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r. 187.

Marburg, Sonntag, 12. August 1877.

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igen nimmt entgegen: tzrpedition d.Blattes, ie d.Ännoncen-Bnreanx Ä- Dietrich & Co. in ei «nd Hannover; Th.

ich in Frankfurt a.M.;

Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn» and Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Reila«. ,

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Kär tn der Expedition,u ertheileude Auskunft und «nuahme von «dreffeu »«den 15 ff,. b«e6nd/ «e,pauene Beite ! ff,.

«ntfurt a. M., Berlin, Mig, Cöln ic.; Rudolf He in Berlin, Frank-

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BmtteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co- in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

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Stunde, als wir gerade auf einer ziemlich hochge- Wiese Rendezvous machten, wo ich in aller Ge- igkeit ein paar Augen voll Schlaf nahm, kam Se.

-Gouverneurs von Algerien, obgleich er als Mit der hohen Versammlung nach dem Buchstaben des einen so wichtigen Posten nicht erlangen konnte, «an hat, wir über so Vieles, darüb r em Auge zu

liefet Kaiser ist am 7. August von Gastein über Salz nach Ischl abgereift, woselbst er mit dem Kaiser von eich zusammen traf und am 9. August von da nach Babelsberg gereist, woselbst die Kaiserin schon am ust eingetroffen ist. Nach langer Pause sind die Ver ngen über den deutsch-österreichischen Handelsvertrag ausgenommen. Zn Betreff der Frage wegen Ein-

g der RetchSstewpelsteuer haben die ersten etn>eiten Sitzungen der mit der Prüfung dieser Angelegenheit en Commission stattgefunden; der Vorsitzende der Com , Geh. Finanzrath Girth, hat ein Promeworia auS- et, welches den weiteren Arbeiten zu Grunde gelegt n soll. Am 4. August starb im Base La weck in

ftea der General Feidmarschall v. Sleinmeh am Herz ; am solgenden Tage verschied in Pillnitz der Vater lktnigin von Sachsen, Prinz Gustav von Wasa.

Der Reichs Ftnanzmtmster Fchr. v. Hofmann Hal in des vom österreichisch-ungarischen Kronrathe en Beschlusses über die etwaige Mobiltsirung einiger fionen mit mehreren Bank Instituten, an deren Spitze Cieditanstalt steht, einen Vertrag abgesmloffea, laut m das Ersorderniß für die Mobiltsirung, 30 Millionen, 7. August an für drei Monate, in Bereitschaft gr- werden muß. Uebet die Haltung Oesterreich Ungarns eff der Orientfrage hat nichts Neues verlautet; man rt nach wie vor, daß es ein Eingreifen Serbiens in ftrieg nicht dulden werde.

(Fortsetzung.)

Nebel sich einigermaßen zu senken anfing, es mochte gegen 9 Uhr sein, aus dem um nordwärts zu marschiren. Nach ungefähr

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Aor sieöen Jayren.

ch eines Dreiundachtzigers aus dem deutsch - fran­zösischen Stiege 1870/71.

3n Frankreich steht die Mißregierung der Männer llugv i ie. Mai mit der obligaten Präfiktenwirthschaft, den n iste lizeiptackeretm, Absitzungen ripublikantscher Bürgeimeister, ____Owcessen u. f. w. noch immer in höchster Blüthe. Wann jyrgi Wahlen ausgeschrieben werden, ist nach wie vor fraglich, -tub« Minister noch immer hoffen, das Land werde sich t ka« hten lassen, um in Sack uav Asche Buße zu tbua und ihri« Elysse eine Musterkammer der moralischen Ordnung

»ählea. Augenblicklich ist Broglie damit beschäftigt, daS

ein ziemlich anstrengender. Dort, wo auch, wie 1CI" 4, Se. Niajeftät der König Quartier nehmen wollte, das V. und XI. Armee-Corps sich vereinigen. Wir

Centrum zu ködern, und es soll zur Mitwirkung bei 4 e Fange der General Chanzy aus Algier berufen {ein. n ßr Mann vertauschte die Führerschaft des linken Cen- | eiM der National - Versammlung mit der Sülle eines

er am 10, d. M. ablaufende Handelsvertrag zwischen Ostreich und der Schweiz ist bi» zum 1. Mai 1878 ' J folgert worden, unter dem Vorbehalte, daß inzwischen ein neues Uebereinkommen in Kraft treten kann.

___ 1 vor der Stadt 2V, Stunden Raft und wurde hier 77. °cht. Inzwischen war Se. Majestät mit dem großen

. Quartier in Chemmery eingerückt, und defilirtm nun *«< W"e« Regimenter mit klingendem Spiele und ftram- Paradeschritt an ihm vorbei. Da Se. Majestät feit- den Operationen bei Metz beigewohnt, so war es

, * Meisten von uns das erste Mal^ daß sie ihren ge- J obersten Kriegsherrn sahen und begrüßten. Unser $ ging dann weiter, und zwar durch die (Santonne»

der Kronprinz, dessen Armee für heute die Aufgabe __ westwärts den bei Sedan zusammmgedrängten Feind b. 3Ü4 blstügeln (lebhafter, aber bald wieder verstummender tittet* ttenbenner im Maasthale zeigte uns an, daß unsere Trup- bieder fleißig am Zusammendrängeln waren) an unser «decommando herangeritten, begrüßte dasselbe und die I Psn, die mit lautern Hurrah! antworteten, und ent- (sich wieder nach einer kurzen Unterredung, aus der t A. die Worte vernahm,nun, wir werden morgen -gs^^En Fang thun!"

«r nun folgende Marsch bis zu dem Städtchen Chem-

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gedrückt. Ein Cabinet Chanzy-DecazeS gilt jedoch für eine Unmöglichkeit, ober es würde doch vorläufig in der Luft schweben und höchst wahrscheinlich mit den Wahlen noch weniger Erfolg haben, als das Ministerium Fourtou-Broglie, das doch wenigstens die Legitimisten, Orleanisten und die Caffagnae'schen Bonspartisten zur Gefolgschaft hat.

Die spanischen R-gierungStruppen sollen im östlichen Theile von Cuba eine Reihe von Siegen über die Auf ständischen erfochten haben.

Seit dem großen parlamentarischen Kampfe, in welchem die irischen Friedensstörer der vernünftigen Ueberzahl unter­liegen mußten, haben sich die Verhandlungen des engli­schen Unterhauses in besserer Ordnung und mit ersprieß­lich ' en Erfolgen abgewickelt. Das Gesetz zur Ermöglichung de» südafrikanischen ColomenbundeS, die Universtlätsreform, die Vorlagen betreffend die irischen Grafschaftsgerichte und vaS irische Gefäugnißwesen erreichten ihre letzte Stufe, wie denn überhaupt der nahende Schluß der Session zur flotten Arbeit antreibt.

Die Session der griechischen Deputirtenkammer ist durch königliche Verordnung vom 30. Juli geschloffen worden. Die Armee ist auf 27,000 Mann gebracht; sämmtliche Be- fehlshaderstellen find schon besetzt.

Die Ereignisse der letziverfloffenen Woche brachten alle die verfrühten Hoffnungen über eine Lokalifirung de« Kriege» oder gar über eine baldige Beilegung der ganzen orienta­lischen Wirren bedenklich ins Schwanken. Während Oester­reich eine Finanzoperation zur Beschaffung der elften Mc- billfirungSkosten abschloß, sah der Kaiser Alexander sich durch die wiederholten Riiderlagen der russischen Waffen genöthigt, nicht nur das GardekorpS und mehrere Armee» Divisionen zum Kriegsschauplätze zu berufen, sondern auch durch ein vom 3. August aus Bjela datirteS Secret die Mobilifirung der ersten Lrndwehrklaffe in der Stärke von 180,600 Mann zu verfügen. Daß Rußland ohne eine gründliche AuSw tzung der erhaltenen Scharten vom Kriege ablaffen werde, ist nicht wahrscheinlich, und so dürste der Friede wohl für eine kaum übersehbare Zeit in die Feme hinausgerückt sein, zumal Rußland sich bisher in der Ein­führung einer nach russischem Stil umgemodelten Civilver- waltung in der Bulgarei nicht hat irre machen raffen. Jn- r vischen spielt jener fruchtlose Feder- und Notenkcieg weiter, ver auf der wechselseitigen Beschuldigung von allerlei Greuel thaten beruht und zu dem diesmal wohl die christlichen Bulgaren den meisten Anlaß geboten haben mögen. Inner­halb der türkischen Regierung hat sich weiter keine «ende» rung mehr vollzogen, als daß Aarifi das Ministerium de» Aeußem an den ehemaligen Ruffenfreund Server abtrat, um sechst drS Präsidium des Senats zu übernehmen. Auf de« europäischen Kriegsschauplatz haben die Türken ihre ments des V. Armee - Corps, das schon eingettoffen war, hindurch, bis zu dem kleinen Dorfe Cheveuges, eine Stunde von Sedan, wo wir oberhalb des Dorfes und nicht weit von der Stelle, wo die Höhen zur Maas sich absenken, unser Bivouak bezogen. Da mein Bruder auf der anderen Seite des Dorfes lag, so konnte ich ihn heute Abend nicht mehr sehen; er sandte mir aber etwas Essen und eine Flasche Wein.

Heute Abend, Angesichts einer Entscheidungsschlacht, war ungewöhnliches Leben im Bivouak. Niemand schien, trotz der Ermüdung, Lust zum Schlafen zu haben; fast alle saßen um die Feuer herum und da heute Abmd auch Lebensmittel und Gettänke vorhanden waren, so herrschte eine gewisse, innere Zufriedmheit. Endlich übermannte mich die Müdigkeit, und nachdem ich mich im Abmdgebete für die Nacht und den kommendm emften Tag meinem H(krrn und Gott anempfohlen, schlief ich getrost auf einer Schütte Stroh ein. Es konnte ja auch für mich morgen der letzte Tag meines Lebms sein, wie er es für so viele Hunderte meiner Kameraden gewordm ist, aber der Gedanke daran beunruhigte mich nicht im Mindesten; meine Seele war stille zu Gott und das Bewußtsein, ich stehe in Gottes Hand und bleibe sein, mag auch mein Loos fallen wie es will, so ist's sein heiliger Wille; Er hat mich hierher be- rufen und nach Seinem Willen und auch in Seinem Dimste ttage ich meine Waffe und sterbe ich morgen einen raschen Tod vor dem Feinde, dann sterbe ich auch dm schönstm Tod, in dem ein Herz nur ausschlagm kann und nur das Eine darf nicht fehlen: mein Gott ich bitt' durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! das waren die Gedanken, die nicht bloß in jener Nacht, sondem vor und in so mancher Feldschlacht mich stille und stark machten.

1» September. Um 2 Uhr Morgens schon dröhnte, wie wir glaubten, ein Kanonenschuß über das Lager hin,

Erfolge nicht in bet erwarteten Weise ausgenuht, sondern es vorgezogen, wenigstens mit ihren Hauptkoips, die bis- herigen stark verschanzten Stellungen zu behaupten. Nach der Schlacht bei Plewna vorn 30. Juli ist cs in der west­lichen Bulgarei nur noch am 7. d. zu einem für die an» greifenden Russen abermoM unglücklich ausgefallenen Ge­fechte bei Lowatz und Slobina gekommen, indem Osman Pascha zwar auf seinen Flanken Rahowa und Selwi be- sitzen ließ, dagegen mit der Front nicht über Plewna und Lowatz hinausging. Auch Mehemed Ali hat bei RaSgrad nur unbedeutende Treffen zu bestehen gehabt und soll sich, anstatt gegen Bjela vorzurücken, mit feinen 40 bis 70000 Mann zwischen RaSgrad und ESki-Djuma verschanzt haben. 0b eS einzelnen seiner T'Uppeniheile bereite geglückt ist, der Armee Osman'S die Hand zu reichen, wodurch die Rück­zuglinie des rnfstfchen General« Gurko vollständig abge- schnitten wäre, ist noch nicht bekannt. Südlich vom Balkan hatte Reuf Pascha die russischen Stellungen vor Eskisaghra am 30 und 31. Juli vergeblich angegriffen, siegte aber dennoch, als Suleiman ihm am 1. August mit vierzehn Bataillonen zu Hülfe kam. Seitdem ist Kesanlyk und vielleicht auch schon der Paß von Hainkiöi von den Türken besetzt worden, während die Ruffen sich auf den Schipka» Paß zurückzogen.

Tagesbericht.

Bezüglich der Reise de« Reichskanzler« nach Gastein, von der vor einigen Tagen einige Blätter sprachen, wird von einer Seite, die gut unterrichtet sein kann, gemeldet, daßweder über Zeit noch Ziel (!) der Reife" bestimmte Verfügung getroffen fei.

N'ch einem auf dem landwirthschastlichen Mysterium eingelaufenen Berichte, welcher von mehreren Ex mplaren d.« «SferS begleitet war, stehl es außer Zweifel, daß nun­mehr der Kolorado Käfer auch in Schildau bei Torgau aufgetreten ist. Der Regierungspräsident von Diest hat sich sofort von Merseburg nach Schildau begeben, desgleichen «ft vom landwirthschastlichen Ministerium »fleffor Sterne­berg dorthin tommitiirt worden. Auch sind anläßlich dieses Falles alle Regierungen wiederholt zur größten Wachsam» ke t aufgefordert worden.

Gleichzeitig mit dem österreichischen Miliiärbevollmäch- tigten ist auch der englische, Oberst Wellesiey, aus dem russischen Hauptquartier abgereist. Seltsamerweise haben wir nirgends die Vermuthung auftauchen sehen, daß gttU fchen dies n beiden Thatsachen ein Zusammenhang bestehen könnte, obwohl diese Vermuthung so nahe wie möglich liegt.

Ruhen des für Deutschland ewig denkwürdigen Tages verkündend; in Wahrheit war aber dieser Kanonenschuß die Detonation einer vor uns gesprengten Eisenbahnbrücke welche die Franzosen auch besser hätten bewachen sollen. Rasch wurde das ganze Lager allarmirt und der Befehl gegeben, sich mit dem Kaffeekochen (Kaffee und Zucker war genug da, aber kein Brod) so viel als möglich zu beeilen Um 3 Uhr erhielten wir den Befehl zum Abmarsch. Es «ar noch stichdunkel, als wir bei unfern Vorposten an dm Maashöhen ankamen. Auf einer breiten Straße stiegen wir bann zu dem Städtchen Donchery hinab, in dessen Nähe in der Nacht durch Pioniere zwei Pontonbrücken geschlagen worden waren, auf welchen nun die Heersäulen in der Mor­genfrühe die Maas überschreiten feilten. Etwas oberhalb war, wie gesagt, kurz zuvor die Brücke der Meziers-Sedaner Bahn gesprengt worden. Bei Donchery- vemahmm wir aus südöstlicher Richtung starken Kanonendonner, der uns ankündete, daß die Sachsen und Baiem das Gefecht bereits eröffnet hätten. Wir wußten, daß wir erst in späterer Stunde in das Gefecht kommen würden, da wir, um an den Feind zu gelangen, falls derselbe den ihn bereits angreisenden Truppen Stand hielt, eine weite Umgehung zu vollführen.

Di^er Nebel lag auf dem Maasthale, aber lautes Dröhnen und Rasseln der im Marsch befindlichen Colonnen tönte an unser Ohr. Nachdem wir die Brücke passirt, wurde zuerst ein dreiviertelstündiges Rendezvous ^macht, während dessen sich die einzelnen Regimenter zu Brigaden und Divisionen sammelten. Kurz nach Wieder- cmtritt unseres Marsches merktm wir, daß der Kanonen- dimner nicht bloß uns näher kam, sondern auch mit jeder Minute an Hefttgkeit zunahm; sehen konnte man nichts, Mer es war, als ob zwei furchtbar schwere Gewitter im Maasthale sich gegenüberständen und in jeder Secunde Blitz und Donner gegen einander schleuderten. (F. f.)