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Markurg, Dienstag, 14. August 1877.
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Xrt rttiaen nimmt entgegen: Ul* Spedition d.Blattes,
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i RecognoScirung zu ihun haben oder mit einer großen Feldschlacht: die vorliegenden Nachrichten — sämmtlich türkischer Quelle — berechtigen zu beiben Annahmen. Nach einem Telegramme der Kölnischen Zeitung aus Schumla griffen die Russen Lowatsch an und wurden nach zweistündigem Kampfe geschlagen; ein Telegramm auS Konstantinopel berichtet, der Angriff sei mit vier Bataillonen und vier Schwadronm gemacht und der Kampf habe neun Stunden gedauert; OSman Pascha selbst schätzt seinen Gegner genau auf das Doppelte, die geschlagenen Ruffen verloren 300 tobte und baS Doppelte an Verwundeten. Einem Tele gramme der ,Times* aus Therapia zufolge, hat die Pforte amtlich die englische Botschaft benachrichtigt, daß nach einem zweitägigen heftigen Kampfe die Ruflen bet Lowatsch eine schwere Niederlage erlitten haben. Daily Telegr. setzt Allem dir Krone auf In einem, eine halbe Sp rlte langen Telegramme aus Lowtscha, 7. Augull, wird ouSgemalt, daß eine zweite große Schlacht v-n Osman Pascha geschlagen und gewonnen sei und zwar an der Straße zwischen Lowtscha und Plewna bei dem Dorfe Bladina (Slatina?) Nach seinem ersten Siege über die Ruffen habe OSman Pascha bm zurückziehenden Feind auf beträchtliche Entfer nung auf die Jantra zugetriebe«. Bor zwei Tagen hat nun Osman Pascha entdeckt, daß die Ruffen sich wieder concentriren, nachdem sie beträchtliche Verstärkungen erhol ten hatten. Daraus schloß er, daß ste angreisen würden, sammelte seine detachirten CorpS und nahm eine befestigte Stellung bei Vladina ein. Die Raffen kamen in unge- heuerer Anzahl und machten die Sache genau so wie bei Plewna und wurden genau ebenso zurückgewiesen; schließlich ließ Osman wie bet Plewna seine Truppen vorrücken and vollendete die Niederlage der Ruffen, die immenfe Massen von Tobten zurückließen. Der Correfpondent ist" unparteiisch genug, auch den Türken schwere Verluste zu zuschreiben. — Die zu erwartende russische Depesche wird wenigstens einen ungefähren Maßstab für die Bedeutung des Gefechtes bringe«.
1 Neueste Kriegsnachrichten: 1
Petersburg, 11. August Hebet einen angeblichen neueren »ngr.ff bet Ruffen auf Plewna am 9. d. liegen hier keinerlei Nachrichten vor.
Petersburg, 10. August. Officiell. Alexanbropol, 9. Aug. Türkische Abteilungen, bie gegen bie (Solenne de» Generals Tergukasoff concentrirt waren, ergriff.» am 5. d. die Offe; stve auf bet ganzen Linie vom Tschirgil- Uebergang b« zum Karvanserai-Uebergang. Sckaaren von Basa i Bozuks unb Äutben, welche, von 6 Bataillonen unterstützt, aus den Dörfern Zara und Kundschaeha kamen, verdrängten die flch den ganzen Tag vettheidlgenden ruffi-
schen PiketS, und, indem ste Mikotschak besetzten, versuchten sie da» Dorf Khafalu etnzunehmen, wurden aber durch Dragoner zurückgewiesm. Der Verlust der Ruffen betrug: 4 Olfiziere tobt, 12 Offiziere verwundet; 13 Soldaten verwundet. Die Türken hinterließen 20 Leichen auf dem Kampfplatze. Das türkische CorpS concentrirt sich gegen Ankotjchak. Die Truppen de« Generals Tergukasoff, welchen eine Colonne von der Hauptarmee zugesendet wurde, concentriren sich gegen Jgdyr. — Den neuesten Nachrichten zufolge verließ Derwisch Pascha mit 4 Bataillonen Zischt- fine und ging auf Schiffen nach dem Norden ab.
Konstantinopel, 10. Aug. Nach einer Meldung JSmail Pascha« vom 6. d. haben bie Türken nach der Wiebereinnahme der Ortschaft Maffun die Grenze überschritten und rückten von da auf eine Entfernung von zwei Stunden weiter vor.
Wien, 11. August. Die .Pol. Corr.« meldet auS Belgrad, 11. Aug.: Minister Ristios versicherte einer nahe« stehenden Persönlichkeit, baß bie Miliz Armee keine Marsch- Ordre und daß die theilweffe Mobilmachung nut den Zweck beS Grenzschutzes habe. Serbien verbleibe neutral; bie Fvrtbauer seiner reservirten Haltung sei jedoch abhängig vvm Verlaufe bet Kriegs-Ereignisse unb von ben politischen Constellativnen Europas. — Einer Melbung der „Pol. Corr.* aus Agram zufolge wäre seitens der bosnischen Christen Niemand ermächtigt, bei dem Kaiser von Rußland die Bitte um Bereinigung Bosniens mit der Serbien vorzubringen. Unter den Bosniaken herrsche keine Geneigtheit zu derartigen Schritten, und hätten sonach diejenigen Per- söulichkeiten an« Bosnien, welche etwa dem Kaiser derartige Wünsche vortrugm, auf eigene Faust gehandelt.!
Konstantinopel, 11. August. Suleiman Pascha telegraphirte gestern: Eine von Hainboghaz bis zum Eingänge des Destlees entsendete RrcognoScirungS «btheilung, welche die russtschen Streitkräfte auskundschaften sollte, stieß unterwegs auf nur etwa 50 Kosaken und Bulgaren, welche die Flucht ergriffen. Sechs Bulgaren wurden getödtet, vier gefangen. Letztere behaupten, die Rnffen HSttm sich nach Timowa zurückgezogen.
Athen, 11. August. Fortwährend rücken von hier Truppen unter begesterten Zurufen, Gesängen und Blumen spenden der Bevölkerung nach der Grenze. Der König wird bei Lanna Truppen insplciren. Die Einberufung der zweiten Reserve steht bevor. In Kreta hat stch eine große Anzahl von Jnfurgentm bei Retimo angesammelt. Die Türken zogen flch in ihre Befestigungen zurück. Kreta ist von einer türkischen EScadre aufs Strengste blokirt.
Da« „Büreau Hirsch* bringt folgende Depeschen:
Athen, 11. August. Die Beförderung von Truppen nach bet Grenze dauert ununterbrochen fort. Die vevölke-
»h ber Einfuhr 232,349,223 Stert, gegen 217,737.004 kl. im Jahre 1876 unb 219,305,641 Sterl. im Jahre 5. )ie beträchtliche Zunahme in der Ginfuhr verheilt «if folgende Artikel: Getreide, Ode, Rohseide, Zucker, t und Weine, während Spirituosen und Kaffee eine bet *ette Einfuhr aufweisen.
an schreibt uns: Die Gerüchte über serbische Rüstun- welche von Wien unb London aus in Umlauf gesetzt sind, scheinen so wenig begründet zu sein, al«'sie seit Beginn beS russisch - türkischen Krieges je bestätigt Die serbischen Rüstungen und Mobilmachungen ge zu ben courantesten Lagerartikeln bet Wiener Sen presse, unb so abgenutzt sie auch finb, finden fie wieder bei paffenden Gelegenheiten ihre Abnehmer, die russischen Truppen siegen, so läßt man die Serben , um an den Früchten bet russtsLen Siege theilzu
. Jetzt, da stch da« KriegSzlück von Rußland ab- et hat, mobilistren die Serben, um ben Russen zu zu eilen. Die Serben werben in ber Sdbsterkennt ffentlich so weit vorgeschritten sein, um bas VtrhSnq- f)reifen, welche« ihnen gestattet, in dem gegenwär
Kriege „neutrale* Zuschauer zu bleiben.
etresfS beS Gefecht« bei Lowatsch ober Lowtscha variiten richten In jedem Punkte. Wit können e« mit einer
Lagerdericht.
Die ZeituugS-Melbung, daß ber französische Minister.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b.Blatte«, sowie b.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendant in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in
tz bcschtoffen habe, kurz vor Einberufung der Wähler > SelagetungS-Zustand für ganz Frankreich zu erklären, der „Ageuce HavaS* zufolge unbegründet.
Die englischen HandelSauSweise für Juli sind günstiger Wirgend welche der iw Laufe dieses Jahre« veröffentlichten. « SuSfuhrwerth zeigt stch gegen Juli 1876 eine Zunahme 6 9 Proc., nämlich 17,587,301 Sterl. gegen 16.084,587 Mll. In den ersten sieben Monaten diese« Jahre« betrug MuSfuhrwerth 112,821,431 Sterl. gegen 115,294,646
bogen, als zwei genau, aber etwas zu hoch gerichtete Granaten rasch hintereinander über unser Bataillon hinwegsausten, um etwa 20 Schritte hinter uns in einer Hecke zu crepixen; nur etwa drei Fuß niedriger hätten sie kommen dürfen und wir hätten harte Verluste zu beklagen gehabt! — Das Bataillon dirigirte sich nun dem Abhänge des gegenüberliegenden Berges zu und erhielt hier zwar kein Granatfeuer mehr, desto mehr aber kamen von Floing her die Chassepotkugeln geflogen und.wurde uns durch die- selbm bei dem ersten Halt, den wir machten, ein Mann getödtet und ein anderer verwundet. — Nach ungefähr V* Stunde erhielten wir Befehl, in der Angriffscolonne des Halbbataillons vorzugehen, um der vor uns stehendm und stark vom feindlichen Feuer leidenden Batterid Reichard als Bedeckung zu dimm. — Ungefähr 200 Schritte von der Batterie machtm wir Halt; hier wurde es nun schon sehr unangmehm; Granaten, Chassepotkugeln und Schrap- nels (von weich' letzterm ein Marburger Jäger behauptete: ,wenn's auf dm Kochgeschirrm und dm Dächsen zu rappeln anfing,, dann merkte gleich Jeder, daß die Franzosen mtt dm Dingem schoflen") kamen in außerordmtlicher Menge angeflogm, gingen aber fast qlle zu hoch — nur ein-Sprengstück zerschmetterte einem achten Lazarethgehülfm das Bein. — Die Lage, in der ronf uns befanden, war, wir immer als Bedeckung einer Batterie, peinlich und gefahrvoll — und die ’/♦ Stunden, die wir auf dem Boden kniemd aushaltm mußten, wurdm uns ziemlich lang, bis uns der Befehl zukam, gegen das Dorf Floing vorzugehen. Wir wußtm gut genug, daß es dort heiße Arbeit für uns gab, waren aber doch froh, aus der unangenehmm Stellung hinter der Batterie herauszukommm. — Die etwa 800 bis 1000 Schritte, die wir noch bis zur diesseitigen Dorslisiöre hatten, legten wir im Laufschritt und mit Hurrah! zurück; der Feind suchte unfern Anlauf damit zu hindern, daß er
L, d.Ännoncen-Bureaux . xh. Dietrich & Co. in m unb Hannover; Th. ^iich in Frankfurt a.M.; -swstein & Vogler in mtfurt a. M., Berlin, •..io, Mn rc.; Rudolf ck in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
18 den entsprechenden Monat de« vorbergehenden Jahres in 13 Proc., nämlich von 31,876,808 St. auf 36,150.820 >111 d. In den ersten stebm Mvnarm betrug der Gesammt
m und Stahl, Leinenstoffe (über 32 Prccmt im Werth) i Wollen- und Kammgarnstoffe (5 Procent im Werth) ?uer Kohlenausfuhr hat quantitativ zugenommen, aber im He abgenommen. Die Einfuhr vergrößerte sich im Juli
Armee des Krvnprinzm von Sachsm weiche und Atgegmgetrieben werde, daß somit auch uns die Stunde Kampfes -geschlagen habe. — Wir begannen wieder Lücken, der Marsch ging jedoch sehr langsam von j tten, da d e Terrainverhältnisse (rechts die Maas, von [5nbtt vrs nur' ein schmaler Wiesenstrich trennte, und links Ziemlich hoher Berg) das Vorgehen in breiteren Co-
Wor sieben Iayre».
ch eine» Dreiundachtzigers an« de« deutsch - französischen Kriege 1870/71. ... R.
(Fortsetzung.) ' ' 5 i ।
tfer Marsch führte uns nun durch Felder und Wiesen, plötzttch eine Rechtsschwmkung machtm und durch auf die große Sttaße kämm, welche der Maas mt- nach dem Dorfe St. Albert führt. Links von der je machten wir, da wir durch den Marsch ziemlich warm, noch ein kurzes Rendezvous, während das armregiment mit zwei Batterien zwischen uns durch- orging. ' Es war schon 9 Uhr vorbei, als wir an mer itäher erschallenden Geschützdonner undKlein- ’euer merken konnten, daß der Feind vor dm Trup-
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uns mit einem wahren Kugelhagel aus Mittailleusen und Chassepots zu überschütten versuchte; drei Leute-aus meiner Sectton fielen hierbei links und rechts von mir — aber wir erreichten doch den Eingang des Dorfes. Die ersten Häuser hatten nur eine schwache Besatzung, die uns wenig Arbeit machte; kaum waren wir jedoch etwas weiter in das Dorf hinemgerückt, als eine Compagnie Zuavm im Laufschritt uns entgegmkam und mit wirklicher Bravour sich auf uns stürzte; es mtspann sich ein sehr hartnäckiger Straßenkampf, der uns mehrere Todte und viele Verwundete kostete. — Indessen kam auch unser 2. Bataillon an, ('m Begriffe, es herbeizurufen, wurde unser Bataillons- Adjutant von Henning durch einen Schuß in die' Brust getödtet) und diesem folgte bald das Füsilierbataillon. — Auch die anberen Regimenter tarnen heran und durch ihre Mithülfe wurde der Feind aus dem Dorfe wenigstens hin- ausgedrängt. — Aber nun galt’s erst das schwerste Stück Arbeit! Aus dem Dorfe hattm wir ihn glücklich, aber über dem Dorfe, an dem mit vielen (Gartenmauern versehenen Berge, stand er in ausgezeichneter Position — und auch da sollte er heraus, und sollte es auch das Leben kosten, was bei gar manchem unserer braven Kameraden freilich auch der Fall war. — Hätten unsere Batterien hinter uns fetzt nicht so ganz ausgezeichnet geschossen und da- mtt dem uns außerordentlich hartnäckig widerstehmden Feinde starke Verluste beigebracht, so wäre es uns, ich will nicht ^gm unmöglich, aber doch ein weitaus schwereres Stück Arbett gewesen, die Zuavm und Turkos hinter ihren Gar- tenmauem und aus ihren Schützengräben zu vertreiben. Aber so, und da wir such in unserer linfen Flanke Unterstützung erhielten, gelang es, uns in dm Besitz der Höhe und der feindlichen Stellungen zu setzen; hierbei fielen u. a. Limtmant v. Apell, Viceseldwebel Kriesch und Unter- officier Haas. Links von uns, am Floinger Kirchhof, hattm
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Bl im Jahre 1876 unb 130,892,968 Sterl. im Jahre ß Die bedeutendste Zunahme in ber Ausfuhr zeigen -jwbe Artikel: Schießpulver unb Schußwaffen, Kupfer, MM «wollfabrikate (über 24 Procent im Werth) Knrzwaaren,
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® sehr hinderte. Wir mußtm dm vorwärts eilenden lt (« tien Platz machen — und etwas später trennte sich Division von ber unseren, um gegen einen Berg iu operiren, der, wenn ich nicht irre, einige Aehnlich- —*it dem Dammelsberg bei Marburg hatte; wir blieben (877. Nr Straße und erreichten bald nach 9 Uhr, die 1. Com- als Spitze, das Dorf St. Albert. Bis dahin hatten itt.15* "vch keinen Schuß vom Feinde erhaltm, obgleich jetzt üb.8v r aus dem bereits vor uns nach unb nach entbrennens
Gefechte einzelne Verwundete hierher gebracht wurden.
* ■‘aber war jenseits des Dorfes, nach Floing zu, das Won von der Straße ab links auf eine Wirse ausge-