Einzelbild herunterladen
 

Marburg, Sonntag, 5. August 1877.

f.181.

XII. IchlMg.

AMüDk ZcitiiW

ng.

P-lMsche Wiche» «Ueterstcht.

b al

ihei

11

930

)<h

k

77.

ter.

G' ä

NhamSverwcser soll in Rom angenehm berührt haben. Der Donau - Uebergang der rumänischen Armee sowie

ntwurf in einer unter kem Vorsitz des Prinzen Luit' abgchaltenen Sitzung des Staats! aths zur versasiungS-

und daß aus

101 iyi

ute heil

en> mst

ms

er, W.

administrativen Maßnahmen, welche Seitens der russi- I Regierung in Bulgarien getroffen wurden, haben in maßgebenden Kreisen Oesterreichs eine Verstimmung «rg rufen und die Frage dec Bedrohung der ori ntaii i Jntercffen des habsburgischen KaijerstaatcS näher gr- l. Auf Veranlaffung des Grafen Andraffy wurden in t besten die beiden Minister Tisza und Szcll von Pest Wien berufen, um mit rem Fürsten Auersperg, dem Hs Fiaanzminister v. Hofmann, dem Reichs-KrlegSmt k Graf Lylandt Rheydt und dem ciSleiihanifchen Finanz Her Baron DeprettS an einem Mtnistrrralh Theil zu itn, welcher die Frage erwägen soll, ob der Augenblick »wen sei, auS der bisherigen Passivität herauSzutreten durch eine wenigstens theilwetse Mobtlisirung der Armee »Ärärische Bereitschaft Oesterreich Ungarns herzuftellen.

große Miaisterrath sand alSdann unter dem Vorsitz Kaisers am 31. Juli statt; zunächst sprach er seine adige Billigung der bisher vom Grafen Andrasty tm Politik auS und beschloß sodann die Mobtlisirung 4 Divisionen, welche der Kaiser sofort anordnen wird,

Armee in Europa sich demnächst zu einem ähnlichen Rück­züge veranlaßt sieht, wie ihre Schwestertruppen in Asten. DaS Mißgeschick der Rusten nahm mit einem am 20. Juli unternommenen aber vollständig verunglückten Angriff auf Plewna seinen Anfang. Mit einem Verluste von 2000 Mann zurückgeschlagen, hatten die Rusten am 21., 22. und abermals am 25. Juli keinen besseren Erfolg, Am 28. erstürmte OSman Pascha das südlich von Plewna gelegene Lowatz und erfocht am 30. und 31. über den die türkischen Stellungen von Plewna angreifenden General Krüdener abermals einen Sieg. Da sich nun Gabrowa in türkischen Händen befindet und da Mehemcd Ali von Osten her mit 60,000 Mann gegen Tirnowa rorrückl, so scheint eine Abschneidung der Rusten von den nördlichen Balkanpäflen nicht außerhalb des Bereiches der Wahrscheinlichkeit zu liegen. In diesem Falle aber wäre der südlich vom Balkan stehende General Gurko von aller Zufuhr abgejchnttten, und da er jetzt schon seine früheren Stellungen bei Kara- bunar gegen den von Adrianopel her eindringenden Sulei­man nicht hat behaupten köiiuen, so müßte sein Corps als verloren betrachtet werden, wenn die Türken sich jetzt end­lich zu einer energischen Offensive aufraffen. Von der anderen Seite aber geschieht alles Mögliche, um das Ein­treten dieses Falles zu verhindern. Alle verfügbaren Truppen werben an ver Jantra zusammengezogea, um den eisernen Gürtel ^u durchbrechen, der sich um Tirnowa herumzieht, und so ungern man augenscheinlich zu dieser Maßregel seine Zuflucht nahm, so ist koch endlich die rumänische Armee in den activen Kampf mit hineingezogen worden. Gegenwärtig hat freilich erst die vierte rumänische Division unter General Manu den Strom überschritten; die Ucbri- gen aber werden binnen Kurzem Nachfolgen, und ob man nicht auch Serbiens Einmischung für wünschenöwerth halten wird, mag wohl einzig und allein von den weiteren Er­folgen Osman'S und Mehemed Alt'S abhangen. Die Donausistung Rustschuk ist noch immer nicht vollstänvig umzingelt; bet RaSgrad hat ein kleines Gefecht Statt ge­funden, bei dem die Türken ihren Befehlshaber Aziz Pascha verloren, und von dem Corps deS Generals Zimmermann hat man nichts Weiteres mehr vernommen, als daß es Silistria und Varna beobachte. Nach den jüngsten Erfol­gen wird auch wohl die türkischerseitS gemeldete Räumung von Philippopel wieder rückgängig gemacht worden sein. In Asim wollen die Rusten abermals über Ardahan hinaus gegen Penneck vorgegangeo sein; sonst hat es dort bei Alexandropol und Bajastd nur unbedeutende Gefechte ab- gesetzt.

fitz ausnahmsweise viele Pferde nach dem Auslande ft werden, jo daß Gefahr vorhanden, eS dürste ihre für den eigenen Gebrauch bald nicht mehr auSreichen, 6en dm Pferde-Ausfuhrzoll von 3 Fr. auf 800 Fr.

t, welche Summe allerdings einen recht wirksamen

und Wärme in die erstarrten Glieder. Marsch- um 6 Uhr um V-7 Uhr standen wir schon zum Ich fertig. Die aufgeweichten Wege und Felder

Wor sieben Sahre«.

Etzch eines Dreiundachtzigers aus dem deutsch - frau- zöfischen Kriege 1870/71.

jtf^eint t 8 gl i ch außer den Werltageu nach 6oim« und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilagedlnttixtH TanutaaSdlatt" durch die Krveditio» (R o -d'sLe Buchdruckerei) bezogen 31 ^ark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Psg. (exl. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Vf* Sfic m der Expedition zu ertbeilende AuSturst und Annahme von Adreffen werden 35 Pf», berechnet.

rie

m.

ßjgen Erlkdigung. Die Angelegenheit über die Wied?r- ' ,tz«ag der erledigten Bischofssitze ist dagegen noch nicht c^ani (tonet, insbesondere ist für den neu ernannten Bischof R* Würzburg, Pater Ambrosius Käß, die Entscheidung ' s Ordensgenerals, ob er jenen Posten annehmen darf g nicht, noch nicht erfolgt. Die in der letzten Zeit auf- züchten Gerüchte über im Vatican zu Tage getretene An- Münzen von Nachgiebigkeit Deutschland und Italien » f; Mer haben von Rom aus ein entschiedenes Dementi bm) atten. Die Wahl des Dr. Moufang in Mainz zum

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen.

teerten sehr unfern Marsch, dagegen that uns der iende und wärmende Strahl der Morgmsonne sehr l Um 9 Uhr hörten wir den ersten Kanonendonner öald daraus traf der Befehl ein, daß wir, sowie die __, 1 uns liegenden Truppen in Eilmärschen zu dem be- d.S bei den Vorposten entbrannten Gefechte heranzu- sittst ' seien. Jetzt kam Leben in die Mannschaften,

$ und Kampfeslust beseelte uns alle. Nach unge- einstündigem Marsche längs des Eisenbahndammes r Sulz das Mitrailleusenfeuer hörten wir schon

genau bogen wir auf einen ziemlich bedeutenden Ergründ ab und hier ließ der Bataillonseommandeur 61 von Sodenstern zum Erstenmale in diesem Feld- Unsere Fahne enthüllen und das theuere Banner wehte *'* Ut Lüsten, von unserem donnernden Hurrah! begrüßt.

beiden anderen neben uns marschirenden Bataillone " dasselbe. Wir marschirtm in'Formation der An- FÜonne bis zu dem Dorse Gunstett, wo unsere 21. Mn bereits seit einiger Zeit im Gefechte sich befand.

Im Allgemeinen ruht das innere politische Leben in ersu lütschlavd vollständig, zumal auch die größere Anzahl der ' ister sich auf Urlaub befindet. In Baiern gelangte der dm Kammern bezüglich des Militär Etats angenommene

__iditiv Ausfuhrzoll darftellt.

ft !f Das zweite französische Kaiserthum war .der Friede,"

- (Fortsetzung.)

l, August. Empfindlich kühl am Morgm und dazu teilen Kleidern! Ein warmer Kaffee brachte ein wenig

Lage-bericht. (

Ein betrübende- Bild des PartikulariSmuS bietet da» Verfahren Hamburgs in Bezug auf die Frage wegen des Anschlusses deS Hamburgischen Gebietes an das ReichSzvll- gebiet. Hamburg will feine bevorzugte Stellung, welche

Würiemberger mit uns zugleich brachte ihn wieder zum Weichen; da jagte Cavallerie, Kürassiere und Lanerers heran kaum einige Minuten Schnellfeuer von unserer Seite und nach eigenen Worten der Franz-sendie Cavalleriedivision Bonnemain war nicht mehr/"

Gegen 6 Uhr Abends war die Schlacht titon Wörth zu Ende; ein herrlicher Sieg, freilich auch mit vielen theuren Opfern blutig erkauft, war errungen. Unsere 1. Compagnie hatte allein 3 Offiziere verwundet, und 50 Mann, darunter 9 Todte, verloren; unserem XI. Armeecorps aber ward an diesem Tage schon die besondere Auszeichnung, daß auch sein Führer, General von Bose, sich unter den Verwun­deten befand; schon bei Leitung des Gefechtes der 21. In­fanteriedivision am Niederwalde hatte er einen Schuß in die Hüfte bekommen, war aber trotzdem zu Pferde geblieben. Beim Vorgehen gegen Fröschweiler traf ihn die zweite Kugel und durchbohrte ihm einen Fuß, wodurch ihm die Fortführung des Kommando's unmöglich gemacht wurde; neben ihm wurde bei dieser zweiten Verwundung der Generalstabsoffizier Premierlieutenant v. Heineccius ge-

Zum Erstenmal in meinem Leben sah ich hier, nament­lich an der Straße von Fröschweiler nach Wörth bis hinunter nach Elsaßhausen, das Entsetzliche eines Schlacht­feldes. . Die Verwundeten waren so zahlreich, daß es unmöglich war, einem Jeden rasche Hälfe zu leisten, soviel auch wir, selbst zum Umfallen ermattet, an ihnen thaten, 7 was wir nur konnten.

, Nachdem in der Nähe des brennenden Dorfes Frösch­weiler Se. König!, Hoheit der Kronprinz an uns vorüber-

ngiatn nimmt entgegen: 1 Expedition d.Blattes, mt d.Annoncen-Bureaux > Th. Dietrich & Co. in a>[ und Hannover; Th. strich in Frankfurt a.M.; «fenftein & Vogler in gtffurt a. M., Berlin, toig, Cöln rc.; Rudolf 3g, in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

K der Minister des Auswärtigen den Zeitpunkt dazu ^kommen erachtet. Drei Divisionen sollen gegen Serbien, t in Dalmatien ausgestellt, die Kosten auS den gemein« glichen Activen bestritten werden.

Der schweizerische BundeSrath hat in Hinblick aus tttt von Deutschland und Oesterreich Ungarn versügte Pserve- h snhrverbvt und in Betracht, daß in letzter Zeit in der

und es führte zum Kriege von 1870; der Mac-MahoniSumS istdie Ordnung/ und er stürzte das Land in die gräu­lichsten Wirren, welche durch die Maßregeln des Ministers deS Innern gegen Presse und Vereinöleben und die Um- triebe zur Erlangung angenehmer Wahlen mit jedem Tage ärger und allgemeiner werden. Daß Mac Mahon sich her. beigelaffen, persönlich als Wahlagent aufzutreten, setzt dem jetzigen Systeme die Krone auf. Darin liegt die folgen­schwere Bevcutung der Reden, die am 28. Juli in Bourges gehalten worden, und daraus erklärt es sich zugleich, daß diese Reise, der bald ähnliche nach anderen Städten folgen sollen, daS Ereigniß ist, welches fast ausschließlich die poli­tischen Kreise und die Blätter beschäftigt.

AuS den Mittheilungen im e n g l i s ch e n Parlament über Angelegenheiten auswärtiger Politik ist vorzugsweise die Erklärung des SchatzkanzlerS zu bemerken, daß eS nicht nöthig sei, einen besonderen Credit zur Bestreitung der neuesten Truppensendungen zu verlangen, weil die Kosten gering seien; -daß eS ferner sehr zweifelhaft sei, ob die Re­gierung vor Schluß der Session überhaupt noch um eine außerordentliche Geldbewilligung einkommrn werde.

Im d ä n i s ch e n Ministerium ist das Kriegs- und Marine- Dkpaitement in andere Hände übergegangen. General Haffner har feinen Abschied genommen und der General-Inspektor des Genitkorps, General Dreyer, von welchem der LandeS- befcstigungSplan herrührt, ist fein Nachfolger geworden.

In Rußland wird wieder ein großer politischer Prozeß in Scene gesetzt. Nicht weniger als 198 Personen sind angeklagt, sich an revolutioiiären Umtrieben beiheiligt zu haben; 40 sitzen in der Peter PanlSfestung (Petersburg) und 90 in Cwilgefängniffcn. Die Zchl der Zeugen beläu t sich auf 472. Die gerichtliche Verhandlung soll im Herbst vor sich gehen.

Wenige Tage nach dem letzten Ministerwechsel in Kon­stantinopel verließ der gestürzte Großvezir Midhat seinen bisherigen Aufenthalt PlomdisceS und begab sich nach Wien, wo et seitdem durch eifrige Verhandlungen mit An­draffy und dem türkischen Botschafier Aleko seinem Lande - in einer Art von halbamtlicher Stellung dient, indem er mit dem Sultan und dem Palast einen regelmäßigen Brief­wechsel unterhält, ohne jedoch bisher seine Rückberufung erhalten zu haben. Vielleicht wird Midhat sich demnächst von Wien nach London begeben, vielleicht auch, je nach dem Verlauf der Ereignisse, als Großvezir in sein Vater­land zurückkehren. Mahmud Damat's Einfluß auf den Sultan ist ungeschwächt, dagegen verlautet bereits von einer Ersetzung Arafi's durch.Kadri oder Server. Auf dem europäischen Kriegsschauplatz ist den Ruffen eine urplötz­liche Abkühlung ihres Siegesrausches zu Theil geworden. Da» Hauptquartier des Großfürsten Nikolaus hat bereit» von Tirnowa nach Bjela zurückverlegt werden müssen. Die Stellung der über den Balkan vorgeschobenen Colonne des Generals Gurko erscheint äußerst bedroht, und unmög­lich wäre es nicht, daß die allzusehr zersplitterte russische Auf einer Wiese bei einer Mühle legten wir das Ge­päck ab, und hier kamen schon einzelne Äugeln, von denen eine den Lieutenant Kern am Oberarm verwundete, an uns heran. Wie wohl mancher meiner Kameraden in jener Stunde, benutzte ich die uns vergönnte kurze Rast, um weinen Leib und Seele in die Hände meines Gottes zu empfehlen und habe da so recht erfahren, welch eine Kraft und Starke im Gebete liegt;mit meinem Gott kann ich über die Manern springen!" sagt der Kriegsheld David, i Unser weiterer Vormarsch führte uns (gegen 1/212) über ein Kartoffelfeld an einen Bergesabhang, dessen Höhe bewaldet war. Die Waldlisiere war von Zuaven und Turkos besetzt, die wir bald zurückdrängten, woraus im Walde das Gefecht erst recht hitzig wurde. Unser Avanciren ging indessen so rasch, daß wir einmal Flankenfeuer be­kamen, doch erreichten wir glücklich die jenseitige Waldlisiere. Dort, an einem Wiesengrunde, dem gegenüber wieder ein Wald und vor diesem ein Steinbruch sich befand, kam das Gefecht zum Stehen und kostete viel Leute. Hier wurde auch unser Hauptmann am Oberarm und an der Brust schwer verwundet. Abermals wurde avancirt und abermals stand das Gesecht bei Fröschweiler, wo Major v. Sodenstern durch einen Schuß in den Vorderarm ver­wundet wurde. Unsere Lage war, da unsere Reihen sehr gelichtet waren, eine kritische da verschaffte uns die ausgezeichnete Wirkung unserer Artillerie Luft.Das Ganze avanciren!" hieß es und vorwärts gings gegen ben Feind, der bei diesem Anlaufe an unser Bataillon allein acht Geschütze verlor. Noch einmal hielt er uns hinter Fröschweiler Stand, allein das wackere Eingreifen der