Marburg, Donnerstag, 9. August 1877.
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röfischeu Kriege 1870/71. (Fortsetzung.)
Lage-bericht»
Der „Courrier d'Jtalie" schreibt:
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td zu sein. Diese Vorsichtsmaßregeln sind in Folge threrer Sitzungen des Ministerraths adopiirt worden. Der tsttal Mezzacopo wurde ermächtigt die nöthigen Ausgaben
|e und Stroh zu Hütten waren genügend vorhanden wenn auch die ausgetheilten Lebensmittel in kleinen
Dai Gerücht, daß die Türken nach Sistowa marschiren ist unbegründet. r
Konstantinopel, 6. Ang. Die Wicder.innahme Jenisagra'S und Kasanlyk'S durch die Türken wird bestätigt. Die Rusten halten jedoch den Schipkapaß noch besetzt. — Vorn astatischen Kriegsschauplatz wurden nur unbedeutende Gefechte gemeldet. \
, Wien, 7. Ang. Der „N. fr. Pr." wird aus Bukarest vom 4. d. gemeldet: Gestern Abend vop Bjela äuge kommene Offiziere erzählen, daß Mehemed Ali und Osman Pascha ihre Bereinigung bet Tirnowa vollzogen, und daß sie den Rusten eine Schlacht geliefert haben. 15,000 (?) Tobte und Verwundete. 120000 Mann der kaiserlichen Garde werdm demnächst hier eiwartet. Der Kaiser befindet sich seit Mittwoch in Trateschti. j W
®£en» j* ^ng. Die Zeitung« Meldung von der aNaeb- Uch-n Einstellung des Fracht-Berk, hrS auf d.n russischen Anschluß-Linien an das galizische Eisenbahn Retz wird von authentischer Seite für unrichtig erklärt.
London, 7. Aug. „Standard" dementirt die Sendung weiterer 3060 Mann nach Malta. — Bei der konservativen Kundgebung inHaifieldpark äußerte Earl Salts- bu.y, die Regierung hoffe die Schwierigkeiten der Situation SU überwältigen, ohne die Znteresten und die Ehre de« Landes zu gefährden und ohne den Frieden zu toten. — Die „Times" meldet aus Konstantinopel, Kadri Bey habe bcmtJ?irnfen erklärt, die Pforte fei gewillt, Frieden zu schli ßen, wenn Rußland nur die Autonomie Bulaarien« unter christlichen Gouverneuren fordere.
(„Standard") — vielleicht nur zur Aufrechterhaltung der Disziplin — eine spätere Kriegserklärung an die Türkei ins Auge faßt, empfiehlt der fanatische „Daily Telegraph" geradezu ein Bündniß mit der Türkei zu schließen. Möglicherweise erkennt auch das letztere Blatt die Gefahr, welche darin liegt, daß die Türkei schließlich die Oberhand über Rußland behalten könnte. ES würde dies nicht allein das Türkenregiment konserviren, sondern auch dasselbe unabhängiger stellen, als es je in der neueren Zeit gestanden hat. Vielleicht könnte der Eivfluß Englands gewahrt oder wiederhergestellt werden, wenn die Türkei ihre Rettung nicht lediglich ihrer eigenen Kraft, sondern auch der direkten Unterstützung Englands zu verdanken hätte.
Unter den gestern mitgetheilten neuesten Krtegsnachrtchten befindet sich auch die erste wenigstens etwas ausführlichere russische Kundgebung über die Schlacht bei Plewna. Die, selbe erscheint insofern richtig, alö sie, was auch mit ben' anderweit bekannten Thatsachen vollkommen übereinstimmt, auSvrücklich erklärt, daß die Rusten ihre vor der Schlacht eingenommenen Positionen noch Inne haben. Da schon acht Tage seit dem Unfall verfloffen sind, so müflen die Rusten nach Heranziehung anderer Truppen, wenigstens gegen die schlimmsten Eventualitäten jetzt gesichert sein. Wir bemerken hier übrigens, daß nach der sorgfältigsten Vergleichung aller telegraphischen und sonstigen Ra tzrichten jedenfalls bet Plewna nur an einem Tage und zwar höchst wahrscheinlich am 30 Juli gekämpft worden ist, und daß Alles, was Über die Wiederholung des Kampfes gemeldet wird, auf einem Miß verständniß beruht, indem man wahrscheinlich die ausführlichen Berichte, welche der türkische Oberbefehlshaber am 31. dem vom 30. folgen ließ, als Bericht über eine neue Schlacht ansah.
SämmUiche disponible Truppen de» Warschauer Armee- Bezirkes sind, nach der Wiener Polit. Corr., an die Donau dirigirt »erben. Die großen Eisenbahnlinien, welche nach dem Süden führen, haben den Auftrag erhalten, aus ihren wichtigsten Stationen Baracken zu errichten, um die Truppen während des Transportes, zu beherbergen und zu bewirthen. Die auf dem Dreikaiserbundc bastrenden freundschaftlichen Beziehungen zu den benachbarten Mächten, sowie die voll ständige Ruhe des Landes gestatten es der russischen Regierung, die po Nischen Provinzen milttScisch zu entblößen und alle verwendbaren Kräfte auf den Kriegsschauplatz zu Wersen.
•Ä $®n Gondrecourt ging es noch. ca. IV, Stunde weiter • st einer Anhöhe bei dem Dorfe Mandres und hier es für die ganze 44. Brigade: bivouakiren! Belaubte
, „ „eigen nimmt entgegen: lujirii Mpedition d.Blattes, gie d.Annoncen-Bureaux Öttn 8 Ä>- Dietrich & Co. in .«ei und Hannover; Th. oO Kjx »rnnffiirt» M. •
Anzeigen nimmt entgegen: dir Spedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägcr'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; SB. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in
Bremen.
Die KriegSereignifle im Orient, soweit ste bi« heute 5-,! 6t fein können, scheinen den Zwiespalt der englischen " w noch befördern zu sollen. Die eonservative resp.
^freundliche Preste geht jedenfalls bei Besprechung der 00« hen Mißerfolge in sehr verschiedenen Richtungen auS- । 0er. Während das Organ des Lord BeaeonSsteld
zuerst das Comfortabele, welches die ausgezeichneten fron- Mm Betten darbieten, kennen und sM^LchL Bett, von emer Brette daß man sich zur Roth auch X könnte, nnt ferner elastischen Matratze aus Woll- und Pferdehaaren über den Sprungfedern — zum Zudecken ™ kemenes Laken weißer Wollenteppich und darauf ein
A^es, gewöhnlich seidenes Plumeau und, anstatt des in »«Ä tt^nd so beliebten Keilkissens, ein rundes bequemes Kopfkissen, ist eine wahre Pracht — und wer einmal, er- mudet von einem Marsche, seine Glieder in einem solchen Bette hat ausftrecken dürfen, findet ebensowohl das Lob gerecht, welches in vielen Berichten aus jener «eit gerade b°"Mz°sischen ®etten deutscherseits gespendet wurde, als surfen Tadel, mit welchem auch die Franzosen
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^nch heute führte uns unser Vormarsch von 5 Uhr ab durch das schöne Marnethal; — die Stadt St. Dizier wurde mit klingendem Spiele vassirt und nack L7fur,,n ™aii*<” b.m
25 August. Morgens um V-5 Uhr marschirten wir zum Divisionsfammelplatze bei St. Dizier zurück und von launischen Felder berührend, bis zu dem Dorfe Favrefie, wo wir Nachmittags um 3 Uhr an-
Der Marsch war, weil es nicht sehr warm, gM angenehm, desgleichen auch die Quarttere. Meinen Bruder sah ich m Ernenne«; er freute sich über sein gutes Quar- aber schon nach 2 Stunden dasselbe verlassen und nach Büry le Fran^ais weiter.
im Kriegsmtnisterium an der Formimng der General- bkt der mobilen.Miliz in den Grenzen des Möglichen eitet. Inzwischen haben diese Maßregeln keinen denn taten Charakter; di selben waren schon von General cotti ju wiederholten Malen in Anregung gebracht worden; fronten jedoch wegen Mangel der Fonds nicht zur Aus
«g gebracht werden. Man kann daher sagen, daß al Mazzacapo aus den exceptionellen Umständen des blickeS den Bortheil zieht, einen großen Theil der Ürfe seines Vorgängers ausführen zu können."
Der Telegraph verbreitete kürzlich das Gerücht, daß renßifche Johannit.rorden es abgelehnt habe, ein Ge bet Gesellschaft zur Pflege der im Kriege Verwundeten onstanttnopel in Betracht zu ziehen, weil gemäß ben sstatuten nur ben Christen, welche gegen die Ungläu- kämpfen Hülfe geleistet werden könne. Durch diese Wricht hat sich ein Herr Kolokoironi in Athen in seiner schäft als General-Inspektor der Kathrdralloge „Pan on" veranlaßt gesehen, in seinem Namen und im ku bet ihm untergeorbneten Logen, sowie aller Logen Orients, die ihn zum Ehrenmitglied erwählt haben, M die „preußische Sektion" des JohanniterorbenS zu »tchiwn. Er klagt ble „preußische Sektion" an, baß unter bet Herrschaft eines ungerechtfertigten FanatiS I stehe, unb beantragt bie Züchtigung oller Mitglieder Zohanniterordens, welche zugleich Freimaurer sind, ste einen Beschluß gefaßt hätten, bet inhuman unb ! Geiste unserer Zeit entgegen sei. Als Grieche fügt k Kolokvtroni bie Bemerkung bei, baß bie Griechen i Verwundeten, Christ ober Muselmann, als einen 6<t, als den Nächsten nach dem Worte des Gottmen-
Dnttschrt »«ich.
derli», 7. Aug. Der Generalpostmeister hat untrem bcn ^ara9raf^ 2 des Reglements vom 6. März 1876 über bie Benutzung der Eisenbahn-Telegraphen dahin inteipretirt, baß bie Eisenbahn - Telegraphenst^ionen al« befugt anzusehen sind, an solchen Orten, an welchen Reichs« Te egraphenanstalten bestehen, zu ben Tageszeiten, währ7nd ^ chen bte Reichs - Telegraphenanstalten geschloffen find, Telegramme von Jedermann anzunehmen. Die Ober-Vost« Directionen stnb von bieser Erklärung in Kenntniß gesetzt. "Q, stEschichtSknnbiger Seite wirb uns geschrtebm: „Einige Zeitungen (so z. B. die Berliner „Post") halten ben am 4. b. zu Pillnitz verstorbenen Prinzen Gustav von Wasa trrthümlichet Weise für einen Abkömmling des Gustav Erichson Wasa, welcher im Zähre 1523 zum König von Schweden erwählt ist. Der letzte regierende Sproß au« diesem Gesch echte war tndeß die Königin Christina (Tochter Gustav Adolphs), die im Jahre 1654 die Regierung nie- verlegte und katholisch wurde. Auf das Hau« Wafa folgte bekanntlich bie durch ben Pfalzgrafen Karl Gustav oon Zweibrücken begründete Dynastie, zu welcher die Könige ""b Karl XII. gehörten. Des letzteren Schwefttr, die Königin Ulrica Eleonore übertrug bie Regierung ihrem
ld darauf kam auch die Feldpost und brachte lang- Nachrichten aus der Heimath; mein Bruder Her- ! hatte mir einen ganzen Pack Zeitungen geschickt und 4 konnten wir — Mancher wird diesen Ausdruck liP reiflich finden und doch war es so — endlich einmal was in der Welt und besonders auf dem Kriegs- W'j ?atz vorging. Eben, als wir noch lasen, ertönte an »d- ebenen Stellen im Bivouak der Brigade, vom Stabs- JF* ausgehend, ein tausendstimmiges: Hurrah! Wir -—^ui sofort den Gmnd dieser freudigen Demonftratton;
p die eben angekommene Nachricht von den Siegen
[2 ' betrachten würden, auch wenn die Griechen an dem K theilnehmen sollten, um ihre Ehre zu vertheidigen ihren geknechteten Brüdern zu Hülfe zu eilen.
Wor sieben Jahren.
sch^ eines Dreiundachtztgers aus dem deutsch - frau-
_ cnen bemessen waren, so war das Bivouak doch an- 54ii to. Abends spielte unsere Regimentsmusik einen deffen Töne feierlich über das Feld hallten.
. August. Der heutige Tag wurde abermals durch do« der Regimentsmusik gespielten Choral als Sonn- ckennzeichnet. Um 10 Uhr war Appell, bei welchem Jntendanturbeamten alle unsere Bekleidungstücke hen wurden.
Neueste Kriegsnachrichten:
Wien, 7. August. Die Presse meldet au« Oisowa: Die Fürstin Elisabeth von Rumänien traf gestern, von dem Ministerpräsidenten Bratiano begleitet, in Kcajowa ein, wo sie Fürst Karl, welcher von Pojana gi kommen war, erwartete. Beide reifen morgen nach Turnu - Magurelli, wo die ganze rumänische Armee bie Donau überschreiten soll von Pange (14.), Marslatour (16.) und Gravelotte (18). Von solchen Ereignissen wußten wir bis heute noch kein Wort — nur die Nachricht von einer großen bei Metz geschlagenen Schlacht war gerüchtweise an unser Ohr gedrungen — ja selbst den wahren Sachverhalt der Schlacht am Spicherberge erfuhren wir erst jetzt genauer.
Kaum hatte sich der Jubel und die Begeisterung etwas gelegt, als der Befehl ausgegeben wurde, zum Feldgottesdienste anzuttetm und sofort nach Beendigung defselben in's Ouartter nach dem nur Vi Stunde entfernten „Hefte" Bonnet abzurücken. Meinem Bruder konnte zur Abhaltung des Gottesdienstes, der darum sehr kurz ausfiel, in Allem nur V- Stunde von dem Brigadecommando gewährt werden, und nachdem er feiner Aufgabe in einer kurzen, aber kräftigen Ansprache sich enUebigt, rückten wir an der 43. Brigade, die uns ablöfte, vorbei in die ziemlich schlechten und engen Quartiere von Bonnet.
22. August. Ruhetag in Bonnet. Der Mangel an Lebensmitteln war sehr fühlbar und kam mir daher das Hierdurchpassiren meines Bruders, der mir etwas Brod und Cigarren ablassen konnte, sehr zu Statten. Mittags fiel ein seiner Regen. Im Quartier viel blutdürsttge, braune Insekten!
23. August. Morgens V-6 Uhr von Bonnet aus auf die Hauptstraße marschirt, die uns durch das herrliche Marnethal, mit prächtigen Weinbergen, bis( Cousancelles f. Marne führte, wo wir Quarttere bekamen/ — Ich war bei recht freundlichen Leuten einquarttert, die mir reichlich zu essen und zu trinken und — natürlich die Hauptsache — ein gutes Bett gaben. Hier in Cousancelles lernte ich
machen, damit die Armee im gegebenen Augenblicke schleunig s vollständig auf ben Kriegsfuß gestellt werben könne H» s Cabinet zweifelt nicht im Mindesten, daß das Par- t diese Ausgaben genehmigen werde. Unter Anderem
iünch m Frankfurt a.M.; »fenftein & Vogler in .Furt a. M., Berlin, £iia, Cöln ec.; Rudolf ,ge in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
Lrlcheint täglich außer ben Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöckentlicken «eiloae «ZZZZ . , .. _ ,
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