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JUarßurg, Sonnabend, 18. August 1877.

XII. Jahrgang.

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Lage-bericht.

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Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hcrmann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

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gegenwärtig von Nikopoli über Bulgarcni, Ttrnowa, Pakivei bis RaSgrad. Dieselbe Zeitung meldet auö Ragusa: Die Aufständischen unter der Führung von Bo vaventura haben durch fünf Tage mit den Türken bei Ereipotok gekämpft. Letztere wurden vollständig geschlagen uad verloren 1000 Mann sowie große Massen Waffen ui d Proviant. Von den Aufständischen wurden die Städte Pet- rowatzund Kljutsch in Brand gesteckt. DasTagblatt" be­uchtet aoö Osman-Bazar vom 15. Aug.: Heule wurden die türkischen Vorposten bei K-Srowa durch drei russische Bataillone angegriffen; die Ruffen wurden zueückgedrängt und erlitten große Verluste durch Heckenfeuer. Suleiman Pascha hat KeSlovic bei Elena nördlich vom Balkan besetzt.

Konstantinopel, 16. Aug. Die Ruflen fahren kort, über die bei Py-goS unweit RustsLuk errichtete Brücke Truppen, namentlich Artillerie, zu befördern. In der Umgebung von RaSgrad wurden am 14. Aug. recog- noecircnbe Truppenabthetlungen mit großen Verlusten zu- rückgcwiefen. Der Balkanpaß von Ha nboghoy ist von Suleiman Pascha nunmehr vollständig besetzt.

Konstantinopel, 15 Aug. Das russische Corpö welches die Dobrudscha verließ, um die russische Donau­armee zu verstärken, passtrte auf einer neuen, 4 Stunden oberhalb Rustschuk errichteten Donaubrücke noch Bulgarien. *- Die russische Armee in Klein Affen soll bedeutende Verstärkungen erhalten haben. Das Centrum derselben beginnt zur Offensive überzugehen. Suleiman Pascha meldtt, seine Truppen len gestern das Dorf Hain und den Eingang zu d.m Defilse von Hainboghaz, ohne den Feind anzutreffen, besetzt. Eine recognoSeirende Ablhei- lung passtrte das ganze Defilse von Kardisch, ohne auf einen Feind zu stoßen.

Erzerum, 15. Aug. Das Centrum der tujstfchen Armee empfing bedeutende Verstärkungen und hat eine Offensiv Bewegung begonnen. Der Vormarsch des Gene­rals Tergukasoff an die Grenze wurde durch ZSmoil Pafcha aufgehalten.

,n der gegenwärtigen Campagne. Der kühie General schien eine Zeit lang gefährdet. Wenn es OSman Pascha und Mehemed Ali Pascha gelungen wäre M zu vereinigen, so wären die Ruffen jenseilS dcS Bal­kans abgeschnitten. Das ist nun aber nicht geschehen. Die wiederholten Kämpfe bei Plewna und Lowatz haben eine solche Vereinigung der feindlichen Maffen nicht zu Stande kommen lasten. Gurko ist in offener Bei« bindung mit dem GroS der Balkan-Armee geblieben.

Türkischerseits wird von der russischen KaukasuSarmee gemeldet daß das Centrum derselben bedeutende Verstär­kungen erhalten hat und im Vorrückea begriffen ist.

Das Protokoll über die türkischen Grausamkeiten, wel­ches die Korrespondenten der BlätterTimes",Moniteur Umversel" undMonde JllustiS",TempS",Jllustracion Eepanola y Americana", am 21. Jul. zu Kasanlyk unter- zeichnet, ist vom Chef der diplomatischen Kanzlei der ruf Mchen Armee, StartSrath Relidow, an die russischen Bot­schafter bei den Höfen in Berlin, Wien, Paris, London und Rom mit folgender aus Ttrnowa vom 27. Juli da­rrten Begleitdepefchc übersendet worden:Herr Botschafter! Die oltommische Regierung veröffentlicht in europäischen Zeitu. gen eine Reihe von lügnerischen Eckärungen, über angebliche Grausamkeiten, die von unseren Truppen verübt worden sein sollen. Indem sich die Pforte durch dieses schimpfliche Manöver augenscheinlich bemühte, den guten Glauben der civllistrten Welt irrezuleiten und die wohl­verdienten Beschuldigungen von der eigenen Armee abzu­wenden , war sie jedoch nicht im Stande, zu verhindern, dcß die Wahrheit selbst an den Tag komme. Abgesehen von den vielen Fällen türkischer Grausamkeiten, auf welche die Preste schon hingewiesen hat, haben unsere Truppen in letzer Zeit bei der Einnahme der Befestigungen deö Schipka- pasteS Haufen von Köpfen russischer Soldaten gefunden, deren verstümmelte Körper in der Umgegend entdeckt wur­den. Dieses Faktum ist von mehreren ausländischen Offi­zieren, welche unseren Abthetlungen attachirt sind, wie auch von Korrespondenten europäischer Bläiter, die in dieser Veranlassung ein regelrechtes Protokoll aufgesetzt haben, konstatirt worden. Indem ich hierbei Eure Excellenz eine Gople dieses Dokumentes übermittele, habe ich die Ehre Sie, Herr Botschafter, auf Beseht seiner kaiserlichen Hoheit deö Großfürsten Obei kommandirenden zu bitten, dem erwähn den Protokoll durch die Preste des L-udeS indem Sie sich befinden, die weiteste Verbreitung zu geben."

Neueste Krieguachrichten t

W len, 16. Aug. DiePreste" meidet aus Bukarest: Die Aufstellung der russisch, n Armee erstreckt fich gegen- ich mir geftem erobert!" Ein fröhliches Lächeln überflog bet dieser Antwort die milden Züge des königlichen Ange­sichts, aber dieses so wenig als das belobende Wort aus dem Munde Sr. Majestät:Das war brav!" konnten den armen Eroberer von gestern von dem unmittelbar nach unserer Ankunft im Lager an ihm eiekutirtenAnbinden!" oder viel­mehrAngebundenwerden!" retten. Nun, er wird sich viel darüber und über die milden und eindringlichen Vorstellungen, die ihm. Seitens des Compagnieführers we­gen des angemaßten Ordenszeichens zu Thell wurden, ge­grämt haben die Stunde, wo er mit seinem König ge- doch so lange er lebt, bei ihm in fröhlichem Gedächtnis bleiben! w

,, . Nachdem wir unsere Rast auf jener Wiese noch eine neme Weile verlängert hatten, während welcher Zeit uns Gelegenheit gegeben war, unseren mit noch mehreren anderen verwundeten Offieieren auf einem Leiterwagen vorbeipassi- rmden Bataillons-Commandeur, welcher sich zur Heilung seiner Wunden über Belgien nach Deutschland begab, zu und seinen Waffen- und Reisegefährten glückliche Genesung zu wünschen, wurden die Gewehre wieder ausgenommen und neugestärkt von uns der Marsch wieder angetreten und so kamen wir denn gegen Abend nrit unserem erbeuteten Wagen und den Beutepserden wieder bei unserem Regimente an, welches gerade oberhalb Floinq an einem nach der Höhe von Jlly hinstreichendm Thal- grunde mit säst allen anderen Regimentern des Armeecorps und ein Regiment lag dicht neben dem anderen fein Bivouakslager aufgeschlagen hatte. Floing selbst war, ww die meisten benachbarten Dörfer, mit Verwundeten an- gefüllt und war dort Nichts für uns zu holen, nicht einmal Master.

Auf den verschiedenen Bivouaksplätzen herrschte' ein außerordentlich reges Leben und, da jetzt erst die eigentliche

Bom Kriegsschauplätze ist zu melden, daß Suleiman Ga allmälig in die Balkarpässe eindringt, die aber :r Ge- 1 ben Rasten aufgegeben sind und nicht vertheidigt mehl, BtrtL Rur der Schipkapaß scheint von ihnen gehalten l»erden. Eine merkwürvige Meldung bringt der Tee Hh aus Konstantinopel: Das Korps des Generals

Bmetmann soll die Dobrudscha geräumt haben und be- »phi I oberhalb RustschukS die Donau überschritten haben, mmer, itft Meldung bedarf noch der Bestätigung.

* Die Aufgabe, die dem kühnen Zage des GereralS l-JUdb do gestellt war, wird jetzt von demRuff. Jnval." «dermaßen geschildert:Der Zweck bief.t Unterneh- 6 bestand darin, nach Besitzung der HochpLfle die ein- M im Tundschathal diSlocirten tüikeschen Adtheilunzen «etsprengen, wenn auch nur für eine gewisse Z-ildauer die fneu ptntritu.n9 der auö Adrianopel wie aus Montenegro heran- Mben Türken zu verhindern und überhaupt den möglichste Weil au8 dem moralischen Eindruck zu ziehen, welchen da« ____Piche Erscheinen russischer Heerestheile auf dem südli-

Abhang deS Balkan bei den Türken Hervorrufen DaS russische Blatt nennt diese Expedition eine

in der «»ebltion zu ertheS Auskunft 8efpoltnc 8eiIe "

DerKaryer Poznanski" brachte kürzlich einige Rach «ifongm über den Gesammtbetrag der Summen, die dem dpst aus Anlaß seines BischofSjubiläumS dargebracht worden ab. Darnach sollte sich dieser PeterSpfennig auf die Summe m 161/z neu belaufen, über deren Verwendung der kpst bereits Bestimmung getroffen haben soll. Diese Nach- H stammt offenbar aus der in Rom erscheinendenJtalie," llche in vatikanischen Dingen nicht immer zuverlässig ist. s« Vatikan ist dieses AuSplaudern der Geldangelegenheiten senbar nicht bequem gewesen, denn derObservatore »mono" schreibt heute:Wir wiffen nicht, wo dieJtalie" i fremdartigen Nachrichten schöpft, die sie ihren 8 fern Tag r Tag versetzt. Aber wir find wirklich neugierig zu er­sten, wo sie die Ziffer deS PeterSpfennigS aufzefunden ||L « di« Liebe und Barmherzigkeit der Gläubigen dem hei' ' zm Vater zu seinem Bischossjubiläum geschenkt hat. Wir ib noch von unaussprechlicher Bewunderung für Alles Wiffen, wo« die Katholiken der ganzen Welt bei dieser Küchen Gelegenheit gethan haben. Sie haben große Opfer tracht, und diese wüsten um so höher angeschlagen werden, schlechter und ungünstiger die Umstände waren, unter m sie gebracht wurden. Wir wüsten jedoch erklären, I die von derJtalie" angeführten Summen übertrieben, außerordentlich stark übertrieben sind, und daß nun KvdS gar die Anlage des Kapitals ganz aus der Luft Men ist."

Anzeigen nimmt entgegen: dieMtedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in

Deutsches Strich.

16. Aug. Der bisherige Dirigent der ersten AbtMung de« hiesigen Polizei -P-Ddiums, v. Hertzbera, ist zum Regierungspräsidenten in Oppeln ernannt. Das preußische Abgeordnete, Haus hat bekanntlich dem Gesetze betreffend die Uebernahme einer ZinSgarantie für eine PriorttSiSanleihe der Berlin - Dresdener Eisenbahn - Gesell- sihafc bl« auf Höhe vor 22 940,000 Mark die Klausel betgefügt, daß zur Perf.ktion des Vertrages mit der ge- nannteu Gesellschaft vom 5. Februar 1877 bei Fortdauer Bedeutung und der Erfolg des gestrigen Tages den Leuten bekannt geworden war, so tönte es überall im Lager von uun mit der Gefangennahme x Ä £bie 9an3e seither uns beschäftigende Geschichte ihre Endschaft erreicht habe, und daß man nun geraden Wegs, höchstens etwa in der Gegend von Metz noch ein­mal vorsprechend, nach Hause gehen werde, war bei Allen nn Evangelium! Ach, was sind dort an jenem Abend Hennzugsplane gemacht worden! wie manches Herz hat dort im Thalgrund von Floing der fernen Heimath so sehn­süchtig und fteudig gedacht und den Tag im Geiste sich ausgemalt, wo es wieder bei Vater und Mutter in dem trauten Elternhause sein könnte und mit sreudezilternder §anb wurde die Nachricht an die fernen Lieben auf eine ftarte geschrieben.Liebe Eltern! ich komme bald heim!" und in weiter Ferne, dort drunten an der Loire vielleicht ist demselben Herzen der Einzug, nicht in das irdische wohl aber m das ewige Vaterhaus gewährt worden. Doch '

wer den Tod im heil'gen Kampfe fand schlaft auch in fremder Erde im Vaterland."

Ein Bivouak. wie das unsere konnte und mußte dem Beschauer merkwürdige Contraste darbieten: hier ein paar öcn unseren Leuten, die ernst und schweigend noch mit dem Be^digen der immer noch zahlreich umherliegenden Leichen beschasNgt waren und ein paar Schritte von ihnen eine Anzahl Soldaten, die ganz außer sich zu sein schienen vor Slegessreude; neben uns erecutirte unsere Musik luftige

«nb Lieber unb dasSeng, long ago" unddie Wacht am Rhein" übertönten den fröhlichen Lärm während em paar hundert Schritte oberhalb eine andere Kapelle an einem noch offenen, eben von einem Feldqeist- M>en emgesegneten Massengrabe, in welchem nun friedlich gemb unb Freund zusammen ruhte, einen feierlichen Choral lpEe- (Forts, folgt.)

öch war eben damit fertig geworden, als mein to, der die ungefähre Zeit unseres Rückmarsches ü unb der nach Veigne aux bois zu einem «den Osficier gerufen war, ben er aber bei seiner Hst schon tobt fanb, gegen uns heran geritten kam. H hatte er mich und unfern Compagnieführer begrüßt finige Worte mit uns gewechselt, als bahersprengenbe 101 uns bie Melbung brachten, Se. Majestät der König " binnen wenigen Minuten unfern Standort passiren. »Eerls, macht, daß Ihr wieder in die Kleider kommt, Jtann angetreten!" hieß es nun, aber das ging nicht _G ganze Anzahl von ihnm warMaasanf und

btt. «Lausgeschwärmt und konnten nur von der für

Eventualitäten gegebenen Weisung Gebrauch machm, ^nn solange hinter die Hecke zu ducken; gestern den wn gegenüber that es Keiner, heute, dem geliebten »Wer gegenüber, dessen ftenndliches Auge bald, indem Hgsarn und unfern Gruß erwidernd an uns vorüber- ;5 llB kleine Schaar musterte, mußte es leider Mancher iobfl. 1 »Seid Ihr gestern im Feuer gewesen?" undHabt C 3 Mch brav gehalten?" waren die Fragen, die Se. iA an uns richtete und bie wir mit lautem Ja! be- lb *rteten- Ganz unten am rechten Flügel staub bie bär-

^eftalt des MuSketters K. (roenn er diese Zeilen viel- 50 h. .aest, soll ihm damit ein freundlicher Gruß gesandt - < der seit gestern auf feiner Heldenbrust den mexika- Omj Ädler trug. K., von Sr. Majestät befragt:Waren

2* in Mexiko?" antwortete laut und ohne nur eine *c zu zögern:Nein, Majestät, aber den Orden habe

Wor sieben IaHren.

*** eines DreiunSachtzigerS aus Nw »rutsch - fran­zösischen Kriege 1870/71.

(Fortsetzung.)

|g» gingen nimmt entgegen: ^Erpedttiond.BlatteS, ijiPte d.Annoncen-Bureaux wn Th. Dietrich & Co. in Itaffel und Hannover; Th. Dirttich in Frankfurt a.M.; «cafenftein & Vogler in fcotffurt o. M., Berlin, Iff I&iiiig, Cöln ic.; Rudolf

°* ISnfft in Berlin, Frank- furt a. M- ic.