Sir. SIS
Anzeigen nimmt entgegen: । die Expedition d.vlatte-, 1 sowie d-Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich L Co. in Gaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Laasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin. Leipzig, 6ö(n rc.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frankfurt a. M- rc.
31tar6lirfl, Dienstag, 11. September 1877.
xn. Lahrgarg.
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vratte», sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & So. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; S. Schlotte in Bremen.
Erscheint tilglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertage». Preis fttr das Quartal mit der wöchentliche» Beileae afafchM . «"chdruckerei) bezogen »«I, durch die Postwtter des Dentsch^Reiches 8 «art 50 ^70?sÄSÄFj?ffÄ Ä Wir in der Expedition zu ertherlende Auskunft und Annahme von Adresse» werde» 15 Psg. 6 ipaue»e oeue 1* Wfl.
Lage-bericht. >
Der ,Sortiere bei matino" bringt folgende Nachricht: Der italienische KrikgSminister wird dieser Tage ein Decket ve> öffentlichen, wonach Staatsbürger, welche Konsuln und B'ctkonsuln anderer Nationen sind, vom Kriegsdienste in der Territorialmiliz und der Reserve frei sein sollen. Diese V-rfügung ist im Interesse aller Nationen geht ff en worden, und deshalb haben auch alle am kgl. italienischen Hofe v rtretenen Staaten die Reciprozität der Maßregel in ihrem Bonbe zugesagt.
Au» Paris, 8. Sept., wird telegraphirt: Nach beson- deren dem „Joumal drö DsbatS" zugegangenen Mitthei- iangen erregt der GefundheitS - Zlchand de« Papstes zur Zeit die lebhafteste Beunruhigung.
Nach dem Londoner Organ de» Grafen Beust, dem '„Castern Budget", erhielt der österreichisch-ungarische Botschafter in Konstantinopel in Erwiderung auf die von ihm gewachten Vorstellungen mit Bezug auf die Behandlung stussischer Gefangenen feiten» der türkischen Truppen vom Droßvezier wie vom Minister für auswärtige Angelegenheiten die Versicherung, daß sie nichts von den angeblich gegen die Ruffen verübten Grausamkeiten wüßten, daß, wenn solche Grausamkeiten wirklich vorgefallen, dieselben nur von den Tscherktffen und anderen irregulären Truppen verübt worden sein konnten. Die türkische Regierung würde >ie» auj'S Tiefste bedauern und mißbilligen und die mitt- irischen Befehlshaber sofort instruiren, die Wiederholung solcher Handlungen streng zu verhindern. AuS einer wei teren Mittheilung des Grafen Zichy erhellt, daß die Schritte, welche die Mächte gethan, um die P'vrte zu bewegen, die Senser Convention zu respectiren, bereit« zwei wichtige Refultöte gehabt haben. Ersten» sind Befehle erlaflen wor- >en, alle russischen Gefangenen nach Konstantinopel zu enden, oder in anderen Worten, ihnen Pardon zu geben, oie durch die Genfer Eouvention stipulirt worden. Zwei en» ist eine Uebersetzung der Convention in'S Türkische eranlaßt worden, die jetzt unter den tü kischen Truppen tirkulirt.
Ein die »Möglichkeit einer Mediation" überschriebener eitartikel der „Time«" schließt nach einem Rückblick auf en bisherigen Verlauf des Kriege« mit folgenden Betrach sngen: „Wir scheinen Zeugen eines Kampfe» zu fein, der vidrrwärtig für beide Kämpfende fein muß, und der keine öfung de« großen streitigen Problem» erwarten läßt. Die :ü'kei wie Rußland vergießen jeder sein eigentliche» Leben» lut, und wenn es erschöpft ist, so isi, wa» auch immer
War sieben Jahren.
«»eb»ch eine» Dreiundachtziger» au» »em deutsch - frau- zöstsche« Kriege 1870/71. .
(Fortsetzung.;
„So standen wir denn eine geraume Zeit auf dem iodtenhos stille, und das war für uns eine der allerungemüth- chsten Stunden des ganzen Feldzuges; wenn der Soldat seinen feind und wärs auch ein überlegener Feind vor Augen sieht > der Tageshelle, dann geht er wacker darauf los — und a6 die altgerühmte Hessentapferkeit auch uns beseelte, das aben, meine ich, die hessischen Regimenter ohne Ausnahme 1 allen Schlachten dieses Krieges, wo sie nur dem Feinde egenüber standen, zur Genüge bewiesen und so den alten »« den Vätern ererbten Ruhm glänzend erneuert. Aber '«m der Feind in nächtlichem Dunkel auf ihm tvohlbe- wnten Wegen tückisch umherschleicht — und das unheim- che Knistern, das bald rechts bald links von uns hörbar Mrde, verrieth uns dieses, dann gehört das Zusammen- $men alles Mannesmuthes dazu, den Anlauf eines solchen ttnbe« in aller Ruhe zu erharren."
„Vor allen Singen that uns Beleuchtung noth und, da c Gasbeleuchtung für heute Abend in Chauteaudun suspen-
war, mußten wir uns auf eine andere Art und Weise 1 helfen suchen und halfen uns auch mit dem einfachen und trch die Noth des Krieges nicht bloß erlaubten, sondern
gebotenen Mittel, daß nach längerer Zeit und mit Usbietmig vieler Mühe von einigen unserer Leute zwei 'auser in der Nähe der Barrikade angezündet wurden, daß e lichterloh brannten und so die Sttaße mit Tageshelle buchteten".
„Jetzt, und in demselben Augenblicke, in welchem in einer nachbarten Sttaße die Vierundneunziger vordrangen, war
da» unverzügliche Ergebniß fein mag, keine Sicherheit dafür vorhanden, daß die Völker, welche die augenscheinliche Ur- fache der Opfer sind, nicht schlimmer daran sein werden, als vorher. Wir wiffen nicht, ob e« nicht zu spät ober nicht zu zeitig ist für irgend eine Dazwischenkunft in einem so tödtlichen Kampfe, und ob nicht Leidenschaften erweckt und Empfindlichkeiten erregt worden, welche zu beschwich iigen unmöglich ist. Aber e» ist ganz gewiß, daß, wenn entweder die Ruffen ober bie Türken einig in bem Wunsche wären, einfach eine b ffcre Regierung für die christlichen Provinzen der Pforte herbelzufühcen, ste selbst in biefer Stunde dankbar VermittelungSvorstlägen Gehör leihen würden. England hat von Anfang an durch Beispiel wie durch Rathschlag d e einzige Politik angedeutet, welche eine wirkliche Wohlfahrt für die unglücklichen Länder verspricht, die die Ursache diese» Krieges gewesen. ES ist eine Politik, -welche, ohne deren politische LehnStreue zu ändern, die Anwendung gleichmäßiger Gesetze und die Aufrechterhaltung des inneren Friedens und der Ordnung sichert. Dies wäre bet Zweck der Vorschläge der Conserenz, und zu diesen ober zu irgend einer Modifikation derselben zu- rückzukehren, sollte e» selbst jetzt nicht zu spät sein. Der Krieg scheint, so weit er bis jetzt verlaufen ist, gezeigt zu haben, daß Line der beiden Mächte allein es unternehmen kann, die gebieterischen Forderungen Europas sowie der Welt sür die Wohlfahrt der östlichen Bevölkerungen zu befriedigen. Ist e« England unmöglich, mit der Zustimmung einiger anderer neutraler Mächte zu interoeniren ? Es wird eine ewige Schande für bie moberne Clvliisation und Staatsmannskunst fein, wenn bie nunmehr bevorstehende blutige Lösung dec orientalischen Frage Alle« ist, wa« wir erreichen können; aber die Stunden verstreichen rasch, in welchen irgend eine andere thunlich sein wird."
Ein osfizielle» Telegramm de» russischen Hauptquartier» bestätigt die vom „9t W. T." gemachte Melvung einer Schwenkung bc« tückischen CoipS unter Mehemed Ali Pascha nach Norden. Statt über Popkiot weiter nach Westen vor- zudriogen, schwenkte Mehemed Ali nach Norden ab und griff am Mittwoch, 5. September, die Ruffen bei Obla- nowo am schwarzen Lom und bei Kazlewo an, was noch weiter nördlich liegt. Bei letzterem Orte wurden bie Russen, die von weit überlegenen Streitkräften angegriffen wurden, „unter großen Verlusten" zum Rückzüge auf Ostriza gezwungen, während ste Oblanowo behaupteten. Zugleich aber wurde das noch weitet nördlich liegende Kadik oi und das weit von Ablawa süvlich gelegene Popkioi (PapaSkioi) angegriffen. Ob die Ruff n diese beiden Stellungen verloren haben, Wirb nicht gesagt. Jedenfalls scheinen die Türken die russische Linie bei Katzelowo durchbrochen zu haben, für uns der günstige Moment gekommen, bie Barrikade zu nehmen."
„Die Patronen sparten wir — ich glaube wenigstens nicht, daß von unserer Seite auch nur ein einziger Schuß fiel — mit Hurrah! gings in einem Anlauf gegen die Barrikade — ein kurzer, aber wüthmder Bajonnettkampf erfolgte droben — der Feind wich, hinterließ eine Anzahl Gefangener und wir waren Herren der Straße!"
„Da wir bald darauf vor uns andere unserer Truppen — wohl Vierundneunziger — aus einer anderen Sttaße vorstürmen sahen, so begnügten wir uns damit, die erstürmte Barrikade nur zu besetzen und gingen nicht weiter vor, zogen uns vielmehr gegen Mitternacht etwas weiter zurück, um auf dem genannten Todtenhofe und in der Sttaße zu bivouakiren, während die Capelle zur Aufbewahrung unferer Gefangenen benutzt wurde."
19. Oktober. Wir rückten gegen Morgen in dem noch immer und zwar in Folge des entstandenen Windes nur noch heftiger brennenden Chauteaudun ein und mußten den Rest der Nacht starken Patrouillendienst ausüben. Unsere Müdigkeit sowohl, als auch unser Hunger war sehr groß; glücklich datum und von den Anderen beneidet war derjenige, der noch eine alte, kängstvergessene Brodkruste in einem Winkel seines Brodbeutels vorfand.
Daß der Anblick der brennenden und von uns erstürmten Stadt ein über alle Maßen schauerlicher war, läßt sich denken.
Gegen 7 Uhr Morgens erhielt unser Regiment Befehl, in Begleitung von 2 Escadronen Husaren (13.) und einer leichten Batterie nach Bonneval abzumarschwen und dort Vorposten auszustellen.
Wenn auch dieser Vormarsch mit hungrigem Magen und tobtmüben Gliedern angetreten wurde, so waren wir doch recht froh, au« Chateaudun — so viel wenigstens
wenn ander» bie allerdings russischerselts noch nicht bestätigte Meldung von der Besetzung deS weiter westlich ge- legenm Obretenik und Monastir durch tü kische Vortruppen richtig ist. Ein türkisches Telegramm melbd auch bie Besetzung von Ostriza unb Ablawa durch je eine Division türkischer Truppen, und übrigens dm Rückzug der Ruffen nach Bjela. Wir habm also Recht gehabt, wenn wir vorgestern annahmen, daß sich Mehemed Ali'« Corps zwischen Kadikioi und Bjela dazwischen geschoben hat. Hieraus erklärt sich auch die am 5. September erfolgte Verlegung des russischen Haup quartier« von Gorni-Studen weiter westlich n°t Bulgarenl, wa« freilich auch auf eine von den Ruffen rach Plewna hin zu unternehmende Offensive Hinweisen kann. Jndeß ist von einer Hauptaktion gegen Plewna di« jetzt noch nicht« bekannt geworben. Nicht unwahrscheinlich ist eö, baß ste durch die Schwenkung Mehemed Ali Pascha'S und durch die Bedrohung von Bjela und bet Jantralinie unterbleibt. Die Ruffen haben eS scheinbar n'cht mehr in ihrer Macht, zu bestimmm, wohin ste ihren Hauptstoß richten wollen, ste müffen sich jetzt in der ihnen von Mehemed Ali Pascha vorgeschriebenen Richtung verthelbigen.
Neueste KrlegSnachrichten:
Wien, 8. S-pt. Das „Wiener Tagbl." meldet aus Lelgrad: Gestern empfing Fürst Milan zwei Deputationen von KaufleMen, deren eine für, bie acbere gegen da« Moratorium petltlonttte. Daffelbe bleibt für ausländische Zahlungen aufgehoben, wirb ober für die serbischen Grenzdistrikte verlängert. Auf eine diesbezügliche Frage antwortete der Fürst, daß der Krieg im Bereiche der Möglichkeit liege. — Dasselbe Blatt meldet au« Serajewo: Die Aushebung der bosnischen Mustchafiz geschieht ohne Störungen. Dieselben werden hier einexercirt unb alsdann an die serbische Gftnze beordert. — Ferner berichtet dasselbe Blatt aus dem Hackdt- quartier Caceljewo vom 5. b.: Der Kampf bauerte von 10 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends. Mehemed Ali traf um 4 Uhr in dem erstürmten Caceljewo ein.
P e 8, 8. Sept. Nach hier eingegangenen Nachrichtm hat bet Fürst von Serbien bie Einberufung bet Milizen jum 15. Sept, angeotbnet. Die Türken concentrlren an ber serbischen Grenze irreguläre Truppen unb errichten Bet- schanzungen auf bem linken Drina Ufer.
London, 8. S pt. „Daily News" weiten über die Einnahme von Lowoftch aus Gorni Stuben vom 4. Sept : 22000 Ruffen, bestehend au« der zweiten Division, ter Schützeubrigade aus Grabows, einer Brigade von der dritten Division und Skvbeless's Äofafenbrigabe haben gestern über bie 7000 Mann starke Besatzung von Lowarsch einen Sieg erfochten. Skobebff hatte am üb nb zuvor bie Position im Ro-dosten erstü mt, wodurch der Platz unhaltbar wurde
noch davon übrig war, und viel war es nicht mehr! — herauszukommen und hegten dabei die Hoffnung, heute noch Quartiere zu erhalten und in dmselben noch etwas Essen und Trinkm vorzufindm.
Nach einem zweistündigen Marsche m nördlicher Richtung gelangten wir nach dem etwa 7 Kilometer von Chateaudun entfernten Marbouö, einem schönen unb großen Orte, der uns recht gute Quartiere bot. Die Häuser waren freilich alle von den Bewohnern verlassen und verschlossen, doch wurden die Thüren bald von uns mit Gewalt geöffnet; in sämmtlichm Zimmern waren die meisten Meubel: Bettm, Stühle, Tische u. s. w. ausgeräumt, indessen hatten die Bewohner dieselben nicht weit, nur bis in die Keller geflüchtet — und sie von dort wieder an das Tageslicht zu befördern und mit ihnen unsere Quartiere etwas wohnlicher zu machen, war uns ein Leichtes. Wein uM'Speise- vorräthe sanden wir auch vor und konnten unS damit em tüchtiges und schmackhaftes Essen bereiten.
Als Abends die Dämmerung hereinbrach, gewährten uns die riesigen Flammensäulen, die auS dem noch immer brennenden Chateaudun emporstiegen und mit ihrem Scheine de» Himmel weithin rötheten, ein furchtbar schönes Schau-
8« taijttlc»
Ein« Rittergeschichte.
(Fortsetzung.)
2.
. ®em ®ab7 ein sclteuer Fall zugestoßen: er hatte zufällig einmal die Wahrheit gesprochen. Der votzener 8 “9 richtig daraus an«, die schöne Eogelbrtha zu gewinnen; druu Ber,h« le war'« just recht, uud die Dorothea hatte nicht allzuviel dagegen. Ei« sch«»«.' Aussicht sür die