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Marburg, Mittwoch, 1. August 1877.

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af Andraffy hat nach der WienerMontags-Revue" im rlH Wclkonseil die Frage zur Diskussion gestellt, ob nicht

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AuS Marburgs Birzeit. *)

'as Philipp eine Synode nach Homberg berufen (6.

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Da» Memorial diplomatksae" ist autorisirt, bic @e- suchte zu dementireu, nach weichen die Pforte von Neuem den Versuch machte, direkt mit Rußland einen Frieden ab- zuschließm. Die Mission Namyk Paschas hat keinen au« deren Zweck, als Unterstützungen zu vertheileu und sich über die Lage der türkischen Untertanen in den von dm Rusten noch nicht oecupirteu LandeStheilen zu unterrichten. Weit davon entfernt, auf Verhandlungen mit dem Czar bedacht zu fern, wie dies gewisse Correspondenzeu vorgebeu, ist der Sultan entschlvflen, die Fahne des Propheten zu entfallen, im Falle der Okkupation Adrianopel« durch ruf stsche Truppen. Die Beziehungen zwischen der Pforte und dem C-binet von Wien dauern fort vortrefflich zu sein. Das Blatt ist weiter ermächtigt, zu erklären, daß die otto- manische Regierung der Besetzung Gall polrS durch England sehr feindlich fei, und daß dieser Maßregel zum Mindesten eine Kriegserklärung Seitens der Königin Victoria au den Kaiser von Rußland vorhergehm sollte.

-»leästein & Vogler m gmtfurt a. 9JL, Berlin, jjHijg, Cöln ic.; Rudolf gje in Berlin, Frank-

Zn der Preffe wird vielfach die angebliche Mstsion deS Obersten v. Elaer, eines Adjutanten des Feldmarschall v. Molke, an den italienischen Hof erwähnt. Derselben wer­den ähnliche Zwecke untergefchoben wie diejenigen warm, die im Jahre 1866 der Anwesenheit deS italimischen Ge­nerals Gooonie zu Grunde lagen. Zu diesem Gerüchte hat offenbar die unbestreitbare AktiouSlust deS gegenwärtigen italienischen CabtnetS Veranlaflung gegeben, besten Bezie­hungen zur deutschen Regierung allerdings sehr intim sein sollen, wie man uns mitthetlt.

atz kl.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurta.M.;Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; SB. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Lagesbericht.

Seitens des Reichskanzleramts sind in den letzten Tagen «ehr diejenigen warnenden Placate in der angelegen« des Coloradokäfers an die Regierungen rc. versendet , welche demnächst in jeder Ortschaft deS deutschen an hervorragmden und allgemein zugängigen Orte»

lagen werden sollen. Diese Placate haben dm Um- eineS großen Bogens Karterpapier, enthalten in ihrer die colorirte Abbildung des gefährlichm Jnsectes in feinen Entwickelungsstadien und in li/2 maliger Ver- ung und sodann in großer leicht leserlicher Schrift Beschreibung der ersten Entdeckung de« KäferS, seiner en Ausbreitung, seiner Lebensweise, Vermehrung und Gefährlichkeit für die Landwirthschaft rc. Die AuS g dieser Plakate ist auf Veranlastung des preußi- MinisterS für die auswärtigen Angelegenheiten erfolgt.

) Aus Weintraut, Grinnerung an Marburg und seine »ungen, welches nette Büchlein allen auswärtigen Festtheil- *tn als freundliches Andenken hiermit bestens empfohlen sei.

Auf iem Dammeltzberg. *)

Nimm mich auf in deine Räume Wonnevoller Eichenhain, In dem Schatten deiner Bäume Stand ich sinnend oft allein. Wenn der Strahl der Abendröche Um die Eichenkronen floß, Und der süße Ton der Flöte Wonne durch die Thäler goß, L>, wie weilt' ich da so gerne Bis die Sonne niedersank, Bis des Himmels goldne Sterne Leuchteten zum Niedergang. In dem grünen Blätter-Saale Hebt sich höher jede Brust, lieber Berge, über Thale Schweift der Blick voll reiner Lust. Wenn die Stürme nicht mehr toben Und die Frühlingslüfte weh'n, O, wie schön ist's dann hier oben Auf den waldbekränzten Höh'n! Von des Abhangs moos'gen Stufen Schau ich nieder auf die Flur, Wer wird hier nicht freubig rufen: Welche herrliche Natur!

« der «ppedition zu ertheillnde »Lst A^^o^AdN"^ zs * * fltfpoItaK 8<$fe M

Ein Licht erstand int Sachsenlande, Gezündet hat's int ganzen Reich, Der Deutsche brach bie alten Bande, Der Papst auf seinem Stuhl ward bleich; Und auch von jenem Licht entzündet, ' Hat Philipp hier die Burg gegründet. Die Weisheit stark und lebenvoll Dem Wahn und Unrecht ttotzen soll.

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,4 Ot Einführung der Reform ation tu Hesten hatte Itaf Philipp eine Synode nach Homberg berufen (6.

3" Frankreich haben die Dinge in der letzten Zeit eine Entwickelung gewönne«; welche mit Sicherheit darauf schließen läßt, daß rte Coalittön der monarchischen Parteien in der nächsten Zeit ganz und gar zerfällt. Die Bonapartisten kiagm über eine große Begünstigung der Orleanisten von Seiten der Regierung und die Folge wird die fein, daß die Bonapartisten für sich allein operirm und sich von Mac Mahon ganz lossagen. Der Mac-MahonismuS wird über­haupt jetzt schon zu den überwundenen Standpunkten ge- zählt werdm muffen Es handelt sich nur noch um die

III 'I

Oktober 1526), nachdem er selbst schon vorher Luthers Lehre angenommen. Am 20. October deffelben ZahreS wurde die Homberger Synode eröffnet und durch sie die Reformation in Heflen eingeführt, zu gleichem Zwecke wurde am 23. Januar 1527 auch noch eine Synode in Marburg abgehalten. Bereits schon im Jahre 1526 hatte Landgraf Phil pp den Beschluß der Errichtung einer Hoch­schule gefaßt, die Eröffnung und Einweihung geschah jedoch erst im folgenden Jahre. Der Umstand, daß der seit 1291 hier angesessene Dominikaner-Ocden seine Besitzungen als­bald verließ, wie ihm der Entschluß des Landgrafen über die Einführung der Kirchenreformation bekannt wurde, mag die Eröffnung der Universität beschleunigt haben. Da auch alsbald Die Gebäulichkeiten sowohl dieses Ordens, als die der anderen in Marburg bestandenen zu HörfSälen für die Universilät bestimmt wurden.

Am 30. Mai 1527 fand die Eröffnung der Universität statt und war dieselbe mit 11 Professoren besetzt und von 104 Studirenden besucht. Die feierliche Einweihung der­selben erfolgte am 1. Juli deffelben Jahres im Beisein des HofeS und de« neuernannten UniverfitätS-KanzlerS Johann Feygen (Ficinus) Johannes Ferrarius (Eifer- mann) wurde zum ersten Rector der Universität erwählt. 1529 wurden oer neu g, stifteten Universität Gesetze und Privilegien verliehen, sowie im Jahre 1530 u ffg. zwei große schön gearbeitete silberne und stark vergoldete Z-pter ait Philipps Bildniß und köstlichen Steinen geschmückt, auch Siegel und andere Insignien.

Schwer geschädigt wurde die kaum gegründete Lehran­stalt, welche sich durch die unermüdete Sorgfalt ihres Stifters und durch den Ruhm und die rastlose Wirksamkeit ihrer Lehrer so schnell gehoben hatte, durch ein« der größten Hebel, durch die in jener Zeit herrschende« furchtbaren Seuchen. So brach gegen Ende de« JahreS 1529 in Marburg der sogenannte englische Schweiß au«, worauf die Pest eine damal« oft wieder kehren e Landplage folgte, was die Studierenden vertrieb und eine Verlegung der Universität nach der Stadt Fravkenbkrg veranlaßte. Im Jahre 1542 drohte abermals die P.st, Die Lehrer des PäDagogtumS zogen mit ihren Schülern nach Biedenkopf; im Juni deffelben Jahre« wurde die ganze Universität nach Grünberg verlegt und kam erst im Jahre 1543 wieder zurück. Im Jahre 1546 wurde H.'ffen durch KriegSlmruhen geschrkck, sämmt-

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»ffentli (geigen nimm entgegen: i. tz.Expedition d.Vlatte«, Ten» «ed-Annoncen-Bureaux «LH. Dietrich L Co. in , <r,_ M und Hannover; Th. 1 1°' «Inch tn Frankfurt a.M.;

beiden Hauptparetein, die Bonapartisten und Republikaner. Zwischen beiden werden die nächsten Wahlen entscheiden.

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Die ernsten Vorbereitungen in England zu einer Aktion deren Spitze natürlich gegen Rußland ge­richtet ist, haben tn Verbindung mit der neueren Wendung in Konstantinopel, welche durch den bei der Pforte ent­scheidenden Einfluß de» englischen Gesandten eingetreten ist, haben der gegenwärtigen Situation einen scharfen Charakter gegeben. Die Diplomatie ist wieder äußerst rührig und zwischen Berlin und Varzin herrscht ein sehr lebhafter Ver­kehr. Am letzteren Orte weilt augenblicklich der Legation«, ^ih v. Radowitz, der mit wichtigen Aufträgen von dort zurückkehren wird. Die Berathungen über das was ge­schehe« soll, wenn die Engländer Gallipolis besetzen und der Sultan die Fahne des Propheten entfaltet, dauern unter den einzelnen Cabiueten fort, werden aber wohl schwerlich eine Einigung erzielen. Fürst Bismarck soll der Meinung sein, Oesterreich-Ungarn müffe auf die direkte Verletzung b« Neutralität durch die englische Regierung mit einem Gegenschritte antworten, solle das Dreikaiserbündniß auf­recht erhalten werden. Ob aber Oesterreich sich zu einem solchen Schritt entschließen wird, der doch nur in der Be­setz«»« türkischer GebietStheile bestehen könnte, scheint unS sehr zweifelhaft zu fein. Zunächst wird jedenfalls die viel beregte Besetzung Gallipolis abgewartet werden, die Eng- laud wohl vor dem Ausgange des Entscheidunzskampses bei Adrianopel abhängig machen wird. Wenige Tagemärsche von letzterem Orte entfernt haben die Ruffen ein befestigtes Lager bezogen, nämlich bei Karabunar in der Stärke von etwa 30,000 Mann, offenbar in der Absicht, um die be­treffenden Verstärkungen erst abzuwarten, bevor sie zu den entscheidenden Operationen gegen Adrianopel vorgehen.

lleber die Bewegungen der englischen Kriegsflotte gift die »Anglo-Amer. Corr." folgende Nachricht:^Da« Trup- penschiffEuphrareS" ging am Donnerstag Abend mit 1580 Mann Truppen von Portsmouth nach Malta ab. «m Freitag Morgen folgte das Truppenschiff .Crocodtle" mit dem 2. Bataillon des 13. Regimen!«, das ebeufalls nach Malta zur Verstärkung der dortigen Garnison kom- mandirt worden, sowie 500 Mann verschieden >r anderer liche Profefforen suchten deßhalb andere sichere ZufluchtS örter. Im Sommer 1564 brach die Pest von Neuem in Marburg aus (Die Stadt verlor hierbei 1030 Einwohner) bie Universilät wurde abermals nach Frankenberg verlegi, und kehrte erst im Mai des solgendeu Jahre- wieder nach Marburg zurück. Im Jahre 1575 verwüstete eine pest­artige Krankheit die meisten Städte Deutschlands und hatte sich auch in Hoffen unter andern in Marburg stark ver­breitet. Das Pädagogium wurde wieder nach Wetter und die Universität abermals nach Frankenberg verlegt; im April des folgende» Jahres kehrten erst beide zu ihrer alten Stätte zurück. 1585 mußte der ansteckenden Krankheiten wegen wieder die Universität nach Fcankenberg veilegt werden; 1586 wurde auch das Pädagogium wieder nach Wetter verlegr, im folgenden Jahre kehrten dann Lehrer und Schüler w eder zurück. Im Jahre 1597 wüthete die Pest so ver­derblich, daß jedem Profeffor gestattet wurde, sich einen sicheren Aufenthalt auszuwählen. Die Juristen gingen nach Kirchhain, die Theologen, Aerzte und einige Philosophen blieben in Marburg, die übrigen begaben sich nach den nahe gelegenen Städten Grünberg, Homberg u s. w. Doch schon tm April de« folgenden Jahres kehrten alle Profefforen zurück und singen ihre Sommervorlcsungen wieoer an.

Die Folgen des hessischen ErbstreitrS über das Testament Ludwig IV. von Oberhessen, veranlaßt durch die Einführung der VerbefferungSpunktc durch Landgraf Moritz, wurden eben; wohl verhängnißvoll für die Universität Marburg. Eine Anzahl Profefforen, die nicht die Reformen des Landgrafen Moritz annehmen wollten, verließen Marburg und fanden an dem von Landgraf Ludwig V. von Heffen-Darmstadt ia Gichen 1605 errichteten Gymnasium Aufnahme, das einstwerlea die Stelle einer Uaiversi-ät vertreten sollte; 16nL.a^n1Z' °ntobet fenb bann die Eröffnung der Uni. versttät Gießen statt.

In dell Jahren 1607 unb 1611 brachen abermals ©eudien aus und es wurde, wie bereits früher geschehen, bie Uniberfit5t nach F-ankenberg, und als hier im ersteren Jahre bie Pest ebenwohl ausbrach nach Ziegenhain verlegt. Im Juli deffelben Jahre« ließ die Pest m Marburg nach unb bie Universität würbe wieber bahin zurückgebracht; 1611 mußte sie ebenfalls wieber auf einige Zeit nach Frarikenberg verlegt werben.

Nachdem nun durch Endurtheil des ReichShosSgerichtS

. 9. Sie nachstehenden Mittheilungen entnehme ich dem , «er 1861 herausgegebenen Büchlein «Marburg, feine Ge> j * und Sehenswürdigkeiten/ das indessen schon seit einer »on Jahren vergriffen ist, das Thatsächliche lehnt sich aber ' IchätzenSwetthen Aufzeichnungen des um die hessische Ge- 7 io hochverdienten Superintendenten Profeffor Dr. K W- i (t 1846). Koch.

k Augenblick gekommen sei, aus der bisherigen Passivität «mSzulreten unb durch eine theilweise Mobilistrung der »ec die militärische Bereitschaft Oesterreich-Ungarn« her KL1 teilen. Man kann die Maßregel, welche Gras Andrafly schlägt, nur als eine ansgleichende ansehen und muffen daher, um die Bedeutung der Maßregel zu verstehen, gegenüberstehende Aequivalent zu ermitteln suchen. Wir \ w|ten eine Andeutung hierüber in dem Schlußpaffus der "" ung, welcher lautet:Die österreichische Politik p-r- cite jeden Gedanken an eine Occupatio», könne aber S zugeben, daß eine neue Ordnung der Dinge ohne Zuthun «der gegen die von ihr geltend gemachten In ffen geschaffen werde." Demnach beginnt also @raf drchz, immer bie Richtigkeit der Meldung vorausgesetzt, russischen Politik zu mißtrauen und bie Mobilisiung eine Maßregel, welche ihre Spitze gegen Rußlanb richtet, nicht in dem Sinne, als wolle Oesterreich den mi- en Unternehmungen Rußlands entgegentreten, fon-

i nur um der Stimme Oesterreichs da« nöthige Gewicht

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