Marburg, Freitag, 27. Juli 1877.
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ontinopd bereits vor einigen Tagen auf 35 000 geschätzt. Dieselben sollen sich nach drei Richtungen, vurgaS, Adrianopel und Philippopel gewendet haben.
selben Zeitraum, seit dem 13 Juli, ist aber auch russische Truppenkorps, welches tu ber Dobrudscha , energisch vorwärts gedrungen und hat die aus der eit stammende, unter dem Namen TrajanSwall be- Schanzenreihe, welche den nördlichen Zugang nach
wurde jedoch die Meldung als irrig berichtigt, daß sien den Schipkapaß von Türken unbesetzt gefunden auf diesem den Balkan überschritten hätten. Es stellte
Die Waise »aa Soaaealhal.
Novelle au» dem «liege im Jahre 1866 von Rudolf Wellna«.
(Fortsetzung.)
Anzeigen nimmt entgegen: die Epredttion d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in
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n heraus, daß die Raffen östlich vom Schipkapaß am - ' Zull und an den folgenden Tagen über den Balkan gt sind, daß st- bereit» aut 17. Im Stande waren, zum Schutz der Balkanpäffe auf der Südseite beseh Reus Pascha ein siegreiches Gefecht zu liefern, sie zwei Kanonen erbeuteten, daß ihnen am 19. ge- sich des Schipkapafles selbst zu bemächtigen. Die der südwärts vom Balkan stehmden Ruffen wurde
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' Bulgarien und Rumänien sperrt, überschritten. Nicht minder scheinen die Ruffen mit Nachdruck gegen die türkischen Donausestungen Rustschuk und Silistria operiren zu wollen und haben gleichzeitig die türkische in Ostbulgarien aufge.' stellte Hauptmacht von Westen her bei Oömanbasar und RaSgrad beunruhigt. So scheint die auf die Festunam Schumla, Rustschuk und Silistria gestützte türkische Hauptmacht fast schon von russischen Streitkräften getheilt urn- faßt zu werden. Die zuiächst entstehende Frage ist, ob die Ruffen hinlängliche Streitkräfte bereit haben, um gleich, zeitig gegen die türkische Hauptmacht in Ostbulgarien, gegen bie geringeren Streitkräfte in Wrstbulgarten und außerdem südlich vom Balkan, auch da anfänglich nach verschiedenen Richtungen mit Erfolg zu operiren. Von dem wcstbulga- rischen Kriegsschauplatz wurde ein siegreiches Gefecht der Türken bei Plewna gemeldet, über welches aber keine bestätigenden Nachrichten eingelaufen sind. In Konstantinopel hat die Nachricht vom Balkanübergange der Russen zunächst den Minister des Auswärtigen, Savfet Pascha, aus dem Amte entfernt, dem Aarifi Pascha, mehrmaliger Botschafter in Wien, zum Nachfolger gegeben wurde. Savfet Pascha, anfänglich zum Minister der öffentlichen Arbeiten ernannt, hat sich nach wenigen Tagen ganz aus dem Staatsdienst zurückgezogen. Die Vermuthung, baß der Wechsel im aus wäet gcn Ministerium einen allgemeinen Ministerwechsel jur Folge haben werde, hat sich nicht bestätigt. Der wahr scheinlichste Grund des ersteren Wechsels dürfte in der Absicht gelegen haben, einen für etwaige FriedenSunterhand lungen geschmeidigeren Leiter des Auswärtigen zu erhalten, als Davfet Pascha nach seiner bisherigen AmtSsühruag sein konnte. Weitgreisender ist der Einfluß deS russischen Bal- kauübergangs auf die Besetzung der Militärkommandos gewesen. Der Oberbefehlshaber sämmtlrcher Streitkräfte nördlich des Balkans, Aboul Kerim Pascha, sowie der Kriegsminister, Redif Pascha, der sich zur Inspektion ins H-upqaartier begeben hatte, sollen ihrer Aemter enthoben und in Haft nach Bruffa gebracht worden sein. Wem nun der Oberbefehl übertragen worden, läßt sich auS den widersprechenden Meldungen noch nicht erkennen, falls überhaupt schon eine Wahl getroffen worden. Suleiman Pascha, der ein gegen Montenegro operirendeS TruppenkorpS mit Glück geführt hatte, ist mit seinen Truppen schleunigst nach Adria nopel beordert worden und auch bereits von Antivari au« auf Transportschiffen südlich von Adrianopel gelandet und opcrirt bereits westlich von dieser Stadt. In England, wo die Nachricht von dem Baikanübergang ebenfalls große Lew guug hervorries, wurde dieselbe nicht wenig ge- ^igert, als verlautete, daß die Regierung Fahrzeuge zur Einschiffung eine« TruppenkorpS bereit halte. Doch haben die Minister in beiden Häusern deS Parlamentes erklärt, und wohlthuender war. So oft er sich indeffen nur einigermaßen wohl fühlte, sprach er freundlich mit seiner liebe- vollen Pfl.gerin, nannte sie seine liebe gute Tochter und versprach, Alles wieder gut zu machen, waS er in seinem harten Sinn und in seiner argen Verblendung an ihr und seinem guten Richard böse gemacht habe. Hundertmal hatte er EiSbelh schon um Verzeihung seines großen und schweren Unrechts gebeten und mit weinenden Augen hatte ihm eben so oft schon die junge Frau die Versicherung gegeben, daß ste ihm ketneSwegeS zürne, daß sie ihm auch niemals böse gewesen sei — immer mußte er eS von Neuem hören und nicht oft genug konnte ste eS ihm sagen.
Ja, er ging noch weiter I Im Falle der Himmel eS anders mit ihm beschloffen und er mit Tode abgehen solle, möge sie ihm auch die Verzeihung seines von ihm so tief beleidigten Sohnes erwirken, an dem er sich eben so schwer versündigt wie an ihr. Auch darüber beruhigte sie ihn indem sie ihm versicherte, wie Richard ebenfalls ihm niemals böse gewesen sei und er deßhalb, was Gott in seiner Güte und Gnade verhüten möge, ruhig sterben könne.
DaS war bei aller Traurigkeit, bei allem Herzeleid, die im Althofe herrschten, doch ein Freudenfest für den Barc- friedel, wie die Versöhnung natürlich auch im noch höheren Maße das H-rz der jungen Frau Richard« mit hoher Freude "füllte und bewegte. Und nicht allein der Bartfriedel ElSbeth und de« Altbauer« treffliche Ehefrau, da« ganze Dorf freute sich über die Sinne« - Veränderung de« Altbauer« und die herbeigeführte Aussöhnung deffelben mit seinen Kindern.
Die Altbänerin war schon am dritten Tage außer aller Gefahr, der Zustand de« Altbauern hingegen verschlimmerte sich dermaßen, daß man auf seinen Tod gefaßt fein mußte. Der Altbauer ließ daher in einem lichten Augenblick daS Dorfgericht zu sich entbieten und machte sein Testament. !
ustrirtes Sonntagsblatt
mmen (auf dem Lande von den Landpost-
Die gegenwärtige Erzählung unseres Blattes nur noch wenige Nummern und beginnt als-
Tagebuch eines Dreiundachtzigers
dem deutsch-französischen Kriege 1870j71.
Die Exped. der Oberh. Zeitung.
Som russisch - türkischen Kriegsschauplatz berichtet die ov.-Corresp.": Die Ueberschreitung des Balkans durch che Heerestheile hat auf dem Kriegsschauplatz und in den politischen Kreisen aller am Schicksal deS en Reiches betheiligten Mächte eine außerordentlich fte Bewegung hervorgerufen. Anfänglich wollte man achricht kaum Glauben schenken oder sie al« den
Vorstoß eines kleinen und vereinzelten Truppentheils en, der von keinem nachhaltigen Einfluß sein könne.
nwl in der That, wie das Gerücht bekundet. Der *et und seine wackere Frau lagen fest und namentlich iCn» * r Erstere von der verderblichen Krankheit im 22 tzmHrade befallen zu sein. Niemand als der Bart- M«i w». um Beide beschäftigt, da trotz alles Zuredens len W : ftlnerdeite die Leute deS Altbauern nicht zu bewegen eii” aus urcht vor der Ansteckung, daS Krankenzimmer HIN fetteten. So konnte dem Bartfriedel nichts erwünschter ogd ®en, alfioie Hülse ElSbethS.
[I Der Ali »er schaute trotz seiner Schmerzen hoch aus, --' er sein von ihm so tief verachtete und gehaßte iegertvier an seinem Lager erblickte, wie sie emsig eitrig lchSstigt war, die Anordnungen deS Dors- S auf rs pünktlichste auszuführen. Seine eigenen mied.veine Nähe einer seldstsüchtigen Furcht wegen, - ihm ve^ßie und von ihm mißhandelte Schwieger» aber fgte nicht erst lange, ob die Furcht der Leute tb habe er nicht, sie hatte sich keinen Augenblick be- ■ itn unb ir freiwillig gekommen, sie setzte ihr junge« Mitt-l 6 freiwij aui'« Spiel für den, der ihr Todfeind ‘ "su wollend tonnte ihn, der ihr und ihrem Richard
i so vielechwere und trübe Stunden bereitet, nicht >Hilfe u Pflege lassen.
Vena auufoer Altbauer in seinem jetzigen Zustande irukr-i t weiteren -trachtungen über diese edle Hingebung ■ * Schwiegechter anstellen konnte, so war e« ihm abzumerkenpaß der Eindruck, den die liebevolle Willigkeit betten auf ihn machte, ein höchst günstiger
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daß nur die Ergänzung der Garnisonen in den englischen Mtttelmeerstationen zu ihrer vollen Stärke beabsichtigt sei. Am lebhaftesten war der Eindruck de« russischen Erfolges , in Ungarn. Unterdeß haben alle Organe der Preffe, welche der österreichisch-ungarischen Regierung nahestehen, erklärt, daß nicht die KriegSereigniffe, sondern nur die Bestimmungen de« künftigen Frieden« die Haltung Oesterreich- Ungarn« und Europas verändern können. — Die Entfaltung der Fahne des Propheten, welche für den Fall der Bedrohung der türkischen Hauptstadt beabsichtigt werden soll und durch welche bie Muselmänner zum Äampf gegen bie Ungläubigen aufgerufen werden, könnte möglicherweiseben Einspruch neutraler Mächte Hervorrufen.
Unsere Mittheilung, daß Graf Andrafly sich mit dem Fürsten Gortschakoff in Bezug auf mehrere ueuerdingS aufgetauchte Fragen, die sich an den Ocientkrieg knüpfen, verständigt habe, hat sich bestätigt. Die rumänische Armee bleibt zwar im Allgemeinen in bet Defensive, eine Division »«doch batf mit ben Russen an ben Offensiv-Operationen auf tem rechten Donau-Ufer Shell nehmen. Auch gegen
Aufstellung eines serbischen ObservalionSkorps an ber türkischen Grenze wirb Oesterreich keinen Protest erheben.
Der bekannte ungarische General «lopka hatte von Seiten der Pforte eine Mission nach Wien erhalten, um das dortige Cabinet zu einer der Türket günstigen Haltung zu veran- laffen. Graf Andrafly hat ben General jedoch gar nicht vorgelaflen und an ben betreffenden, SectionSches be« Auswärtigen verwiesen, bet von vornherein dem General bemerkt hat, er könne einer Besprechung mit ihm nut wenige Minuten widmen. In ber barauf folgenden Besprechung &at ber General bie feste Ueberzeugung erhalten, baß Oester- reich-Ungarn bi« an« Ende de« Krieges Rußland vollständig gewähren laffen und in keinerlei Weise interveuireu wird- Klapka hat die Ungarn hiervon verständigt und diese be- findeo sich nun in einer starken Erregung, die jedoch muib. rnaßlich an dem Gange der Eteigniffe nicht« inbern wirb.
3° tritt allmählig eine gewiffe Ernüchterung ein, in Bezug auf bie von einem Theil bet Preffe stürmisch geforderte Besetzung Konstantinopels. Die Engländer fangen bereit«) an genauer zu berechnen, wie viel ihnen ein sicher de« Krieg herausfordernder Schritt kosten würde und finden, daß es verschwenderisch fei, o.e Hülfökraft de« Landes in «tnern Punkte zu vergeuden, ber nicht unmittelbar mit bem wütigsten Interesse England« verknüpft sei. Wo aber eigentlich He Bedrohung ber englischen Jutereffeu beginnt, wird nicht gesagt, unb es liegt auf ber Haid, daß Eng^ Seinem Worte getreu, bas er nicht wwaev zurück ychmen wollte, ging fein Sohn leer aus. Der Althof kam an bie Altbäuerin, jedoch mit dem Bedeuten, daß ihr völlig über« laffen bleibe, damit zu thnn, was ste wolle. Das baute Vermögen dagegen, sowie em ansehnlicher Theil Ackerland wurde zu gleichen Theileu ber Frau Richards und deren Kindern vermacht.
Von Richard, den man sofort von Allem in Kenntniß gesetzt, traf em Brief ein, in welchem er schrieb, daß er jedenfalls nicht rnchr lange auSbleioen würde, jetz, ober zu tommen sei absolut unmöglich, da gegenwärtig kein Urlaub bewilligt werde. Semem Vater dankte er für die Aus- Ahnung und |üt die Liebe und Güte, vie et seiner heben gamilie $abe zu Theil werden laffen, und wenn er, was ” zu Golt hoffe, ihn bei seiner Rückkehr in die Heimath lebend noch antnffe, wolle er ihm in cet That und Wadr- heit seinen Dank obfiatten. Dieser Wunsch Richards aber IE-, nach dem nnerforschlichen Rathschtuffe Gottes nicht ” f^ullung gehen, Richard sollte bei seiner Heimkehr seinen Vater mcht mehr unter den Lebenden antreffen.
Obwohl man durch den Arzt ber nächsten Stadt längst wußte daß man dem Bartfriebel in feinen medicimschm Anorbnungen vollständig Vertrauen schenken könne, so batte man, unb ber Dorf hader hatte selbst dafür gestimmt, doch ben Arzt aus ber Stadt kommen laffen, dieser erklärte da« gimze Verfahren des BartfriedelS für vollkommen richtig, a”80' tbra6 ben Altbauer leider keine ™ »fdik ” kelbft ihn nicht hätte retten können, »enn er ihn auch unausgesetzt behandelt hätte.
Spät am Abend deffelben Tages stellten sich bei dem Mtttnnack Ätämpfe ein- die erst gegen
Mitternacht sich minderten unb endlich ganz auf hörten. H^rauf von großer Ermattung überwältigt, schlief er ein, um nicht wieder zu erwachen. (Forts, f.)
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