Marburg, Dienstag, 24. Juli 1877.
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des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pf«, (exl. Bestellgebühr). — JasertionSgebSbr für die gespaltene Zelle 10 Ufa j« erthellende Auskunft und Annahme von Abreffen werde» 35 Pf, berechnet.
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»olfen werden könne. Der Käufer müsse von der Ua
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i, Maaren zu kaufen, von deren Güte er sich durch
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denselben auf, eilte
müssen, halte daS und abgekürzt, um lichkett gelangeu zu wen, wie der dcS Thekla zu schonen
zu dem Verstorbenen halt« gestatten ganze Verfahren möglichst beschleunigt nur von Allem nicht- in die Oeffent lassen und zwei so hochberühmte Na» verstorbenen Grafen und der Gräfin und uicht- von dem Geschehenen zur
des baden
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Man bedenke, daß das scheinbar billige oft am theuersten ist. Benjamin Franklin, dem wir so viele goldene Sprüche verdanken, läßt in seiner Schrift „Der arme alte Richard, oder Mittel, reich zu werden" einen alten Vater Abraham bei einer öffentlichen Versteigerung von allerhand Kauf- mrnnSgut und Galanteriewaaren auftreten und vor dem Ankauf von billigen Maaren in folgenden Worten warnen: „Ihr nennt diese zu versteigernden Dinge Güter; aber wenn Ihr nicht auf Eurer Hut seid, so werden ste für einige unter Euch zu U beln werden. Ihr denkt, ste werden wohlfeil, vielleicht wett unter ihrem Werthe weggehen; allein wenn Ihr ste nicht unentbehrlich braucht, so werd« Ihr ste auf jeden Fall zu theuer bezahlen. Denke an das, was der arme Richard sagt: Kaufe nur war du nicht nöthiz hast, so wirst du bald das Röthige verkaufen müffen. Viele haben sich bloS durch wohlfeiles Einkäufen zu Grunde gerichtet!"
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. Ai.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst;. Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
MS auf Kerely zu und fragte mit athemioser Hast: |»ttnb der Name des Statthalter-, von dem Sie rtzih- ? Der Name?"
Kit Stauen und Befrmdung sahen Kerely und seine ktt auf das leichenblasse von großer Erregung fiebrisch ^de Antlitz der Gräfin. Ihren eigenen Schmerz ver- h fragten ste wie aus einem Munde:
»Um Gotteswillen, Gräfin, was ist Ihnen Was wollen
-»Richt-, nicht-!" rief diese zitternd von Spannung Mm Gliedern, „nur den Namen des Statthalteren von •Sie erzählten sollen Sie wir sagen!" lerely nannte dm Namen und mit einem lauten Auf- sank Gräfin Thekla ohnmächtig zusammen.
£uf den Schrei stürzte Elariffa herein und eilte ihrer *ttrin zu Hülfe. Kerely und Esther waren so erschro- s- daß ste im Augenblicke keine Hand zu rühren ver- «n. Erst al- Elariffa kam, beeilten ste fich, ebenfalls Whe Hand zu leisten.
2* verging indeß eine gut« Viertelstunde ehe Gräfin W wieder zu fich kam.
f»Ünch das noch!" seufzte fie mit schwacher Stimme, ‘■etn Gott, mein Gott, wie schwer prüfst Du mich I" »Über theuerste Gräfitn, wir find erstarrt. WaS ist *8 nur geschehen? WaS kann Sie nur so erregt haben?" k chetlnehmend und verwundert Kerely, während Esther
mit schwesterlicher Zärtlichkeit sich mit Thekla zu schaffen macht.
„O mein Gott und Sie ahnen e- nicht?" rief Thekla verzweifelt. „So vernehmen Sie e- denn: der Statchalter von dem Sie erzählen — ist mein Vater!"
Sie verhüllte mit beiden Händen ihr Gesicht jund die Thränen rannen ihr stromweiße über die blaffen Wangen.
Kerely und seine Tochter waren keine- Worte- mättig. Ste fühlten die furchtbare Erschütterung, welche diese schmerzliche Entdickung bei Thekla hatte bewirken müffen. Alle schwiegen lange Zeit, jeder mit feinen Gefühlen beschäftigt. Endlich jedoch schienen alle ihre Faffung wieder gewonnen zu haben und Abraham Kerely sagte mit tiefem feierlichem Ernste:
„Die Geschicke der Menschen sind In den Sternen verzeichnet ! Wie wunderbar und seltsam ste auch immer stad, wie schrecklich und gewaltig sie uns auch in Leid und Schmerz barnieberbeugen, zu einem guten Ziele müffen boch alle führen! Darum wollen auch wir nicht murren, sondern au-rufen: Jehova ist gerecht in allem Thun und Walten! Der Name Jehova- sei gelobt l —
„«men!" sagten Esther und Thekla.
Einige Tag« wann seit den letzterzähltm ©eenen ver« gangen. .
Lage-bericht.
Die deutsche Regielung hat bekanntlich den Schutz der russischen Untertanen in der Türkei übernommen während der Dauer des gegenwärtigen Kriege-. Die Kriegsschiffe, welche Deutschland jetzt in das Mittelmeer gesandt hat, dienen diesem Zwecke in erster Linie und wenn Konstantinopel in die Hand der Ruffen fallen sollte, so würden die deutschen Schiffe sofort die Dardanellen passtren. Daß England diesen Schiffen keinen Widerstand entgegensetzen »ir\ darüber hat die deutsche Regierung schon heute vollkommen Gewißheit erlangt. Noch zu keiner Zeit hatte England den dipiomaltschen Beistand der deutscheri Regierung so nöth'g a S gegenwärtig und man ist in London neuerdings sehr bemüht, jedwedes Mißverständniß zwischen den beiderseitigen Kabinetten fern zu halten, denn man weiß in London bestimmt, daß Oesterreich immer mehr auf die deutschen als die englischen Rathschläge hört.
Die Ptrle weigert stch entschieden, den englischen Kriegsschiffen die Dardanellen und den Bosporus zu öffnen, bevor England ein Schutz und Trutzbündniß mit der Pforte abgeschloffen hat. Wie man uns mittheilt, ist die englische Regierung entschloffen, sich aus ein solche- Bünd- ntß, das in seinen Consequenzen nicht nur zu einem eng lisch russischen Kriege, sondern zu einem allgemeinen Weltbrande führen müßte, nicht einznlaffen. England wird also keinen Krieg mit Rußland führen und seine Jntereffen beim Friedensschlüsse nur in Gemeinschaft mit den übrigen Mächten zur Geltung bringen können.
Die Entscheidung auf dem europäischen Kriegsschau-
Die Wnifr von Sonuenlhal. dusche Novelle aus dem Kriege im Jahre Rudolf Wellnau.
(Fortsetzung.) Hfl Esthers Vater jetzt geendet und erstere Thingen hielt, sparng Thekla von ihrem Sitze
i«ch Augenschein nicht genügend überzeugen kann oser in *“** an Versteigerung ans Grund eine- glänzenden Anschein- ___a«tu zu lausen, über deren inneren Werch und Gehalt kein Urtheü hat und keine Bürgschaften beanspruchen m. — Von verschiedenen Seiten wird auch daraus »nkjam gemacht, daß stch von den Wanderlagern und Ktenaucrtonen meist nur die mit'leren Klaffen sich täu- m lassen, denen man doch ein beffereres Berständniß
Platze rückt immer näher; die Russen stehen bereits mit wehr als 30,000 Mann in Rumelieu, besten christliche Bevölkerung sich schon zum Theil erhoben hat, um mit den Bulgaren gemeinschaftlich das türkische Joch abzuschütteln, die Streitmacht der Bulgaren ist bereits gehörig organistrt und sie wird den Rusten bei der bevorstehenden Entscheidung große Dienste leisten. Auch die Griechen treten zahlreich als Freiwillige in die russische Armee und da die Kriegspartei in Serbien jetzt die Oberhand erhalten hat, so wird bald die Zeit kommen, wo die gejammte christliche Bevölkern ig aus der Balkanhalbinsel unter russischer Oberleitung an dem Kriege gegen die Türket Theil nimmt. Die Tage der osmanischen Herrschaft in Europa werden daher schon von Vielen als gezählt betrachtet trotz österreichischer und englischer Intervention beim Frieben-fchluste. Ist die Vernichtung der türkischen Streitmacht, für welche allein die Rusten ihre Heere in Bewegung gesetzt und so große Opfer gebracht haben, ein fait accompli geworden, so wirb keine Hand in Europa fich für die Wiederherstellung der Türkei erheben. Auch darf man versichert fein, daß die deutsche Regierung, welche bis zur Entscheidung des gegenwärtigen Kampfes nicht aus ihrer Neutralität heraus» treten wird, sobald die türkische Macht bis zur Vernichtung geschlagen ist, entschieden stch auf den Boden der Thatsachen stellen und keine Restaurationsgelüste begünstigen wird. Geschlagen aber werden die türkischen Heere ganz sicher, da dieselben die Linie von Sofia bis Konstantinopel, die in der nähsten Zeit vielleicht von einer hinreichenden Streitkraft besetzt sein wird, doch auf die Dauer nicht hat ten können, gegenüber den in überlegener Zahl heranrückenden Rusten mit ihren BundeSgenosten von Bulgaren, mänen, Serben u. s. w.
Die Situation der an den südlichen Ausgängen Balkan- kämpfenden Heeresabtheilungeu, welchen stch allgemeine Interest- am meisten zuwendet, scheint stch .... neuesten Meldungen des Telegraphen zufolge, nun doch dahin zu gestalten, daß die Entwickelung der Rusten mit größeren Masten in der Ebene nicht mehr zu hindern ist und mithin dem weiteren Vormarsche derselben kein Wider» stand mehr wird entgegengesetzt werden können. Die gleich bei dem Bekanntwerden des vollzogenen tiebergangeS nach Chanktoi ausgesprochene Bermulhunz, daß die Zahl der zur GebirgSvertheibigung ausgestellten Streiter, sowie de- von Adrianopel und Konstantinopel herangezogenen SukkurseS nicht auSreichen cüifte, um die Angreifer auf da- Gebirge zurückzuwetfen, scheint stch danach zu bestäti- gen. Die über diesen wichtigen Gegenstand vorliegende Depesche lautet:
Die Verhältnisse auf bett Schlöffe waren bereit- gerichtlich festgestellt und geregelt. Die gerichtliche Behörde, der man unbedingt einen Einblick in da- wahre Verhällniß der beiden Frauen
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iämb «den könne. Als Ursache deS UeberhandnehmenS dieses »Mich im Umherziehen betriebenen Geschäftsverkehrs kichnei man hauptsächlich die neuere Gesetzgebung und «atlich die Vorschriften deS Gesetzes über die Freizügig- l vom 1. Nov. 1867 und die Bestimmungen der ReichS- Ktbeorbnung vom 21. Juni 1869, durch welche die ttritt ftr bestandenen Beschränkungen im umherziehenden Ge e t|PMetrieb im Wesentlichen aufgehoben woroen sind. Viele eoern verlangen eine Abänderung der Gesetzgebung. w le Mehrzahl erwartet eine Besserung nur von gerechterer ßmerung der Inhaber von Wanderlagern mit dem 4»(j| jsten Gewerbesteuersatze und von Heranziehung zu den meindeabgaben, sowie von strengerer Ueberwachung. Eine e zieh werzahl von Kammern hält ein gesetzliches Einschreiten geh« [ uonöthig und betont, daß nicht durch Gesetze, sondern ine i [ durch Belehrung und befiere Gewöhnung des Publi- o M den Mißständen, die bei dem SDatnteberliegen des 606 «blichen Verkehrs empfindlicher als sonst hervorireien,
k eigenen Jntereffen zutrauen sollte, während auf den Märkten in der Regel den untersten Klaffen ein noch schlechterer Waarenausschuß vorgelegt und markt- «risch angepriesen wird, ohne daß man dagegen gesetz I cinschreiten kann.
! DaS Haupthilfsmittel gegen schwindelhafte Wander- M, Waarenauciionen und JahrmarktStrödel ist Beleh» Jh und Gewöhnung deS Publikums an Wirthschaftlich- il und an ein vernünftigeres Kausen und Verbrauchen.
Muderlager, Waarenauciionen und Jahr- marktStrödel.
Die Frage der Wauderlager und Waarenauctionen be- jjtigt noch immer eine sehr große Anzahl deutscher Han V und Gewerbekammern. Es wird vielfach geklagt, daß l Publikum bei diesem Geschäftsverkehr meistens über Heilt werde, da der Innere Werth der Waaren nicht ifältig geprüft zu werden pflege und die Täuschung, die $ so leicht möglich ist, in der Regel erst bemerkt werde, ua bet Verkäufer nicht mehr in Anspruch genommen
-Änen nimmt entgegen: WehUiond.SSlatteS, ^siAnnoncen-Bureaux „ y. Dietrich & Co. in Li und Hannover; Th.
in Frankfurt a.M.; .(tnftein & Vogler in -jfutf a. M., Berlin, Cöln ic.; Rudolf in Berlin, Frankfurt a. M. 20.
Srfchemt täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mU der wöchentlichen Beilage „3lx|hrttU< e»nni*,iHett" durch die «rpedittou (Koch'fche Buchbruckerer) bezogen Sh Wart, durch bte Postämter des Deutschen Reiches S Mark 50 Pf,, (exl. Bestellgebühr). - JnfertionSgebühr für die gespaltene Selle 10 Bf« Für in der »xpebition ,u ertheilenbe Auskunft und Annahme von Abreffen werben 15 Pf, berechnet.
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«wrt! '^fien • auf Grund marktschreierischer Anpreisungen i Händlern, die sich nur auf kurze Zeit am Orte auf-
Wien, 21. Juli. Die „Presse" meldet aus Bukarest.
Kennkniß der vielen lebenden Verwandten beider Famiiieu kommen zu lassen.
Ehe man dec Behörde formelle A zeige von dem Ableben des Grafen hafte zu Theil werden hassen, wat nach kurzem edlen Wettstreit eine Einigung der beiden Frauen dahin erzielt worden, baß eine Theilung bet Erbschaft unter ihnen stattfinde. Den auf Thekla fallenden Theil vermachte diese jedoch Richard, da sie selbst reich genug war, um daS Geringste zu bedürfen, Esther eS aber durchaus nicht anbei« wollte, als daß Thekla die Häfte der Hinterlassenschaft annehme.
Richard war natürlich wie aus den Wolken gefallen, als ihm dieser Beschluß-Seiten- Thekla- bekannt gemacht wurde. Et stiäubte stch lange gegen die Annahme, dennoch ließ er eö endlich geschehen unb jubelte um seines lieben Weib S unb seiner Kinder wegen über die reiche Erbschaft.
Nachdem man nach dieser Seite hin mit Allem in Ordnung war, kam man überein, vorläufig bis nach Beendigung deS Krieges, welcher, wie man jetzt schon mit ziemlicher Bestimmtheit vorauss hen konnte, schwerlich mehr lange auf fich »arten lassen werde, auf dem Schlosse bei» fammen zu bleiben. Das Schloß selbst wollte mim ver. laufen und ben Erlös theilen. Abraham Kerely wollte, um allen schmerzlichen Erinnerungen zu entgehen, bie österreichischen Staaten für immer mit Esther veriassen unb Gräfin Thekla gab ben bestimmten Entschluß kunb, cht ferneres Leben in einem Kloster zu verbringen.
Richarv hatte, nachdem eine Regelung nnb Ordnung bet Dinge auf dem Schlosse wieder eingetreten war, nichts Eifrigeres sich angelegen sein lassen, al» bie Einführung befi Hauptmanns Oskar bei den Damen. Dieser war inzwischen auch mit dem Gesühl seines Herzens ins Klare gekommen unb bie« hatte sich entschieben für Gräfin Esther als Gegenstand seiner Liebe unb Verehrung erklärt.