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Marburg, Sonntag, 29. Juli 1877.

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und allgemeine Sacke der ganzen deutschen Nation

'ttt und Den Tod des Kriegers, des Helden auf dem

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Unser Kaiser setzt in Gastein die begonnene Badekur und erfreut sich trotz der ungünstigen Witterung deS Een Wohlseins. Gegen das von der NeichSregierung Eyflene Pferde - Ausfuhrverbot herrscht nach wie vor eine Eke Agitation, die namentlich in ZritungSprotesten und feschwerden von Sachverständigen Ausdruck findet. Da .doch bei Erlassung dieses Verbotes zwingende Rücksichten »j die politische Lage Europas maßgebend gewesen sind, (läßt sich erwarten, daß eine Aufhebung desselben n cht

havptet werden tonnten. Die Montenegriner haben wider Erwarten den Angriff auf Nikstrsch unternommen und sind am 22. und 23. d. durch Sturmangriff und Kapitulation in den Besitz zweier abgetrennter Außenwerke gelangt. In Asien hat e« bei Alexandropol, Olschemtschiri und" im Kau­kasus einige Gefechte von geringerer Tragweite abgesitzt, im Uebrigen aber stehen sich die Gegner nach wie vor un- thätig in ihren verschanzten Stellungen gegenüber.

geigen nimmt entgegen: ^Expedition d.Blatte», Ei« d.Ännoncen-Bureaux BTd- Dietrich & Co. in tl und Hannover; Th. eich in Frankfurt a.M.; kjafenftein & Vogler in toRtfurt a- M., Berlin, g»,ig, Cöln ic.; Rudolf tafle in Berlin, Frank­furt a. M- k.

ulenden Stellung zur Folge haben würde, sind nicht In ifMung gegangen; Graf Andrafly scheint die Frage Werreichischer Jntereffen erst dann ausstellen zu wollen, ■n eS sich um die Ziehung der politischen und territo- ■len Consequenzen der militärischen Ereigntfle, das heißt, ■ den Abschluß des Friedens handelt.

k Die französische Regierung hält eS noch immer Wei«, an welchem Tage fie die neuen Wahlen zur De- Mittmkammer vornehmen lasten und welche Leute fie ihren Jtiituen als vertrauenswürdig bezeichnen will. Man meint pat, de Fourtou habe den 14 Oktober durchgesetzt, aber « Mderspiuch des Herzogs von Decazes scheint doch die Llrkulig gehabt zu haben, daß dieser Beschluß noch nicht jtm Lande kundgethan wird, da ja Fälle eintreten könnten, y eine frühere Einberufung der Wähler doch geboten er« Wim. Ohnehin ist ja auch die Eandidatenliste noch nicht Hvz klar. Die Konservativen liegen untereinander in stetem »er und mögen sich nicht so ganz einfach unter die Fahne ic Mahon'S scharen lasten. Jede Gruppe hat ja noch i Fähnchen für sich. Der Marschall - Präsident hat mit

als Leide den Wunsch aussprachen, zu then Trupp.n zurück« kehren zu wollen, waren es die Gräfinnen Thekla und Esther, die lebhaft dagegen prottstirten. Allein Esthers Vater, Abraham Kerely, fand den Entschluß der beiden Krieger höchst ehrenwerth und bestimmte die besorgten Damen endlich, sie gewähren zu lasten. WaS ihre vorgebrachte Schutzlosigkeit im Schlöffe betreffe, so trete er für dieselbe ein und hoffe, daß nichts geschehen würde, was ihre Sicherheit gefährde.

Oskar und Richard gingen somit zu ihren Regimentern zurück und kämpften die glorreiche Schlacht bei Köuiggrätz mit. Gleich nach dem Friedenöschluste erhielten Beide Ur­laub und trafen zur großen Freude Theklas, Esthers und Kerely's gesund und wohlbehalten aus dem Schlöffe wieder ein Hier nun war jedoch ihres Bleibens auch nicht länger. Gräfitn Thekla reiste zuerst in Begleitung ClaristaS zu ihren Verwandten zurück, von wo aus sie später den gefaßten Entschluß auSsührte und in ein Kloster ging. Nicht lange nach ihrer Abreise traten auch Abraham Kerely, Esther, Oskar und Richard ihre Reise in die Heimath an.

Groß war die Freude des Wiedersehens zwischen EIS» beth und Richard, sowie besten Muiter, der Altbäuerin, und Mutter Babet. Ja, die ganzen Dorfbewohner jubelten und der Bart-Friedel schlenkerte und schleuderte Arme und Hände so gewaltig, als cb er selbst de« ganzen Krieg mitgemacht und die ganze österreichische Armee über den Löffel barbiert und nun seine Heidennoth damit habe, den Schaum weg- zuwerfen. Das gab ein Erzählen und Berichten! Der Bartfriedel vergaß Esten und Trinken und Rastren darüber; ruhete nicht, bis er Alles bis auf den letzten Buchstaben wußte, um den Bauern Abends in der Schenke die Geschichte des Krieges vorzutragen, wa» bi« zum frühen Morgen dauerte.

Auf dem Gute vor dem Dorfe war da- Wiedersehen

bchlvsteS gewahrt und somit auch Richards Anwesen

•uf dem Schlosse nicht mehr vonnöthen. Dennoch

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. i« Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst;

• Hermann'fche Buchhandl. ▲ daselbst; Jnvalidendank in ™ Berlin; W. Thienes in

Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

Lage-bericht.

Der deutsche Botschafter in Rom hat dem italienischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten die Mitthetlung gemacht, daß das die Pateutirung von Erfindungen betreffende Gesetz vom 25. Mai am 1. Juli im deutschen Reiche rechts­kräftig geworden ist, und daß von demselben Tage an daS mit dem nämlichen Gesetz eingesitzte kaiserliche Patentamt seine Thätigkeit eröffnet hat. Gleichzeitig gab Herr v. Keudell dem Herrn Melegari zu erkennen, daß seine Regierung An­gesichts der internationalen Bedeutung dieses GesetzgebnngS- zweigeS und von dem Wunsche beseelt zwischen den Be­hörden, welche im deutschen Reiche und in anderen Staaten über diese Angelegenheit zu bestimmen haben, einen direkten Austausch von Ideen und Dokumenten zu vecanlasten, ihn beauftragt hat, dem Ministerium für Haadel, Gewerbe und Ackfichau ein Schreiben des kaiserlichen Patentamts zu unter­breite« in der Hoffnung, daß die italienische Regierung den Wpnsch der deutjchen Reichsregierung günstig aufnehmen werde.

v- ug ilo» ean [175:

Für tu der «rptbttwn zu ettherlende Auskunft und »muchme von «dreffen »erben «5 Pf,, berechnet?

d. A «m Streich vom 16. Mai die Republikaner zu Boden Uttel chn zu können gehofft; jetzt muß er sehen, daß seine me Armee aus Rand und Band ist. Die Clericalen, k ihu zu d m Schritt gedrängt haben, und die Royalisten ’ Im ihre Bedingungen; die Bonaparlisten sind ihnen

Wichtige Mittheilungen in bescheidener Form waren eS, welche die englischen Minister dieser Tage dem Paria- I ment gemacht haben. Einige Truppentransportschiffe wür­den abgehen, um die Besatzungen von Gibraltar und Malta auf die vorschriftsmäßige Stärke zu bringen. Parlament und Publikum verstanden wohl, daß diese Maßregel den Entschluß der Regierung bedeute, Englands Einfluß bei der Beendigung des Krieges im Orient oder auch schon bei einer folgenschweren Wendung des Kampfes geltend zu machen. Konservative Blätter fordern geradezu die Besetzung von Konstantinopel und Gallipoli. Einen Sturm im Glase Wasser verursachte in beiden Häusern des Parlaments, na­mentlich j-doch im Unterhause, der gegen Lord Beaconsfield ausgesprochene Vorwurf, unter Mißachtung eines vom Parlament empfohlenen Verfahrens einen persönlichen Günst teug mit einem öffentlichen Amte bedacht zu haben. Das Unterhaus sprach schon einen Tadel über den beschuldigten Premier Minister aus. Jndeflen wußte der Letztere sich so klar zu rechtfertigen, daß das Hau« den Tadel zurücknahm.

Der jüngste Ministerwechsel in Konstantinopel kann als ein Sieg der Kriegspartei über die zum Frieden geneigten Elemente aufgesaßt werden, wenn schon Midhat'S Rückbe- rufung seither noch nicht zur Thatsache wurde, obgleich eine gestrige Wiener Depesche fie meldete. Aanfi Bey fühlt jetzt daS Auswärtige, während Savfet, anstatt die 1 öffentttcken Arbeiten zu übernehmen, gänzlich aus dem Mi­nisterium ausgeschieden ist. Osman Pascha, der einstweilen ! noch in Plewna steht, wird Kriegsminister und der Palast­marschall Sa d soll zeitweilig das Seewesen übernehmen. Abdul Ätrim und Redif sind ihrer Posten enthoben in Stambul eingetreffen, anstatt dessen ist her 47jährige Me- hemed Ali al» OoerbesehlShaber nach Schumla und Su­leiman, deffen Truppen aber noch theilweise auf dem Aegäischen Meere schaukeln ober gar noch in Antivari weilen, nach Adrianopel abgegangen. Bon einer Entfaltung der grünen Hahne des Propheten will man Abstand nehmen, dagegen werden Adrianopel und sogar Konstantinopel in aller Eile befestigt. In der westlichen Bulgarei haben die Ruffen Rahowa besetzt, find aber beim Angriff auf Plewna nach ihren eigenen Angaben mit einem Verlust von annähernd 2000 Mann von Osman Pascha zurückgeschlagen worden. In der östlichen Bulgare! ist General Zimmermann über ken TrajanSwall hinaus in der Richtung nach Varna und Silistria vorgerückt, wurde aber beim Angriff auf die letz­tere Festung ebenfalls zurückgeworfen. Südlich vom Baltin stehen die Ruffen in Eskifaghra, Äalofer und Karlowa und rücken in drei Solennen gegen Burgas, Adrianopel und Philippopel. Wichtiger aber als diese räumliche Ausdeh­nung ist die Freilegung deS SchipkapaffeS und einiger an­deren Balkaultraßeu, die von Renf Pascha nicht mehr be-

ruH wch jene Agitation beschleunigt werden wird. Im Bei- mSi ta des MarineminlsterS v. Siosch fand in der eei floffenen

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i,25 b stachtselde gefunden!

0 gewiß, unsere Freunde brannten ton Begierde, an (’75 1 letz len entscheidenden Kampfe für die Ehre PreußmS, iJ den Ruhm der preußischen Waffen zum Wohle Deutsch theilnehrnen zu können! Es hielt st: ja auch jetzt ,75 t* te mehr davon ab. Der Hauptmann, Baron Oskar, don seinen Wunden vollkommen hergestellt, die Sicherheit

[enwi Seche der Siapellauf der beiden neu gebauten Panzer- > »wetten A und B statt; erstere hat den Namen Sachsen, )bi8d tzme den Namen BiSmarck erhalten. In einigen Ort- iMung falten des Regierungsbezirks Oppeln ist die Rinderpest Ä» dzetreten. Am 23. Juli Ist mit der Versenkung oeS en“o heinkabels die unterirdische Telegraphenlinie Berlin Leipzig- «nksurt-Mainz fertiggestellt worden.

Der Rest deS achtm BundeScorpS hatte eiligst Frankfurt >6018 ^onou ebenfalls cerlaffen und war über Darmstadt dem Süden entwichen.

L8,oo|$)ie Main-Armee, wie nun diese preußische HeereSabthel M genannt wurde, schlug ihr Hauptquartier In Frankfurt

>'goE Onb ma$te eine kurze Rast.

/ _gt3u bedeutenden Gefechten kam eS nun nicht mehr. ;[i06 18 nun an begannen allerseits die Friedensunterhandlungen, leri* 1 Wellen, wie allgemein bekannt, sehr bald der Friede 1301. «erging.

innh. würden sehr Irren, wenn wir annehmen wollten, - ß Hard und der Baron OSkar hätten diesen Ereigniffen .'50 y dem Kriegsschauplätze unthätig und in sicherer Ruhe ’oti 1 'hrem Schlöffe tn Böhmen aus zugesehen, hätten sich 0,25 Eer Beharrlichkeit nicht darum getümmett, wie viele *,50 ft Kameraden in dem großen Kampfe für die Freiheit rtoowba8 Recht PrevßmS, in dem heiligen Kampfe für die

Die Waise tn 6exxnit|eL

«ische Novelle au» dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Weitnau.

(Fortsetzung.)

[Z77 Die Erwartungen, welche von vielen Seiten gehegt "[lij neben, daß der Uebetgong der Ruffen über den Balkan —6 HerauStteten Oesterreichs aus seiner bisherigen ab-

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tLagk: grfcheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen.

Die Wiener „Pollt. Corr." erörtert in einer Zuschrift au» Paris die Eventualität einer Abberufung des Baron Bande als Botschafter der französischen Republik beim Vatikan. DaS Blatt bemerkt dann: „Sollte Baron Bande, was sehr wahrscheinlich ist, von Rom abberufen werden, so dürfte Vicomte von Gontaut Biron als sein Nachfolger znm Bot­schafter bei Sr. Heiligkeit ernannt werden. Seine versöhn­liche Haltung, fein sanfter Charakter wären dort vollkommm am Platze. Jndeffen beschäftigt man sich hier feit Langem mit dem Gedanken, einen Nachfolger für ihn in Berlin zu finden. Die Thatsache, daß Gontaut-Biron beim Kaiser Wilhelm, bei der Kaiserin Augusta und dem Hofe eine sehr gern gesehene Persönlichkeit ist, giebt ihm noch nicht den nöthigen Halt in der Berliner ReglernngSweli. Ja bm lehren Jahren Ist eS Herrn von Gontaut-Biron pststrl, daß er während achtzehn Monate den Fürsten Bismarck nicht zu Gesichte bekam." Diese Nachricht, soweit fie sich auf die Versetzung deS Viconte von Gontaut Biron bezieht, findet in Berliner politischen Kreisen keinen Glauben. Die Regierung würde sich sehr im Lichte st hm, wenn fie nicht zwischen Oskar und seinen Ellern auch ein gar fröhliches und herzliches. Abraham Kerely und feine Tochter Esther wurde von Oskars filtern sehr freundlich ausgenommen, denn die Verlobte OSkarS war ja — eine Gräfin in aller Form Rechtens und somit der ftandeSstolzen Mutter OS- karS eine willkommene Schwiegertochter. Oskar selbst war zum Hauptmann abancirt, mehr konnten jg Vater und Mutter nicht verlangen.

Am andern Tage ließ der Freiherr anspannen, nm auf dem Althofe einen Besuch abzustatten und auch Richard zu bewillkommnen und gletchzettig eine Bekanntschaft Abra­ham Kerely's und feiner Tochter mit der Familie Richard'S herbeizuführen.

ES war Nachmittags, als der Gutherr mit feinem Sohne, Abraham Kerely und Gräfin Esther auf dem Allhof an­langten. Da gab eS Freude über Freude! Die Bekannt­schaft war bei der Leutseligkeit aller Betheiligtm sehr bald ge­macht, aber seltsam, Abraham Kerely sah die junge Frau Richards so sonderbar und immer sonderbarer an, er konnte sich nicht loSreißen von ihrem Anschauen, wurde tobtenbleidb uuv begann an allen Gliedern zu zittern wie vom Fieber­schauer geschüttelt. Jedoch ging eS Gräfin Esther nicht viel bester, auch fie konnte ihre Blecke nicht abwenden von EiSbeih, der jungen Gattin Richards.

Unb eiSbetfc wiederum hing mit großen fragenden Augen au Gräfin Esther und wurde, je mehr und je länger fie dieselbe ansah, von Minute zu Minute unruhiger in ihrem . Innern. Richard blieb ebenfalls bei dieser Scene nicht lheilnahwSloS und blickte überrascht und verwundert, zu­gleich aber auch, wie ein scharfer Beobachter hätte bemerken musten, prüfend und Vergleiche anftellend, bald auf Gräfin Esther, bald auf feine Gattin. Es mochten dabei jene Ge- danken, welche er beim ersten Anblick Esthers bei ihrem Mftabcn in dem geheimnihoollen Schlosse schon empfunden

___ x übet den Kopf gewachsen und hantireu im Lande, aiS 77. : ten sic allein zu bestimmen, wie eS nun werden soll