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JITarÖurg, Sonnabend, 4. August 1877.

xii. Jahrgang.

ÖenLiaen nimmt entgegen

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Lage-bericht

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an der südlichen Grenze des Reiches dtslocirten Truppen

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kn6 strebte und die erste beste Gelegenheit währnehmen k, um benachbarte Staaten, mit denen sie bisher in den gelebt hat, zu berauben. Daß die italienische

Dasselbe Blatt theilt ferner mit: Midhat Pascha be- stch in Wien als persönlicher Vertrauensmann des ans, mit dem er sich vor längerer Zeit ausgesöhnt hat. Aufgabe Midhal'S in Wien geht im Wesentlichen dahm, er sich darüber tiergewiffete, ob und welchen Schutz forte bei Oesterreich finden würde, falls ihr durch die tnisie der Abschluß des Friedens aufgedrängt werden Ermuthigung zur Fortsetzung des Krieges werde t aus seinen in Wien gewonnenen Eindrücken schwer schöpft haben.

ir haben schon wiederholt über die Beziehungen der ischen Regierung zu den übrigen Mächten Europas ort genommen. Die italienische Regierung geht un-

st daraus auS, aus der Orientfrage Capital für

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man kaum dem Gedanken Raum geben mochte, unsere Waffen würden schon binnen Wochensrist Tod und Ver­derben in des Feindes Reihen schleudern.

2. August, Dienstag Für heute war allgemeiner Militärgottesdienst und nach demselben Feier des h. Abend­mahles angesagt. Der Gottesdienst wurde' in der katho­lischen Kirche von Bellheim abgehalten und zwar durch den Divisionspfarrer Schwabe. (Mein Bruder, der eben­falls zum Divisionspfarrer ernannt worden war, war noch zurück.) Als Pfarrer Schwabe kaum eine halbe Stunde gepredigt hatte, kam der Brigade -Commandeur Generalmajor ti. Schkopp in größter Eile in die Kirche und ließ dem Prediger auf die Kanzel sagen: er möge sich so sehr als möglich beeilen! Wenige Augenblicke später wurde auch vor der Kirche Allarm geblasen und Pfarrer Schwabe schloß kurz seine Predigt, um, soweit noch die Zeit reichte, den dem Altäre Zudrängenden das h. Saera- ment zu reichen. Ein erhebender Anblick war's, als sich diese Schaar christlicher Krieger, ^Offiziere und Gemeine, förmlich darum drängten, zuerst mit dem Leibe und Blute ihres HErrn gespeist und getränkt zu werden und auch mir gelang es nach einigem Harren dieses werthen Gutes theilhaftig zu werden. Dann eilte ich rasch in mein Quar­tier, hängte um und war doch noch zeitig genug auf dem Sammelplätze. Nach einem Marsche von zwei Stunden kamen wir in die Nähe des Dorfes Herxheim und bezogen auf einem Acker unser erstes und, wegen des schönen Wet­ters,^ ganz erträgliches Bivouak.

3. August. Wir blieben heute in demselben Bivouak und hatten üll Laufe des Tages zweimal Appell. Gegen

10 Uhr Abends fing es stark an zu regnen und die für die Nacht aus grünen Hanfstengeln erbauten Hütten schützten uns nicht im Mindesten. '

4. August. Um 2 Uhr Morgens wurde allarmirt und rasch Kaffee gekocht. Der Regen wurde immer stärker und wurden wir noch vor Antritt des Marsches durchnäßt. Der heutige Marsch ging auf zum Theil recht erbärmlichen, durch den Regen grundlos gewordenen Wegen über Fechen­heim, Rohrbach, Winden und Billigheim der französischen Gränze zu. Zwischen 10 und 11 Uhr vernahmen wir zum Erstenmale den Kanonendonner von Weißenburg her und überschatten bald darauf bei Hagenbach das Flüßchen Lauter und zugleich die französische Grenze. Die Helme wur­den abgenommen und dreimal ein tausendstimmiges Hurrah! zur Feier dieses wichtigen Augenblickes angestimmt. Nur sehr langsam konnten wir uns dann durch den zwei Stun­den langen Bienwald bewegen; da wir die Straße für Artillerie und Munitionseolonnen frei lassen mußten, mar- schirten wir rechts und links der Straße. Vor uns tobte der Kampf immer heftiger; das knarrende Geräusch der Mitrailleusen, das wir Anfangs für Salvenfeuer hielten, drang zum Erstenmale an unser Ohr und zum Ersten- male erblickten wir hier Verwundete (Marburger Jäger), die vom Gefechtsfelde zurückgebracht wurden. Unserer Erwartung, heute noch vor den Feind und in's Feuer zu kommen, wurde indessen nicht entsprochen; außer Artillerie- u.n'?^'at?aftereabtfyeitungen nahmen von der 22. Infanterie­division keine Truppen am Kampfe Theil.

Gegen 4 Uhr Nachmittags war die Schlacht von Weißen­burg mit unserem Sieg beendet der erste Lorbeer, wenn

I Der Reifeplan des Kaisers ist nunmehr festgestcllt wie £t: Am 7. August Abreise von Gastein nach Salzburg;

8. August von Salzburg nach JsLl, wo die Ankunft nazS 12 Uhr erfolgt; am 9. August über Ebenfec und Men nach Paffau, von da an nach Eger, wo der Kaiser eldS 8V2 Uhr eintrifft; am 10. August früh Abreise 1 Eger nach Schloß Babelsberg.

DieNordd. Allg. Zig." schreibt: Verläßlichsten In- Nationen zufolge ist das Ergebniß des tioigiftern in tn stattgehabten Kronraths dahin zusammen zu fasten,

Konstantinopel, 1. August. Ein Telegramm OSman Pascha s meldet aus Plewna vom 31. Juli: Heute Morgen griffen zehn russische Divisionen (?) unsere verschanzten Stellungen östlich von Plewna wieder an, wurden aber mit großen Verlusten an Tobten und Verwundeten zurückge- fchlagen. Dieselben zogen stch hierauf in ihr Lager zurück.

Konstantinopel, 1. August. Osman Pascha meldet, daß er gestern einen bedeutenden Sieg über die Russen er­fochten habe. Die Rusten wurden vollständig geschlagen und beroutlrt. Dieselben waren 60,000 Mann stark. Der Kampf begann am Montag und wurde am Dienstag früh au,'s Heftigste fortgesetzt Die Rusten, von Artillerie unter, stützt, stürmten mehrere Male, wurden aber immer wieder zurückgeworfen. Sie ließen 800 Todte und 1600 Ver­wundete zurück und mußten stch in ihr Lager zurückztehen. Die Türken hatten nur 100 Todte und 300 Verwundete. Die Armee Osman Pascha's zählte 70,000 Mann.

Konstantinopel, 1. August. Offiziell. Suleiman Pascha schlug gestern die Rusten bei Esktsagra und fügte denselben große Verluste bei. Die Türken rückten in ESki- fagra ein. Der neuerliche Angriff der Montenegriner auf Nikste wurde zurückgeschlagen. Alt Saib Pascha schlug die Montenegriner am Montag bei Podgoritza.

London, 2. August. Dem Reuter'fchen Bureau wird aus Konstantinopel gemeldet: Dem britischen Botschafter zugegangene Berichte b-stätigen die Siege der Türken bei Plewna und bei Eskisagra, sowie die Wiederbefetzuug des letztgenannten Ortes durch die Türken.

Konstantinopel, 2. August, lieber die bereits ge­meldeten beiden türkischen Siege hat der Minister deS Auswärtigen den Vertretern der Piorte im Auslande fol­gende telegraphische Mittheilung gemacht: Durch mein Telegramm vom 31. Juli meldete ich von einer im Süden von Plewna am 30. Juli gelieferten Schlacht, welche mit der Niederlage der Rusten endigte. Dienstag früh begann der Feind von Neuern den Kampf, wurde jedoch nach heftiger Kanonade zum Rückzüge gezwungen, nachdem er 8000 Todte eingebüßt hatte; Die Zahl der Verwundeten ist zwei- oder dreimal so groß. Viele Wagen mit Mu­nition , eine beträchtliche Anzahl Gewehre und eine große Menge Kriegs Material fiel in unsere Hände. Reuf Pascha schlug zwei Angriffe der Rusten bei Eskisagra zurück und brachte denselben große Verluste bei. Am 30. Juli fand ein Kampf mit den Montenegrinern bei Podgorizza statt; derselbe dauerte von 9 bis 1 Uhr und endigte mit der Niederlage der Montenegriner, welche unsere Positionen wiederholt angriffen, aber mit Verlust von 100 Torten und der dreifachen Zahl Verwundeter zurückgeworfen wur­den. Unsere Verluste waren nicht beträchtlich.

Wien, 2. August. Ein Telegramm d.rPresse" auS Cettinje meldet: Gestern haben die Montenegriner das Fort Tfchadschavitz, den Schlüffe! der Festung Nikste, erstürmt. Die Mehrzahl der Weiber und K uder ffüttete in die mit

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hcrmann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

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Ior sieöen IaHrert.

uch eine» Dreiundachtzigers aus dem deutsch - fran­zösischen Kriege 1870/71.

(Fortsetzung.)

. Juli. Für heute war Ruhetag befohlen, allein der gleichzeitig befohlene Appell um 7 Uhr abge- war, kam Marschordre. Sofort wurde umgehängl sammengetrelen. Unser Marsch ging über Landau dem etwa 4>/z Stunden entfernten Frankenweiler. gabs auf dem Marsche wieder viel Marode und anke. Major von Sodenstern hielt eine kräftige, lernde Ansprache an das Bataillon. Wegen der Truppenmasse konnten unsere Quartiere in Franken- nur sehr enge sein. Wir lagen zu 52 in den en und Stallungen des Bürgermeisters Bach.

. Juli. Morgens zellig abmarschirt, wurden wir Marsche von einem starken Gewitter überfallen ^chtig durchnäßt. Wir legten 5 Stunden zurück und nach dem schönen und großen, in ebener Gegend.

Dorfe Bellheim in's Quartier; mein Quartier­ten ich mit der halben Corporalschaft aufsuchte und tüchllg bewirthete, war ein gewisser Herr Offen» Vom

Juli bis 2. August blieben wir im Cantoune- Bellheim liegen; Exerciren, Felddienstübung und fnschießen wechselten miteinander, ab und Alles r und mehr sich häufenden Truppenmaffen abge- sah so friedlich und garnisonsmäßig aus, daß

nisterium dagegen einschreitet und solche Forderungen als unpatriotisch, weit die Sicherheit Italiens gefährdend, brand­markt. Eine allgemeine Veistcherung der italienischen Regie­rung, daß sie mit solchen Bestrebungen nichts zu thun habe, genügt nicht, und eS wirb das Mißtrauen, welches in öster­reichischen Kreisen gegen Italien vorherrscht, nicht eher schwinden, als bis die italienische AnnexionSpartei gezwungen wird, sich Mäßigung aufzuerlegen und vie Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich nicht noch NPhr zu trüben. Wie wir übrigens von gut unterrichteter Seite vernehmen, soll der deutsche Gesandte der italienischen Regierung wie­derholt Vorstellungen wegen den oben beregten Ann xionS- b.ftrebungen gemacht haben, weil dieselben zu einer Locke rung des Dreikaiserbündnisses führen könnten und unter dessen Aegide Italien nichts von Oesterreich und Frankreich zu fürchten hätte, während eine Lösung jenes Bündnisses einen Confiict Italiens mit Oesterreich zur Folge haben müßte.

Wenn die Informationen des römischen Corresponden tcn derTimes" richtig sied, so verdoppelt die uliramon- tane AklionSpartei in Uebeteinfiimmung mit den Ereignissen in Frark eich ihre Thätigkeii auf der ganzen italienischen Halblnskl. Agenten kommen täglich im Vatikan mit ge­heimen D.pcschen aus katholischen Städten in Frankreich, Spanien und England an. General Kanzler, der Ober­befehlshaber der gespensterhaften päpstlichen Armee ist nun in Kopolaui (Toskana) und hüllbeständige" Unterredungen mit dem Jesuitengeneral Pater Lekx.

Die heute vorliegenden Nachrichten vom europäischen Kriegsschauplätze bestätigen leider, daß die Russen stch in einer höchst ungünstigen Lage befinden. Ihre Truppen haben in den letzien Tagen empfindliche Verluste erlitten, während die Zrit immer näher rückt, wo die beiden Armeen von Mehemed Ali Pascha und Osman Pascha bet Tiruowa sich vereinigen werben. Auch die Armee des Generals Gurko jenseits des Balkans ist in einer großen Gefahr, die Russen haben hier ihre früher eingenommenen Stellungen verlassen und stch in den Balkaupässen verschanzt. In Asien haben die Offensivoperationen noch nicht wieder auf- genemmen werden können, da die russtichen Verstärkungen noch immer nicht angekommen sind, eS haben deshalb ruf- stscherfeitS nur Recognoscirungen stattgefunden, bei denen die Russen wiederholt Verluste erlitten haben.

Neueste Kriegsnachrichten:

Kfonstantinopel, 31. Juli. (Verspätet eingetroffen.) Der frühere bulgarische Exarch wurde verbannt. Die türkischen Journale fordern die Bevötkerung Konstantinopels wiederholt auf, Freiwillige zu stellen. Man versichert, die vereinigten Corps Suleiman und Reuf Pascha's hätten die Russen bei Jentsagra geschlagen und ihnen große Ver­luste beigebracht. Von Ardahan auS haben die Russen wieder die Offensive ergriff n und sind diS Penne! vorgerückt.

SO1 «achen, zu bekämpfen. In Italien fordern eine Meüge jjg -en ganz laut, daß Oesterreich Triest, Görz und Süd- an Italien attrete, ohne daß das gegenwärtige Mi

F ttung einem solchen Verdachte stch ausgesetzt hat, ist Lnfl X nur zu wahr, denn sie hat durchaus nicht von den Gebrauch gemacht, die ihr zu Gebote stehen, wenn

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im j dem Grasen Andrassy nach vollster allseitiger Billigung <. g tt Politik die Ermächtigung erthetlt wurde, nach seinem »essen in dem für nothweudig erachteten Moment mit in Aussicht genommenen partiellen Bereitschafisstellung

eben, als ob sie direkt nach einer Gebietsvergrößerung z

gfe(1 Mich vorzugehen; ein bestimmter Zeitpunkt für diese en Hnahmen ist nicht vorgesehen. Die ersorderlichen Kosten tu durch Beleihung der Reichs Aktiva beschafft werben.

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Erweiterung der italienischen Machtsphäre zu schlagen, und |ür sich wirb dies Niemand der italienischen Regie- z übel nehmen, sie mag ihre Sicherheit gegenüber Frank :dh »le Oesterreich auf feste Grundlagen bafiren und na- [19 titch Frankreich gegenüber, dessen Regierung mit dem .IM im gehobenen Einverständnisse steht, Feont machen; muß sie stch doch hüten, zu dem Verdachte Anlaß

srichemt täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageSlxlrtrM Canntt.UI.tt hur* m, Hrh,hWn ro ^druckerei) bezogen 24 »ark durch die Postämter des Deutschen Reiche- 3 Mark 50 VXt lexl. Bestlllgebühr^^ ^'ns'ebLr'" '" gelten! SeA Pf. "

Für tn der diiieb-.tum zu ertdctlende Bu-kunft und Annadme von Adreffen werden 35 Pf», bereuet. 8 * ' 0

darum handelt, anmxionistische Bestrebungen, die in Italienischen Presse und italienischen Vereinen sich gei­

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