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Marburg, Mittwoch, 25. Juli 1877.

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enenbq Erscheint t Kgli ch außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis fit daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJInUrirtet KiMtetflfatt trat* m, a.n.

S-chdruckeret) bezogen Mark, durch die Postämter deS Deutsche» Reiche- 8 *t«f 5* - sÄoXS? S S aSte ffi

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S; denn daS mußte man dem Altbauer lassen, sein I hvt daS Bild einer Musterwirtschaft dar. Wie sich P hierin nichts bisher geändert hatte, so war e« fteilich I bei dem Altbauer in anderer Beziehung, wie wir be- ' angedeutet haben, völlig beim Alten geblieben.

Jias hatte die treffliche Frau des Altbauern bereit- ' ausgestellt, um ihres Mannes Gesinnung zu Gunstm * Sohnes und dessen Fcmilte zu stimmm und zu än- Umsonst I Aber auch die Rachbam und der treffliche Aich« hatten Alle- aufgeboten, um eine Versöhnung 1 Albanern mtt seinem Sohne herbeizuführrn. 68 war

Telegraphischer Meldung zufolge hat daS deutsche Mittel­geschwader am 21. Juli Abends Beirut verlaffen und am 22. bei Larnaka (Cypern) eingetroffen.

Die liberalen Wiener Blätter treten mit großer Wirme ein Zusammengehen der österreichischen Regierung mit deutschen in Bezug auf die Fragen ein, welche sich an nächste Papstwahl knüpfen. Wenn Italien, Deutsch- , Oesterreich und Rußland gegen einen der bestehenden itsordnung in den europäischen Staaten feindlichen von vornherein protesttren, heißt es, würde die Curie davon absteheu, durch eine solche Wahl die ttgstcn Staaten diese- Weltthcils herauszufordern.

müffeu wir koostatiren, daß die- ganz vergebliche che sind; Oesterreich wird sich nicht mit Deutschland vezug auf die oben belegten Fragen verständigen und weniger mit Italien darüber in Verhandlung treten, zwischen den Cabinetten von Wien und Rom eine arge stimmung eingetreten ist in Folge der der italienischen erung zugeschriebenen Ausbeutung der Orientwirren, lich welcher da- Wiener Cabtnet noch immer nicht tgt ist.

In Folge des Ausbruches der Rinderpest im Kreise j«uhen lst die Ausfuhr von Hornvieh aus Schlesien ver- ; auch der Berliner Biehmarkt wurde für die Ausfuhr . In Hamburg und anderen Küstenplätzen sind be> der VtehauSsuhr Sicherheitsmaßregeln angrordnet

Vom Kriegsschauplätze in Asim liegen heute mehrere wichtige Nachrichten vor. Einmal find die Ruflen nach einer Depesche, welche der türkische Minister des Auswär­tigen an die Vertreter der Pforte im Auslande gerichtet hat, bei einem Zusammenstöße mit den Truppen Mukthar Paschas mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen und ist daS Feldlager des Letzteren um H/2 Meilen nach der russischen Grenze zu vorgeschoben. Die Türken haben dem­nach die Offensive in Asien ergriffen und die Stellung der Russen tu Armenien wird um so schwieriger werden, al- aus dem ganzen kaukasischen JsthmltS vom schwarzen bi» zum kaöpischen Meere der Ausstand entbrannt ist und die Ruffen zunächst ein Heer nach Transkaukasien schicken müssen, um deS Aufstandes Herr zu werden, bevor sie daran denken können, die Defensive, in die sie nunmehr versetzt sind, mit der Offensive zu vertauschen. WaS den Stanv der Dinge auf dem eurchätfchen Kriegsschauplatz anlangt, so rückt die Entscheidung immer näher, indem die Russen die Verbindung der türklfchen Westarmee, die von Wtddin nach Sofia operirt, mit der türkischen Südarmee zu verhindern strebt. Von det rusflschen Centralstellung bet Ztstowa - Tirnowa u. s. w. aus rücken beträchtlich« Streukräfte nach Phtlippopel vor, um dort die Türken von den feindliche« Truppen, die bet Adrianopel stehen, abzu- jchnetden. Gelingt dieser russische Plan, so haben die Türken verloren. Mißlingt er dagegen, so würde die tür­kische Süc armer in der Stärke von wett mehr al- 100,000

umsonst I Der Alte wurde ingrimmig und wüthcnd, wenn man ihm sein Unrecht vorhielt. Einem Bußpredtger aber konnte er doch nicht entrinnen oder die Gelegenheit meiden, mit ihm zu verkehren. Und gerade dieser war der strengste und eifrigste von Allen.

Dieser Eine aber war kein auderer^al- wie der Dorf­bader, der Bartfriedel!

Der Bart-Friedel hatte eine ganz absonderliche Art und Weise, den Leuten die Wahrheit zu sage«. Natürlich mußten die» seine Bart-Kunden sein. Da er aber der einzige Barbier im Dorfe war und eS noch sehr wenig Einwohner zu der Fertigkeit gebracht hatten, sich selbst rastren zu können, so gehörte die ganze männliche Bevölke­rung von Sonnenthal zu seiner Kundschaft und mußte sich somit Jeder wohl oder übel seine Predigt oder Zurecht­weisung, wenn der Bart-Friedel eine solche für nothwendig und heilsam hielt, gefallen lassen.

Im Ganzen und Allgemeinen hatte diese Einmischung des Bartfriedel in die Angelegenheiten der Einwohner schon oft die größten Vortheile für die Betreffenden gebracht und war ihm dieser und jener seiner Einmischung wegen auch momentan feindlich gesinnt, eS dauerte nicht lange, eS war vorübergehend, denn sobald die Leute zur besseren Einsicht gelangt waren, sahen sie ein, wie gut eS der Bartfriedel gemeint und mußten es diesem nur Dank wissen, daß er sie vor diesem oder jenem dummen Streich bewahrt.

Auf diese Weise «ar durch den Bartfriedel schon mancher Streit geschlichtet, mancher, Proceß beseitigt und vermieden worden.

Und dies Alles machte der Bartfriedel unter vier Augen und in der eigenen Wohnung der vetreffendm ab. Er hätte e- in der Schenke thun können, aber er wollte den Leuten nicht unnöihtgrr Weise Stoff geben, Augen und Ohren in Pr.vatsacheN oder Familienangelegenheiten, die

tigt. Das heißt eben doch nur, daß die eine der beiden Parteien ihre Aktion vorläufig aufgegeben hat, und man kann an­nehmen, daß dies die Partei des Premierministers Lord B.acousfield ist.

Von allen Seiten, aus Pest, Wien und London wird gemeldet, daß die Engländer mit 18,000 Mann die Halb­insel Gallipoli besetzen «ollen, während 7000 Mann nach Gibraltar und Malta zur Verstärkung der dortigen Be­satzungen geschickt werden sollen. Den englischen Gesandten an den einzelnen Höfen soll bezüglich diese» Schritte» die Erklärung zugegangen fein, daß England damit durchaus nicht aus seiner bisherigen Neutralität heraustreten werde. Anderweit verlautet noch, daß die Pforte dm Engländern bedingungsweise gestattet habe, mtt 50,000 Mann Konstan­tinopel zu besetzen. Nach dm Erkundigungen, die wir von unterrichteter Seite eingezogen haben, ist das Eine so un­richtig wie da» Andere. Die Pforte hat zur Zeit gar nicht auf englische Hülfe zu rechnen, und wa» die Erklä­rung bezüglich einer Besetzung Gallipolis betrifft, s<f ist dem Berliner auswärtigen Amte von einer solchen nichts bekannt.

imi ja« nt.

B d.

taittüxn nimmt entgegen: ^WedMond.»latte«, ie d.Annoncen-Bureaux Th. Dietrich & Co. in et und Hannover; Th. ietrich in Frankfurt a.M.;

enftein & Vogler in a. M., Berlin,

Die Waise Hei Eoneithal.

ische Novelle au- dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Wellna«.

(Fortsetzung.)

86tt auch der Gutsherr, Oskar» Vater, ließ e» an diguugeu nach dem Befindm und Ergehen der Familie rd» nicht fehlm und obwohl es Elsbeth gmirte, so e sie e» doch nicht gerade hindem und ablehnen, daß zerade von dieser Seite mit vollen Händen reiche Unter­gen gespendet wurden.

Jon Noch und Entbehrung konnte also bei Richard» kn, wie wir geschm haben, keine Rede sein. Außerdem kn alle gesund und wohlauf und Richard hatte in der I keinen Grund, um das Schicksal seiner Lieben irgmd-

Anzeigen nimmt entgegen': die Expedition d.Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl- daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in

Elberfeld; C. Schlotte in

Sternen.

Manu auf der Linie von Sofia nach Adrianopel dm Ruffm 1 entgegen treten können.

Nmeste Kriegsnachrichtmr

Petersburg, 22. Juli. Offiziell wird aus Timowa vom 19. d. gemeldet: Der Schipkapaß wurde hmte ge­nommen und durch das Orloff'sche Regimmt und zwei Ge­schütze besetzt; Am 17. Juli kämpfte das Orloff'sche Regi­ment mit außerordentlichem Muth gegen 14 Tabor» und verlor dabei 100 Tobte und 100 Verwundete von den Soldaten und 2 Todte und 5 Verwundete von den Offi­zieren. An demselbm Tage besetzte General Gurko Kasanlyk und da» Dorf Schipka. Am 19. Juli nahm daö Orloff'sche Regiment die Offmfive wieder auf. Die Türken ergriffen aber die Flucht ohne fich in einen Kampf einzulassen, ja sogar ohne einen Schuß zu thun. Sie wandten fich west- wätt» und ließm 3 Fahnm und 8 Geschütze, sowie viele Waffen zurück.

Konstantinopel, 22. Juli. DieAgence HavaS" meldet: Mukhtar Pascha besetzte die Höhm von Akbunar. Mehemrd Ali ist nach Schumla abgereist. DaS auf Pht­lippopel marschirende rusfische Corps wurde bei Kaltter von dm Türkm aufgehalten, woselbst sich ein Kampf entspann.

London, 23. Juli. DerMorning Post" zufolge hätte die Regierung eine ansehnliche Verstärkung der Marine- Truppen und der Mittel - Meer - Flotte beschloffm. Der Standard" schreibt, die Gerüchte von einer Besetzung Galli- poki'S feien sehr übertrieben. Die Regierung habe nur be­schlossen, die Garnison von Malta und Gibraltar unver- züglich zu verstärken. Die Tmppen würdm in wenigen Tagen an ihre Bestimmungsorte abgehm. Da» Land werde ; hoffentlich dm Schritt völlig billigm. Die Mächte, welche auf da» Vorgehen England» wartetm, würden diese Maß­regeln als eine neue Berstchemng ihre« Entschlüsse», von dem vorgezeichnttm Verhalten um leinen Preis abzuweichen, aeceptirm. Für Rußland würde ste eine Warnung sein, ehrgeizige Berechnungen nicht auf die irrthümliche Idee von Englands Friedensliebe um jedm Preis zu bafiren. Der EuphrateS" segele am Donnerstag mit 1500 Mann Truppen nach Malta;Crocodile" undMalabar" würden mit «ei­teren 1500 baldigst folgen. Frauen und Kinder dürfen di« Regimenter nicht begleiten.

Loudon, 23. Juli.Rmter'S Bureau" meldet au» Adrianopel: 18,000 Mann vom Corps Suleiman's find gegen Jenizagra und Jamboli abgegangen. Suleiman folgt mit dem Rest bis Donnerstag. Die hiesigen Schanzarbeiten sind beendet, die Schanz m armirt.

! London, 23. Juli. DemReuter'fchm Bureau" sind nachstehende Meldungen zugegangen: Küftendfche. Ein Ko- faken Regiment nebst 6 Geschützm ist h er eingetroffen. nicht vor das Forum der Oeffentitchkeit gehörtm, aufzu­sperren.

Daß er in der Schenke aber auch nicht der Letzte war, wenn eS galt zu reden, haben wir bereits gesehen. Hier aber nahm er das Wort nur in allgemeinen Angelegenheiten, in Sachen welche die Gemeinde betrafen und iateressirten.

Der Altbauer nun gehörte auch zur Kundschaft de« Bartsriedel. SeÜ der Altbauer mit seinem Sohne zersallm war, hatte sich e» der Bartfriedel vorgesetzt, auch hier ver­mittelnd einzugreifen und, wenn möglich, eine Versöhnung zwischen Vater und Sohn herbeizuführen. Er hatte zu diesem Zwecke dm Altbauern, da diesem nicht wohl anders beizukommen war, unter doppettem Messer genommen, er seifte ihn doppelt ein und rastrte ihn doppelt.

Der Bauer mußte mit langer Nase und halbrasirtem Barte abziehm, da et in seinem doppelten Aerger dem Bart- Friedel kein gute» Wort geben wollte, ihm die ander« Hälfte de» Barte« noch abzunehmen.

Draußm aber empfing ihn der Spott und da» Ge­lächter der versammelten Stenge, welche ihn mit Gespött und Lachen bi» zu seinem Hofe begleitete. Lange Zeit blieb der Bauer der Gegmstand de« Witze» und Spotte« seiner Mitbewohner. Der Bart - Friedel aber hatte seinen Zweck vollständig erreicht. Der Widerspenstige war ge- bührenderwaßen bestraft und bi» dato hatte e« noch Keiner iriebet gewagt, dem gefürchteten vartscheerer eine gleiche Widerspenstigkeit entgegen zu setzen.

Eine Reihe von Jahren waren »ergangen seit diese drollige Geschichle im Dorfe Sonnenthal passtrt war. Der Altbauer mochte fich derselben sehr wohl au» der Zeit seine» Schulzm-Amt» erinnern, wenn er jetzt selbst sich in der höchst fatalen Situation jene» Bauern befand, dem er Unrecht hatte zuerkennen müssen, nun unter dem doppelten

bekümmert zu fein. Indem wir somit die Bewohner 1 Hirtenhäuschens auch fernerer Zukunft ruhig aaver- 1 kn können, wenden wir nunmehr unsere Schritte in 1 Athos

1 Hier war ebenfalls noch Alles beim Alten und in fo- 1 I hatten Hof und Eigenihümer den Namm mit der

Der klerikalenDiscussione in Neapel wird von Rom 'ei et:Außer den Unterhandlungen, welche zwischen der en Regierung und dem Vatikan über die Herstellung 64 modus vivendi gepflogen werden,. stehen auch Ver- Mmgen über denselben Gegenstand mit dem Berliner Wnet bevor. Nachdem die dortige Regierung die ange- Iwsten deutschen Bischöfe um Rath gefragt, hat sie einen n Prälaten nach Rom geschickt (l?) um dem Papst chläge zur Beilegung des Streites zwischm der preu- Regierung und dem heiligen Siuhle zu machm.

Instruktionen, welche daS Berliner Kabinet dem Prälaten eben hat, find so versöhnlicher Natur, daß Hoffnung vor­ist zu einem Ausgleich zu kommen. Ich werde nicht geln die Leser derDiscussione" über den Gang der Handlungen in Kenutniß zu erhalten."

DemMömorial diplomalique" wird von Loudon ge- , daß sich die Mitglieder deS englischen KabinetS tindig miteinander auSgesöhut hätten; die ministerielle ilanx fei kompakt und jede Meinungsverschiedenheit besei-

.pjig, Cöln :c.; Rudolf »iiriin in Berlin, Frank- £1! _ furt M. k.