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Ür. 198.

Marburg, Sonnabend, 25. August 1877.

xn. Zahkgiig.

hieigen nimmt entgegen: Expedition d.Blattes, «e d-Ännoncen-Bureaux ,',n Th- Dietrich & Co. in Mrl und Hannover; Th. Mrich in Frankfurt a.M.; saafenftein & Bögler in ^uitfurt a- M., Berlin, L-jtig, Cöln rc.; Rudolf Me in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

GrrWchk Ickm.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhaudl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertage?» Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage3Infhrtxtei EonntaaStlatt" durch die Erveditton (Roch'fch» Buchdruckerei) bezogen «art, durch die Postämter des Deutschen Reiches i «art 50 Pf,, (exl. Bestellgebühr). - JusertionSaebühr für die gespaltene Me l» Pf, *

Für in der Expedttion zn ertherlende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 85 Pf, berechnet. * °

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Lagesbericht.

Der Direktor dcS ReichSgesundheitSamteS erläßt eine Forderung, die sich auf das in Bearbeitung stehende KchnmgSmtttelgesttz bezieht. Da für eine erschöpfende Sanbeitung dieses Gegenstandes dem Gesundheitsamte daran

Mm sein muß, möglichst viele und ausgedehnte GestchtS- suittc zu gewinnen und ein reichliches EcfahrungSmalerial isi Verfügung zu haben, so richtet das ReichSgesundheitS

- gut an alle öffentliche und privaten Institute, an Aerzte, ßhemiker und Fachgelehrte anderer Art im deutschen Reiche, läche sich mit der vorliegenden Frage schon beschäftigt »oben und denen ein entsprechendes Erfahrungsmaterial zur __ infüzung steht, die Bitte, daflelbe neben etwaigen daran M, i knüpfenden Reflexionen und Vorschlägen bis zum 1. Okt. mtt au das Reichsgesundheitsamt gelangen zu laffen.

nütz!

Das Gesetzblatt veröffentlicht heute das GesStz betref-

iark, PrioritätSanleihe der Berlin-Dresdener Eisenbahnge» rllschast. Da ein betreffender Termin nicht ausdrücklich

;ran. «gegeben ist, so tritt das Gesetz nach 8 Tagen in Kraft, aijg. Illbonn kann also der unterm 5. Februar 1877 zwischen ppkl, et preußischen Regierung und der Gesellschaft abgeschlos- eiju= Vertrag, nach welchem die Bahn in staatliche $er- tenj. vltung übergeht, zur AuSiührung kommen.

'gen- . - ....

ltQn. ad die Uebernahme der ZinSgarantie des Staates für

Die türkische Botschaft in Berlin veröffentlicht folgende eilung deS Ministers der auswärtigen Angelegenheiten Konstantincpel:Die von derPolitischen Correspon- tn Wien veröffentlichte und von einigen Berliner iittern riproducine Nachricht von einer Freilaffung der er der in Salonichi begangenen Mordlhatcn ist voll

nach

essti!

Lndig unbegründet. Die in dieser Affaire Verurtheilten kleiden ohne Rücksicht ihre Strafe/ Nach dem hohen ona* rabe von Uaglaubwürdigkett, welche den Mittheilungen p" 8 türkischen Ministeriums des Auswärtigen wiederholt «hgkwiefen worden, hat auch die vorstehende Be-ichtigung st zweifelhaften Werth, zumal die Regierung in Konstan- «opel kaum in der Lage ist, den Inhalt der ihr aus den rvvinzeo zugehendeu Meldungen und Beichte zu kontro-

em.

-ß-r --------------

77. ! Zu den neuesten Londoner Blättern finden sich wehr­te Depeschen aus Deutschland über die Haltung der 'tudMifchen ReichSregierung in Betreff der orientalischen An- Eigenheiten. Nach einer Berliner Depesche derDaily :ftoS* stützen sich die deutschen Vorstellungen an die Pforte * p Bezug auf das unmenschliche Verhalten ihrer Soldaten zP^ihre Rechlsertigung auf die Genfer Convention, welcher

51,5;. .....r----------

gen.

War sreöen Jahre«,

tzebuch eines DreiundachtzigerS aus »em deutsch - fran-

ist

zöfifcheu Kriege 1870/71. (Fensetzung.)

der im Süden jenseits Reims, dessen herrliche Kathedrale

!6

Wt) Die Kleine, ein reizendes Kindchen mit dunkelen und Ringellocken, die am Rande des eng anschließen-

1 und hei den Kindern in Frankreich allgemein gebräuch-

iOb. * , , ---------, ...

- b. ® schon von Weitem hoch über die ausgedehnte Stadt Wb. Jen sieht, ein reichbewaldetes Gebirge den Hintergrund " ^c 3n Witry les Reims, wo sich zwei bis dahin ver- ~Sie, von Reims nach Rethel und Attigny führende und -Ob. dkdmlang schnurgerade verlaufende Sttaßen trennen, fan- -b6 d wir, und zwar in dem ganzen Dorfe fast ohne Aus- Sb. hme, ausgezeichnete Quartiere wohl die besten, die

4 M ganzen Feldzuge zu Theil wurden und hatte

,10 b. 14. September. Der heutige Marsch, ein ziemlich b. vier und darum anstrengender, ging in südwestlicher Rich- ä, also auf Reims zu. Prächtige, fruchtbare Gegend,

' M das Glück, bei einer außerordentlich liebenswürdigen französische Verbissenheit verleugnenden, oder auch _b> v gar nicht besitzenden Bauernfamilie, deren Vermögens- >0 6 ihsltnisse gewiß sehr gut gewesen sein müssen, einquartirt ,90 » 1 werden.

ich in das, eleganter als man es selbst bei einem b. höfischen reichen Bauer erwarten möchte, eingerichtete >0 * mit noch zwei oder drei Miteinquartirten eintrat, wur- >0b6 wir allerdings ziemlich sonderbar von einem kleinen, "c, J4 sünfjährigen Mädchen an der Thüre bekomplimentirt. gescheit waren doch hier die Leute gewesen, daß sie 50 j 1 unserem Anmarsch nicht mit Weib und Kind geflohen _ 6 und sie habens sicher nicht im Mindesten zu bereuen

die Türkei förmlich beigetreten ist. Nach dem Ermeffen der deutschen Regierung bindet dieser Pakt Kriegführende nicht nur gegenseitig, sondern auch neutrale Mitunterzeichner deS selben, und irgend ein Neutraler ist demnach berechtigt, auf dessen getreuliche Beobachtung zu bestehen. Die Rote, in welcher Deutschland die Türkei an ihre Pflicht erinnert, wird den anderen Mächten zugestellt werden. Ein Ber linet Telegramm derMorning Post" meldet, daß in Folge der Begnadigung der türkischen Beamten, welche der Be- theiligung an der Ermordung der Konsuln für schuldig befunden worden, ein deutsches Panzergeschwader vor Salo­nichi erschienen sei. Endlich wird demStandard" aus Dresden telegraphirt:Dem Gesuche Deutschlands will­fahrend, sind die Mächte, wie verlautet, übereiugekommen, einen gemeinschaftlichen Protest an die Pforte zu richten, da letztere die Urheb.r des Konsuln-Mordes in Salonichi begnadigt haben soll."

Seit Dienstag, den 21. August, früh morgens wüihet ein heftiger Kampf um den Schipkapaß, der von 40 Ba­taillonen Suleiman Pascha's von Süden aus angegriffen wird. Der Kampf dauerte nach den bis jetzt vorliegenden Depeschen den ganzen Dienstag, die Nacht auf Mittwoch hindurch und am Mittwoch bis Mittags 3 Uhr und wird wohl auch noch über diese Zeit hinaus sich hingezogen haben. Alle Angriffe der Türken, die den Paß öjters mit stürmender Hand nehmen wollten, wurden siegreich abgeschlagen. (S. die neuesten KriegSn.) Am Dienstag, wo der Kampf begann, rückte zu gleicher Zeit wie ein Telegramm aus Gorni - Stuben meldet der Feind, d. h. Avil Pascha vom Korps Osman Paschas, von Lowtscha gegen Selvi vor. Zugleich soll nach dem H. T. B. auch von Osten her, von Oömanbazar auS eine Division zum Angriff vorgegangen fein. Auch eine Schiacht bet Plewna wird stgnalistrt über deren AuSgang jedoch noch Näheres

Neueste Kriegsnachrichten:

Petersburg, 23. (Oificiell.) Alexandropol, 22. Aug. Nach einzelaufenen Nachrichten betrug der Verlust der Türken bei der Affaire vom 18. nahezu 800 Mann Die Colonne des Generals Tergukaffoff, von welcher ein Theil bei Jgdyr verblieben war, befand stch am 20. bei Guebbuebfcha. Die bei Jgdyr befindlichen Truppen hatten ein unbedeutendes Scharmützel mit einer vor ihnen erschienenen türkischen Colonne. Nachrichten zufolge wurde im Gefecht am 30. Zuli mit der Colonne Kalbolai Khans der Commandant der türkischen Truppen, Huffein Pascha, schwer verwundet. Die Jngur Colonne des Ge­nerals Alschasoff recognoScirte, indem sie den ganzen Laus deS KodorfluffeS besetzte, am 7. d. mit Kavallerie aus dem

lichen weißen Häubchens dick hervorquollen, redete mich mit einem so strahlenden Gesichtchen, als entbiete sie mir den schönsten Empsangsgruß, und mit den ihr sicher von früher durchmarschirten Preußen eingelernten Worten an:nix Prussien! furtl nix Schnaps ici! worauf ihre Mutter ihr lachend zurief:va, va, Clemence! faut pas parier ainsi avec ces messienrs!

Kaum hatte ich der liebenswürdigsten aller Quartter- wirthinncn auf ihre Frage: was wir zu essen wünschten? entgegnet: wir seien mit allem zufrieden! eine Antwort, die mir einen abermaligen freundlichen Blick und uns Allen die Bezeichnung alsbons gar$ons eintrug präsentirte sich der Hausherr mit der, sobald man, wenn man auch nur oberflächlich die Zuneigung eines Franzosen gewonnen hat, unvermeidlichengoutte, die aus verschiedenen Likören bestand. (So mäßig im Trinken der Franzose ist, auf den Genuß der goutte, die nicht immer in Likören, sondern ebenso oft in einem Glas Rothwein besteht, hält er ein großes Stück und er faßt es als Beleidigung auf, wenn man ihm auf seinallons, prendre une goutte! eine abschlägliche Antwort gibt; daß übrigens bisweilen die goutte über den Charakter eines bloßen freundschaftlichen einmaligen Trunkes hinausgehm kann, bewies mir ein späterer Quartierwirth mit einer bitteren Klage über die an seinem Hause beschäftigten beiden Maurer; die Kerls hatten früh morgens schon in einem gegenüberliegenden kleinen Cafe mtt einer goutte ihre ewige Freundschaft besiegelt sich denn bei der Arbeit gezankt, wiederum mit einer goutte die Freundschaft und den Frieden fester gemacht, wie­derum gezankt und so war das fortgegangen, bis sie sich gegen Mittag die Köpfe blutig geschlagen, weshalb der Polizeicommissär sie in denViolon hatte sperren lassen.)

Abs ich etwas später es mir bequemer gemacht und zum

rechten Ufer des FlufieS Kelaffuri befestigt und die Anhöhen vor Suchum besetzt hatte«.

Wien, 23. Aug. DiePol. Corr." will in Erfah­rung gebracht haben, daß der österreichische Botschafter in Konstantinopel angewiesen sei sich dem Vorgehen dcS deut­schen Botschafters bezüglich der von türkischen Truppen gegen russische Verwundete und Gefangene verübten grau­samen Handlungen anzuschließen. Aehnliche Schritte seien auch von Seiten deS italienischen CabinetS in Konstanti­nopel unternommen.

Wien, 23. Aug. DiePreffe" meldet aus Bukarest, 22. d., Nachts: Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist seit heute srüh bet Plewna eine Schlacht im Gange, über deren AuSgang bisher noch nichts bekannt ist.

Wien, 23. Aug. DieN. fr. Pr." meldet aus Plewna vom 21. d.: 6000 Ruffen mit mehreren Batte­rien debouchirten heute auf das Plateau zwischen dem Wid- und dem Jsker-Fluffe, in der Absicht, die Verbin­dungen der türkischen Armee bei Plewna mit Soyhia zu bedrohen. Nach mehrstündigem Kampfe wurden die Rnffcn von Haffan Pascha mit bedeutenden Verlusten zurückge­wiesen.

Wien, 23. Aug. DiePol. Corr." meldet ans Bukarest von heute: Suleiman Pascha hat gestern den Angriff auf den Sch!pla-Paß erneuert, während OSman Pascha von Selvi au8 debouchirend die Ruffen angriff. Tu-ch eine heute früh angelangte Depesche wird bestätigt, daß bet gestrige Kampf allseitig siegreich für die Russen endigte.

Petersburg. 23. Ang. Amtlich wird aus Gorni- Studen vom 22. August gemeldet: Den letzten Nachrichten zusolge fuhren die Ruffen fort die türkischen Angriffe auf den Schipka-Paß zurückzuweisen. General Radetzky rückt zur Uuterstützung heran. Der gestern angetretene Vor­marsch der Türken aus Lrwtscha gegen Selvi ist eingestellt, heute früh aber wieder vou Neuem ausgenommen worden. Russische Truppen haben die Position von Selvi besetzt. Vor Plewna ist Alles ruhig. Ans bet Richtung von Rustfchuk, RaSgrab, Schumla unb Eski-Dschuma her machten bie Türken Versuche bie russische Postenkette zu unterbrechen.

Petersburg, 23. Aug. Einer imRegierungsan­zeiger" veröffentlichten kaiferl Berorbnung zufolge soll in Moskau ein viertes Eisenbahn-Bataillon sormirt werben, welches ber vierten Sappeur-Brigade einzuverleiben ist.

Deutsche- »eich.

* Berlin, 23. Aug. Wie nunmehr verlautet, hat Fürst Bismarck sich aus dringendes ä-ztliches Anrathen Hinausgehen meine Mütze ohne Schirm aufsetzen wollte, nahm mir die Kleine, die uns bis dahin nicht verlassen hatte, dieselbe lachend aus der Hand, setzte sie, die Cocarde na­türlich nach vorne, auf ihr Köpfchen und salutirte dann mit komischem Ernste, mit so reglementsmäßiger Handbe­wegung und Stellung, als hätte der beste Preußische Unter- offieier sie darin instruirt.

Bei dem bald darauf aufgetragenen Abendessen konnte ich mich nicht enthalten, den Eltern meine Verwunderung über das zutrauliche Wesen der Kleinen, die bald dem Einen, bald dem Anderen von uns auf dem Schooße saß, zu be­zeugen, und erzählte mir die Mutter, daßla petite schon seit dem ersten Durchpassiren der Preußen ganz für die gefürchteten Träger der Pickelhauben enthusiasmirt fei und fast gar nichts mehr von ihren Compatrioten wissen wolle. Alle preußischen Mannschaften, die bei ihnen im Quartier gelegen untf^über deren Keinen sie Klage führen könnten, denn sie seien allepropre gewesen (beiläufig gesagt, eine Eigenschaft, die in den Augen der Franzosen viel gilt und über deren Mangel, namentlich bei den p. t. Herren Burschen, bisweilen bittere Klage geführt wurde) hätten sich in freundlichster Weise mitpetit chat zu Raffen gemacht und besonders ein liebenswürdiger feiner Ofsteier, der zwei Tage bei ihnen gelegen und ihrem Herz­blättchen in Aussicht gestellt, er wolle bald zurückkehren und es mtt sich in fein Chateau en Silesie nehmen; nun »arte es Tag für Tag auf seine Rückkehr und wenn er komme, dann wolle sie, die Mutter, weil es doch nicht mehr mit den Franzosen, sondern mit den Prussiens es halte, sagen:teuer! votre bagatelle et bon voyage! aber er komme ja nicht wieder!"Si, 11 retournera! Hangs aus dem kleinen Mündchen neben mir und dabei leuchteten die Strahlenaugen iu fröhlicher Zuversicht.

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