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Marburg, Donnerstag, 2. August 1877.

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n. p< -rschnat täglich außer Werttag« nach Sonn- anb Jeiettaaen. Preis für das Quartal mit bet wöchentlichen Beilage31efhtttrtHtettllett" burch bit Srvebttto» (Jtsch'fche flö,:. Buchbrnckere») bezogen Mark, burch bte Postämter b«S Deutschen Reiche- 2 Mark 5® Pf». (e$L Bestellgebühr). Jnsertion-aebühr für bie gefielt e»e Sole 1®

$ 36t in bet dfpebttion zu ertheilenbe Bu-tunft unb Annahme von Adrefsen werben 25 Pfg. berematt.

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wurde mit allen Glocken geläutet.

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SuS Paris wird telegraphisch gemeldet: Die Gerüchte « demnächstigen Veränderungen in der diplomatischen ng Frankreichs stad demMoniteur* zufolge voll unbegründet. . ..

igkeit, die jetzt in der italieni cht, hat die Besorgniste in Action seitens der ita-

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Um acht Uhr versammelten stch sämtliche Mitglieder der Univerfität und alle anderen Behörden im philosophischen Auditorium, und nachdem der fürstliche Deputierte Frei. Herr von Eivstedel dorthin abgehoit war, gieng der ganze feierliche Zug, mit Vortragung der akademischen Zepter, Privilegien rc., nach der reformierten Kirche. Sämtliche Studenten etwa 800 wurden von dem akademifchen Fechtmeister und anderen Exercitieameisteru angeführt. Rauschende Musik ertönte bei dem Austritt au« dem phtio- sophischen Auditorium, die Straßen waren mit Maien be­streut und die Menge der Zuschauer «ar unbeschreiblich groß, alle Häuser waren mit Menschen bi« zu den Dächern angrfüllt, um den feierlichen Zug zu sehen. Die Kirche war besonder« zu dieser Feierlichkeit eingerichtet. Nach einer voll:önendeu Musik hielt der Profeffor der Theologie Dr. Duystog eine Predigt, worauf das Te dewe laudamus gesungen wurde. Kanonen und MuSkctensalven seterteu dm hehrea Tag. Noch wurden mehrere Reden gehaltm und dem neuen Prorektor die Zepter und übrigen Univer­sität- Insignien übergeben. Gegen 4 Uhr langte der ganze Komitat auf dem Rathause an, wo derselbe an stedm Ta­feln, unter einer festlichen Musik ein große« Mahl bereitet sand. Zn dem untern Saale speisten an 500 Studenten, oon welchen die geschriebenen akademischen Annalen treu­herzig melden,daß sie stch recht lustig gemacht, und ver­schiedene auch al- Zuschauer auf da« große Spelsqimmer zugelaßm «ordm fehlt, dabei aber keine Desordres und wie« ohne da« geringste Unglück abgegangen, indem sie vorher alle die Degen ablrgen und dem Fechtmeister in Verwahrung geben mußten, ohne daß fie nur alle Fenster, Bouteillm, Gläser, Tisch und Bänke in tausend Stücke zerschmißen, da der Schaden auf 200 Rthlr. zu schätzens dir Fenster aber stad auf Hochfürftl. Rentkammer Befehl von dem Rentmeister bezahlt worden 1* Am zweiten Jubel-

cife« mußte capituliren, und Mar- !» wieder an Hcffen Raffel. 1648, hen den beiden hesstschen Fürsten-

nimmt entgegen: Expedition b.Blattes, j<d.Lnnvncen-Bureaux xh. Dietrich & Co. in jm unb Hannover; Th. Trichin Frankfurt a.M.; taiftein & Vogler in «ntfurt a. M., Berlin, Ltg, Cöln rc.; Rudolf tage in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

uns nicht einleuchten, denn wenn die Rusten wirklich Konstantinopel kommen, so hat das doch immer zur uSsetzung, daß die Türkenherrschaft in Europa ge- en ist. Sollte man nun wirklich in Oesterreich glauben, die OSmaneu von der Lalkanhalbiusel verdrängt stad 6 die Serben, Rumänen, Bulgaren und Griechen sich an ihre Stelle gesetzt, die Bildung selbstständiger bischer Staaten nachträglich verhindern, wieder umstoßen (innen ? Gewiß wird sich Oesterreich tu das llnver rliche alsdann fügen und zufrieden fein, wenn Dalma- fei» Hinterland, Bosnien und die Herzegowina bekommt.

der« erwartet »erben. Der Hafen Wladitvostock ist durch starke Torpedo« vertheidigt. Der Commandant de« brittschm Geschwader« begibt sich demnächst nach Wladlwostock.

August Morgen« um 5 Uhr wurde in der evangelisch lutherischen Pfarrkirche, in der St. Elisabeth-Kirche und in bei französisch - reformierten Kirche Gottesdienst gehalten.

Lage-bericht.

DieRordd. Allg. Zig/ erfährt au« bester Quelle, die militärischen Maßnahmen, welche etwa Seiten« der eichischen Regierung beschlossen werden sollten, einen ir brschränkW Umfang haben unb stch auf vier Divisionen en werden. Von Seiten Oesterreich« werde bamtt Kiner Weise ein Verlassen bet bisherigen neutralen und irten Haltung beabsichtigt, noch weniger würden diese, je etwa noch folgende Anordnungen die vortrefflich:» jchongen tangiren, welche zwischen den Höfen von Wien

Friedrich IL bekannt, ernannt, vermuthltch, um dem jungen Prinzen frühzeitig Achtung unb Liebe für bie Wissen­schaften und Anhänglichkeit an diese ehrwürdige Lehr­anstalt einzuflösen. r

am 14 und 15. August feierlich begangen, vorher

Denlfche» Reich.

Berlin, 31. Zull. Nachdem da« Erkenntniß de« Lübecker Ober-AppellationSgericht« in der Streitsache zwtscheu bet Preußischen unb bet Sächsischen StaaSregieruug be> züglich bet Eisenbahn Betlin DreSben nunmehr bem Reichs­kanzleramt Übermacht unb durch daffelbe btm Bundesrathe zur Kenntnißnahme übermittelt worben ist, steht zu erwar­ten, baß, nachbem btefe Angelegenheit zur Kenntniß beS gesummten BundeSrath gelangt ist, dieselbe demnächst im Sinne ter Entscheidung des Lübecker Ober-Appellation«- gerichts erledigt werden wird. Da jedoch der BundeSrath zu einer Plenarsitzung voraussichtlich erst im Monat Sep- tember zusammentreten wird, so wird die definitive Rege­lung bet Angelegenheit bet Berlin Dresdener Eisenbahn erst im Monat Oktober b. I erfolgen und so lange da« augenblicklich vorhandene Interimistikum auch noch weiter bestehen. In hiesigen pastoralen Kreisen dtculitte heute da« Gerücht, daß Prediget Rhode von bet Luisenstädtifchen Kirche in Folge de« ihm Seiten« de« Consistvcium« der Provinz Btanbenburg übet seine «mßerung bezüglich de« ApostolicumS in der Synode Berlin Cöln zu Theil gewor­benen Verweise« bei dem Evangelischen Ober-Kirchenrath Beschwerde erhoben habe, welche stch namentlich darauf be­ziehe, baß dieser Verweis Beröffcntlichung gesunden habe. Da Prediger Rohde diese Veröffentlichung nicht veranlaßt hat und er der Meinung ist, daß außer ihm nur die Be­amten des Conflstorium« in der Lage seien, den Wortlaut dieses Verweise» zu kennen, so hat derselbe hieran gleich­zeitig die Beschwerde geknüpft, daß diese Publikation nur durch dm Bruch des AmtSgeheimnifle« herbeigeführt «ordm sein kann. Prediger Rhod« soll die Absicht habm, Fall« bet Evangelische Oberkirchentalh 'sich ber Meinung deS ConsistoriumS anschließt, (einen Abschied zu nehmm. Zur Affaire Dühring bringt die .Volkszeitung- folgende Mittheilung: An dm Henn Dekan der phttösophffchm Fakultät zu öetlin ist heute folgende Erklärung abgesandt worden: .Die Unterzeichneten ertiäreu hiermit, daß fie stch mit ber von einer Anzahl ihrer Kommilitonen an Herrn Dr. Dühring gerichtetm Avteffe nicht anschließm könnm, und daß sie demjenigen Henn kein Mandat gegeben habm, welch» am 12. Juli in einer Berliner Volksversammlung al« ©elegirter einer Leipziger Studenten-Deputation zu Gunsten Dühring« ausgetreten ist.- Diese Adteffe ist mit 465 Unterschriften von Leipziger Studirenden bedeckt; die­jenige an Dt. Dühring war von 166 Studirenden unter» zeichnet.

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ten b Zn Wiener wie in Pestet Blättern begegnen wir noch

«Kt ber Meinung, Oesterreich werde stch schließlich noch lau Ü England über eine Action verständigen, sobald nut iglanb sich ent schloffen zeige, au« feiner Neutralität heraus i treten unb Rußland zu beweisen, daß e« in Ron ft an topel feinet Macht begegnen werde. Welchen Vortheil MiWstetteich aus einem solchen Zusammenstöße ziehen würde,

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition b.Blatte«, sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankstlrt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalideudank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

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chen Regierung nur nv^, gesteigert. In Wien macht da« größte Mißtroisten acM Italien geltend und e« sich die Meinung ne; Ider ÄS sollte durch die Haltung gegenwärtigen iruluurfchrxl Regierung, die im vollsten ständniß mit ÄuÄano sich befindet, ein Druck aus rreich im Jntereffc RuSiandS ausgeübt werden. U bri- ist das Wiener jgbüuf vieserhalb mit der deutschen ietung in Unkerhandtungen getreten, die, wie man ut 6 ilt, Oesterreich darüber beruhigt und die italienischm ungen mehr au«-, 6et ,'bettf Vat kan günstigen Richtung

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Mbc J unb eömwohl schön geschmücktes Zepter.

« war Lgndgras Wilhelm VL geneigt, die Uni-- Mr ach Rgfl f , Hersfeld oder einer anderen Stadt Mvechflmzen. Die Landstände unb btingeube Ml it Marburger Bürgerschaft bewogen ihn jeboch H cchrbuW abermals zu ihrem Sitze zu wählen. Unb Marburg von Steuern eine Pflegerin bet W^und Künste, eine Pflanzschule für Lehrer mte. Die akademischen Gebäude wurden tMt, die noch anwesenden Professoren zu Vor­

der französischen Regierung, al« au« einer Oesterreich be- drohenden Politik erklärt habm soll.

Aus dem europäischen Kriegsschauplätze treiben die Dinge immer mhr der Entscheidung zu. Seit Mehemed Ali Pascha i (beiläufig bemerkt ein Magdeburger von Geburt) den Ober­befehl an Stelle Abdul Ketim Pascha'S übernommen, herrscht eine außerordentliche Thätigkeit in bet Armee, um bad waS von Anfang an versäumt wat, wieder nachzuholen, nämlich eine feste Centralstellung an bet Jantralinie einzunehmen. Mehemed Ali ist denn auch bereite mit 60,000 Mann nach 'Tirnova zu aufgebrochen, wo et stch mit Osman Pascha, , der stch inzwischen bedeutend verstärkt hat, vereinigen will. ' Inzwischen ziehen aber auch die Ruffen immer mehr Truppen thette heran und eS kann nur noch eine Frage der Zeit sein, wenn e« dm Russen gelingt, die türkische Feldarmee zu vernichten. Denn die letztere zählt doch immer nur I 100,000 Mann unb kann auf Verstärkungen gar nicht rechnen, während die rnsfische Feldarmee nach und nach um 6080,000 Mann verstärkt werden kann. Dazu kommt, i daß bet russische FeldzugSplan, der offenbar darauf berechnet ist, durch eine rasche Okkupation möglichst weiter Länder- : gebiete die Zahl bet Aufständischen in bet Türkei zu ver­mehren und Schrecken unb Verwirrung in bie Reihen bet feindlichen Armee zu tragm, gelungen ist, und die Türken, obwohl in ihrem eigenen Lande, doch mitten im feindlichen Lager stehen, überall von Berrath und Revolution bedroht. Der Ausgang des Kriege« kann daher nicht lange mehr auf stch warten laffen, selbst wenn die Engländer mit etwa 20,000 Mann in Gallipoli landen sollten. 7-

Neueste Kriegsnachrichten:

! Konstantinopel, 30. Juli. Amtlich wird gemelbet: Die Montenegriner wurden bei einem am Donnerstag un­ternommene« Angriff auf Nikstc mit großen Verluste« zu­rück,eschlagm. Gegen StUstria zu sind bie Russen neuer­lich zurückgewiesm worden.

London, 31. Juli. DieTimes* bementirt die Zei- tungSueelcung über eine bevorstehende weitere Trupp ensen- bung nach Malta. Die Regimenter, welche Marschordre haben, seien lediglich für Indien bestimmt.

Wien, 31. Just. DiePresse* meldet aus Timowa: In Lootscha unb Jenisagra richteten bie Türken nach bem Abzüge bet Russen ein furchtbares Blutbad unter ber bul­garischen Bevölkerung an.

London, 31 Juli. DasReuter'sche Bureau* meldet aus Shanghai vom 30 Juli: Das russtfche SchiffBvyan*, welche« die Admiralität« Flagge trägt, ist, von San Fran- ziSco kommend, am 1. Juli in Wlaviwoftock eingetroffen, u oselbst auch bie übrigm Schiffe de« russischen Geschwa- lefungen oufgeforbert und tie kasselischen zu gleichem Zwecke dahin versetzt. Am 7. November 1652 wurde die Erneu erung der Universität und ber Anfang bet Vorlesungen angefünbigt. Die eigentliche Einweihung ober geschah erst am 16. Juni 1653, in Gegenwart und mit vorzüglicher Theilnahrne ihres Wiederherstellers, des Landgrafen Wilhelm VL, seines ganzen Hofes, ber Abgeordneten von den hessi­schen Landstäaden und vieler anderen vornehmen Anwesenden höchst feierlich und prächtig. Die Feierlichkeiten dauerten einige Tage hindurch. Der Profeffor der Theologie Dr. Johann Crociu« ward znm Rektor der restaurirten Univer­sität ernannt unb feierlich würben ihm die Jnfignien det- f. Iben übergeben. Kaum hatte derselbe seine feierliche Rede geendigt, al« der Sekretärin« des Stadtrats auftrat und dem huldvollen Fürsten den gefühttesten Dank im Ramm bet ganzen Bürgerschaft abftattete. Der wolwollende Lande«- fürst triste am 23 Juni, unter btn lauten Frmden- unb Ersurchtsbezeugungeu, womit et empfangm wat, wieder von Marburg ab.

Im Jahre 1727, den 14. August, feierte Landgraf Karl mit dem zwetteu Universitäts-Jubiläum in Marburg zugleich fein Regierungs-Jubiläum zu Kassel. Zum Rektor magnificentlsstmuS der Universität wurde der fiebenjähtige Prinz Friedrich, Enkel Landgraf Karl« unb Sohn Land- graf Wilhelms VIIL, als Landgraf unter bem Namen

t zu in- Folge hier» n wat bie Errichtung

*tr Unir^sitTW Ämdgraf Georg IL wählte Gießen

Reuen HvW.Mtze feiner Universität. Auch von Seiten m-Kassci« wurtze. nun ernstlich bie Restauration bet nsttät LvrMsWmen. Lei der Theilung der Uni- , lät kam auch do4 eine der von Landgraf Philipp 1530 Z Pl» »Sch Gießm, Marburg ethiett von Land- T .-ei n Vt ein neue« von Eisen verfertigtes stark

Äe8 Marburg« Barzeit.

Hi SVchluß.)

Während nun t?c$ J^re 1625 an die Universität 6en sich in Mark -g-CtTanb, fristete dem Namen nach llaiversität 'rrhp^H Raffel ihr Dasein und erst mit Ende de« dreisiigjähttgen Krieges, der mit seinen Schreck-