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Marburg, Donnerstag, 23. August 1877.
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ÄtauSstelluug von 1878 abgel hnt habe. Das Dementi chte der damaligen Sachlage entsprechend sein. Inzwischen rfte aber der französische Gesandte in Athen G legenheit ■palten haben, seiner Regierung eine bezügliche Erklärung ff CabinetS von Athen mitzutheilen. Diese Erklärung ipt dahin, daß die gegenwärtige Lage iw Orient eine Bc» «ligung Griechenlands bei der Ausstellung unmöglich mache.
Sollte indeß noch rechtzeitig eine Lösung der gegenwärtigen Schwierigkeiten eintreten, so würde Griechenland nicht Der fehlen, an der Ausstellung theilzunehmen, um so mehr, als die Kammer zu diesem Zweck bereit- 200,000 Francs bewilligt habe.
Nach den neuesten Nachrichten vom europäischen Krieg« sdauplatze zu urtheilen, scheint die Position der Rusten in dem Dreieck Nikopolis - Rustschuk Ttrnowa eine recht günstige zu sein. OSman Pascha hat seine Verbindung mit Sofia verloren; eine bedeutende Truppenmacht könnte daher wohl diesen Theil der türkischen Armee in Gefangenschaft bringen. Eine D.pesche de« H. N. deutet auf diese Absicht hin; eS heißt da: bet Plewna begannen die Russen Verschanzungen aufzur-erfeu, behufS Einschließung des Ortes. — Eine Bukarester Depesche der Hamb. Nachr. erwähnt, daß General Tottleben aus der Krim berufen fei, um daS Kommando der Donauarme zu übernehmen. Von Paris aus wird diese Nachricht bestätigt. General Gurko, der das Kommando über die Garde übernehmen soll, ist durch General KawitschinSky ersetzt. — lieber die Schlacht von Plewna am 30. Juli liegt jetzt der erste von russischer Seite kommende Bericht in der deutschen Petersburger Zeitung vor. Derselbe gtebt einen klaren Ueberblick über den Gang der Schlacht, enthält intercfiante Einzelheiten und wirst einige Schlaglichter auf die Fehler in den Dis Positionen, welche das Mißlingen zur Folge hatten. — Höchst bemerkenswerth ist die nachträgliche Bestätigung der russischen Angabe türkischerseitS, daß Mehemed Alt und Suleiman Pascha ihre Vereinigung noch nicht vollzogen haben; eS gewinnt daher den Anschein, daß auch die rup stsche Behauptung, der Hainboghaz-Paß sei noch in den Händen der Rusten, wahr ist. Die Freunde der Türken haben in der letzten Zeit ungestört ihre Lügen fabrtziren können; jetzt muß man die« selbst von Konstantinopel au« etngestehen.
Neueste KriegSuachrichten:
Petersburg, 21. Aug. Der .Russische Invalide" schreibt: Der Adjunct de« General Feldzeugmeisters, General- Adjutant Baranzeff, hat die Besichtigung der Ostfeefestungen Wiborg und Sweaborg beendigt. Dieselbe ergab, daß Alle« sich in gutem Zustande befindet. DaS praktische Zielschießen hatte die besten Resultate. Baranzeff drückte den Corn Mandanten sowie den O fizieren und Mannschaften seine Zufriedenheit auS.
Tiflis, 21. Aug. Die Banden de« Ali Beg wurden bei Tschereloi gänzlich geschlagen. Alt Beg floh, wurde aber von einem Mohamrdaner gefangen und au die Rusten aus geliefert.
das war im siebziger Jahre, im Preußenwinter war's, da standen an der Loire die Bäume weißen Haars;
da trugen Erz die Felder, war gelb die Luft durchloht, da waren blau die Wälder und war die Erde roth.
Um daher einmal einen ordentlichen Ruck vorwärts zu kommen, fasse ich die Tage vom
4. bis 10. September, während welcher Zeit wir in Givonne blieben, in ein Referat zusammen. Unser Dienst in jener Zeit war anfangs kein sehr angenehmer, mit dem Begraben der Leichen, bereit noch ziemlich viel umher lagen und deren auch die Lazarethe jeden Tag lieferten, mit dem Verscharren der Pferdecadaver (unten bei Sedan hals man sich einfach damit, daß man sie in die Maas warf) und mit dem Abräumen des Schlachtfeldes, auf dem sich noch gar viele Waffen und andere Armaturftücke sanden, wurde fortgefahren.
Unsere 3. Compagnie ging auf acht Tage mit einem Pferdetransport von Sedan aus — ich glaube nach Etain — fort. Während der^Zeit führte Premier-Lieutenant v. Stammford das Bataillon und Lieutenant Pfannstiel die Kompagnie.
Selbstverständlich wurde außer dem sonstigen Dimst sehr häufig exercirt und jeden Tag Appell gehalten.
Gn düsteres Schauspiel gewährten uns die alltäglich von Sedan aus durch Givonne kommenden Verwundetm- transporte, welche über die belgische Grenze nach Bouillon und Libramont und von da nach Deutschland geschafft wurden; auch viele ftanzösische Officiere, welche als Kriegs- gefangme auf Ehrenwort sich nach Deutschland begeben sollten, passirten Givonne. Wie ich hörte, sollen diese
*) »Querköpfe', bei den Franzosen beliebte Bezeichnung d.r Deutschen.
**) aChoucroüte“ ist Sauerkraut.
Wor sieben Jahren.
mch eines Dreiundachtzigers aus dem deutsch - sran- zöfische» Kriege 1870/71.
(Fortsetzung.)
London, 21. Aug. „Renter's Bureau" meldet aus Konstantinopel: Graf Zichy erklärte Server Pascha, die österreichische Politik gegenüber Sei bien habe durchaus keine Veränderung e,fahren. — Das türkische Ministerium trifft die erforderlichen Vorbereitungen für einer Winter F-ldzug.
Konstantinopel, 20. Aug. Nach einem Telegramm Mehemed Ali Pascha's wurde gestern bei Aaghiseler in der Umgebung von Djuma ein den Türken günstiges Gefecht geliefert. Bisher ist noch keinerlei offizielle Depesche veröffentlicht, durch welche die Nachricht von der Vereinigung Suleiman Pascha's mit Mehemed Ali bestätigt würde. Ein Telgramm Mukhtar Pascha's beziffert den russischen Verlust in de« bereits gemeldeten Treffen am letzten Sonnabend auf 1500 Mann, abgesehen von mehreren Gefangenen, den türkisch« auf 117 Tobte und 342 Verwundete.
Belgrad, 21. Aug. Genera Fadejeff ist mit General Hidrof au« Rumänien angekommen. Gestern traf aus Montenegro Weffelitzky hier ein und wurde Abends von Ristic empfangen, worauf ein bi« 4 Uhr in der Frühe dauernder Ministerralh stattfand, besten Leschlüffe noch unbekannt sind.
Wien, 21. Aug. Die „Presse" meldet aus Ragusa: Außer dem Fort Tschudjeliza, deffen Erstürmung bereits gemeldet wurde, haben die Montenegriner jetzt auch sämmt- liche außerhalb von Nikstc gelegene Verschanzungen nach heftigem Bombardement eingenommen. Fürst Nicola hat die Besatzung Nikstc'S zur Uebergabe der Festung, welche wahrscheinlich erfolgen wird, aufgefordert.
Jassy, 21. Aug. In Folge der Rüstungen Griechenland« sind zahlreiche Griechen au« Odeffa al« Freiwillige nach Athen abgegangen.
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l Ich habe mich, wie ich nun sehe, mit dm Erlebniffen V^rSeban zu lange befaßt unb weiß wohl, daß Kürze kftV Beeilen beim Erzählen eine Hauptsache ist. — Unb
r chut auch hier noch! Wir wollen ja noch vor Paris Vjenseits von Paris gilt's auch noch mancherlei zu be- -'ptai, denn;
faltigen nimmt entgegen: Axpeditivn d.BlatteS, «td.Annvncen-Bureaux M Th. Dietrich & Co. in Mtl und Hannover; Th. xitttich in Frankfurt a.M.; Elmstein & Vogler in itfurt a. M., Berlin, >ig, Cöln ic.; Rudolf yufe in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
dtf<|Mnt t ägl i ch außer ben Werktagen nach Soun- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit bet wöchentlichen Beilage „Slwtrtrtii EanntnaSSlatt" h„r* m, Orh.hiHnn ta «"^dr-ckerey bezogen «ß «ark durch die Postömter des Deutschen Reiches i Wart 50 ff? (etL WgebW) - Äton® eWffbk ge®te2 S10 »f?
Für in der erpebttwn zu ettherlenbe Auskunft und Annahme non Adressen werde» 85 Pf«, berechnet. 8 F o iv
Der französische Minister der auswärtigen Angelegen- Um, Herzog von DecazeS, deffen Abstecher von Paris »er auffälliger werden, hatte dieser Tage in Bordeaux «t Zusammenkunft mit dem französischen Botschafter in abttb, dem Grafen von Chaudordy, der zuletzt durch iae Wühlereien gegen Deutschland auS Anlaß der Con imz in Konstantinopel von sich reden gemacht hat.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Deutsche* Reich.
t Derliu, 21. Aug. Wie wir hören, ist der bekannte Schriftsteller Rudolf Gottschall von Sr. Maj. dem Kaiser in dm Adelstaud erhoben worden und e« steht die Publikation dieser StandeSerhöhung demnächst zu erwarten. Das von dem Dichter selbstgewählte Wcppen zeigt in dem erst n Felde ein Schwert und ben ThyrsuSstab schräg in's Kreuz gelegt mit herabhängenden Larven, welche die Tragödie und Komödie versinnbilbltchen. Im zweiten Felde zeigt sich die von einem Lorbeerkranz umwundene Lyra. — Es wird heute zuverlässig bestätigt, daß der Reichskanzler den Di- rektor des ReichSgesundheitsamiS beauftragt hat, unter Mitwirkung des Reichsjustizamts einen Gesetzentwurf zur Ab- hülfe gegen die BersS.schung unb gesundheitswidrige An fertigung von NahrungS- und anderweitigen GebrauchS- rni teln auSzuarbciten. Der Reichekanzler hat bekanntlich in der Reichstagssitzung vom 14. Dezember v. I. darauf zweifelhaften Sieger in der Heimath der „tetes carrees“ *) und der „choucroüte“ **) hie und da einen außerordentlich freundlichen Empfang erhalten haben und soll von zartfühlenden Seelen versucht worden sein, ihnen das Leben und das harte Loos der Gefangenschaft so angenehm als möglich zu machm. Wir lagen unterdessen draußen in Frankreich, so lange der Herbst noch währte im Schmutz, im Winter im Schnee, mußten Hunger und Durst nach der Schwierigkeit ertragen — unb bisweilen pfiffen uns bie Kugeln um bie Ohrm, baß wir am Lebm verzagten! —
Am 6. ober 7. September kam auch unser „Pisang mit Madame" aus „le Belgique“, wohin sie sich salvirt hatten, zurück unb waren beibe nicht gerabe höchlich über bie interimistischen Bewohner ihres Hauses erfreut, baß beim Anblick ihres burch uns georbneten Hausmobiliars unb in Gebrauch genommenen Küchengeschirres, namentlich aber ber mehr praktisch als schonenb vertheilten Betten bie weiße Zipfelmütze auf bem würdigen Haupte des Hausherrn convulsivische Bewegungen zu machen begann — und durch die ächte oder falsche Zahnreihe seiner Ehehäfte ein „maudit“ — und wenn ich nicht sehr irre ein — sal prussien!“ „grand malheur!“ und andere Redensarten die unö zum Zielpunkte hatten, entschlüpften, läßt sich leicht denken. Wir hätten nun gerne die guten Leute gleich — auch ohne Mierhzins — bei uns wohnen lassen, allein, obs ihnen nicht geheuer schien, oder ob sie sich den Zustand hres Hauses diesmal nur erst ansehen wollten — genug, te entfernten sich nach kurzem Aufenthalte wieder, um jen- etts^ der Grmze auf neutralem Boden Schutz und für ihre entrüsteten Gemüther Ruhe zu suchen, ' dort auch unsere
Lage-dericht.
Zur Richtigstellung einer burch mehrere Blätter gehen pg Notiz über bie von ber Reichs-Militärverwaltung an- rdneten Bauten bemerkt bie „Kreuzzeitung", baß selbst-
änblich nur solche Sachen in Angriff genommen, beit weitergeführt worben sinb, für die der laufenbe Summen auSgeworsen hat. Von Bauunternehmungen, das Extraorbinarium eines späteren Etats belasteten, W nicht bie Rebe sein. Die Ausführung des diesjähri m Etats bet Militärverwaltung bebingte bie Herstellung - cn Kasernen unb anderen Etablissements. Allerdings m. mt im Reichstage von der Budgetkommisston vorgeschlagen f mdm, zur Verringerung deS zum Vorschein gekommenen rshit« bie Summen für milttärische Neubauten auf bie isernirungSanleihe zu übernehmen; allein eS ermöglichten ' t anderweitige Deckungen des Ausfalls, ur.b ben Vor- ' hlag bezüglich bet KafernirungSanlethe fallen zu laffen, er einfach beShalb geboten, weil für Vereinbarungen zum asianbebrlngen be« Anleihegesetzcs bie Zeit fehlte, unb til sich auch halb genug herausgestellt hatte, baß ber An- ühe-Entwurf bester bis zur nächsten Session zurückgelegt iihif ckde.
6mj| Auf Grund einer kürzlich ergangenen Verfügung soll ■ allen denjenigen Fällen, in denen für Personen, die noch
—«er Vormundschaft stehen, eine Entlastung aus dem preu- schm Unterthanenverbande nachgesucht wird, der bezügliche »trag nicht eher an die Regierungsbehörde gerichtet wer- rrei «, als bis die nach Vorschrift des § 42 Nr. 1 der :et »rmundschaftsordnung vom 5 Juli 1875 vorgeschriebene teil Mmmung des königlichen VormundschaftSgerichtS zu der ■ iswanderung eingeholt und ertheilt worden ist.
Die „Agence HavaS" hat vor einiger Zeit in Abrede stellt, daß Griechenland die Betheiligung bei der Pariser
Die Diskussion, die augenblicklich natürlich über die -er» »gsten unb bemnächstigen Ereignisse in Krieg unb Polittk !8Ä whrt würbe, ersetzte bas, was ihr an parlamentarischem 7^ ^ettoa abging, durch Animirtheit auf beiden Seiten und Seiten der Deutschen burch bajuvarische Derbheit; ver- , g fyn id? doch unmittelbar nach meinem Näher treten, wie oJf 1 ^ksiger bairischer Reitersmann einem armen ihm gegen; erstehenden Elsässer, der wohl weniger Zweise.1 in die ;___^age der „grande nation“ als in die der „Prussims"
the- all und jede Fortsetzung der angeknüpften Unter- 96- ®“”g mit einer gewissen, nicht zugerufenen, sondern zu- — Hilten Aufforderung rundweg aufkündigte.
Eine Viertelstunde lang bettachtete ich mir das Treiben ^.schlug dann den Weg nach Sedan zu meinen Leuten, ! schon zum Abmarsch bereit waren, wieder ein; am Tu- ' kteplatz säumten wir uns noch einen Augenblick an einem ’ie, wo ich meinen wackeren Burschen als langentbehrten t«. diuß ein Glas Bier ä 8 Sous reichen ließ, woraus wir . $ in aller Gemächlichkeit die nicht sehr weite Sttecke ' $ Givonne, wo bei den Unseren unsere gemachten Ein- . große Zufriedenheit verursachtm, zurücklegten.