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Marburg, Donnerstag, 16. August 1877.
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Mor sieben Jahren.
»ch eines Dreiundachtzigertz aus dem deutsch - fran- röfische» Stiege 1870/71.
(Kortsetzuag.)
teeigtn nimmt entgegen: ^Srpedition d.BlatteS, Wie d-Annoncen-Bureaux w Th. Dietrich & Co. in (fei und Hannover; Th. irtrich in Frankfurt a.M.; Eisenstein & Bögler in Mkfurt a. M., Berlin, zxzig, Cöln ic.; Rudolf Mfe in Berlin, Frankfurt a. M. :c.
säen, irls-
rage-bericht.
DaS Regiment, welche« Se. Majestät der Kaiser «Helm vor seiner Abreise ans Ischl Sr. Kaiser!. Hoheit p Kronprinzen Rudolf von Oesterreich verliehen hat, ist, ch der Magdeburger Zig., das zweite Brandenburgische «eo-Regiment Nr. 11, welche» in Perleburg garaisonitt
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ießllk! Die Stellung der conzentrirten russischen Armee ist, p einem Brief der Politischen Correspondenz aus Galotz ^»gust, augenblicklich folgende: Die Armee steht in- |l<6pa!6 des durch die Schipka Pässe, die Jantra, die OSma Donau (von Nikopolis bis Pirg-S) begrenzten Vier- und macht gegen die Armeen OSmanS, Mehemet ANS Suleiman Paschas Front. Ihre.Zufuhrlinie ist bei gesichert und auf der Donaubrücke pffsiren täglich ende Verstärkungen, welche gößtentheil« ohne Uiter
gegen Stara am Lom-Fluß ausgefühlt. Die RecoznoS- cirungsabtheilung unter Emin Pascha rückte bis an den Fluß vor um zu constatiren, daß das jenseitige Ufer von den Russen stark besetzt ist. Bei Popkoi und Jaselar befinden sich größere russische Lager. Zwischen dem Lom- Fluß und der Straße RaSgrad-Eskidjuma OSman-Bazar sind sämmtliche meist türkische Ortschaften gänzlich von Bewohnern verlassen. Die Frucht steht ungemäht dem Verdorren nahe.
Konstantinopel, 13. Aug. Türkische Schiffe sind fortgesitzt mit der Uebersührung von Bewohnern des kaukasischen Küstenlandes nach Tropezunt beschäftigt. Das InneretKaukasiens ist von türkischen Trupp.n vollständig
Wien, 14. Auz. DaS „Tagblatt« meldet Osman. Bazar vom 12. d.: Suleiman Pascha dringt in nordöstlicher Richtung über Kasanlik vor und besetzte gestern Abend auch den Balkanpaß bei Ferdischko.
Wien, 14. Aug. Meldungen der „Presse": Krakau. Zahlreiche RecrutirungS-Flüchtige kommen aus Rußland und gehen nach Ungarn und Schlesien. — Bukarest. Die Truppenzüge über die zwei Brücken bei Simnitza dauern «ort. Das Haupt Quartier ist in Garnje Siuoen, drei Meilen westlich von Bjela, wo sich auch der Zar befindet. — Pera. Die nunmehr aufgegebene Expedition nam dem Kaukasus kostete der Pforte 4800 Mann und 16 Mill Francs.
London, 14. Ang. Das „Rcutcr'fche Bureau" meldet aus Erzerum vom 12. Aug.: Die Ruff n rückten gegen Apulika vor. General Tergukasoff drang bis Bali- klute vor. Zsma l Pascha hat flch aus dem russischen Gebiete wieder nach der Grenze hi« zurückgezogen. — Der Schluß des englischen Parlaments findet h.ute statt.
Wien, 14. Aug. Das „Tagblatt" meldet aus Bukarest: Das Haup quartier des Fürsten Karl ist von Poiaoa nach Coradta verlegt. Die rumänische Division An^elcScu steht bei Bulgarn.
London, 14. Aug. Die „Times" meldet den Abschluß einer türkischen Anleihe von 2,500,000 L. — Die Vertagung des Parlaments, welche heute auSgesplvchen werden soll, wird sich bis zum 30. Oktober erste,ckcn.
Das „Bureau Hirsch" bringt folgende Depeschen: HeljiugforS, 13. Aug. „HelstagforS Lagblad" demeatirt in einem Stockholmer Telegramm auf'S Ealschie denste die Meldung der „Politischen Correspondenz" über durch den gegenwärtigen Krieg veranlaßte Rüstungen Schwedens. Das Gerücht dürfte durch die Tharsache hervorge- rufen worden sein, daß Schweden zur Befestioung der sich unterscheiden konnte, ein riesiger Neger, ein wahrer Prachtturko auf. Ernst und gemessen schritt er in meiner Nähe einher, ohne ein Wort mit den ihn umgebenden Gefangenen zu wechfeln. — Ganz das Gegenstück war ein Leidensgenoffe von ihm ein blutjunges Kerlchen von den Chasseurs ä ChevaL
der Turko (und einige feiner liebenswürdigen Kameraden fahm ganz danach aus) — ein Menschenfresser gewesen, sein kleiner Wafsengefährte hätte ihm gerade zum Abendbrod genügt, ohne daß viel zum Frühstück übrig blieb. Da ich das kleine wirklich außerordentlich nett aus- sehende Kerlchen freundlich und ermunternd angeredet, so wurde es ganz zutraulich und wußte ich, ehe wir noch St. Albert erreichten, seinen halben Lcbcnstauf: er war aus Paris oder einer Vorstadt gebürtig und in einem College gewesen, wo er auch etwas Deutsch gelernt hatte; was ihn aber vermocht, in die Armee der grande nation einzutreten hat er mir nicht mitgetheilt. Daß er gefangen sei machte' ihm weniger Sorge — und daß die „gloire perdue“ sei ebenfalls nicht — destomehr aber die Ungewißheit, wohin er und seine Kameraden nun kommen würden und was es in Deutschland mit ihnen gebe. — Was mag den armen Kerls über ihr etwaiges Loos, wenn sie gefangen würden nicht alle vorgelogen worden sein, denn daß die Prusstens die brutalste aller Nationen sind, stand damals schon bombenfest bei ihnen und ist jetzt unumstößliche Wahrheit. Bei Wörth schon druckte mir ein Gefangener offen seine Befürchtung aus, Mseits der deutschm Grenze niedergemacht zu werden. Uebrigens befand sich derselbe im Besitz einer Karte von — Deutschland, die er mir nicht ohne Stolz zeigte und die wahrscheinlich irgend einer Zeitung in jenen Tagen vor dem Kriege beigelegen hatte; sie war so genau, daß man hatte glauben mögen, ihr Verfertiger habe eine der alten Karten des heil, römischen Reiches aus Seb. Münsters Cosmographia ed. 1620 benutzt; Eisenach lag auf derselben in gleicher Höhe mit Cassel, soviel ich mich erinnere.
tFo-tsetzuuz leist.,
Wie halbamtlich verlautet, hat der türkische Botschafter Berlin dem Auswärtigen Amte mitgetheilt, daß außer. - i der Türkei falsches türkisches Papiergeld angefertigt . fc nach der Türkei eingesührt werde. Der Botschafter [ t ten ReichSka zler ersucht, die Aufmerksamkeit der Be- Hrdm auf die Möglichkeit zu lenken, daß solche gesä.schien Hathzeichen auch in Deutschland angefertigt würden. In »I der Mitthetluug des Reichskanzlers hat der Minister ampst« Innern die preußischen Behörden aufgefordert, ihre chiatH stgltchca Nachforschungen auf die Herstellung sowohl Hält- Ger türkischer Papiergeldzeichea als auch türkischer Gold ul G» t Sichermünzen zu erstrecken.
Wie unS auS Brüssel mitgetheilt wird, hat Herr von dhart dem belgischen Ministerium der auswärtigen An- zniheiten am 10. August die Schreiben übermittelt, n gutz che ihn von seiner Mission als Geschäftsträger bei der Wasche izürung des Königs der Belgier entbinden.
- ^ld nach Beendigung der Schlacht wurden die Ge- 1 Wen nahe bei Flonig zum Weitertransport rangirt. standen nun die, die uns heute noch, wohl mit stolzen chft. i ^Hoffnungen entgegengetreten waren, vielfach trost- muthlos in langen Reihm nebeneinander und gar - Ger suchte, und zwar nicht umsonst, mit einem „bon g* ’fade!“ oder Essen und Trinken andeutenden Panto- - ; 01 unser Wohlwollen oder Mitlciden zu erwecken. Un- v E^mpagnie unter Premier-Lieutenant v. Stammford $7? ! uämlich den Befehl erhallen, eine Abtheilung Ge- 96< 6er nach Donchery zu bringen. — Es war auch ge- 96| Lichts Geringes, was wir da noch leisten sollten. ' st man von 2 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends be- bZ ’S auf den Beinen gewesen ist und einen ganzen Tag
Rach der neuen Organisation des Konsulardienstes von echenland, welche der griechischen Kammer kürzlich vor „ -egt worden ist, sollen auch im deutschen Reiche einige »t Konsulate errichtet werden. ES bestanden bisher das oelcbeS «»al Konsulat in Frankfurt a. M, dann die Konsulate r M iden-Baden, Siemen, Hamburg und Leipzig. Nach dem heißen mehligen Regierungövorschlage wird das General Kon- S um W In Frankfurt bestehen bleiben und die Zahl der Kon Preis idle auf elf erhöht werden, nämlich: Altona, Hamburg, 6et: ktmeo, Lübeck, Köln, Hannover, Leipzig, Mannheim, [1473 dden-Laden, Stuttgart und München.
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M 1 Einem fort gesiegt hat, dann kämpfcrts Einen um l5 12 nicht mehr so sehr — und dies um so weniger, li 6Ä Btan während des langen Siegestages auch keinen h 961 ®'flen in den Mund bekommen hat. Wie l ' J® hätten wir an jenem Abend noch Alle dagestanden, . iE mn ganz geringer Theil von dem, was im lieben . 45| w Lande auf unseren Sieg getrunken worden ist, über >, l45 «Lippen gekommen wäre. — Wäre aber unser Antheil !'1031 ’ schon an diesem Abend bei uns eingetroffen — ganz ZT": ’ wir ihn sicher nicht für uns verbraucht; — es rief unheimlich gellend, ächzend oder röchelnd von allen n z, h um uns her nach Wasser oder sonst einer Labung! 88 51* Sftnen Bruder, den ich 200 Schritte von unserem
"'m einer zu einem Lazareche emgenchteten Woll- . ^i thättg wußte, mochte ich diesmal nicht ansprechen!
genau, daß er das Wenige, was er bei sich
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hcrmann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C- Schlotte in
.. . , . _ ———. Bremen.
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b^chung gegen die Sch'pka-Päfle, nach Tirnowa und säd lich von Plewna marschiren. Auf dem östlichen Krieg« schauplatze fängt es wieder an, etwas lebendiger zu werden. Prinz Hassan von Egypten hat seinen Vorstoß auf dm TrajanSwall begonnen und wird von der Flotte unterstützt Bis heute hat flch die Landung der Türken in Küstensche wohl noch nicht bestätigt, indeß wird gemeldet, daß die türkische Eskadre mit Landungstruppen vor dem Hafen kreuzt und daß man die Ankunft Hobart Paschas mit den in Suchum-Kale und an der kaukasischen Küste eingeschifften Truppen erwartet, um zum Angriff aus Küstendsche zu schreiten. Gestern sind 10,000 Manu vom zehnten russischen CoipS in Ismail angekommen und man erwartet noch eine Brigade. General Zimmermann befindet sich noch immer auf den Höhen bei Malcewo und hat starke Abtheilungen nach Medjidie vorrücken lassen, um mit den 1°, Ismail und Toultscha eintnffenben Truppenkörpern Fühlung zu behalten. WaS über verschiedene Kanonaden berichtet wurde, die von Sulina und Kilia auf’ dem Schwarzen Meere gehört wurden, hat sich als unbedeutendes Geplänkel zwischen einigen russischen Kaperschiffen und türkischen KriegSdawpfern erwiesen. Im Allgemeinen scheint die russische Regierung über eventuelle Angriffe der türkischen Flotte an den Küsten des Schwarzen Meeres nicht mehr sonderlich beunruhigt zu sein. Der größte Theil der Divisionen, welche an der Küste von Oischakoff bis Anopa veriheilt waren, sind im Anmarsch nach Rumänien. Einige Äbiheilungen haben sogar schon die rumänische Grenze passirt. Auf der Eisenbahn hertscht eine fieberhafte Thätigkeit. Milititärzüge pafliren jede Stunde hier durch und wird diese Truppenbeförderung noch 20 Tage andauern bis 130,000 Manu V.rstätkungen auf dem Kriegsschauplatz angelangt sein werden. Die paffrendm Truppen bestehen größtentheilS aus Reservisten — meist kräftige Gestalten im besten ManveSaltcr — und sehen sehr gut auS Die Ausrüstung läßt auch nichts zu wünschen übrig.
Neueste Kriegsnachrichten:
Wien, 13. Aug. Der „Neuen fr, Presse" wird auS Orsova vom 13. d. telegraphirt: Einer Meldung aus Trstenik zufolge soll daS Haup quartier drS Großfürsten Nikolaus heute von Tschausch, Mahala und Bulgarent nach Gornic Stuben, welcher Oct 15 Kilometer rückwärts auf der Straße nach Bjela und Rustschuk liegt, verlebt werden. Die russischen Operationen werden durch molken« bruchähnlichen Regen erschwert. — Dasselbe Blatt berichtet aus EskiDjuma, 11. Aug.: Gestern wurde von hier aus eine scharfe RecognoSciiungS-Abthei ung über Kistliar hatte, wenn es überhaupt noch nicht veriheilt war, doch sehr nöthig hatte — und so begnügte ich mich, ihm einen ^uß zu senden und ihm sagen zu lassen, ich sei gesund nach Donchery abmarschirt, resp. geritten, denn Premier- ueutenant v. St. hatte mir die Aufsicht über einen erbeuteten Wagen und einige Beutepferde, von beiten ich eins jum Reiten benutzte, übertragen.
Und so schlugen wir denn in kühler Abendstunde nach dem doppelt heißen Tage mit unserem Gefangenentrans- port, den heute Morgen schon — freilich mit anderen Ge- suhlen, zurückgelegten Weg nach Donchery ein. Vor unserem Abmarsch war uns noch die allerdings schon während der Schlacht vernommene Kunde bestätigt worden, daß unser XL Armeecorps abermals durch die tödliche Verwundung seines interimistischen Commandeurs Gencrallieutenants v Gersdorff (General von Bose war bekanntlich schon bei Worth verwundet wordm) einen herben Verlust erlitten habe; auch noch manch andere Trauerkunde von dem Tode oder schweren Verwundung Bekannter und Freunde kam ~ in bicfer Abendstunde zu und wurde in bett nächsten Tagen noch burch anbere vermehrt; leichtere Verwundungen erlitten speeiell von unserem Bataillon der Commandeur, Major v. Schorlemmer und Premier-Lieutenant Scheffer.
Wir marschirten also, wie gesagt, zwar nicht fröhlich — (und von dem ungeheueren Siegesjubel, wie ihn Manche an diesem Abend unter unseren Truppen geschaut und ge- hott haben wollen, ist mir nichts bewußt; daß wir einen Jollen Steg errungen und wen wir gefangen, daß überhaupt die Schlacht schon heute mit einem glänzenden Siege $u Ende geführt und nicht etwa Morgen früh nach Beendigung . des Waffenstillstandes das Morden wieder beginnen würde, darüber waren auf unserer Seite die Meistm noch im Unklaren) aber doch in aller Gemüihlichkeit der Maas entlang und Donchery zu. Unter unseren Schutzbefohlenen fiel mir, so lange man die Gestalten noch genauer