kavallerie und 250 Kanonen." Inzwischen verbleitet die „Polit. Corresp." auS Bukarest, 10. Sept., folgende offizielle Mitthetluug: „Vorgestern (8 ) wurde das Feuer gegen Plewna auf der ganzen Linie eröffnet. Zwölf rumänische Batterien nahmen an demselben TM. Die Brigade Alexander Angheltsco bemächtigte stch nach erbittertem Kampfe der türkischen Verschanzungen. Die rumänischen Truppen, namentlich die Artillerie sowie da« 13. Dvrobanzen-Regimeot, zeichnete stch besonder« au« und zeigten die Kaltblütigkeit altgedienter Soldaten. Sie hatten mehrere Tode und 30 Verwundete. Der Kaiser versandte 40 St. Georgskceuze für dtejenigm rumämischen O fiziere und Soldaten, die sich besonder« hervorgethan haben. Am folgenden Tage (9) brachte der Kaiser Alexander einen Toast au« auf die rumänische Armee, in welchem ec deren Tapferkeit hervorhob. Fürst Karl hat der Fahne de« 13. Dorobanzen-Regimente« das Kreuz de« rumänticheu Sterne« verliehen."
Neueste Kriegsnachrichten:
Konstantinopel, 10. Sept. Die türkischen Truppen an der Grenze von Serbien haben Befehl, sich bereit zu halten, um im Falle der Teilnahme Serbien« am Kriege sofort in diese« Land einzurücken.
Wien, 11. Sept. Das „Wiener Tagbl." meldet au«
Winter im Anzuge sei. — Uebrigens wurde von den ausgesandten Pattouillm nichts vom Feinde bemerkt und verlief die Nacht ganz ruhig.
25» Oktober. Um 2 Uhr Nachmittags löste uns die 8. Comp. 83 von Vorposten ab und rückten wir um 3 Uhr wieder in Chartres in unsere alten Quartiere ein. Heute begann es zu regnen.
26. Oktober. Heute Nachmittag wurden wir um- quartirt, wobei ich ein sehr gutes Quartier bei einem Kaufmann bekam, der mit seiner Frau mich ganz freundlich empfing und sich sehr zuvorkommend gegen mich bezeigte. Um 5 Uhr fand feldmarschmäßiger Appell statt. Das Regenwetter dauerte fort und benutzten darum Viele von uns den Rest des Tages zum Brief schreiben.
27. Oktober. Morgens um 10 Uhr wurde Militärgottesdienst in der Reitbahn der Caserne der Cuirassiere, in welcher augenblicklich unsere 13r Husaren einquartirt waren, abgehalten. Nachmittags: Appell und eine Stunde lang Exerciren. Auch heute wieder Regenwetter.
Durch die Feldpost erhiett ich eine ganze Sendung Briese, darunter einige mit Cigarren, die mich sehr erfreuten, da ich mir es kaum noch vorstellen konnte, wie eine ordentliche Cigarre schmecke. — Gegen Abend marschirten wir auf Vorposten-Replis nach St. Jean, nahe bei Chartres. Dort traf uns die freudige Nachricht, daß Metz capitulirt habe — und wurden uns dadurch die Friedensaussichten und die Erfüllung unseres Wunsches, bald aus dem wilden Kriegsleben in die liebe Heimath zurückkehren zu können, näher gerückt. Daß über diese Nachricht bei uns großer Jubel herrschte, ist selbstverständlich.
28. Oktober. Auf Gmnd der von den Cavallerie- Pattouillen eingegangenen Meldung, daß der Feind in Courville (15 Kilometer von Chartres) stehe, marschirte heute Morgen um 4 Uhr unser 1. und 2. Bataillon unter
Schumla vom 10. b.: Die türkischen Offenstv-Bewegungen sind vorläufig sistirt. Das rechte Louluser ist jedoch von den Ruffen vollständig geräumt worben. Am linken Ufer beS Lom find Ostriza, Ablawa unb Opaka in türkischem Besitz Bet Pollomarka finden täglich Kanonaden statt. AuS Plewna fehlen Nachrichten, weßhalb im türkischen Haupiquartier große Beunruhigung herrscht.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. Sept. Das Kaiserliche statistische Amt veröffentlicht in dem jetzt herauSgegebenen 7. Heft der Monatshefte zur Statistik des deutschen Reiches für 1877 u. a. Ueberstchten über die Branntweinbrennerei und die Bramtt- weinbesteuecung im deutschen Zollgebiete während des Jahres 1876. Danach waren am Schluffe dieses Jahres tn den Staaten de« ReichSsteuergebietcS überhaupt 40,392 Branntweinbrennereien vorhanven, von denen jedoch nur 33,172 • aktiv gewesen sind. Die Menge des von letzteren erzeugten Branntweins läßt stch für 1876 auf 4,077,000 Hektoliter zu 50 pCt. nach TralleS annehmen, während sie 1875 4,341,500 Hektoliter betragen hatte. Dte Abnahme der Produktion erklärt stch eineStheilS durch den ungünstigen Ausfall der Kartoffelernte in den mittleren und östlichen Provinzen der preußischen Monarchie, auderatheil« durch die seit geraumer Zeit schon anhaltende Eatwerthung des Spiritus. Auf den Kopf der Bevölkerung berechnet stch die Produktion im Durchschnitt auf 12,1 Liter (1875 auf 13,4 Liter), am stärksten war dieselbe tn den pieußischen Provinzen Westpreußen (18,7 Liter), Brandenburg (18,8 Liter) Pommern (18,6 Liter), Posen (30,8 Liter), Schlesien (16,4 Liter), Sachsen (21,8 Liter), sowie in Braunschweig (24,2 Liter) und Anhalt (40,8 Liter). In den westlichen Theilen des Steuergebiets, insbesondere in Westfalen (7,3 Liter pro Kopf), Heffem Nassau (3,2 Liter), den Rhein« landen (3,5 Liter), Hessen (3,9 Liter), Thüringen (2,1 Liter) und Elsaß Lothringen (2,3 Liter) wurde verhältntß- mäßig am wenigsten Branntwein hergefiellt. — Unter den im Jahre 1876 vorhandenen 33,172 Brennereien befanden stch 2808 Getreidebrennereien, 4567 Kmtoffelbrennereien und 38 Melaffebrennereien, welche zusammen 52,656.258 Mk. Steuer (vurchschnitiltch 7103 Mk.) bezahlten, wogegen von den übrigen 25,759 Brennereien, welche andere nicht mehlige Stoffe verarbeiten, zusammen nur 752,111 Mark Steuer (durchschnittlich nur 29 Mk ) entrichtet worden sind. 68 ist hiernach in der Brennerei der Großbetrieb mit der Verarbeitung mehliger Stoffe und der Melaffe vorherrschend. — Wenn der oben für 1876 angegebenen Branntwein- Produktion von 4,078,000 Hektol. die Zufuhren aus Süddeutschland und dem ZollauSlande mit 9800 bez. 92,00q
Führung des Generalmajors v. Krosigk zu einer größeren Recognoscirung gegen Courville.
Wir gingen bei ziemlich Hellem und kaltem Wetter ca. 2 Stunden westwärts auf einer recht bequemen Straße worauf dann, während die Kavallerie vorging, um das vorliegende Terrain zu eclairiren, eine längere Rast gemacht wurde. — Unter anderen Umständen hätte es uns bei diesem Rendezvous, das wir vor einer möglicherweise ernst ausfallenden Stunde machtm, recht tüchttg gefroren und wären wir lange nicht so munter gewesen. Da aber gestern eine Liebesgabensendung aus Deutschland angekommen war, so waren die Mannschaften nicht bloß mit wollenen Sachen, als Unterjacken, Strümpfe u. bergt, sondern auch mit Tabak, Cigarren und etwas Rum oder Cognac versehen worden. Dadurch waren die Leute so vergnügt und luftig gestimmt, wie ich sie selten bei einer Rast auf freiem Felde weder vorher noch nachher gesehen; die Pfeifen mit heimathlichem Tabak geladen, dampften luftig; Bauermeister und Niederehe machten sich einander die französische Luft ftreitig — für gar Manchen war eine solche Pfeife ein langentbehrter Genuß! — und, mögens vielleicht die paar Schluck Spirituosen gemacht haben, die Jeder bei sich hatte! — überall auf dem Rendezvousplatze ertönten, weniger melodisch als kräftig, die heimathlichen Liederklänge des fernen Hessenlandes.
(Fortsetzung folgt.)
Si* tanzenden «nachem»«»».
Eine Rittergeschichte.
(Fottsetzung.)
Der Bader wußte nicht wie ihm geschah. Fugger hatte ihm aufgetragen, gegen Eduard Fortunat zu mitten soviel tc könne, um nun sollte deS Markgrafen vertrautester Diener Zeuge ihrer geheimen Unterredung sein. Fugger