Einzelbild herunterladen
 

r. 171

Marburg, Sonnabend, 28. Juli 1877

in

xii, Jahrgang

OIirrMchc jfitimii

?en-

thor

Altbauers sofort von dem Tode ihres Manne«

tion in

illtn i au6wl

im Kreise Beuthen, und Radgionkau, im Kreise Tarnowitz, wiederum durch den Schmuggelhandel herbeigeführt ist welcher an der schlesisch - österreichischen Grenze trotz der Wachsamkeit der Behörden in ausgedehntem Maaße betrie­ben wird. Diese Thatsache ist, in Verbindung mit den schon früher vvrgekomMenen Fällen, wie wir hören, Der- anlafsuna gewesen, daß die bezüglichen Behörden die Frage in Eraägung gezogen haben, auf welche Weise eS möglich werden dürfte, so tief durchgreifende Vorkehrungen zu treffen, daß eine derartige Einschmuggelung deS ungarischen resp mit diesem in Verbindung gekommenen österreichischen VieheS ganz unmöglich werde. Wir hören, daß diese Frage bei ter Reichsverwaltung noch weiter in Erwägung gezogen und zu diesen Berathungen auch die oberen Verwaltungs­beamten der betreffenden Grenzbezirke herangezogm werden sollen.

Die abweichende Haltung deS Wiener CablnetS gegen, über den ungarischen Wünschen in der Orientfrage, hat böses Blut in Ungarn erzeugt. Dieser Tage wird eine große Volksversammlung in Pest abgehalten werden, auf welcher General Klapka eine Rede halten und an der sich ein großer Theil der ungarischen Abgeordneten betheiligen wird. Die Magyaren handeln in dieser Frage ganz über- e.nstimmer d mit der VerfaffungSpartei in Deutsch Oesterreich, welche gleichfalls eine Intervention Oesterreichs zu Gunsten der Türket verlangt. Indessen das Wiener Cabinet ist heute mehr als je entschtoflen, die Fragen die sich an den Orientkrieg knüpfen, mit Rußland gemeinschaftlich auszutragen und ta die englische Regierung von Wien auS hierüber verständigt worden ist, so wird dieselbe sich vor übereilten Schritt n hüten und dem Drängen der englischen Blätter auf eine Besetzung Gall poliS sicher nicht nachgeben.

. Wie man in unterrichteten Kreisen wiffen will, so würde Oesterreich für den Fall, daß England auS seiner Neutralität hcraustreren und ein TruppcncorpS auf der Lalkanhalbinsel ans Land setzen sollte, zur Besetzung türkischer GebtetStheile schreiten und zwar im Interesse Rußlands. Auch die deut, sche Regierung würde gegen eine Verletzung der englischen Neutralität protestiren. Letztere wird daher wohl unter­bleiben.

ungleich durch den Ausspruch deS Stadtarztes auf Ausgang vorbereitet, wurde Elsbeth dennoch durch

essen, irls-

Hen-, iths-, i alle ritten line

L Re- hwei- lussi- m In- 16141

Ä** Bestellungen für die Monate August Teptembek werden von allen Postanstalten die

gberhkssische Zeitung

deren Gratisbeilage

lustrirteS Sonntagsblatt

nommen (auf dem Lande von den Landpost-

bofelbft; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

Die Waise >«n Sonueuthal.

fische Novelle auS dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Wellnau.

(Fortsetzung.)

Pbeth, welche wie gewöhlich im großen Lehnstuhl am Mette saß, war nachdem der Altbauer eingeschafen (die fortwährenden Nachtwachen und Anstrengungen Mt, die sie zur Hälfte der Altbäuerio noch zuwenden S ersöpft und müve, endlich auch ein wenig eingeschlum- i Als fie gegen Morgen erwachte, wunderte sie sich »mig, dm Altbauer noch schlafend zu finden. Aber M eS ihr auf, daß fie gar nichts von seinem Athem fa. Der Gedanke, daß er tobt sein könne, fuhr ihr durch den Kops. Sie sprang auf, ergriff seine sie warm eiskalt, sie befühlte seine Wangm, TodeS- Mte sich darüber gebreitet, jetzt rief sie ihn beim b, rüttelte und schüttelte ihn vergebens, das Leben »n ihm gewichen, er war eines sanften, schmerzlosen ^gestorben, obwohl ihn die Schmerzen der Krämpfe ke Zeit vorher verlassen hatten.

Die gegenwärtige Erzählung unseres Blattes t nur noch wenige Nummern und beginnt als-

is Tagebuch eines Dreiundachtzigers iS dem deutsch-französischen Kriege 1870,71.

Die Exped. der Oberh. Zeitung.

eigen nimmt entgegen: Apedttron d.BlatteS, ^dAnnoncen-Bureaux ! Th. Dietrich & Co. in (d und Hannover; Th. Hich irr Frankfurt a.M.; ifenftein & Vogler in Mrtt a. M., Berlin, jpg, Cöln ic.; Rudolf gt in Berlin, Frank» F furt a. M. ic.

TageSdericht.

Die Frage der Semndärbahnen ist nun bereits in einer Ham Anzahl von Provinzial Landtagen zur Berathung fugt, und von der Mehrzahl derselben i|i über oiefe n Verkehrswege ein abjprechmdeS Unheil gefällt wor i Die Provinzial-Landtage von Pofen, Preußen und ßfalen haben entschieden abgelehnt, die ihnen überwie- v Chausseebaumiitel zu solchen Seeundärbahnen mit zu Kuden und nur der Landtag der Provinz Heffen hat kw günstigerem Sinne geäußert. Von den erstgenann drei Landtagen war eS gerade der westfälische, welcher zutreffendsten und motivirtesten Grund für feine gegen- hge Ansicht abgab. Er forderte zunächst eine präcise gmzung deS Begriffe«Secundärdahn" und sodann Erlaß von gesetzlichen Bestimmungm, welche die An- fche deS Reiche« und Staate« an solche Seeundärbahnen In. Das Letztere bildet ein ganz hervorragendes Mo- t bet Verpflichtung gegenüber, welche dm Eisenbahnen | das Gesetz vom 20. Dezember 1875 auserlegt wor- illlld welche sich aus die Verpflichtung der Eisenbahn- Kltungen der Reichspost gegenüber beziehen. Möge inst die Verpflichtungen feststellen, welche den Seenn- Kn Verwaltungen auferlegt werden können, und stelle fbann, wenn diese Bestimmungen getroffen find, die «irnalverwaltungen vor die Frage, ob sie aus ihren An solche Bahnm bauen wollen.

Vie in Schlesien angestellten Erhebungen habm ergeben, In Ausbruch der Rinderpest in den Ortschaften Scharlei,

full ar feil e§1 d. D« legen J net® über-, fi

* Thür auf und der Bartfriedel trat ein. Au- den Ritt-L * der jungen Frau erkannte er, was geschehen. Er ! "eH Igle sich von dem Ableben deS Altbauers und be- sich bann, bie junge Frau zu beruhigen. Lange beibe nicht einig, ob sie die immer noch schwache

1 20Ä *Eßheit des TodeS deS Altbauers tief erschüttert nftet* ouf ihren Sitz zurück und meinte dem Verblichenen aufrichtige Thränen deS Schmerze- nach.

1877. fcjrenb Elsbeth noch in Thränen gebabet dafaß, ging

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co- in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl-

ibifo* >, ftntj ätbig fer, j weg 3^

isung in all is Heal n-Nasd tgenM Iporta fe,je<W rgscha üungbl Ult, armettf 4äri t piq

ui itttl em « . N-dst

Lextsq unb 11 bitte | auf tz 'zufintz

lettoa.

ilnitg i vtrnch Hülle indet i lingueu _J1S ideu i it an

EA

Die Verstärkungen, beten Absendung bie russische Re­gierung bereits seit längerer Zeit beschloffen, flnb nunmehr auf dem Kriegsschauplatz in Asten, wie in Europa ange­kommen. Die KaukasuSarmee ist um zwei Divisionen, 6 Schützenbataillone und zahlreicher Artillerie und Cavallerie, zusammen etwa 30,000 Mann verstärkt wo,dm; auf dem miopäischen Kriegsschauplatz ist die auS 22. Divisionen in Kenntniß setzen sollten oder nicht. Sie entschieden sich doch endlich für das Erstere. Während der Bartfriedel bei der Leiche zurückblieb, ging Elsbeth schweren Herzens zu der Altbäuerin, um diese in möglichst schonender Weise mit dem Geschehenen bekannt zu machen. Der tiefste Schmerz erschütterte die arme Frau und brachte sie in ihrer Gene, sung um viele Wochen zurück.

DaS ganze Dorf nahm den lebhaftesten Antheil an dem schweren Geschick, das den Althof betroffen.

Denn so sehr man sich auch in der letzten Zeit allge­mein von dem starrsinnigen hartnäckigen Altbauer abge­wendet, so rasch waren nach der bekannt gewordenen Ver­söhnung desselben mit seinen Kindern ihm die Herzen wieder gewonnen worden und alle betrauerten ihn in der aufrich­tigsten Weise.

AlS er zur Ruhe bestattet wurde, gab ihm die ganze Gemeinde das Geleite zum Grabe.

Mit derselbm Opferwtlltgkeit, mit welcher Elsbeth ihren Schwiegervater gepflegt, mit derselben Liebe und Sorgfalt wartete sie jetzt ihre Schwiegermutter, Tag und Nacht wich sie nicht von ihrem Bette und hatte endlich die Freude, die Altbäuerin gerettet und genesen von ihrem langen Schmer­zenslager sich wieder erheben zu sehen.

Kaum aber war die Altbäuerin einige Tage auf und hatte das Nothwendigste in der Wirthschaft wieder geordnet und geregelt, so ließ Ye nicht nach, 618 Elsbeth sammt Mutter Babet nach dem Althofe Übergefiedelt waren, um hier für immer ihren bleibenden Wohnsitz zu nehmen.

Hier begann nun ein rühriges, geschäftiges Leben, und eS war eine Lust zu sehen, wie die Frauen bemüht waren, bie Spuren etwaiger Vernachlässigung, wo sich solche wäh renb bet Krankheit bet Eigenthümer bemerkbar gemacht, zu verwischen unb alle« wieder in den alten geregelten Gang der Ordnung zu bringen. Al« bie reiche Ernte in die

' bestehende russische Armee in zwei Theile getheilt; in die , Donauarmee, die gegen die Festungen operirt und einschließ­lich der rumänischen Streitkräfte, nahezu 200,000 Mann stark ist und in die Balkanarmee, die etwa die Stärke von 100,000 Mann hat. Da die Türken bei Adrianopel eine respektable Macht concentriren unb ihre Hauptmacht ba« Festungsviereck nicht verlassen wird, so wird die Entschei­dung unweit Adrianopel und im Bereich des Festungsvierecks gegeben werden.

Neueste Kriegsnachrichten: , r"vi

u W/e"' 26. Juli. DiePresse" meldet aus Konstan- tinope!: Russische Corps bringen von Mengalia unb Med- sthidje gegen Bazatdschik vor, wohin Prinz Haffan mit bem egyptischen HülfscorpS ihnen entgegentriti unb wo ein Äimgf erwartet wirb Der Gouverneur von Teffalien erhielt die Ermächtigung, den Belagerungszustand zu ver­hangen Hier weilende Offiziere des englischen G-schwa- der« in der Bestka»Bay erhielten die Ordre, sofort an Bord zurückzukehren. Man erwartet daher ein baldiges Ein­laufen de« Geschwaders in die Dardanellen. Daffelbe Blatt meldet au« Cettinje: Die Montenegriner erstürmten am Dienstag zwei der stärksten Fort» von Nikflk «latschina und Rostin. Riksik ist gut cernirt. DasTagblatt" mel- bet aus Schumla: Nach dem Treffen bei Plewna hat Osman Pascha bie Kavallerie bet Russen bis Wina unb bann bis Bulgarien Mückgedrängt, wo bie türkische Avant gatbe eingetroffen ist. Die Russen haben ihren Rückzug fortgesetzt. Der Verlust der Türken besteht in 150 Tvdten unb etwa 1000 Verwunbeten. Bei Silistrta ist eine russische Brigade eingetroffen. Aus Turn Severin: Eine Verordnung der türkischen Kriegsleitung befiehlt die Affen- tirung ter christlich-bulgarischen Bevölkerung in den von ben Russin nicht occupirten sebietrtheilen zum türkischen Militär. Die Bulgaren entziehen sich bet Reetutitung

Flucht. Sämmtliche türkische Truppen an bet serbischen Ostgrenze sind abm-rschirt, nut in Widbin ist eine Besatzung zurückgeblieben.

Petersburg, 26 Juli. Officiell. Bjela, 25. Juli. General Lieutenant Zimmermann meldet vom 24. d. M. atoß Bratta: Der Dampfer .Nicolai" unter Lieutenant Moximowitsch unb zwei Kutter unter Lieutenant DubaSzoff ftu-tlen unweit Silistria auf ein kleines türkisches Lager unb zwangen bie Türken sich zurückzuziehen. Sie begeg­neten sobann einem türkischen Monitor und eröffneten ein Feuer, in Folge besten auf dem Deck beS Monitors eine Feuersbrunst entstand. Zum Schweigen gebracht, landete der Monitor unb fitzte feine Mannschaft aus. Unterdessen kamen aus Silistria ein weiterer Dampfer und ein türkischer Monitor uno am Ufer erschien eine Feldbatterie. Die

I I 'U I I \ I dl

Dcheu-m eingebracht war, prangt der Allhos wieder wie vordem und wäre nicht die stelle ergebene Tmer gewesen, die der Beobachter auf den Gesichtern der Bewohner be« AlthofeS wahrnahm, man hätte keine Ahnung davon gehabt, baß ber Tob, bet schleichend durch bie Lande gegangen, °uch hier ein Opfer gefordert, ja daß er hier die Seele des ganzen Anwesens hinweggenommen, das Haupt der Krmilie, den Altbauer selbst.

Richard, dem man die Todesnachricht seines Vater­übermacht, hatte einen Brief voll tiefen Schmerzes zurück- geschrieben, der die Freude, welche die Hoffnung auf seine baldige Rückkehr, die im selben Briefe ausgedrückt war, hervorrief, vollständig trübte unb dämpfte.

Die Alles übeiwindende Zeit und die rührige, gesunde Arbeit und Thätigkeit minderte endlich auch auf dem Alt- Hose den allseitigen Schmerz nm den dahingeschiedenen Alt­bauer und Elsbeth sarnrnt ihrer Schwiegermutter sahen mit Liebe und Sehnsucht der Stunde entgegen, die ihren theuren Richard gesund und wohlbehalten in ihre Arme zurück- führen sollte.

Run, die längste Zeit hatten fie gehofft, bald sollte ihrem Wunsche die Erfüllung werden.

Zwölftes Kapitel.

Kriegers Heimkehr.

Nachdem wir nunmehr unfern Lesern die Ereignisse st, der Hcimath während Richards Abwesenheit geschildert, kehren wir wieder zu diesem und somit noch einmal nach dem geheimnißvollen Schlöffe in Böhmen zurück.

Wir finden hier noch Alle, wie wir sie verlassen haben, gefunb und wohl beisammen. Richard, den Baron Oskar, die Grästnnm Thekla, Esther und Esthers Vater, Abraham Kerely, den Juden von Prag.

Auch hier hat die Zest über Alle ihren lindernden