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hier meinem Auge in des Todes furchtbarer Nacktheit und Schauer sich darbot!

Aus der Brücke hatte nämlich, als schon die Schlacht ihrem Ende sich nahte und zwar der großen Batterie von Wadelincourt ausgesetzt, eine Escadron Lanciers ge­halten. Eine Granate explodirte am Brückengeländer, eine andere aus dem Boden der Brücke die scheugewordenen Pftrde setzen mit ihren verwundeten und unverwundeten Reitern über das nahe Brückengeländer manche mögen, auch schon durch die Sprengstücke zerrissen hinabgeschleudert * worden sein und drunten in der Maas, die hier min­destens 1214 Fuß tief sein mag, fanden die noch Leben­den ihren Tod.

Da lagen sie nun, anscheinend von einem Brückenpfeiler aufgehalten, von den trotz des Regens des vorigen Tages ziemlich klaren Wellen der Maas überfluthet ein gräß­licher Haufe von durch die entwickelten Verwesungsgafe sich mehr und mehr vom Grunde emporhebenden Menschen- und Pferdeleichen.

Ich unterlasse es, die schauerlichen Einzelheiten, die mein Auge schaute, aufzuzählen der Wirklichkeit ent- spräche die Schilderung doch kaum aber der Anblick dieses Leichengewimmels (denn durch das fluchende Wasser schienen sie wie lebend, und ein Arm, der eine Lanze fast senkrecht in die Höhe hielt, schien bei dem Wellenschläge fortwährend Bewegungen zu vollführen, als ob der Reiter, dem er gehörte, sich aus den Fluchen emporhelsm wolle) daö Emportauchen und Wiederversinken einzelner Glieder, bald eines Kopfes, bald eines Armes oder Beines ein verzerrtes Gesicht tauchte manchmal bis nahe an den Wasser­spiegel empor und sank dann langsamer als es gekommen war, wieder in die Tiefe das Alles bot ein Bild des Schreckens dar, wie es kaum der furchtbarste Fiebertraum einem Nervenkranken vorspiegeln wird.

Tiefergriffen von dem Gesehenen reichte ich meinem

Bruder, fast ohne ein Wort, die Hand zum Abschiede; er ging seines Weges, ich aber, da ich, während meine Leute noch einige in Sedan für uns gekaufte Sachen zum Trans­porte zurüfteten, noch etwas Zeit hatte, auch unseren Rück­marsch auf eine halbe Stunde später bestimmt hatte, schlenderte noch ein wenig in der Vorstadt Torcy umher und kam auch auf den Weg nach Glaire, wo das franzö­sische Gefangenenlager seine südliche Abgrenzung fand. (Die anderen Seiten wurden bekanntlich durch die Maas, die hier nach einem Lauf von beinahe '/» Wegstunden wieder ganz nahe an ihr Flußbett zurückkehrt und so eine Halbinsel bildet, gezogen). Da ich nun einmal so nahe dabei war, wollte ich auch nicht gerne zurückkehren ohne mir die Gefangenen, von denen noch genug da waren, ob­gleich seit dem Morgen des 3. September ununterbrochen an ihrer Fortschaffung gearbeitet wurde, in ihrem Lager noch einmal angesehen zu haben.

In das Lager, wußte ich wohl, konnte ich nicht gehen, aber ich sah deutlich, daß sie sich zu Hundertm an der Barriere ihres Lagers in der Nähe der bairischen Wacht- mannschaften umherdrängten. '

Hätte mich nun das vorher Geschaute nicht so tief er­schüttert, das jetzt meinen Augen und Ohren sich Dar­bietende hätte mich sicher höchlichst amüstrt.

Um den zwischen dem bairischen und französischen Lager durchführenden Weg für die Passage frei zu lassen, wohl auch um eine Demarkationslinie herzusiellen, waren längs des Weges starke Taue gezogen und an diesen standen sich nun, den Weg entlang, die müssigen Vertreter beider Nationen, bei den Franzosm namentlich die Elsässer vorne an, in eifriger Unterhaltung gegenüber, während die Posten in ernster Miene, scheinbar unberührt von dem Spectakel rechts und links von ihnen, in der freien Gasse auf- und abschritten.

(5ottfe|mifl folgt.)

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Marburg, Mittwoch, 22. August 1877.

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Auflösung nach Karabunar zurück und hätten die Rusfen mit ihrem linken Flügel rasch nachgedrückt, so wäre Kara» bunar mit dem ganzen dort angeh äuften Kriegsmaterial in ihre Hände gefallen. Nach dem Berichte des Timeseore- spondenten hatte Suleiman Pascha bet Eski Sagra am nächsten Tage leichtes Spiel. Die Russen räumten den Platz und und fand nur ein Rückzugsgefecht statt.

Neueste Kriegsnachrichten:

Konstantinopel, 20. Aug. Gerüchtweise verlautet, daß Suleiman Pascha sich mit Mehemed Ali Pascha auf der Straße nach Timowa vereinigte. Aus der Umgebung Tirnowa's wird von einem Vorpostengefecht berichtet.

Wien, 20. Aug. DiePresse" meldet au« Bukarest: Das 7. und daö 10. russische Armeekorps b>finden sich bereits vollständig auf dem rechten Ufer der Donau. Bei Plewna haben gestern Vorpostenkämpfe stattgefunden. Die Verbindung Oöman Pascha'S mit Sofia ist durch russische Cavallcrte unterbrochen.

Wien, 20. Aug. DiePresse* meldet aus Konstan­tinopel: 10,000 Mann Türken landeten am Freitag bei Küstendsche, um gegen die befestigte Stellung der Ruffen bet Tfchernawoda zu marschiren, gegen welche gleichzeitig über Kaczemack 8000 Türken vorrücken. DasTagblalt" bringt die nämliche Nachricht und fügt hinzu, daö 8000 Mann starke Corps seien die egyptischm Truppen, welche ein ReservekorpS unter Raschid Pascha bei Basardschtk hinter sich stehen hätten.

Konstantinopel, 19. August. Das Telegramm Mukhtar Pascha'S vom 18. August berichtet: Russische Truppen, welche in der Stärke von 48 Bataillonen In­fanterie, 10 Regimentern Cavallerie und 14 Batterien von Ghrd kler und Balvira aus vorgerückt waren, griffen das von Mukhtar befehligte Armeekorps zwischen V zin und Zailcr an, wurden aber geschlagen und in die Flucht gejagt. Zhc Verlust bet diesem Treffen betrug 1200 Mann, der türkische nur 100. Suleiman Pascha berichtet vom 18. August: Die nach Kasanlik gesendeten Truppen haben, nach­dem sie die Bulgaren vertrieben und 200 von diesen getövtet hatten, die mohamedanffchen Bewohner von Kasanirk und Umgegend befreit; Letztere haben sich in das Lager Sulei» man Pascha'S begeben.

DasBüreau Hirsch« veröffentlicht folgende Depesche: Kars, 18. August (über Erzerum), indirekt. Das türkische Lager an den Jagludfln'schm Höhen ist abge­brochen worden. Die am südlichen Abhang der Berge Aladshi befindlichen Bo posten sind zurückgezogen und Nachttschewan, Digor und Mowrjika geräumt worden. Die Tscherkeffenkavallerie desertirt in Masten. Die erwar-

Lage-bertcht.

DaS heutige Stück des Reichsgesetzblattes publicirt die Kekanntmachung betreffend die Ausgabe von Schatzanwei- dwgcu im Betrage von 30 Millionen Mark vom 17. Ligust 1877.

daß die Russen bet RaSgrad durch Mehemed Ali Pascha eine große Niederlage «litten, indeß diese Nachricht ist biS j tzt nicht hinreichend beglaubigt. Wir find in der letzten Zeit schon öfter mit solchen türkischen SiegeSnachrichten versehen worden, und stets hat sich herausgestellt, daß es sich nur um mehr oder weniger glücklich geführte unbedeu­tende RecognoscirungSgkfechte handelte. So telegraphirt man der MoSkowSkija Wjedomostt aus Gorny-Studea (vcm Hauptquartier des Großfürsten Nikolaus) 13 Aug.: Türkische Bulletins sprechen von einem zweimaligen Zurück» weisen russischer Angriffe auf Lowatz, wobei unsere Truppen große Veiluste erlitten haben sollen. Was man Angriffe auf Lowatz nennt, waren einfache RecognoSzirungen, die durch General Skobelew zu dem Zweck auSgeführt wurden, die Stärke der in Lowatz stehenden türkischen Truppenzahl zu erfahren. Nachdem er die Türken alarmirt und gezwungen hatte, sich in Position zu entwickeln, zog sich General Skobelew zurück, ohne beim nsten Male auch nur den geringsten Verlust zu erleiden; beim zweiten Male hatte er 3 Tobte und 23 Verwundete. Ueberhaupt tragen die Türken gar kein Bedenken, Scharmützel in Schlachten zu verwandeln; sie erfinden sogar solche Schlachten, die nie­mals stattgefunden haben. So haben sie z. B. schon mehrmals gemeldet, daß sie unsere Versuche, Rustschuk und Silistria zu belagern, abgeschlagen hätten, während unsere Truppen überhaupt nicht daran gedacht haben, zur Bela­gerung der einen oder der anderen Ffftung zu schreiten. Suleiman Pascha versichert in seinen Telegrammen, daß er das Detachement Gurko'S jenseits des Balkans abge- schuitten habe und die feindlichen Zeitung posaunten eS in der Welt aus.«

Nach neueren russischen wie türkischen Nachrichten ist Suleiman Pascha noch lange nicht so weit, als man in den letzten Tagen auf Gi und von D.peschen englischer Blätter an- nahm. Nach einer Depffche aus Konstantinopel war er über den Hainboghaz Paß hinaus noch nicht vorgerückt; nach einer offiziellen russischen Depesche aber hatte er diesen Paß noch nicht in Händen; die Türken haben sich viel» mehr nach einem erfolglosen Angriff auf den Paß am 17. wieder zurückziehen müffen.

Der Schipka Paß, den die Ruffen befestigt haben, ist von ihnen durch mit zwanzig Geschützen armirte Werke befestigt.

Nach den Berichten englischer Blätter,Times* und Daily Telegraph.* haben die Türken wenig Ursache, auf die Gefechte südlich vom Balkan stolz zu sein. Die Be­richte beider Blätter versichern, daß Reouf Pascha am am 30. Jali in b« Nähe von Jeni Sagra eine schmähliche Niederlage erlitten hat. Seine Truppen kamen in völliger

und so wolle er denn nun noch hi« in einem Lazarethc etwas besorgen, sich dann nach Floing oder wenn anginge, noch nach Donchery zurückbegeben und sehen, er durch, einen tüchtigen Schlaf wied« zu Kräften Er bat mich, ihn bis an das nahe Lazareth noch zu ' en, da « mir auf dem kurzen Wege, wenn es auch r seine und am Ende auch meine N«ven nicht besond«s ^llch sei, etwas zeigen wollte, das ich nie geschaut und ' wieder vergessen werde.

Hebet die Mission Midhat Pascha» «hält der Londoner linisterttlleStandard* eine Version, die uns glaubwürdig »scheint. Dem Blatte wird nämlich gemeldet: 818 geglaubt «be, baß sich bie Russen Philippopel unb Avrianrpel iherten, c-utorisirte der Sultan Miohat Pascha, mit den »rpäischen Mächten officiöö über eine Mediation zu unter- «velu. Midhat wurde mit einer Privatchiffre versehen, um , rett mit dem Palast in Verbindung treten zu können l I war Kraft dieser ihm ertheilten Autorisation, baß sich Kdhat zu Graf Aubraffy begab. Als iubeß bie Russen fi gen zu tetkiren, erhielt Midhat die Weisung, seine

- Verhandlungen einzustellen.*

Die Armeen in Bulgarien stehen anscheinend unbeweg- i einander gegenüber. Zwar melden da» Journal des «bäte und der Observer, einem wiener Blatt zufolge,

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

leieigen nimmt entgegen: »le Expedition d.BlatteS, igaie d.Annoncen-Bureaux ron Th. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Msenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cöln rc.; Rudolf Moffe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wSLentNLen »,;ren, 77T -------T~

«ulbrndereD bezogen N »«".durch die Post-mter deS Deutschen Reiche- 2 Mark 5» £ Äfe3-3ÄJÄS bk geÄT- ° *W

gflt in bet Expedition zu ertherlende Auskunft und Annahme von Adressen werden HS Pf,, berechnet. 8

War (teilen Aayren.

K -r»ch eines Dreiuudachtjigers aus dem deutsch - kam zöfischeu Kriege 1870/71.

K (Fortsetzung.)

Er sah heute entsetzlich leidend aus; die Folgen der ___ dherigen Märsche und Bivou'aks, die körperlichen und fftigen Anstrengungen seit dem Morgen des 1. September [], Den ihn vollständig marode gemacht; schon gestern fiel i r sein Aussehen auf heute, beunruhigte es mich im 0 - chsten Grade; er erklärte mir, daß es ihm seit gestern 1 «rgen unmöglich sei, auch nur einen Bissen ohne den achtbarsten Ekel über die Zunge zu bringen; er habe h"P>n, toi in den Tagen nach Wörth, bei gleichem Zu- de, Chinin versucht, aber das scheine ihm nicht zu helfen

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Der Papst hat durch eine Bulle, welche derOflerva | tote romano* am 16. b. publicirte, den heiligen Fra z * ton Sales zum doctor ecclesiae ernannt. Für unsere

Unb damit hatte er vollkommen Recht! Noch heute l3'j ft» lebhaft vor meinen Augm und schreckhafter noch beeilen in meinen Träumen, jenes Bild von Pont Torcy $51 «cdan.

'IM einer, vom Hotel nicht sehr Entfernten Maasbrücke F& er stehen und forderte mich mit stummem Fingerzeige auf das unten, nicht sehr rasch dahinströmende Wasser *7 l^en. Unb wahrlich I es war etwas Schreckliches, das

Äser, bie in der Kirchengeschichte nicht bewandert find, fügen bie Bemerkung btt, daß Franz von Sales, bet bekannte - Stifter be« Ordens bet Heimsuchung am 21. August 1567 - tboren unb am 28. Dezember 1622 gestorben ist; ton 602 bis 1622 war er Bischof unb Fürst von Genf. Die i rhebung zu n Doktorat, bie der Heilige natürlich mit ttube begrüßen wird, bezieht sich jedenfalls auf seine vor 10 Jahren am 21. Augusi erworbene Wellbütgetschaff.

DieNordd. Allg. Ztg* bestätigt, baß die Vorstel­lungen bet Pforte betreffenb bierussischen Gräutt* von nm Auswärtigen Arnie in bet Wilhelmsttaße sehr ungünstig «fgenornrnen worben seien. Jrn Grunde schlägt bie Pforte 21(8 * russische Diplomatie nur mit ihren eigenen Waffen, 1 denn diese wat es bekanntlich, welche im vorigen Jahre «dt dentürkischen Gräueln* gegen die Türkei Sensation »achte, obgleich nur unter der Hand unb r icht einmal in (g officiöser Weise. Wenn bie Pforte jetzt biests verbrauchte Kittel gegen Rußland anwendet unb noch dazu mit ihren schlecht beglaubigten Berichten bie Kabinett bet Großmächte telästigt, so bars sie sich nicht «unbern, wenn sie nur ge- [381 ringe Erfolge erzielt.