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Marburg, Dienstag, 31. Juli 1877.

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zeigen nimmt entgegen: Expedition d.vlatte».

Die Weise m biineuthal.

Historische Novelle aus dem Äriege im Jahre 1866 von Rudolf Wellnau.

(Schluß.)

ber allseftige gewaltige Sturm fich endlich gelegt und Ruhe und Friede wieder in die aufgeregten Gemüther zurückgekehrt waren, sagte plötzlich Mutter Babeth:

^Aber Elsbeth, Kind, das Beste haben wir vergessen, den Hauptzeugen für Dein Erkennen trägst Du ja an Deinem Finger* *

diesen Worten streifte Mutter Badet der Gattin Richard« jenen Ring vom Finger,-den Elsbeths Mutter getragen und den, wie wir wissen, Mutter Badet derselben vom Finger zog, um ihn zur möglichen Erkennung der Berstorbmen auszubewahren.

Neue Aufregung überkam Kerely und Gräfin Esther, alS beide den Trauring der Gattin Kerely«, der Mutter Esther« erkannten. Jeder Zweifel war gelöst, wmn e« nach dem Borhergehenden noch eines Zweifels bedurfte. Freude und Jubel waren groß und der alte Kerely wußte fich vor Freude kaum zu fassen, wo fein liebes Weib geendet und daß et auch noch ein liebes Sind derselben, eine

in, rstat zgaii irbm

A kommen Schaaren dir von nah und fern, ' du umfängst wie liebe Kinder gern, Söhne, die gewandert von dir aus wiederkehren in ihr Elternhaus. — bist verknüpft durch ein verjährtes Band einer Frau von hohem edlen Stand, segnend längst in deiner Mitte steht, ist's, nach der die Wallfahrt Aller geht, wollen ihre Mutter wieder sehn, , Philippina, wollen ste umstehn, wieder freuen an der Mutterbrust, deinem Blick mit neuer Herzenslust, ckündcn wollen fie, was du gethan, idem du Haus hältst an dem Strand der Lahn, Leuchte scheinst in ferne Lande hell, hoher Weisheit klarer edler Quell.

kommt, o Söhne, kommet mit Gesang, Saitrnspiel und mit der Hörner Klang, ,t Dank der Guten, die euch einst erzog, deren Herzblut jeder Sprößling sogl

naht mit Wünschen an dem Ehrmtag, redet, wie der Mund es nur vermag, rott Enkel in der fernsten Zeit

noch d« Mutter Freundlichkettl

dieSMdMvnd ,.i„, sowie d.Annoncen-^ureaux von G. L. Daube & Co. in

D» schon vor ungefähr einem Jahre den Regierungen i, Berlin, Paris, Rom und Wien vom Schweizer Bundes- . >he »«gelegte Entwurf eine» internationalen Eisenbahn- ■ achtcontract wird einer wahrscheinlich noch im Laufe dieses ,1 *rt« stattfindenden internationalen Conferenz unterbreitet ' : i' Der Entwurf zerfällt in folgende Haupltheile: .. ■ ^ngehung und Inhalt de« internationalen Eisenbahn- ",^1- ^eonlract; 2) Erfüllung desselben; 3) Legitimation und j z vchtsstand für Entscheidungs-Forderungen wegen Glicht W kung des ContracteS; 4) Voraussetzung und Umfang entschädigungSforderungen gegen die Bahn; 5) Unter- m g EntschäoigungSforderungen durch Bersäumniß der Labt ä.Qticn °b" Verjährung; 6) Rückgriff der Bahnen »einander. Von den gedachten Regiecungen ist eS nur französische, welch« insofern vpponirt, als ste auf An- ■8 der großen französischen Lahngesellschaften eine ■x en ^i' Vertretung auf der Conferenz beansprucht. Vor- eike ^'"ch wird diese Oppostiion fallen, zumal sttz in

Noch einmal drum nenn' ich sie geist'ge Siege, Triumphe, die manch' düstern Geist verbannt! Roch war s nicht hell, als an der kleinen Wiege Des geist'gen Kindes der wackre Landgraf stand. Doch es erwuchs, und im gewalt'gen Kriege Hat es als Heldenjungfrau kühn verbannt Den Feind, der mit des Neides eiteln Mühen So gern gestört ihr geistig frisches Blühen. Zum Weibe ist die Jungfrau nun geworden Und unter ihren Schwestern nah und fern Im sonn'gen Süden und im kalten Norden > Erhebt man ihres Wesens lichten Kern;

philippina» Name aller Orten Nennt man im Feld des Wissens stolz und gern! Und mancher Geistesheld — so einst wie heute — Errang in ihrem Sold die reichste Beute!

neuerer Zeit in Frankreich bezüglich bet Tcansportfragen ff»n$i3nb»?tttrb=noIc fortgesetzt im Zwiespalt mit dem CaflationShof befinden, der gegen seinen Willen gezwungen veraltete Gesetzgebung (aus dem Iah« 1810)

V -Und also ein Vertrag zu Stande kommen, der für den Handel und Wandel unsea ContinentS von großer Wichtigkeit ist. '

Die Absendung englischer Truppen nach Malta hat nunmehr begonnen, und in London betrachtet man ziemlich allgemein diesen Schritt al« den Beginn eine« aciiven Ein­greifens in den gegenwärtigen Krieg. Im Ganzen rechnet "°"8U"achst auf 21,000 Mann, die nach der Balkanhalbinsel Ä? k ,0lIcn- 3" russischen Kreisen läßt die be­vorstehende Aktion de» britischen Reichs sehr kühl. Die der Regierung nahe stehenden Blätter betonen sehr scharf, daß die Zeit längst vorüber sei, wo man in Rußland auf ba« etwas gegeben habe, was Englanb thue ober nicht tbue. Die militärische Schwäche Englands sei so notorisch V^man^seinet^jetzigen «riegkvorbereitungen mit der größ

'er schönen Sitte Geist, den schon die Alten wb°L Gepflegt einst bei des Bechers frohem Klang! tg ta heitern Festesfeier sinn'ges Walten

' heben durch das Lied und den Gesang — ; laßt auch uns die deutsche Art erhalten folgen unsrer Väter rüst'gem Drang!

ßt mich im Lied, das deutschem Sinn entsprossen, ' grüßen Brüder, Freunde, Festgenoffen!

KW Tage, die wir festlich jetzt begehen, 11 geist'ge Siege, kühn und frei vollbracht! .Much des Jahrhunderts sturmbewegtes Wehen Geist der stillen Forschung treu bewacht: "nt dieser Stiftung dauernd fest Bestehen Fr<|e8 Fleißes Ringen und des Geistes Macht! burFtthundertfünfzig Jahre sind entschwunden, _ web ’t unsres Festes würd'gen Grund bekunden!

Manch würd'ge Namen müßt ich jetzt bekennen Der längstentfloffenen, thatenreichen Zeit,

' Wollt ich des Baues edle Fördrer nennen, Die seinen Grund errichtet stolz und weit. Doch heute kann die Flamme für sie brennen Im Men Tempel, nur dem Dank geweiht! Denn wie der Epheu rantt um alle Mauern, So soll ihr Ruhm die Zeiten überdauerns Drum zu der Gegenwart im vollen Glanze Schau ich noch einmal jetzt mit heiterm Sinn! Und von der Hoffnung festgebauter Schanze Erkenn ich klar der künst'gen Zeit Gewinn: Are heut im Schmuck, im frischen, geist'gen Kranze Strahl Marburg s Ruhm durch alle Zeiten hin! Und einst — nach des Jahrhunderts flücht'gem Eilen Wird stolz die Nachwelt unser» Jubel theile»!

tat Gleichgültigkeit znschauen könne. Selbst wenn man ^armum dessen wa» Englanb überhaupt leisten könne, SO,000 Mann nach Konstantinop.'l schicke, so «erben diese von ben Russen verjagt werben. Diese stolze Sieges,uver. ficht vermögen wir burchaus nicht zn thetlen, b-nn wenn das englische Volk Krieg führen wollte, so stäuben ihm noch ganz andere MUtel unb Kräfte zu Gebote, uameut- b < °“8 dn” Begünstigung bet mohameba,

"'sch'« Bewegung ziehen würbe. Aber wir stab der Mei­nung, baß bie englische Regierung eS überhaupt nicht auf einen Krieg mit Rußlanb ankommen läßt, weil ein solcher «lieg zu einem allgemeinen europäischen Branbe führen würbe Denn eS ist höchst unwahrscheinlich, baß Deutschlanb, wenn einmal Englanb mit seiner ganzen Macht in ben Krieg zu Gunsten bet Türkei eintritt, in seiner bisherigen Neu- tralitÄ verbleibt. Auch ist rt sehr fraglich, ob Italien ein« längere Dauer brS orientalischen Kriege» nicht ba,u benutze nwird, um aus einer Aktion für bie Slaven in bet Türkei Vortheile für eine Erweiterung seiner Macht- st.llnng an ben Küsten beü Mittelmeere« zu ziehen. Im Tochter gefunben hatte. Unb Christen — arme Derfbe- *5“” f° große Liebe unb Barmh rzigkeit einem verachteten Juvenweibe bewiese« l Da« öhnte ihn fast wieder aus mit bem Bertathe, bm bet treu« tofe Graf an seiner Tochter Esther begangen, ba» söhnte chn säst wieber auS mtt ber That beS Statthalters von Mähren, um beswillen er unb situ arme« Weib unglücklich unb elenb geworben waren.

ES war Abenb geworben, ein schöner heiterer Sommer- abenb, unb es brängte Abraham Kerely unb Gräfin Esther noch bie Stätte zu besuchen, wo be« Ersteren thenetrS Weib °«d Letzteren gute Mutter ben ewigen Schlummer Mief. Die ganze Gesellschaft machte sich auf nach bem Friedhöfe be» Dörfchen». Hier umstanben alle ben kleinen grünen, von Elsbeth» lieber Hanb mit Blumen bepflanzten Hügel. Reiche Thränen ber beiben Äinber wie be« greisen Gatten benetzten Gra» unb Blumen unb alle Uebrhen waren von der Feierlichkeit be» Augenblicks tief ergriffen. , »34 habe Dich wieder, ich ««iß, wo Du schlummer»

V' fei gelobtI-7ief K«elY bem mon ihn endlich von allen Seite? orangen mutzte.

Ehe jedoch unsere Freunde ben Kirchhof verließen, besuch- bMtt' an°‘Uh™ Grabstättm; bie eint gehörte bem k tLiön Dnb untet der andern schlummerte ber Mann Gäbet, Elsbeth» Pflegevater. Nachbem man autfc biefen ben Zoll ber Liebe und Verehrung bargebracht hatte, wanbte man stch zur Rückkehr. 8

E» war bereits schon ausgemacht- Sache gewesen, baß nnk0^ ÄetC b unb Gräfin Esther auf bem Gute bleiben unb aJoönurtfl nehrnm sollten. Durch baS »ufstnbm ber ^^ter Kerely erlitt diese« Abkommen nunmehr eine Aenbe- ,ttn8 ^in, daß Kerely unb Esther chre Wohnung auf

Al heilge» Marburg an bem Strom ber Lahn, «as legst bu heute für ein Festkleid an? «aa find'» für Gäste, welche fröhlich ziehn [HCl 3" deine Straßen, so geschmückt mit Grün?

imer \ d.Annoncen-Bureaux sfeft sm Th. Dietrich & Co. in Mel unb Hannover; Th. Hetrich in Frankfurt a.M.; -aasenftein & Bögler in £ntfurt a. M., Berlin, tzjpzig, Cöln ic.; Rudolf »Mffc in Berlin, Frank- 8etC,r" furt «. M. ic.

chmen ■ bllt on i enPg hnetl

Unb habt ihr DankeSopfet dargebracht, Im Geist erwärmt, von Liebe angefacht, Dann ziehet heimwärts mit erhabner Brust, Mit Freudigkeit und muer Schaffenslust. Za seid ihr heiwgek-hrt von unsrer Lahn, Auf Marburgs Wohl stoßt auch zu Hause an: Di- Stabt mitsammt bet theuern Philippine Unb Burschenfreiheit lebe, wachse, grüne I

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Frankfurt a. M.; Jäger'sche

Buchhandlung daselbst;

Herrnann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in

Elberfelds C. Schlotte in

Buch drucke"^) ^ch'dj^L^S^

Sfit tn der Expedition ,u ertheilende Auskunft und Annahme*bit ® » if«.

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